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E_1948_Zeitung_Nr.048

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[•5 AUTOMOBIL REVUE

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AUTOMOBIL REVUE Nr. 48 —n. BLATT BERN, 10. November 1948 Von einem in Kanada wohnhaften Schweizer Leser der «AR > erhalten wir folgenden interessanten Beitrag: Das riesige Gebiet Kanadas gliedert sich in neun Provinzen, von denen jede durchschnittlich grösser ist als ganz Frankreich. Es muss deshalb zu allem Anfang gesagt sein, dass die Verkehrsprobleme eines solchen Landes keineswegs mit denen Europas verglichen werden können. Jede der neun Provinzen hat denn auch ihre eigenen Gesetze für den Strassenverkehr, und sie erhält auch keinerlei Unterstützung vom Staat für den Unterhalt und Ausbau ihres Strassennetzes. Daraus ergeben sich oft bedeutende Unterschiede: Kommt man z. B. aus der wohlhabenden Provinz Ontario, wo Strassenzustand und -signalisierung nichts zu wünschen übrig lassen, in die Provinz Quebec, so muss man bald einmal die unliebsame Entdeckung machen, dass hier viele der Strassen seit Jahren reparaturbedürftig, dass manchenorts wichtige Signale aus irgendeinem Grund entfernt und nicht oder nur behelfsmässig ersetzt worden sind und dergleichen mehr. Im allgemeinen darf aber gesagt werden, dass der Grossteil aller Verkehrswege den Ansprüchen unserer Zeit gerecht wird. Beschaffenheit der Verkehrswege. Das transkontinentale Strassennetz, das einerseits Kanada mit den USA und anderseits Ost- und Westküste miteinander verbindet, ist, entsprechend den ungeheuren Distanzen, sehr weitmaschig angelegt, befindet sich jedoch in tadellosem Zustand. Diese «highways» besitzen durchwegs eine Breite von über 12 m, oft sogar mit getrennten Fahrbahnen in dieser Breite, und gestatten selbst schwersten Ueberlandcamions Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 70 Meilen'h. Nebenstrassen münden zwar durchwegs direkt (ohne Schleifen) ein, doch wird der Fahrer auf diesen durch das Stop- Signal zum Anhalten und dadurch zu unbeding- KANADA Strassenverkehr in Kanada ter Vorsicht gezwungen. Da diese « Autobahnen » durchwegs sehr hohe Geschwindigkeiten erlauben — sie ziehen sich oft halbstundenlang ohne die geringste Krümmung dahin —, darf keinesfalls auf der Fahrbahn angehalten werden. Zu diesem Zwecke sind beidseits der Strasse nochmals Streifen von 12 m oder mehr ausnivelliert und nur mit Gras bepflanzt, die jedem noch so grossen Wagen Platz zu gefahrlosem Parkieren bieten. Vor allem die Chauffeure der Camions, die nicht selten Tagesleistungen von 300 Meilen und mehr zurückzulegen haben, benützen diese willkommene Einrichtung, um sich und ihre Wagen ein bisschen auszuruhen. An zweiter Stelle seien die grossen Verbindungsstrassen innerhalb der einzelnen Provinzen genannt. Hier machen sich nun bereits von Provinz zu Provinz bedeutende Unterschiede bemerkbar. So präsentiert sich der « King's highway No. 17 » (Montreal—Ottawa) auf Ontario-Seite durchwegs in sehr gutem Zustand, wenn sie vielleicht auch manchmal etwas schmal ist, währenddem sich die gleiche Strasse im Gebiet der Provinz Quebec oft durch nur mangelhaft ausgebesserte Schlaglöcher, wellige Oberfläche usw auszeichnet. Zur dritten und letzten Gruppe zähle ich die Unmasse der lokalen Verbindungswege. Sie sind sehr oft ohne Belag, und selbst wenn eine flüchtige Oberflächenbehandlung vorgenommen