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E_1948_Zeitung_Nr.049

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AUTOMOBIL REVUE

AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 17. NOVEMBER 1948 - Nr. 49 Bei Anlass einer Scheinwerferkontrolle gab die Sektion Zürich des ACS der Tages- und Fachpresse ihr Programm zur Hebung der Verkehrssicherheit bekannt. Der Winter mit seinen kurzen Tagen stellt gesteigerte Anforderungen an die Beleuchtungseinrichtungen der Automobile, deren Wartung immer noch sehr zu wünschen übrig lässt. Das beweisen die statistischen Auswertungen der Ergebnisse einer ersten Serie von Scheinwerferkontrollen, welche im Januar bei rund 500 Wagen von Mitgliedern durchgeführt worden waren. Nach den Angaben von Sekretär K. Banga, der den Zeitungsleuten das Verfahren zur Feststellung und Korrektur der Scheinwerfer am Objekt erläuterte, befanden sich nur bei acht Prozent der vorgeführten Personenwagen die Lichtanlagen in absolut einwandfreiem Zustand. Nahezu die Hälfte, genau 49 %, der Scheinwerfer warfen ihre Strahlen in die Baumwipfel, dagegen stellte man lediglich bei fünf Prozent eine zu tiefe Einstellung fest. Ferner musste wahrgenommen werden, dass ein Achtel der Stopplichter gar nicht oder nur ungenügend funktionierte; dazu kamen 3—4 % defekte Nummernschilderbeleuchtungen. Bekanntlich dürfen nach den Bestimmungen des MFG die Nebellampen nur in Verbindung mit den Markier- oder Stadtlichtern benützt werden. Nun zeigte es sich, dass nicht weniger als 60 Prozent der Nebellampen ihren Zweck verfehlten, weil sie zu hoch hinauf« zündeten •>. Sie müssen nämlich hart auf den Boden leuchten, weil ja der Nebel nie ganz bis auf die Strassenoberfläche hinabreicht. Ausserdem waren 28 Prozent der Nebellampen falsch geschaltet, in der Regel mit den Scheinwerfern gekuppelt, wodurch geradezu eine eigene BlendWirkung durch reflektierende Strahlen provoziert wird. Unter der sachkundigen Leitung des technischen Experten Ing. Besmer besorgen auf dem Areal der Brauerei Hürlimann zwei Mechaniker mit einem Einstellgerät in wenigen Minuten die Kontrolle und, sofern das möglich ist, auch die erforderliche Korrektur. Für jedes vorgeführte Fahrzeug wird eine Mängelliste im Doppel ausgestellt. Das eine, dem Halter ausgehändigte Exemplar, gibt den Befund über Scheinwerfer, Abblendung, Parklichter, NebeHampen, Schlusslicht, Stopplicht, Kontrollschildbeleuchtung und Winker an, so dass der Garaßist sofort weiss, welche Arbeiten auszuführen sind. Der Durchschlag der Kontrollkarte liefert dem Sekretariat wertvolles statistisches Material, das die absolute Notwendigkeit solcher periodischer Ueberprüfungen eindeutig hervortreten lässt. Kampf regen die Verkehrssünder. In einem Expose legte der Sektionspräsident, Dr. H. Weisbrod, dar, dass die Behörden hinsichtlich der Verkehrserziehung zu wenig Vorbereitungen für den starken Wiederaufschwung des Strassenverkehrs getroffen haben. Autofahren ist weitgehend eine Charakterfrage; aber auch bestimmte psychische Zustände, wie innere Erregung, Freude oder Sorgen können die Aufmerksamkeit beeinträchtigen, und ein kleines Versehen schon genügt, um katastrophale Folgen auszulösen. Viele Automobilisten kennen die Gefahren zu wenig oder schätzen sie unrichtig ein; oft auch mangelt es an den Kenntnissen der gesetzlichen Vorschriften. In Zürich fehlt es an der Kameradschaft auf der Strasse und der gegenseitigen