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E_1948_Zeitung_Nr.044

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12 AUTOMOBIL REVUE

12 AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, IS. OKTOBER 194« - Nr. 44 FRANKREICH Lockerung der Automobil-Kontingentierung am französischen Binnenmarkt (Von unserem Pariser Korrespondenten) Die zur Eröffnung des Pariser Automobilsalons erfolgte Teilfreigabe des inländischen Automobilhandels wurde bis jetzt nicht im Amtsblatt veröffentlicht, sondern ist den beteiligten Kreisen von den zuständigen Ministerien in schriftlicher Form mitgeteilt worden. Die Freigabe ist insofern mit dem als lebenswichtig betrachteten Export verkoppelt worden, als jeder französische Konstrukteur — gleichgültig ob er nun Personenwagen serienmässig oder wie die Luxusfabriken individuell fabriziert — auf je drei exportierte Fahrzeuge je eines zur freien Verfügung zugeteilt erhält und ohne Bezugschein verkaufen kann. Was dann von der Produktion übrigbleibt, geht wie bisher an den sogenannten Prioritätssektor und wird — nach Sicherstellung des Bedarfs der französischen Kolonien — auf Grund von Bezugscheinen verteilt. Es ist verfrüht, sich über die Vor- und Nachteile dieses Systems auszusprechen, aber eines scheint heute schon sicher: die freien Versorgungsmöglichkeiten am Binnenmarkt hängen jetzt einzig und allein vom französischen Export ab. Wenn man die neuen Bestimmungen restriktiv auslegt, so können nur jene Automobilfabriken durch ihre Vertreter Wagen frei verkaufen, die gleichzeitig eine entsprechende Anzahl von Fahrzeugen exportieren. Man spricht aber mit der Feststellung kein Geheimnis aus, dass diese Exportmöglichkeit heute durchaus nicht mehr vom guten Willen und der Propaganda der Automobilfabriken abhängt, sondern vom Ausland selbst. Bereits hat sich dieses zum Teil, wie Belgien, durch die Einführung von Prohibitivzöllen gegen die Ueberschwemmung mit französischen Personenwagen zur Wehr gesetzt. In anderen Ländern wiederum, darunter auch in der Schweiz, gelten die Preise für französische Wagen heute schon als übersetzt, so dass Frankreich nicht nur gegen die Amerikaner, sondern auch gegen die Engländer und (was die neuen Kleinwagen anbelangt) wahrscheinlich auch bald gegen Deutschland einen schweren Stand haben wird, um seine bisherigen Exportziffern aufrechtzuerhalten. Ausland entweder mit Verlust verkaufen oder aber dass der Staat in irgendeiner Form Exportprämien einführen muss. Die 15prozentige Lohnerhöhung und die Steigerung der Transporttarife, der Benzin-, der Kohlenpreise usw. führen ohnehin zwangsläufig zu einer Verteuerung der Automobilpreise, die heute schon auf mindestens 15 % geschätzt wird. Abgesehen von diesen preistechnischen Erwägungen muss die Regierung auch dafür sorgen, dass die Pneuproduktion durch vermehrte Rohgummiimporte intensiviert werden kann und vor allem, dass den Fabriken genügend Eisen, Stahl, Aluminium und Zubehörmaterialien zur Verfügung stehen. Ob und in welchem Umfang Obwohl das Transportministerium noch keine offizielle Mitteilung über den endgültigen Abbau der von staatlichen Organisationen durchgeführten Transporte herausgegeben hat, zeichnet sich deren Liquidierung doch deutlich ab. Zunächst hat das erwähnte Ministerium eine Verfügung veröffentlicht, wonach sich ausschliesslich ehemalige Kriegsgefangene und zivile Heimkehrer um die bei der GRA (Gestione Raggruppamento Autocarri) zum Verkauf ausgeschriebenen Lastwagen bewerben können. Die Heimkehrer, die die Absicht haben, sich auf das Transportgewerbe zu verlegen, erhalten vom Ministerium auf besonderen Antrag hin die dazu erforderlichen Lizenzen. Mit dieser Massnahme wird der unwirtschaftliche Wagenpark des staatlichen GRA endlich abgebaut. Bereits im Juni 1946, als die Verluste der staatlichen Transportorganisation immer grösser wurden, hatte der Ministerrat die Liquidierung der GRA angeordnet. Das überzählige eme Möglichkeit zur Gewahrung hiefür besteht, hängt von der Entwicklung der französischen Produktion im allgemeinen und insbesondere davon ab, dass die neue Streikwelle diese Produktion nicht wieder abdrosselt. wbg. ITALIEN Doppelsektor für Treibstoff definitiv beschlossen Trotz heftigster Proteste aller Automobilisten gelangt nun der Doppelsektor für Treibstoff definitiv zur Einführung. Der Benzinpreis wird im bisherigen Prioritätssektor auf 39 fFr. (gegen fFr. 32.30) erhöht, und im neu zu schaffenden Nicht-Prioritätssektor, auf den die sog. Durchschnittsautomobilisten angewiesen sind, wird der Liter 64 fFr. kosten, was ungefähr dem Schwarzpreis der letzten Wochen entspricht. Für