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E_1948_Zeitung_Nr.043

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II A U I U - M A G A Z I

II A U I U - M A G A Z I N lr.4l „Hallo Johanna! Bist du nun fertig?" Johannes rief es und er gähnte. Er rief es schon seit einer halben Stunde, aber junge Frauen haben Zeit, wenn sie vor dem Spiegel stehen. Johannes hasste das. " „Ja. Ich komme", schallte Johannas Stimme aus dem Haus, „steht der Wagen unten?" „Er steht", rief Johannes zurück. „Er wartet. Er wartet seit drei Stunden. Genau so lange warte ich nun schon." „Sofort! Liebling noch einen winzigen Moment. Hast du ihn laufen lassen?" „Den Moment?" „Nein. Den Wagen." „Ausgeschlossen. Bis du fertig bist, wäre das Benzin verbraucht." „Was sagtest du ? Ich habe nichts verstanden." „Ich sagte, ich werde nochmals nach dem Wetter sehen." Johannes sass auf dem Trittbrett seines Autos und spielte mit den Kieselsteinen. Er fand, dass die meisten eckig seien, dazwischen hatte es aber viele runde. Solch ein rundes Steinchen legte er auf seinen kleinen Taschenspiegel, daneben legte er auch ein eckiges. Die Konturen waren im Glas verschieden. Das runde Kieselchen war im Reflex tatsächlich prachtvoll anzusehen, geschwungen und in einer tadellosen Linie mit einem hübschen Glanz, fast wie eine Perle, obwohl es doch nur ein Steinchen war. Das ist die Frau, sagte sich Johannes, sie sieht sich viel hübscher, als sie wirklich ist. Das eckige Kieselchen dagegen war im Glas ganz gleich und nicht veränderlich, genau so wie es wirklich war, wie eben ein Kiesel ist. Und so ist der Mann, konstatierte er und warf die Steinchen fort. Aus der Tür trat seine Frau, elegant, mit einer tadellosen Linie. „Genau so, wie ich es meinte," brummte er. „Brummle doch nicht immer, Brummbär, goldiger Schatz", neckte sie, „dass du immer brummein musst. Ich bin ja da. Wir fahren los. Wie gefall ich dir ? Schick ? Oder etwa nicht ?" Sie drehte sich auf den Zehenspitzen und zog die eine Schulter hoch. Johannes jedoch machte sich am Motor zu schaffen, der Anlasser drehte durch, mit einem krachenden Gerassel drehte er immer wieder durch. „Bitte lass mich fahren", sagte Johanna mit einer hohen Stimme und gleich hinterher mit einer übertriebenen tiefen: „Du kriegst einen Extrakuss dafür. Huch! Eine schwarze Katze", rief sie aus, „eine schwarze Katze Johannes. Es wird schlimm." „Schlimm? Schlimm ist das Warten auf Frauen, die vor dem Spiegel stehen. Ausserdem. — Die Katze ist ja gar nicht schwarz. Weiss und rot ist sie." „Nein. Schwarz. Rabenschwarz war sie. Sahst du sie nicht?" „Dann also schwarz. Meinetwegen schwarz", sagte Johannes breit. „Es wird ein Unglück geben", jammerte Joanna und zog die Augenbrauen hoch. h ZUG Hotel Schweizerhof beim Bahnhof Zimmer mit fließendem Wasser. Prima Küche. Neuer Inhaber: O. Brandenberg. Der Spiegel von Zties „Ein Unglück ? Wenn das so weiter geht, bestimmt. Es sollte keine Spiegel geben, man sollte sie verbieten." „Red nicht dumm." „Ich denke, dass du fahren willst?" „Nun nicht mehr." „Dann also los. Endlich los. Nach Santa Cruz zum Baden wolltest du. Wenn es noch länger geht, so wird das Wasser kalt." Johanna sass