Rücksichtnahme unter den Automobilisten. Die Ehre des Wagens wird häufig mit der Ehre des Lenkers identifiziert; daraus entwickeln sich oft private Rennen, die mitunter auf offener Strecke schwere Unfälle zur Folge haben. Ausserdem erweist sich ein ansehnlicher Prozentsatz der Automobilisten als zu unbeholfen. Für die Verbände sind die Abhüfemassnahmen gegen Verkehrssünder natürlich beschränkt. Immerhin steht ihnen das wichtige Mittel der direkten Beeinflussung, die Stärkung des Verantwortungsbewusstseins zur Verfügung. Gerade dieser Seite des Problems wird in Amerika besondere Aufmerksamkeit geschenkt, indem man die Leute darüber aufklärt, dass ein rasches Verkehrsmittel zu einem gefährlichen Instrument werden kann, wenn man es nicht richtig und mit Vernunft behandelt und führt. Unmittelbar nach Kriegsende verfolgte die Sektion Zürich des ACS den Plan, Lautsprecherwagen einzusetzen, um eine private Verkehrserziehung zu inszenieren. Das Projekt scheiterte indessen am Einspruch der Behörden, welche die Ansicht verfochten, die Clubs dürften keine Polizeifunktionen ausüben. Deswegen mussten für die direkte Beeinflussung andere Mittel, wie wiederholte Aufrufe in der Sektionschronik, objektive Darstellungen von Unfallgeschehnissen, Vorträge und Filmvorführungen, eine «Gibacht • - Aktion mit Zellophantransparenten, Scheinwerferkontrollen usw., angewendet werden. AKTUELLES Verbesserung d(er Verkehrsdisziplin — heute dag Häuptziel der ACS-Sektion Zürich Hinzu gesellen sich technische Vorkehren, insbesondere Verbesserungen der Strassen und ihrer Signalisation. Der Initiative des ACS ist die Bekanntschaft mit Scotchlite und Catseyes zu verdanken. Leider zögern aber die kantonalen Baubehörden viel zu lange mit der Anwendung solcher, im Ausland längst erprobter und bewährter Hilfsmittel für eine deutlichere Markierung. Der enge Kontakt mit den städtischen und kantonalen Amtsstellen hat schon manches positive Resultat gezeitigt, und dauernde Aufmerksamkeit führte zu zahlreichen Vorschlagen für Verbesserungen. Schon m den Vorkriegsjahren Uess sich vom September zum Oktober beobachten, dass sich die Kurve* des schweizerischen Aussenhandels in aufsteigender Richtung zu bewegen pflegte. Diese Erscheinung prägte sich heuer indessen bei den Automobilimporten lange nicht mehr so stark aus wie im Vorjahr. Ja, die Einfuhrvermehrung beschränkt sich, verglichen mit dem vorhergehenden Monat, auf die Menge, derweilen der Importwert um gut eine Million Franken hinter dem im September erreichten Betrag blieb. Diese gegenläufige Entwicklung macht auf eine erneute Strukturveränderung in unseren Bezügen aufmerksam. Sie beruht in erster Linie darauf, dass sich der Anteil Deutschlands, dessen Export allerdings weitgehend kontingentiert ist, plötzlich stark gehoben hat, denn allein in der untersten Gewichtsklasse sind 350 Fahrzeuge aus dem nördlichen Nachbarland hereingekommen. Unter diesen Umständen rückte Deutschland plötzlich, wohl aber nur vorübergehend, auf den dritten Rang vor. Weiter scheint auch die Lieferung französischer Kleinwagen einen grösseren Umfang erreicht zu haben. Von diesen Spezialfällen abgesehen, haben sich die Anzeichen einer Marktbefriedigung verstärkt. Das Gesamtresultat blieb weit hinter der Rekordziffer des Oktobers 1947 zurück, die lediglich im April und Juni dieses Jahres leicht überschritten worden ist. Die Rückbildung des Einfuhrvolumens betraf namentlich die