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E_1948_Zeitung_Nr.040

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10 AUTOMOBIL REVUE

10 AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 15. SEPTEMBER 1948 - Nr. 40 Vom automobilistischen Anlaufen des neuen Panhard-Kleinwagens, des «Dyn a » , war an dieser Stelle bereits ausführlich die Rede. Wenn nun hier auch vom Werdegang der ersten Dynawagen gesprochen werden soll, so kann es sich nicht um eine ausführliche Werkreportage handeln. Die Serienfabrikation des neuen 4-Plätzers mit 2-Zylinder-Boxermotor und leichter Aluminiumkarosserie läuft erst an, und jeder Fachmann weiss, was dieses Anlaufen im betriebstechnischen Sinne bedeutet, wie schwer es ist, die Produktion eines neuen Wagens von der Prototypenfabrikation auf Fliessbandmethoden umzustellen. lOOjahriges Unternehmen mit moderner Tradition. Die SAAE Panhard & Levassor in Paris sind ein altbekanntes Unternehmen, das zur Zeit in seinem Hauptwerk an der Porte d'Ivry, der südlichen Peripherie der Stadt Paris, und in einigen wenigen umfangreichen Nebenbetrieben ca. 5000 Arbeiter beschäftigt. Das Unternehmen «leidet », wenn man so sagen darf, wie alle Mittelwerke der französischen Autoindustrie unter der Beschränkung seiner räumlichen Ausdehnungsmöglichkeiten und seiner zum Teil veralteten technischen Methoden und Einrichtungen. Es zieht aber, wie wenige seiner Konkurrenten, einen systematischen Nutzen aus einer beinahe lOOjährigen technischen Konstruktions- und planwirtschaftlichen Organisationserfahrung. Bei dieser Gelegenheit darf die vielfach vergessene Tatsache in Erinnerung gerufen werden, dass die Herren Panhard und Levassor es waren, die 1868 die erste europäische Kreissäge konstruierten und, auf der Weltausstellung demonstrierten. Ueber die heutigen technischen Grundlagen der Serien- und Einzelkonstruktion der Werke, die bekanntlich auch eine Reihe bewährter Nutzfahrzeuge und Autocars liefern, soll bei einer späteren Gelegenheit ausführlicher berichtet werden. Die Erweiterung der Produktionsgrundlage auf die erste serienmässige Herstellung eines modernen Kleinwagens mit sparsamem Treibstoff verbrauch war bei Panhard das Ergebnis sorgfältigster betriebswissenschaftlicher Studien FRANKREICH Anlauf der Dyna-Fabrikation Ein Besuch bei «Panhard & Levassor» (Von unserem Pariser Korrespondenten) und die Krönung einer systematischen Planung, die in der Zeit von zwei Jahren eines der vierstöckigen Fabrikgebäude des Panhard-Areals zu einem modernen Serienwerk umbaute und — bis auf einige Details — soweit betriebsfertig machte, dass spätestens ab 15. November 1948 50 Dyna-Wagen pro Tag die neuen Fliessbänder verlassen können. Die neuen « Dyna-Etagen », die bis zu 40 m breit und 150 m lang sind, wirken weit, luftig und licht. Die maschinellen Anlagen, mechanischen Transporteinrichtungen, Apparaturen und Zubehöranlagen sind nach neuzeitlichen Gesichtspunkten angelegt, und das verwendete Material ist so erstklassig, wie man es sich unter den heutigen, materiell und devisenpolitisch nicht immer leichten Umständen wünschen kann. Neuerdings fehlt es glücklicherweise der französischen Automobilindustrie, wenigstens in der Kategorie der Nutzfahrzeuge, etwas weniger an Stahlhalbfabrikaten als noch vor etwa 12 Monaten; und bei Panhard handelt es sich weniger darum, Rohmaterialien und Zubehör in genügender Menge zu beschaffen als vielmehr die technischen Herstellungsmethoden so zu rationalisieren, dass der Verkaufspreis für den neuen Dyna nicht nur mit dem anderer, gleichstarker Kleinwagen der französischen oder ausländischen Industrie konkurrieren, sondern bei steigendem Ausstoss weiter verbilligt werden kann. Zur Zeit kommen die Werke schon deshalb nicht auf ihre Kosten, weil die neuen Fliessbandanlagen noch nicht in vollem Betrieb sind und anfangs August erst mit einer Produktion von höchstens 5 Wagen pro Tag anliefen. Mehr