im Polster und blickte gerade- aus. Im Augenwinkel sah sie seine Hand, wie sie die Kugelschaltung schob, hörte den Motor, wie er auf und nieder stieg und wie die Räder fierten. Der Wagen jagte über die Strasse und unter den Bäumen durch, von der Sonne in den Schatten und wieder in die Sonne. Sie wollte gerne etwas sagen, doch sie sagte nichts. Auf einmal schien Johannes guter Laune zu sein, denn er trommelte mit den Fingern auf dem Steuerrad herum und trällerte den alten Schlager von-Marietta: „Schöne Beine hat die Kleine " Johanna wurde wild. „Beine! Beinet Immer nur Beine. Sonst verstehst du nichts. Wenn ich über Musik sprechen will oder Mode, dann kneifst du aus." CARITAS „Ueber Mode weiss ich nichts", entgegnete Johannes trocken, „ich kann einen Rock von einer Hose unterscheiden, das ist auch alles." „Nun blühte Johanna plötzlich auf: „So! Kannst du? Das freut mich aber sehr. Das ist ja wundervoll. So eine Hose möchte ich schon längst. Weisst du, so eine elegante weite Hose trägt sich doch schick an einer Frau. Oder denkst du nicht?" „Weit? Weit ist scheusslich. Nein, niemals weit. Eng muss sie sein, ganz anliegend, aus einem schönen dünnen Stoff und himmelblau." „Na hör mal!" „Klar." „Das ist doch nicht dein Ernst?" „Natürlich. Warum denn nicht?" „Eine moderne elegante Damenhose? Und dann noch dünn und eng ? Ja hast du auch Geschmack? So eine Damenhose?" „Eine Unterhose meinte ich." „Du bist ja närrisch." „Jch bin nicht närrisch." „Jch zweifle an deinen guten Sitten." „Wieso?" „Halte den Wagen an." „Weshalb?" „Ich steige aus." „Warum?" „Anhalten sollst du! Hörst du schlecht?" „Im Gegenteil, ich höre gut." Er trat auf den Hebel, der Motor summte dünn und stieg nach oben, die Geschwindigkeit nahm zu. In ihrem Gesichte stand die Laune des Augenblicks, spöttisch zuckten ihre Lippen. »Ich intspneht materiell und geistig, den Bedürfnissen der kalten Jahreszeit Preisabschlag für fett- und kohlehydrathaltige Nahrung O Unsere Aktion für

Ir.tt Kreuzworträtsel Nr. 7 Einsendetennm 18. Oktober ADTO-IAGAZIn HUMOR Zur Revision des Motorfahrzeug-Gesetze* m Neue Zeichen für den Fahrzeugführer eich fahre langsamer» «Schon, ich kann mit einer Hand fahren» c D Stoßstange isch es bitzeli verchrezt, gälezi? > tlch habe keinen Aschenbecher im Wagen» «Hoppla, das Anriet! ist herausgefallen» Waagrecht: 1. Bewohner eines Schweizer Kantons, 10. weiblicher Vorname, 11. Titelgestalt eines Hunderomanes von Felix Saiten, 12. Magenferment, 14. Stadt in Russland, 15. fremdländische Bergbezeichnung, 10. Gesangsstück, 18. Taufzeuge, 19. leidenschaftlich, rasend, 20. Blüte, feines Gewebe, 21. Papiermass, 23. Bergweide, 24. Fürwort, 27. Gattung, 28. Tross, 30. Bewohner eines eurasischen Staates, 31. Treppe aus einem bestimmten Material. Senkrecht: 1. Gradeinteilung, 2. Künstler, der sich in einer bestimmten Malart betätigt, 3. ungarische Konigsbezejchnung, 4. unwandelbar ergeben, 5. Schweizer Kanton, 6. weiblicher Vorname, 7. Balkanmünzen, 8. Erbosung, 9. Held, 13. zweigliedrige Zahlengrösse, 15. Angehöriger einer unteren indischen Kaste, 17. Berg im Engadin, 18. mit, durch (lateinisch), 20. flott, berühmt, 22. Gesamtheit der Merkmale einer