beiden oberen Gewichtspositionen, also Fahrzeuge mit über 1200 kg, und dementsprechend haben sich seit einigen Monaten die Verzollungen von amerikanischen und auch englischen Wagen vermindert. Auch die Inlandsmontage erfuhr teilweise eine leichte Drosselung, indem nur noch 25 englische Modelle der Gruppe 800—1200 kg sowie 189 Amerikaner der folgenden Zollkategorie und Wir hätten uns nicht veranlasst gefühlt, in der Fachpresse auf die parlamentarischen Ereignisse im Zusammenhang mit dem Vorsteher des baselstädtischen Polizei-Departementes zurückzukommen, wenn die Tageszeitungen auf der ganzen Linie sachlich geblieben wären. Leider bewegt sich die Diskussion heute aber in Bahnen, die nicht nur an Niveau, sondern vor allem an Objektivität bedenklich zu wünschen übrig lassen. Es kann sich an dieser Stelle nicht darum handeln, den Fragenkomplex nach materiellen Gesichtspunkten zu erörtern. Immerhin darf soviel gesagt sein, dass die Interpellation im Basler Grossen Rat gewisse Vorgänge völlig einseitig zur Darstellung gebracht und insbesondere verschwiegen hat, weshalb ein Revirement bei den Polizeioffizieren notwendig wurde. Es dürften weniger gewisse Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Departementsvdrsteher und dem Chef der Verkehrsabteilung über die Behandlung der Autbmobilisten als vielmehr rein sachliche Erwähnungen den Ausschlag gegeben haben. Demnach ist es völlig unberechtigt, dem Vorsteher des Polizeidepartementes, Regierungsrat F. Brechbühl, einfach die Kaltstellung eines fähigen Polizeioffiziers vorzuwerfen. Was die Frage der vorzeitigen Rückgabe eines entzogenen Führerausweises anbetrifft, liegen die Dinge im betreffenden Fall derart, dass ein gewisser Gnadenakt durchaus am Platze war und sich im übrigen restlos in den Kompetenzen des Departementsvorstehers bewegte. Von der Unterdrückung eines in die Wege geleiteten Verzeigungsverfahrens wird somit kaum die Rede sein. Von diesen Tatsachen abgesehen, darf nicht unerwähnt bleiben, dass der Vorsteher des Basler Polizeidepartementes um die Förderung des Strassenverkehrs unbestreitbare Verdienste erworben und sich seit seinem Amtsantritt bemüht hat, streng gerecht (und ohne irgendwelche Bevorzugungen) seines schwierigen Amtes zu walten. Wer ihn heute unmöglich machen Was ist zu tun? Das künftige Programm setzt sich eine Hebung der Verkehrsdisziplin zum Ziel. Leider bereitet dabei das Radio als eines der wirksamsten Aufklärungsmittel grosse Schwierigkeiten hinsichtlich einer regeren aktiven Mitarbeit. Ueberdies fehlt es in Zürich wegen der zu kleinen Mannschaftsbestände der Polizeikorps an der ständigen Ueberwachung, die wesentlich zur Verkehrssicherheit beitragen könnte. Die Sektion Zürich zieht nun eine private Ueberwachung in Erwägung, Wobei fehlbare Automobilisten durch einen höflichen Brief auf die Gefährlichkeit ihres Tuns aufmerksam gemacht werden sollen. Man gibt sich allerdings Rechenschaft, dass die Verwirklichung dieser Idee nicht einfach ist. Schon demnächst soll mit fahrenden Patrouillen in der Weise ein Versuch unternommen werden, dass Fahrer mit mangelhaft eingestellter oder defekter Beleuchtung eingeladen werden, sich zur Scheinwerferkontrolle einzufinden, die allen Automobilisten zugänglich ist. Mit Nachdruck befürwortet die Sektion die Bezeichnung.von Stoppstrassen und die Anbringung von Trennlinien. Sie hat sich anerboten; auf ihre Kosten im nächsten Frühjahr die Strecke