wurde, gehört es zu den fragwürdigen Vergnügen, sie zu befahren, denn jeder Winter lässt mit den Unmengen von Eis und Schnee neue Löcher und Risse zurück, die in den kurzen Sommermonaten nie gründlich ausgebessert werden können. Die Nerven jenes Schweizer Automobilisten, der in einer Frühsommers-« AR > von 1948 die ungenügende Ausebnung von Gräben kritisierte, würden wahrscheinlich in Kanada auf eine harte Probe gestellt, wenn auch in umgekehrtem Sinn: Hier passiert es sehr oft, dass solche Grabstellen im Frühling, wo es »wie aus Giesskübeln regnet, ausgewaschen werden und nachher unter Umstanden bis zum nächsten Herbst in diesem Zustand bleiben. Verkehr und Witterung vertiefen solche Löcher immer, weiter, so dass sie nicht selten ernste Gefahrenquellen bilden. Mit der Schweiz verglichen, befinden sich die hiesigen Strassen in bedeutend schlechterem Zustand. Seltsamerweise hört man aber gleichwohl wenig Kritik und Beanstandung aus Fahrerkreisen, wohl nicht zuletzt deshalb, weil sich jedermann bewusst ist, dass selbst unscheinbare Verbesserungen und Ausbauten in diesen Riesengebieten grosse Summen Geld verschlingen, was für einen Staat wie Kanada, das schwer an seinen Kriegsschulden trägt, neue Lasten bedeutet. Strassen- Sicnalisation. Was einem Europäer als erstes auffallen muss, ist die Einheitlichkeit aller Signale; An Stelle der vielfarbigen und vielförmigen Schilder treten hier ganz einfach weisse (in Quebec geseiischatt. Uer Uurchschnitrsamerikaner schätzt nüchterne Ermahnungen nicht. Mit Inseraten dieser Art, wenn möglich noch mit einem nicht übermässig bekleideten Girl drauf, erreicht man bei ihm weit mehr... * neuerdings gelbe) rechteckige Tafeln mit schwarzer Beschriftung. Innerorts sind sie auf Kopfhöhe angebracht, ausserorts in ca. 1 m Höhe, wo sie nachts vom Scheinwerfer unfehlbar erfasst werden. Die Signalisierung selbst beschränkt sich auf das Notwendigste und umfasst folgende Signale: 1. Die Richtungsweisung erfolgt in erster Linie durch eine durchgehende, einwandfreie Numerierung aller Strassen. Da jedem Automobilisten an jeder Tankstelle unentgeltlich gute Karten aller Gebiete Kanadas und der angrenzenden US-Staaten verabreicht werden, hält es nicht schwer, sich an Hand der Strassen- Nümerierung überall zurechtzufinden. Wegweiser und Ortsnamen dagegen sind — ausgenommen an Knotenpunkten der « highways » — derart klein und mit Ortsnamen und Distanzen übersät, dass der Automobilist, der auf sie angewiesen ist, sich meist zum Anhalten gezwungen sieht. 2. «Gefahr»-Signale werden in Kanada lediglich vor Kreuzungen, Kurven und Bahnübergängen aufgestellt. An den letzteren befinden sich nirgends Barrieren, und zumeist sind sie allein durch die gekreuzten Balken gekennzeichnet (ohne Distanzpfähle usw.), wozu sich auf grossen Ueberlandstrassen und innerorts noch das akustische und optische Signal gesellt. Besondere Erwähnung verdient die Markierung der Kurven und Kreuzungen, da sie nicht einfach aus einem einheitlichen Signal besteht, sondern dem Strassenbenützer in jedem Fall anzeigt, auf was er sich vorzubereiten hat. Hier einige Beispiele: Der breite und schöne Asphalt-Highway Nr. 9, der eine direkte Die in Ontario fast durchgehend angebrachte Markierung mit Verbindung MontrealNew York herstellt. Es gibt darauf doppeller Sicherheitslinie. "-' Strecken bis 20 Meilen ohne jede Krümmung. 