kann und darf über den «Anlauf» der Dyna-Fabrikation auf Wunsch der Werkleitung nicht gesagt werden. — Unsere Bilder sollen dem Leser auch keinen Begriff von den betriebstechnischen Methoden der Dyna-Fabrikation, sondern höchstens eine Vorstellung stadten wie Paris gehört, aber auch für den Tourismus in einer Zeit bestimmt ist, die den Besitz eines Kleinwagens nicht als einen Luxus, sondern als ein Recht, auch für den Minderbemittelten, ansieht. Die Dyna-Fabrikation vollzieht sich nicht, wie die anderer Kleinwagen, in grösseren oder weniger grossen Pariser Automobilwerken, auf völlig autonomer Basis. So wird z. B. die viersitzige Karosserie des Dyna nicht in eigener Regie gestanzt und geschweisst, sondern von einem grossen französischen Aluminiumwerk in fabrikfertigem Rohzustand geliefert. In der neu eingerichteten Lackieranlage des Werkes werden diese Karosserien dann mit « Nitrolac » zur Zeit in drei verschiedenen Grundfarben gespritzt und aufpoliert. Der fertige Aufbau wird ein Stockwerk tiefer auf das ebenfalls fertige Chassis aufgesetzt, das hier im Bild gezeigt ist, und dann erst rückt der Dyna, von Etappe zu Etappe, auf der neuen Fliessbandanlage vorwärts, bis er Das Dyna-Chassis in fabrikfertigem Zustand. Man erkennt den Zweizylinder-Boxermotor, der weit vorgeschoben zwischen den Vorderrädern montiert ist. davon geben, welcher Unsumme von planender Konstruktion, von betriebsorganisatorischer Arbeit es bedarf, um einen neuen, serienmässig noch nicht erprobten Wagen unter sozialen, materiellen und finanziellen Voraussetzungen zu fabrizieren, die in Frankreich leider noch alles andere als friedensmässig sind. Die Schwierigkeiten, die sich dem Anlauf der Serienfabrika- fahrbereit aus der unteren Montagehalle in die Lieferräume rollt. Zur Beschleunigung des Fabrikationstempos bedarf es allerdings ausser dem unumgänglichen Abschluss der Fliessbandmontagearbeiten gesteigerter Lieferungen an gewissen Zubehörteilen (vor allem Textilien und elektrische Ausrüstung). Sobald diese Voraussetzungen erfüllt Eine Reihe Dyna-Wagen steht fahrbereit in der Lieferhalle der Panhard-Werke. tion eines neuen Modells entgegenstellen, sind in unserem Fall um so weniger zu unterschätzen, als es die technische und kaufmännische Betriebsleitung sicherlich nicht leicht haben werden, der Konkurrenz und sogar den offenen Widerständen gegen einen Gedanken zu begegnen, der für Frankreich ebenso grosse Bedeutung hat wie für ganz Europa: einen preiswerten und doch dauerhaften Kleinwagen zu schaffen, dem die Zukunft des Automobilverkehrs in Millionensind, was — wie gesagt — spätestens Mitte November der Fall sein soll, wird eine Produktion von 50 Fahrzeugen pro Tag den regen Bedarf, sowohl am Binnenmarkt wie auch im Export und nicht zuletzt im Export nach der Schweiz, wenn auch nicht decken, so doch in steigendem Masse befriedigen können. (Die Fahreigenschaften des Modells Dyna-Panhard wurden in der « A.-R. > vom 21. Juli beschrieben^ Red.) Dr. W. Bg. Pariser Salon 1948 wirft seine Schatten voraus 900 Aussteller. Starke ausländische Beteiligung. Von unserem Korrespondenten. Die Vorbereitungen für den diesjährigen Pariser Salon (7.—17. Oktober) sind in vollem Gang. Die ausländische Beteiligung europäischer und überseeischer Länder wird ebenso zahlreich und qualitativ günstig ausfallen wie im letzten Jahr; im ganzen werden rund 900 Einzelaussteller vertreten sein. Die Nutzfahrzeuge werden diesmal zum Teil im Grand-Palais untergebracht, das allerdings in der Hauptsache den Personenwagen, im Untergeschoss den Motorrädern und Velos und auf den oberen Galerien der Zubehörindustrie reserviert bleibt. Diejenigen Camions und Lieferwagen, die unter den Unbilden der Witterung nicht leiden, werden auch diesmal wieder in die Annexe auf der « Esplanade des Invalides » abgezweigt, aber im Freien aufgestellt und nicht überdacht. Nur die grossen und kleinen Autocars, die ja