Zürich—Winterthur mit den modernsten Signalen, Beschriftungen und Trennlinien auszurüsten, und es ist dringend zu hoffen, dass die kantonalen Behörden diesem Experiment ihre definitive Zustimmung erteilen. Von Signalisation und Bodenbeschriftung geht nämlich eine psychologische Wirkung aus, denn der Fahrer hat die Vorschriften immer vor Augen. Grosse Sorgen bereitet das Parkierungsproblem in der Stadt, für dessen Lösung sich radikale Aenderungen aufdrängen. Im Vorstand der Sektion hält man dafür, dass sich im Stadtkern limitierte Parkzeiten nicht mehr länger werden vermeiden lassen, denn jetzt verstopfen die den ganzen Tag vor den Geschäftshäusern abgestellten Wagen die Strassen. Im Tätigkeitsprogramm der Sektion Zürich des ACS stehen, wie Dr. Weisbrod abschliessend betonte, die Anstrengungen zur Hebung der Verkehrsdisziplin weitaus im Vordergrund, und die Mehrheit der anständigen Automobilisten hat alles Interesse daran, dass die schweren Verkehrssünder, die Strassenrowdies, strenge bestraft und aus den Kreisen der Motorfahrzeuglenker eliminiert werden. Unsere Automobileinfuhren im Oktober Was geschah in Basel? zwei schwere Wagen aus USA zusammengesetzt worden sind. Stück Wert Okt. 1947 in Fr. * Stück USA 693 5 092 916 718 Frankreich 415 2 052 975 786 Deutschland 398 1605 913 4 Grossbritannien 328 2 206 740 1110 Italien 219 1 135 095 240 Tschechoslowakei 11 54 730 39 Verschiedene 6 5 Total 2070 12192 759 2902 * InkL Ersatz- und Einzelteile. Von der allgemeinen Steigerung unserer Ausfuhr hat der Sektor Motorfahrzeuge nur geringfügig profitiert; der Erlös verbesserte sich leicht auf Fr. 1 312 905. Neben zehn Personenund Lastwagen aus der Inlandmontage gingen 9 Nutzfahrzeuge der eigenen Industrie nach dem Ausland. Die Aussenhandelsstatistik meldet für den Oktober einen neuen Monatsrekord für die Benxineinfuhr, die mit 26 675 t im Werte von Fr. 6 332 740 angegeben wird; dazu kommen 7492 t Dieseltreibstoffe im Wert Von Fr. 1 427 229.—. Es sind somit fast 4000 t Benzin mehr als im Vergleichsmonat 1947 zur Verzollung gelangt, und auch das im August registrierte Maximum hat sich um fast 5000 t erhöht. Wahrscheinlich hängt die zunehmende Eindeckung mit den Bestrebungen zusammen, Vorräte für den Winter mit seinen schlechteren Transportbedingungen (sinkende Leistungsfähigkeit der Rheinschiffahrt bei niedrigem Wasserstand und Frost), und darüber hinaus die Lagerhaltung für alle Eventualitäten zu erhöhen. will, sagt gegen aussen « Brechbühl» und meint vielleicht die bösen Automobilisten! Jedenfalls muss auffallen, wie sich just in diesem Moment gewisse nichtautomobilistische Kreise tüchtig regen. Man sollte aber in dieser sicher nicht leicht zu nehmenden Angelegenheit nach bestem Wissen und Gewissen sachlich bleiben. Das sind wir der Diskussion in einem freien, demokratischen Lande schuldig! Breo. Für raschen Ausbau der Simplonslrasse Die Antwort des Oberwallis auf das Montblanc- Tunnelprojekt. Prompt hat die merkwürdig berührende und nicht geringes Erstaunen erregende Meldung, besagend, dass von den 60 Millionen Schweizer Franken, welche der Bau eines Montblanc-Tunnels erfordere, bereits 45 Mill. Fr, gesichert seien und dass auch die Genfer Regierung dem Projekt ihre « Zustimmung » erteilt habe — eine Meldung, welche die « AR • in ihrer vorletzten Nummer kritisch beleuchtete und als zum mindesten verfrüht bezeichnete — im Oberwallis eine Reaktion ausgelöst. Der ehemalige Grossrat Anton Escher (Brig) holt nämlich zur Gegenoffensive aus und fordert in einem Artikel in den «Walliser Nachrichten» Regierung und Parlament des Kantons auf, noch im Laufe dieses Monats die Pläne für den Ausbau der Simplonstrasse zu genehmigen, damit dieser so rasch wie möglich durchgeführt werden könne. Eine Bundessubvention von 75 % stehe dafür in Aussicht Wenn auch im Wallis die Mühlen kaum so schnell mahlen werden wie es dieser Vorstoss verlangt, so ist er doch symptomatisch für die im Oberwallis herrschenden Strömungen und den Willen zu einer Gegenaktion gegen das Montblanctunnel-Projekt, worin man eine Gefährdung der eigenen touristischen und volkswirtschaftlichen Interessen befürchtet. Mit aller Klarheit bringt das Escher zum Ausdruck, wenn er die Notwendigkeit einer raschen Inangriffnahme des Simplonausbaues mit dem Hinweis begründet, dass darin die einzige Antwort auf ... man muss sie hören alle beide! Einer meiner Freunde, begeisterter Automobilist und aufmerksamer Beobachter vor allem des Zürcher Strassenverkehrs, empfindet es seit langem schon als schwerwiegenden Mangel, dass die Strassenbahnen nicht mit Richtungsanzeigern versehen sind. Nicht einmal alle Eingeborenen und noch viel weniger die Ausländer sind über die verschiedenen Tramstrecken genau orientiert, und bei Geleiseabzweigungen hat er schon wiederholt die Beobachtung gemacht, dass ein Zusammenstoss zwischen Tram und Motorfahrzeugen nur dank der Reaktionsfähigkeit des Autolenkers vermieden wurde. Mein Freund ist der Auffassung, dass sich Richtungsanzeiger auch in die Strassenbahnwagen mit geringen Kosten einbauen Hessen und dass dies eine unbedingte Notwendigkeit wäre. Ganz anderer Ansicht ist man auf der Verwaltung der Stadt. Strassenbahnen in Zürich. Die Frage der Richtungsanzeiger wurde zwar ernsthaft geprüft, eine Einführung jedoch aus zwei Gründen abgelehnt: Einmal kämen die Kosten für den Einbau an den rund 500 Wagen der Städtischen Strassenbahnen sehr hoch zu stehen, müsste doch jeder Wagen, Triebwagen und Anhänger, mit mindestens vier Richtungsweisern versehen sein. Anderseits aber würde durch die Verwendung von Richtungsanzeigern die Kollisionsgefahr vergrössert, weil man zum vorneherein damit rechnet, dass die Anlage gelegentlich versagen könnte oder dass die Wagenführer das Betätigen der Richtungsanzeiger vergessen würden. Aus diesen Gründen und aus der Ueberlegung, dass Richtungsanzeiger bei keiner andern städtischen Strassenbahn der Schweiz verwendet werden (und das Tram von Vevey nach Villeneuve, dessen Wagen mit Richtungszeigern versehen sind? Red.), hält man eine Einführung auch in Zürich nicht für tunlich. Ueberdies seien Unfälle, die auf das Fehlen von Richtungsanzeigern zurückgeführt werden könnten, sehr selten. « Quod lieet Iovi, non licet bovi», ist man versucht zu sagen, wenn man die Stellungnahme der Strassenbahnverwaltung hört Mit Ausnahme des Fussgängers und der Tramführer ist jeder Strassenbenützer verpflichtet, geplante Richtungsänderungen rechtzeitig und deutlich anzuzeigen, mit dem offensichtlichen Zweck, vor allem entgegenkommenden und nachfolgenden andern Strassenbenützern zur Vermeidung von Kollisionen seine Absicht kundzutun. Auch bei Strassenbahnen wären im Hinblick auf Geleiseabzweigungen, an denen ja nicht zum vorneherein klar ersichtlich ist, welchen Weg das Tram einschlagen wird, Richtungsanzeiger unbedingt am Platze. Es mag ja