3. Das Vortrittsrecht ist, abgesehen von Kreuzungen mit der rot-grünen Ampel, innerorts und ausserorts durch die Stop-Strasse geregelt: Äine der sich kreuzenden Strassen erhält die Tafel mit dem Vermerk «STOP ». Das von dort kommende Fahrzeug wird dadurch zum Anhalten gezwungen und darf erst in die andere Strasse einbiegen oder diese überqueren, wenn sich der Führer vergewissert hat, dass sie vollkommen frei ist. Diese Regelung ist den Vorschriften unseres MFG unbedingt vorzuziehen, und es steht zu hoffen, dass die derzeitigen Bemühungen um vermehrte Einführung des Stop- Zeichens in der Schweiz Erfolg haben werden. Gänzlich verfehlt scheint mir aber die Aufmachung des Signals, wie sie von den eidg. Baudirektoren vorgeschlagen wurde, denn wie ich inzwischen hier drüben feststellen konnte, wirkt das hier verwendete Signal gerade dadurch, dass es nur vier grosse, weithin sichtbare Buchstaben aufweist, besonders eindrucksvoll. 4. Gebots- und Hinweissignale sind sehr schwach vertreten: Mit « Slow •, « One way street >, « Keep to the right •, • School », « Narrow bridge » ist das Repertoire bereits erschöpft. In der Provinz Quebec sind — mit Rücksicht auf den grossen Anteil der französisch sprechenden Bevölkerung — die Signale zweisprachig (engl./franz.) abgefasst. 5. Den weissen Markierungen auf der Fahrbahn selbst wird grosse Bedeutung beigemessen. Ausser der Trennungslinie und der doppelten Trennungslinie findet man auch einzelne der unter 4. angeführten Hinweise auf der Strasse aufgemalt, eine Methode, die z. B. bei « Keep to the right » auf der Anfahrt zu einem Hüeel ausgezeichnet wirkt. J_ Kreuzung auf gerader Strasse Spitzkurve nach rechts. Leichte Kurve nach rechts mit Einmündung von rechts. Zwei Kurven hintereinander, dazwischen Einmündung von links. Gebuhren des Strassenverkehrs. Wie schon eingangs erwähnt, ist jede Provinz der Gesetzgebung für den Strassenverkehr The Kings Highway Nr. 17 (Montreal-Ottawa) in der Provinz Ontario. Der Beton der Fahrbahn ist zwar manchenorts, aber sorgiältig repariert. Amerikanische Untersuchungen (Von unserem New Yorker Korrespondenten) In einer Abhandlung über die psychologischen Ursachen des Autounfalls geht die angesehene fachwissenschaftliche Zeitschrift « Journal of Social Psychology » auf die Erfolge ein, die ein Gericht in Detroit bei der Ausmerzung chronischer Verkehrssünder erzielt hat. Ein Gericht in Detroit, vor dem zahlreiche Verkehrsdelikte zur Aburteilung kommen, hatte sich Jahre hindurch auf die Aufnahme des Tatbestandes und die Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen beschränkt, bis vor dem Richter John Manning einmal ein Angeklagter stand, der 287mal (!) wegen Verkehrsdelikten vorbestraft war. «Der Kerl muss verrückt sein», meinte der Richter zum Anwalt. Darauf machte dieser den Vorschlag, den Angeklagten psychiatrisch untersuchen zu lassen. unabhängig, und es ergeben sich daraus recht bedeutende Unterschiede in den Motorfahrzeugsteuern. Im folgenden seien die Ansätze der zwei hinsichtlich Bevölkerungszahl, Industrie und Flächenausmass bedeutendsten Provinzen einander gegenübergestellt: Provinz Ontario: Jahressteuer für Motorfahrzeuge aller Gattungen (vom Fahrrad mit Hilfsmotor bis zum Lastwagen): bis 4 PS 3 $ 15—20 PS 6 $ 4—10 PS 4 $ 20—30 PS 7 $ 10—15 PS 5 $ über 30 PS 8 $ Nummernschilder (jedes Jahr neue, in wechselnden Farben) inbegriffen. Führerausweis: $ 1.00 für die jährliche Erneuerung. Obligatorische Haftpflichtversicherung, die gleichzeitig