zum Teil heute ihrer Ausstattung nach zu den Luxusfahrzeugen zählen, werden in einem Anbau zum Grand-Palais auf der Hofseite ausgestellt. Falsche Gerüchte um neue Wagen. Mit erstaunlicher Regelmässigkeit pflegen jedes Jahr vor jedem neuen « Salon » die gleichen unkontrollierbaren, meist frei erfundenen Gerüchte über neue Wagen aufzutauchen. Auch in diesem Herbst fehlt es nicht an derartigen « Automobilenten >. So konnte man in den letzten Tagen in einigen Pariser Zeitungen, darunter selbst in einem seriösen Wirtschaftsblatt lesen, dass sich unter den Neuigkeiten des « Salons » auch ein kleiner viersitziger 3-PS-Citroen mit Vorderradantrieb befinden werde, der nur 4,5 Liter auf 100 Kilometer brauche und zum ausserordentlich vorteilhaften Preis von 200 000 fFr. verkauft werde. Die Serienfabrikation dieses neuen Kleinwagenwunders sei derart fortgeschritten (offenbar ganz im Geheimen, ohne dass jemand ausserhalb der Citroenwerke auch nur die geringste Ahnung von dieser marktumwälzenden Neuerung hatte), dass die Fabrikation der «11 legere » zugunsten des speziell zur Ausfuhr bestimmten 15-PS-Modells aufgegeben werden könne. Wer die Lage der französischen Automobilindustrie kennt, wird nicht einmal des offiziellen Dementis bedürfen, das die Direktion der Citroenwerke ihrem Korrespondenten auf Anfrage ausdrücklich erteilte, um diese Gerüchte ins Reich der Phantasie zurückzuverweisen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass bei den Citroenwerken vollständige Pläne und Prototypen für einen neuen Kleinwagen mit Frontantrieb vorhanden sind; die betriebswirtschaftlichen und technischen Grundsätze von Citroen aber keine Lancierung eines neuen Personenwagens zulassen, der schon im Hinblick auf die noch bestehenden Rationierungsvorschriften nicht frei verkauft werden könnte. Ganz abgesehen von den technischen Schwierigkeiten, die sich unter den heutigen Umständen einer Umstellung oder einer Erweiterung der Fliessbandanlagen auf die konstruktiven Grundlagen für einen neuen Kleinwagen entgegenstellen könnten, gelten die Citroenwerke auch heute unverändert als die Vorkämpfer der kommerziell gesunden und vernünftigen Idee: Nur die Wagen im Salon auszustellen, die auch verkauft werden können. Das ist aber leider nicht nur für irgendwelche Neuentwürfe, sondern auch für bekannte Modelle in diesem Jahr noch nicht möglich, und die Hoffnungen der französischen Automobilindustrie auf Aufhebung der lästigen Bezugsscheinvorschriften für Personenautomobile haben sich leider nicht bewahrheitet. Die wirtschaftliche Lage Frankreichs ist immer weit von jeder Stabilisierung entfernt; und die Wiederherstellung der Bezugsfreiheit für Personenwagen — die natürlich gleichbedeutend wäre mit der Unterdrückung jeder Produktionsbeschränkung oder -lenkung — könnte die normale Versorgung nicht nur auf dem Binnenmarkt, sondern auch im Export beeinträchtigen. Dies hält die Behörden davon ab, das im Vorjahr gegebene Versprechen zum mindesten vor Beginn des Salons noch einzulösen. Immerhin ist möglich, dass sozusagen als « Morgengabe » für die Salon-Eröffnung eine gewisse Lockerung des Bezugscheinsystems und eine Ausweitung der Produktionsmöglichkeiten für den Binnenmarkt gewährt werden. Im ganzen aber ist die Entwicklung in Frankreich in den letzten 4 Wo- _chen derart unsicher und krisenhaft gewesen, .dass man schon zufrieden sein muss, wenn der diesjährige Automobilsalon überhaupt stattfindet und wenigstens diejenigen neuen Wagen gezeigt werden, deren Fabrikation offiziell freigegeben wurde: der Simca 6, der Peugeot 203, der inzwischen noch verbesserte 4-PS-Renault und der jetzt serienmässig anlaufende Dyna-Panhard. Dr. W. Bg. Die Karosserie nach dem Passieren der Färb- und Lackier-Anlage des Werkes. Sie kann nun auf das Fahrgestell aufgesetzt Die Aluminiumkarosserie des Dyna im Rohzusland. Sie wird in dieser Form von einem Aluminiumwerk an Panhard geliefert.