Kunstepoche (Mehrzahl), 24. Stadt in Nordspanien, 25. erbitterte Gegnerschaft, 26. Unrat, 28. griechische Vorsilbe, 29. Marschall Napoleons (y = i). Bewertung: 5 Punkte. < Aber Mama, du lassest zu, dass dieser alfe Klapperkasten uns überholt? » «Ich fahre »ach rechts» «Ich fahre nach rechts, doch werde ich mich plötz-- lieh anders besinnen und nach links abdrehen» «Da hasch, da Hagelt» 0—0 «Vorfahren verboten» Auflösung: des Kreuzwort-Silbenrätsels Nr. 5. Waagrecht: 1. Aorta, 3. Unterschrift, 5. Butike, 7. Sais, 9. Ketzer, 10. Lampe, 12. Kote, 14. Solothurn, 17. Elan, 19. Rival, 20. Zeremonien, 21. Pilot, 22. Zither, 24. Parvenü, 26. Mündel, 27. Delphi, 29. Kuchen, 31. Lästern, 33. Monopol, 35. Dokument, 36. Karotte. Senkrecht: 1. Arosa, 2. Tabu, 3. Unke, 4. Schriftsetzer, 6. Tigris, 8. Islam, 9. Kette, 11. Peso, 12. Kothurn, 13. Treue, 15. Lokomotive, 16. Aval, 18. Lanzelot, 19. Rienzi, 21. Pike, 23. Therme, 24. Pardel, 25. Nudel, 26. München, 28. Philä, 29. Kupido, 30. Kino, 32. Sternwarte, 33. Moment, 34. Polka. 5 Punkte erhalten: Frau M. Ammann, Oftringen; Frau M. C. Bally, Basel; Ernst Benz, Goldach; Robert Dietz, Münchwilerr; Hans Ernst, Zürich; Tony Frey, Basel; Frau S. Gysin, Liestal; Frau J. Hopf, Bern; Frau D. Kriegel; A. Küenzle, Wattwil; Frau M. Lehmann, Bern; Frau H. Meyer, Arbon; Frau E. Mosimann, Burgdorf; Frau L. Rock, Basel; Max Roos, Interlaken; Frau A. Spörri, Zürich; Fritz Wenger, Bern. Alle andern erhalten den Mühepunkt. »Ich glaub«, es regnet nicht mehr» «Vorfahren gestattet» Im tiefsten Dschungel Burmas siiess im Kriege eine versprengte englische Patrouille auf einen uralten Brahmanen, der die Soldaten mit Hilfe seines noch wesentlich älteren Elefanten glücklich wieder auf den rechten weg brachte. Der Inder verstand ein paar Worte englisch. « Wie heisst denn dein Elefant? » fragte ihn einer der Engländer. « Greta Garbo, Sir », erwiderte der würdige alte Herr. cpr Ursache: Weiche Hinterfedera, rasches Bremsen, offener Zweidecker-Bus. Wirkung: 1 fehlender Passagier. «Dort drüben wohnte früher Tante Emma» «Mein rechter Arm ist mir eingeschlafen» Zeichnungen Fougasse (Verlag Methuen, londoni. 1 Sa cuisine feit honneur a la bonne renommee suisse Geschäftsleute... nach 'einer anstrengenden Sitzung eine gute Flasche im Bahnhof ßuHet gern IC RÄMENBÜ Hl-KAMMER MA»« Ei... ei... ei... Kleider-Frey Lang anhaltende Frische, ein Gefühl des Gepflegtseins und Wohlbefindens durch die Anwendung von Umwälzende Rentiert zum Schatze Ikrts Autos gegen Sonne, Regen, Sehn« und Kalte. Unser» Spezl&ldeck» weist folgende Hauptmerkmal« auf: * SpnUktott (Baomwefldoppei-StoH mit Gummirwtacfaeilax«) # Genm der Fora Ihre« W»gen« «mgepsfl«, im Gegensat» *" «Um bereit» im Handel be- •tehendea («wohnlichen Sciutjhällen (Blaeben) • Verrietet gegm Diebstahl, Jener »nd fcö. willige Beschädigungen * Jedenott and überall In efner MImrte montiert «nd ebenso «chnell abmontiert. Gewicht •». *—i kg. Machen Sie Gebrauch T«B antenstehendem Gutschein. Tarlaagea Sie «in« arorbintTneh« Vorinirun« Ernst Wipf S Co. Zürich FreiKkttturass« S. Tel. (0511 27 2S M Vasenol Gutschein (fSr oHTerbtadl. Offerte) Fabrikmarke and Jahre.: Ty» Adresse: