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E_1948_Zeitung_Nr.044

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8 AUTOMOBIL REVUE

8 AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 13. OKTOBER 1948 - Nr. 44 S C R I P P S der amerikanische Qualitäts-Schiffsmotor 28 Modelle von 25-600 PS, 4, 6, 8 und 12 Zylinder £* :: 12 Zylinder, 316 PS Jedes gute Boot ist besser mit einem SCRIPPS-Motor Prospekte durch die Generalvertretung MÜLLER & HERZOG AG., SPIEZ - Telephon (033) 5 65 58 Der wirtschaftliche und zuverlässige Dieselmotor Type A4& 4 Zylinder (4,3/40 PS Typ» -;A3afc3 JZylinderiiii t/sajPSlfgllliig type A6a 6 Zylinder 22/60 PS Special-Service Ballon 670-15 650-15 710-15 700-15 760-15 600-16 670-16 650-16 760-16 700-16 Schneereifen mit erprobtem selbstreinigendem Profil von hoher Zugkraft in beiden Fahrrichtungen Vorzügliche Griffigkeit, geringe Abnützung und geschmeidige, geräuschlose Laufeigenschaften durch grosse Stollenzahl Der ideale Reifen für schwierige Fahrverhältnisse abseits der Hauptverkehrsfrasse A u t o m o b i l w e r k e F r a n z A G., Z ü r i c h Badenerstrasse 313 Tel. (051) 27 27 55 5:i:E;=:=:=:::{:::F::>:::^:^i:i-E:>;:vE:>:::-?i:sE>::^:: T V::" : :^:i:i.:" ^iij-::^:- WERKZEÜQMASCHINENFABRIK OERLIKON GÜHRLE & CO. ABTEILUNG MOTORENBAU ZÜRICH-OERUKOH TELEFON (05t) 4£

Nr. 44 —n. BLATT BERN, 13. OKTOBER 1948 Die Bewältigung der Probleme, die der moderne Straßenverkehr den Großstädten aller Länder stellt, ist eine so wichtige Aufgabe, da6s es »ich auch für die schweizerische Verkehrstechnik lohnt, 6ich darüber Rechenschaft zu geben, was anderswo auf diesem Gebiete geleistet wird. Dabei kann ein solcher Vergleich schweizerischer Versuche einer Lösung dieser Probleme mit ausländischen Methoden auf zweierlei Welse zu einem positiven Ergebnis führen. Entweder nämlich empfangen die schweizerische Theorie (soweit man von einer solchen überhaupt sprechen kann) und die schweizerische Praxis'von jenseits der Grenzen neue Anregungen, oder aber e6 zeigt sich, dass wir mit unseren eigenen Vorgehen auf dem richtigen Wege sind und ausländische Beispiele für uns nicht unbedingt Vorbilder zu sein brauchen, sondern unter Umständen eine blosse Bestätigung der Erscheinung darstellen, dass analoge Probleme schliesslich auch zu analogen Lösungen führen. In bemerkenswerter Weise vereinigt nun eine neue Signalanlage in der tschechoslowakischen Hauptstadt die beiden hievor erwähnten Bedeutungen ausländischer Leistungen im Bereiche der Verkehrstechnik für die Ueberprüfung, bzw. Weiterentwicklung dessen, wa6 in der Schweiz auf diesem Gebiete geschieht. Jeder Besucher Prags kennt den dortigen Wenzelsplatz, den Brennpunkt des Strassenverkehrs dieser Millionenstadt. Das eine Ende des Platzes beim sog. « Brückl» bildet eine typische T-Kreuzung mit 6ehr starkem und in allen drei Hauptrelationen gleich bedeutendem Verkehr, in die überdies noch zwei Einbahnstrassen einmünden. Dabei bildet auch das Geleisesystem der Strassenbahn an der betreffenden Stelle ein T, das in jeder Richtung in dichter Zugsfolge befahren wird, 6o dass die Kreuzung praktisch fast ständig von Strassenbahnzügen belegt ist. Bisher wurde der Verkehr an diesem Knotenpunkt im Zweiphasenbetrieb von einer Lichtsignalanlage geregelt, die abwechselnd den Verkehr aller Kategorien vom Wenzelsplatz nach den beiden Aesten des Querbalkens der T-Kreuzung, bzw. jenen aus dem «Graben » und der Strasse des 28. Oktober nach den jeweils anderen Verkehrsadern freigab. Dabei stellten sich namentlich in der zweiten dieser beiden Phasen Nachteile ein, indem sich die gleichzeitig freigegebenen Verkehrsströme gegenseitig durchdrangen und dadurch nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch die Fussgänger auf den Schutzwegen gefährdet wurden. Besonders nachteilig machten sich dabei wie überall die Linksabbieger bemerkbar, das Kreuz aller Verkehrstechnik. Wie wir einem Bericht unseres Prager Mitarbeiters, Ing. E. W. Schediwy, entnehmen, ist diese unzulängliche Verkehrsregelung nunmehr nach dem Vorschlag des Prager Strassenbahndirektors Ing. V. Thor durch ein neues Regime ersetzt worden, da6 vor allem eine neue Signaleinrichtung umfasst, welche nach dem Dreiphasensystem arbeitet und nach den bisherigen Erfahrungen praktisch restlos befriedigend funktioniert. So wurde beispielsweise auch der Riesenverkehr anlässlich des kürzlichen Sokolfestes anstandslos bewältigt. In unserer kleinen Planbeigabe sind die drei Phasenbilder stark vereinfacht wiedergegeben. An und für sich entspricht die Anlage nach technischer Ausgestaltung und Arbeitsweise zwar durchaus den auch in mehreren schweizerischen Anlagen verwirklichten Prinzipien, so jenen am Limmatquai und an der Tunnelstrasse in Zürich und an der Effingerstrasse/Monbijoustrasse in Bern, TSCHECHOSLOWAKEI Moderne Verkehrsregelung in Prag wo sich der Verkehr auch in drei Phasen abspielt und wenigstens mit Bezug auf die wichtigsten Verkehrsbeziehungen dafür gesorgt ist, dass sich die gegenläufigen Verkehrsströme so wenig wie möglich behindern. Immerhin weist die Prager Anlage einige Einzelheiten auf, die in der Schweiz zur Stunde noch nirgends realisiert sind. Die wichtigste Abweichung gegenüber den bis heute bestehenden schweizerischen Anlagen besteht darin, dass Von den vorstehend nicht genannten Ländern sind am Bestand von Motorfahrzeugen insgejede der drei Phasen wenigstens mit Bezug aui den schienenfreien Fahrverkehr « rein » durchgeführt wird, d. h. in jedem der drei Betriebszustände ist nur gerade die gegenseitige Fahrverbindung zwischen zweien der beim «Brückl» zusammenlaufenden Verkehrsadern freigegeben. Alle übrigen an 6ich möglichen Fahrten von einer der drei Strassen nach den beiden anderen Kreuzungsästen 6ind dagegen selbst dann verboten, wenn sie keinen anderen Verkehrsstrom durchbrechen und damit stören würden. Der Sinn und Vorteil dieser Ordnung besteht darin, dass in jeder der drei Phasen wenigstens einer der wichtigen Uebergänge für Fussgänger von jeglichem Fahrverkehr frei bleibt. DeT Fussgängerverkehr kann so systematisch in den Phasenzyklus eingegliedert werden. Shr.des23.Okh \\ 1 firabcn 717 Prinzipskizzen der drei Verkehrsphasen an der Signalanlage am Wenzelsplatz in Prag. Ausgezogen die Strassenbahn, gestrichelt der schienenfreie Fahrverkehr, stark punktiert der Fussgängerverkehr. Von der Strassenbahn sind nicht die Geleise, sondern nur die jeweils erlaubten Fahrrichtungen angegeben. Besonders zu beachten sind die jeweilige gänzliche Sperrung eines oder mehrerer Fussgängerstreifen für jeden Fahrverkehr und die — rein schematisch eingetragene — Gabelung der Anfahrgeleise der Strassenbahn auf dem Wenzelsplatz und Graben Eine andere bei uns noch nirgends verwirklichte, weil aus Platzgründen nicht realisierbare Neuerung der Präger Anlage besteht darin, dass an zwei Stellen Verkehrsbild von Phase II. Überzeugend tritt die ungestörte Abwicklung des Fussgängerverkehrs auf dem / Schutzweg quer über den Wenzelsplatz in Erscheinung, der durch keinen Fahrverkehr beeinträchtigt wird auch die Strassenbahn in die «Vorsortierung» des Verkehrs vor der Kreuzung einbezogen ist. Auf dem Wenzelsplatz wie im « Graben » ermö-g- Die Signale sind gekennzeichnet durch die zusätzlichen runden Orientierungstafeln Ober den Geltungsbereich des jeweils darunter befindlichen Satzes von Lampen. Das jeweilige Grünlicht wird ergänzt durch gleichzeitig aufleuchtende Pfeile, die die erlaubten Fahrrichtungen bezeichnen. Die untere Schrifttafel mit dem Worte < Prechod > bezeichnet den Fussgängerstreifen Die österreichische Motorfahrzeugbestandsstatistik per 30. April 1948 stellt die erste Zählung seit Kriegsende dar, die wirklich Anspruch auf Genauigkeit erheben kann, denn die bischerigen Bestandesaufnahmen scheinen Fehlerquellen enthalten zu haben. Darauf deutet schon der Umstand hin,,dass sich gegenüber der Zählung vom 1. November 1947 zum Teil Bestandesabnahmen zeigen, die in Wirklichkeit kaum eingetreten sein können. Die Zusammenfassung des Gesamtbestandes weist, im Vergleich mit der Vorkriegszeit, bzw. der Zählung von 1947, folgende Hauptziffern auf: Personenwagen 30. 9.193 und Taxi 32 373 Lastwagen 15 648 Busse 2 392 Dreiradlieferwagen Motorräder 65 491 Zugmaschinen und Traktoren 3 681 Spezialfahrzeuge Fahrzeuge insges. 119 585 151 230 135 507 *) Unter Lastwagen enthalten. Bei dieser Gegenüberstellung ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Zählung am 1. November 1947 alle, also auch die 34 384 nicht fahrbereiten Fährzeuge umfasste, während am 30. April 1948 nur die Fahrzeuge aufgenommen wurden, für die auf Grund des Kennzeichenumtauschs Zählblätter vorlagen, wobei nicht feststeht, ob tatsächlich alle vorhandenen, also auch alle nicht im Betrieb stehenden Fahrzeuge wirklich gemeldet wurden. Der Vergleich mit dem Jahre 1947 scheint aber an sich schon müssig. Ausschlaggebend ist lediglich die Gegenüberstellung mit den Ziffern der Vorkriegszeit, denn nur diese kann eindeutigen Aufschluss darüber geben, ob Oesterreich in der Verkehrsmotorisierung Fortschritte gemacht hat oder aber ein kriegsbedingter Rückgang eingetreten ist. Dabei kommt es letzten Endes nicht so sehr auf den rein ziffernmässigen Bestand an als vielmehr auf die Transportleistung, die ein vorhandener Park bewältigen kann. Das Oesterreichische Statistische Zentralamt hat sich nun die Mühe genommen, vor allem die Verteilung der Fahrzeuge nach dem Baujahr genau zu untersuchen. Das Ergebnis ist der Beweis für die nahezu in allen Kategorien erschreckende Ueberalterung der vorhandenen Fahrzeuge, die infolge der stark gesunkenen Transportleistung einen ziffernmässigen Vergleich mit dem Vorkriegsbestand überhaupt nicht mehr zulässt. Die Zusammenfassung nach dem Baujahr ergibt folgendes Bild: Vor 1918 1919—1937 1938—1939 1940—1944 1945 1946 1947 1948 Unbekannt o ® 1 10 699 10 856 3 013 49 127 443 59 1528 • •i E 332 424 13 39 o y o s 1 i? ES 38 6 473 346 4 503 1 850 12 791 4 467 404 97 1 127 221 1 159 596 90 2 937 28 616 318 25 38 Zusammen 26 775 1632 29 562 8 081 2 515 2 006 64 999 OSTERREICH lichte es nämlich die FahrbahnbTeite, die auf die Kreuzung, zuführenden Tramgeleise so zu gabeln, dass 6ich die Züge je nach der Richtung ihrer Weiterfahrt auf getrennten Spuren aufstellen können. Damit ist jedem Zug die Möglichkeit gegeben, wirklich abzufahren, wenn seine Phase an der Reihe ist, während es sonst häufig vorkommt, dass sich beispielsweise bei Freigabe der Fahrt gradaus ein Zug an der Spitze der vor dem Rotlicht angestauten Kompositionen befindet, der nach links oder rechts abschwenken eoll und auf seine eigene Phase warten muss, dadurch aber die übrigen Züge blockiert. Es versteht sich, dass die durch die Platzverhältnisse in Prag möglich gewordene Lösung dieses Problems eine gewaltige Erleichterung und Beschleunigung der ganzen Verkehrsabwicklung überhaupt bedeutet. Die vorstehenden Darlegungen haben dem Leser eine bemerkenswerte ausländische Lösung eines schwierigen Verkehrsproblems gezeigt. Der Vergleich einheimischer Anlagen ähnlicher Art mit diesem Beispiel von jenseits der Grenzen lässt jedoch auch erkennen, dass die Schweiz mit der allgemeinen Entwicklung auf diesem Teilgebiet der Verkehrstechnik durchaus Schritt hält. In Kürze werden wir indessen über eine in Entstehung begriffene neue Zürcher Anlage berichten können, die dem Prager Anwendungsfall allgemein anerkannten Prinzipien der Verkehrstechnik gegenüber neue Fortschritte verkörpert. So löst auch hier eine Neuerung die andere ab; denn die Verkehrstechnik befindet sich ja erst in ihren Anfängen, und die stetig zunehmende Dichte des Strassenverkehrs zwingt die Fachleute aller Länder zu einer ständigen Weiterentwicklung der Mittel zu seiner bestmöglichen Regelung. Österreichs Motorfahrzeugbestand 11.1947 30. 4.1948 28 922 26 775 33 758 29 562 1419 1632 *) 2 006 76 310 64 999 8 902 8 081 1919 2 515 Die Ueberalterung ist bei den Personenwagen am grössten, aber auch bei den Motorrädern bedenklich (80 %, bzw. 78 % aus Baujahren vor 1940). Am besten ist um die Zugmaschinen und Traktoren bestellt, von denen nur rund 27 % vor 1940 gebaut wurden. Aber auch bei den Lastwagen ist wenig mehr als ein Drittel vor Kriegsausbruch hergestellt worden. Die Zusammenstellung zeigt auch, welche Fahrzeugklassen nach Kriegsende eine Ergänzung, bzw. Erneuerung erfuhren. Nur 678 — durchwegs importierte — Personenwagen wurden nach Kriegsende neu zugelassen, womit die sparsame Devisenzuteilung für die Motorfahrzeugeinfuhr schon bewiesen ist. Bei den Motorrädern lagen die Verhältnisse mit 3975 Neufahrzeugen seit Kriegsende schon günstiger,, freilich nur dank dem Umstand, dass die Puch-Werke mit der Lieferung verhältnismässig schnell beginnen konnten. Die Tatsache, dass trotz der inzwischen erfolgten Produktionserhöhung im ersten Tri mester 1948 nur 482 Motorräder zugelassen wuv den gegenüber durchschnittlich 808 Maschinv im gleichen Zeitabschnitt des vergangenen Jal res, zeigt die starke Auswirkung der Währung* reform vom Dezember 1947 und die eingetreten» Geldverknappung. An Lieferwagen wurden seit Kriegsende immerhin 2820 immatrikuliert, vielfach aus UNKRA-Lieferungen und Ueberschusslagern stammend. (Ein nicht unerheblicher Teil von Surplus-Wagen aus alliiertem Besitz erscheint jedoch, da es sich um Fahrzeuge älterer Jahrgänge handelte, unter den vor 1945 gebauten Vehikeln.) Wie es um die Versorgung bestellt ist, wenn sich der österreichische Motorfahrzeugverkehr vollkommen auf die Inlandsproduktion stützen muss, das zeigt die traurige Ziffer Von sage und schreibe 61 seit 1945 neu zugelassenen Autobussen, wobei zu berücksichtigen ist, dass die enormen Verkehrsschwierigkeiten in den letzten Jahren förmlich nach dem verstärkten Einsatz von Autobussen schrien. Dreiradlieferwagen, die Spezialität des deutschen Fahrzeugbaues, kamen infolge Absperrung von den früheren Lieferanten nach 1945 überhaupt nicht mehr neuwertig in den Verkehr, denn die sechs Stück aus den Baujahren nach 1944 spielen praktisch überhaupt keine Rolle. Die Statistik beweist übrigens auch, dass diese Fahrzeugart erst nach dem Anschluss in Oesterreich heimisch wurde. Verhältnismässig viel neue Traktoren und Zugmaschinen, insgesamt 1109 Stück, kamen nach dem Krieg in Betrieb. Neben erheblichen UNRRA-Lieferungen wirkte sich die angelaufene Produktion des Steyr-Dieseltraktors bereits aus. Eine Zusammenstellung der vorhandenen Motorfahrzeuge nach den Erzeugungsländern vermittelt einen sehr guten Aufschluss darüber, wie weit die österreichische Industrie die Versorgung des Bedarfes decken konnte und nach Wiederaufbau und Aufnahme aller Fabrikationszweige decken könnte. Erzeugungsland So>^> — E^ T§ §> ° Oesterreich 7 071 829 8 649 1 188 352 22 552 Deutschland 14 540 644 12 799 6 015 1605 34 555 Italien 2 035 68 1 280 26 20 255 Tschechoslowakei 1 461 10 1066 66 13 622 U.S.A. 687 41 4167 590 1 749 Frankreich 619 24 681 12 1 316 Grossbritannien 302 7 674 27 9 4 745