mit einer Versicherung gegen Feuer und Diebstahl für den eigenen Wagen verbunden ist: $ 20 Jahresprämie für Fahrzeuge aller Grossen und Gattungen; maximale Schadensumme $ 5000. Auf Wunsch und gegen Entrichtung einer Jahresprämie von 25 $ kann diese kombinierte Versicherung auf eine maximale Schadensumme von $ 10 000 erhöht werden. Die Versicherung ist nicht obligatorisch, sofern sich der Fahrzeughalter über persönlichen Besitz im Werte von mindestens $ 10 000 ausweisen kann (Vermögen, Grundbesitz oder Immobilien). Beispiel: Chrysler, Mod. 1938, Sedan, 27,3 PS: Steuer $ 7.00 Führerausweis $ 1.00 Versicherungsminimum $ 20.00 "otal aller Gebühren $ 28.00 USA Provinz Quebec: Jahressteuer für Motorfahrzeuge aller Gattungen: 70 Cents pro 100 engl. Pfund Wagengewicht. Nummernschild (nur \eines, hinten am Wagen), jährlich neu, inbegriffen. Führerausweis: $ 2.50 für die jährliche Erneuerung. Haftpflichtversicherung nicht obligatorisch. Es kann jedoch gegen eine Jahresprämie von 50 $ die in Ontario vorgeschriebene kombinierte Versicherung gelöst werden; maximale Schadensumme $ 10 000. Bei einem amerikanischen Durchschnittswagen von ca. 3600 lbs. stellen sich also in der Provinz die Gebühren pro Jahr auf: Steuer 36X70 Cents $ 25.20 Führerausweis $ 2.50 Total aller Gebuhren $ 27.70 Mit andern Worten: Der Fahrzeughalter zahlt in Quebec ungefähr dieselben jährlichen Steuern wie in Ontario, hat aber in diesem Falle keinerlei Versicherung. Als besonderes Kuriosum sei hier noch die Provinz Minnesota erwähnt, wo die Verkehrssteuern entsprechend der Wagen länge festgesetzt werden. (Schluss folgt) Zur Psychologie des Autounfalls « Ich kann nichts dafür, wenn ich zu schnell fahre >, sagte der Angeklagte bei dieser Untersuchung. « In der Fabrik, wo ich arbeite, sind ein paar Leute, die mir heimlich an meinem Geschwindigkeitsmesser herumhantieren. Wenn der auf 60 zeigt, fahre ich in Wirklichkeit nur mit 30. » « Wie bekommen denn die Leute das fertig? • fragte der Arzt. « Ganz einfach. Sie benutzen Radar. > Eine weitere Untersuchung bestätigte den Verdacht des Richters Manning. Der Angeklagte war geisteskrank. Wahrscheinlich war er schon zehn Jahre lang geisteskrank gewesen, hatte Tausende von Menschenleben gefährdet und mindestens 287 Mal gegen das Gesetz verstossen, ungerechnet die vielen Male, in denen er nicht gefasst wurde. Da er sich in seinem Privatund Berufsleben verhältnismässig normal aufführte und die Symptome seiner Geisteskrankheit nur erkennbar wurden, wenn er hinter dem Steuer sass, sah sich das Gericht vor der Frage, ob er vielleicht Leidensgenossen hätte — geistig nicht normale Menschen, denen niemand ihren Defekt anmerkt. Untersuchung « verdächtiger » Fahrer. Die Folge dieser Ueberlegung war die Schaffung einer Klinik für Autofahrer, die das Detroiter . Gericht als « verdächtig » betrachtete. Nach anfänglichem Widerstand gelang es, andere Behörden und die Oeffentlichkeit davon zu überzeugen, dass hier keine Verschwendung städtischer Geldmittel getrieben wurde. Verkehrsrichter, die staatliche Polizei und die Strassenverkehrsbehörden schicken immer mehr Verdächtige in die Klinik, zu deren ständigem Personal drei geschulte Psychologen, ein Psychiater und ein Arzt gehören. Die « Patienten » werden sorgfältig auf ihren körperlichen und geistigen Zustand untersucht und Intelligenzproben sowie einer Prüfung ihrer Reaktionsgeschwindigkeit unterzogen. Ueberdies