sein, dass deren Fehlen in ganz seltenen Fällen zu Unfällen führt; unzweifelhaft aber leidet die Flüssigkeit des Verkehrs, wenn die andern Fahrzeugführer bei jeder Tramweiche abwarten müssen, in welcher Richtung wohl die Strassenbahn zu fahren gedenke. Dass dies besonders während der Stosszeiten infolge der zahlreichen Einsatzwagen, deren Ziel in den wenigsten Fällen ohne weiteres klar ist, unerfreuliche Situationen zur Folge hat, braucht wohl nicht näher erklärt zu werden. Mag sein, dass die Einführung der Richtungsanzeiger bei den Strassenbahnen mit erheblichen Kosten verbunden wäre. Wenn man jedoch berücksichtigt, dass auch der Einbau der Richtungsanzeiger in die Automobile nicht unentgeltlich erfolgt, müsste man zum Schlüsse kommen, dass dieses Argument gar nicht in die Waagschale fallen darf. Man wird höchstens verstehen, dass die bestehenden Wagen nicht von heute auf morgen umgebaut werden können; um so eher aber darf man erwarten, dass neue Wagen mit Richtungsanzeigern versehen werden. Wenn jedem Motorfahrzeuglenker, jedem Tiergespannführer und jedem .Radfahrer die gesetzliche Pflicht obliegt, Richtungsänderungen rechtzeitig anzuzeigen, so wird man dasselbe wohl auch von einem Tramführer verlangen dürfen. Es wäre deshalb auch nicht einzusehen, weshalb durch den Einbau der Richtungsanzeiger « die Unfallgefahr vergrössert» würde. Darüber ist man sich ja heute allgemein klar, dass Sicherheit und Flüssigkeit des Strassenverkehrs mit allen Mitteln gefördert werden müssen und dass hiezu sowohl die Gemeinwesen wie auch alle privaten Strassenbenützer ihr möglichstes beizutragen haben. R. S. den Montblanc-Plan liege. Ihm einen Ausbau des Grossen St. Bernhards gegenüberzustellen, wäre aber, wie er weiter darlegt, ebenfalls verfehlt, denn zum einen gehöre dieser Uebergang der selben Verkehrszone an wie der Montblanctunnel, und zum andern besitze das ganze Wallis von Martigny an aufwärts am Grossen St. Bernhard nur ein sekundäres, zweitrangiges Interesse. Davon abgesehen biete der Simplon bessere geographische dieser. Unsere Umfrage und klimatische Verhältnisse wie (Ein Ausbau der Simplonstrasse könnte allerdings noch aus einem anderen Grunde bald erhöhte Aktualität gewinnen und sich als verkehrspolitische Notwendigkeit erweisen, und zwar im Lichte jener erst kürzlich in der Presse erschienenen Nachrichten, wonach sich Studien für den Bau einer Autostrasse zwischen Domodossola, dem südlichen Einfallstor zum Simplon. und Turin im Gang befinden. Red.}

Nr. 49 - MITTWOCH, J7. \OVEVBER 1948 AUTOMOBIL REVUE SPORTNACHRICHTEN Der Letzte der alten ERA Schweizer Autosport am Saisonende Die Beteiligung an den einzelnen Veranstaltungen im Jahre 1948 Touren- Sport- Renn- Mili- j o* I wagen wagen wagen tär Prüfungsfahrten Zürich Zuverlässigkeitsfahrt 65 23 — 10 98 Gstaad, Automobil-Meeting 46 17 — — 63 Neuenburg, Gelände- und Orientierunasfahrr 34 11 — 8 53 Total 145 51 — 18 214 (1947) (140) (54) (—) (11) (205) Slalom Luzern 63 22 3 5 93 (1947) (—) I—) (—I (—) (—) Bergrennen Rheineck-Walzenhausen 37 44 16 4 101 Vue-des-Alpes Maloja 48 33 49 31 14 7 8 119 — 71 Total 118 124 37 12 291 . . (19471 (102) (1691 (32) (18) (321) Rundrennen Genfer Rennen — 12 30 — 42 Berner Rennen — 20 41 — 61 Erlen — 16 8 — 24 Total — 48 79 — 127 0947) (—) (37) (60) (—) (97) Total aller nationalen und internationalen Veranstaltungen in der Schweiz 326 245 119 35 725 11947) (242) (2(50) (92) (29) (