Nr. 40 - MITTWOCH, IS. SKI'TKMBKR 191« AUTOMOBIL REVUE 11 Die Auto-Lite-Zündkerze hat den allerbesten Isolierstoff, nämlich das Ziramic ErhBltlich In »)Un Garagen Generalvertretung für dl« Schwtlz • Rieh. Filslngtr, Ingenieur a Ci*. Aarau DAiAhAAAn ohne Stiel, ersetzt 3 Erika, Fr. 1.80 p. St. nClSDcSCIl mit Stiel, 4 Bund „ 2.20 „ „ PIASAVABESEN für Waschzwecke etc. „ 3.50 „ „ ERIKA- und BIRKENBESEN zu Tagespreisen, von 10 Stück an franko und WUST. Besenfabrik, J. Glauser, Niederwangen b. Bern L1NK-BELT geräuschlose Zahnketten für die meisten Wagen prompt ab Lager durch Generalvertretung für die deutsche Schweiz und Tessin ERSA Ersatzteil-Service AG. Zürich, Claridenhof, Gotthardstrasse 4 Telephon (051) 273789/276791 SPEZIALWERKSTATTE FüK 1 Q? SwTss wntnh ppec?s?on! Die RiUy-Wagen verdanken ihr* autscrgewöhnlichen Eigenschaften zu einem guten Teil den Erfahrungen, welche die Riley-Werk* während des Krieges mit der präzisionsweisen Herstellung von Flugzeugmotoren gemacht haben. Sie dürfen darum von diesen Wagen mit Recht vieles verlangen, vor allem dann, wenn Sie einen Gebrauchswagen mit ausgesprochen sportlichem Einschlag suchen. In Charakter und Form sind diese Fahrzeuge die würdigen Nachkommen von Vollblutschöpfungen. Die Riley-Wagen sind nun mit I^-Liter-Motor von 55 Brems-PS und mit 23^-Liter-Motor von 105 Brems-PS sofort ab Lager lieferbar. Generalvertretung für die Schweiz: J. & E. Waeny, Grand Garage, Wabern-B*rn Telephon 5 26 22 Aorgaut Paul Kaufmann, Schönenwerd. Amriswil: A. Roth & Söhne. Basel; Henry Hurter, Schanzanstr. 13. Kiel: E. Rieder, Ob. Quai 32. La Chaux-d«. Fonds: Paul Ruckstuhl, 21a, rue Leopold-Robert. Flawil: Garage Steinemann. Genive: Montchoisy S.A., 68-70, rue Montchoisy. luzern: Letzi-Garogo, Koch Söhne GmbH., Hirschengraben 48. Schaffhauseni W. Fischer, Spitalstrasso S. St. Gallen: Franz Klaiber, Sternackerstr. 1. Solothurn: Fritz Weber, Bahnhofplatz. Tessin: P Mazzuchelli, Lugano. Thun: W. de Berti, Kasernenstrasss 1. Waadt und Wallis: Majestic S.A., 45, avenue de Morges. Vverdon: Gribi & Leuba. Zürichi J. H. Keiler AG.. Bahnhofstr. 1. t Höhepunkte im Leben des Automobilisten» Und weshalb ? Weil just im kri. tischen Moment die Zündung aussetzte, der Akku auf Erschöpfung stand. Denken Sie daran, heute abend, wenn Sie heimkommen oder spätestens morgen früh: Stellen Sie in Ihre eigene Garagt einen Gleichrichter, jenes kleine Ladegerät, das über Nacht, während Sie schlafen, die Batterie Ihres Wagens aufladet und Sie so während des Tages vor Pannen bewahrt. Regelmässiges Aufladen hat überdies noch den grossen Vorteil, die Lebensdauer der Batterie zu erhöhen. Für jeden Verwendungszweck, für jede Batteriegrösse gibt es einen geeigneten Philips- Gleichrichter. Ihr Garagist wird Sie gerne beraten. „,UM «•'« "• Z0 "' C " Druckschriften und Beratung durch Garagen und Ersatzteilfirmen. REPARATUREN Hans Bachmann, Zürich Stauffacherplatz 7 Telephon (051) 25 7157 Autobestandteile verchromen wir in I* Qualität, prompt und zuverlässig Gebr. Brunner Luzern, Denkmalsfrasse 17 Sämtliche Wicklungen werden prompt und sorgfältig ausgeführt durch GEBRUDER JEANNERET, GENF Avenue du Mail 14 • Tel. 5 92 79 Bai Verstopfung lockern Wenn temperamentlose Vorbeugungsmittel iie Kräuter-Tabletten Heliresan-l den Stuhl auf, gegen Kropf Helvesan-12 Herren Für Nervenaufbau die Ner- Neo-For- verbessern die Darmarbeit infolge ihrer sex. undven-Nahrun« und erzielen eine leichtere Nerven-Sehwäche depri- werden, sollen s