diesen Schwarzpreis erhalten allerdings sämtliche Automobilisten nunmehr 20 Liter im November und 30 Liter im Dezember. Beizufügen bleibt, dass diese Preise noch der formellen Genehmigung durch das nationale Preiskomitee bedürfen. Ueber die Massnahmen, die dazu bestimmt sind, die Abwanderung von Benzin aus dem Prioritäts- nach dem Nicht-Prioritätssektor oder umgekehrt zu verhindern (Umfärbung des Treibstoffs) ist noch nichts bekannt. wbg Schrittweiser Abbau der Staatstransporte und grösstenteils nur aus politischen Gründen Die Teilfreigabe von Kontingenten am In-eingestelltlandsmarkt in direkter Abhängigkeit von der diesen Beschluss derart heftig, dass der Regie- Personal der GRA protestierte gegen Exportentwicklung wird also notwendigerweise rungserlass wieder zurückgezogen werden dazu führen, dass die französischen Fabriken im musste, um den 12 000 Arbeitern und Angestellten nicht die Verdienstmöglichkeit zu nehmen. Durch die staatliche Bevorzugung mit Benzinund Bereifungszuteilungen an die GRA und des dieser Organisation nahestehenden INT (Istituto Nazionale Trasporti) und deren unwirtschaftlich arbeitenden Transportmitteln wurde der italienischen Wirtschaft ein beträchtlicher Verlust beigefügt. Steuerzahler und private Unternehmer protestierten mehr als einmal energisch gegen diese Zustände. Jetzt, da Reifen von der Bewirtschaftung völlig frei sind und Benzin ausreichend zu haben ist, lassen die staatliche Organisation nur schwer stützen. Die verschiedenen nationalen und regionalen Gruppen des schwer kämpfenden Transportgewerbes haben in den letzten Monaten die staatlichen Stellen, voran das Transportministerium, mit Resolutionen förmlich bombardiert. Die Auswirkung ist zweifellos der schrittweise Abbau der staatlichen Transportunternehmungen, die seit zwei Jahren nichts weiter als eine kostspielige Marotte und ein Versorgungsinstitut für Leute ist, die auf Grund ihrer politischen Einstellung ein Anrecht auf • Versorgung > durch den Staat zu haben glaubten. Lpk K IT ItjE MELDUNGEN ENGLAND Vergrösserunjr des Londoner Autobusparks. Der Fahrzeugpark der Londoner Autobuslinien wird demnächst eine Erweiterung um 500 Einheiten erfahren, die ca. 15 cm breiter sein werden als ihre Vorgängerinnen. Die geltenden Verkehrsbestimmungen verbieten allerdings deren Einsatz in der eigentlichen City. Dagegen steht der Verwendung in den Aussendistrikten, wo sie leichter zu manövrieren sind, nichts entgegen. DEUTSCHLAND Ein neuer deutscher Lastwagen. Die « Südwerke » GmbH, in Bamberg sind mit den Vorbereitüngsarbeiten zur Produktionsaufnahme eines neuen Lastwagens beschäftigt. Sie bringen noch in diesem Jahr einen 5-Tonner mit 3-Zylinder-Dieselmotor, System Junkers, von 90 PS Leistung auf den Markt. Gegenwärtig stellen die Südwerke einen 4,5-Tonnen-Lastwagen mit 110-PS-Otto-Motor her, von dem monatlich ca. 30 Stück produziert werden. W F. RUSSLAND Was heisst Technoexport? In der « AR > vom 29. September brachten wir Text und Bilder von einer sowjetrussischen Autoausstellung. Wie erwähnt, beteiligt sich Russland an keinen internationalen Autosalons. Dagegen präsentiert es auf den Frühjahrs- und Herbstmessen der angrenzenden Länder regelmässig seine Motorfahrzeuge, die im Rahmen russischer Produktion überhaupt gezeigt werden. Den westlichen Beschauer mutet es im ersten Augenblick befremdend an, wenn er in einer Riesenhalle russischer Landesprodukte auch Automobile und Motorräder findet: Da stehen Luxuswagen neben Lebensmitteln, Motorräder zwischen Textilien und Statistiken über den aufstrebenden Buchhandel. Darüber hängen übergrosse Bilder bedeutender Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens oder Photos russischer Städte, Badeorte usw. Das Bestreben ist offensichtlich: Es kommt den Ausstellern nicht so sehr auf das Detail an wie auf das Ganze. Der Beschauer soll immer wissen, dass hier ein Querschnitt durch das gesamtstaatliche Schaffen gezeigt wird Wer zeichnet nun verantwortlich für eine solche Schau? Für den technischen Teil beispielsweise die « Gesamtstaatliche Vereinigung Technoexport in Moskau », die als Monopolunternehmen folgende technischen Einrichtungen projektiert, erzeugt, vertreibt und propagiert: landwirtschaftliche Maschinen, Traktoren, Eisenbahnen, Lastautomobile, Lieferwagen, Personenwagen, Motorräder, Fahrräder, Nähmaschinen, Rechen- und Schreibmaschinen, Elektromaterial, Kinoaufnahmeapparate und Projektionsapparaturen, sanitäre Einrichtungen etc. E.W S. BASEL. BERN BIEL CHUR FREIBURG GENF LAUSANNE LOCARNO Generalvertretung für die Schweiz: S. A. 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