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E_1948_Zeitung_Nr.051

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AUTOMOBIL REVUE

AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 1. DEZEMBER 1948 - Nr. 51 SPORTNACHRICHTEN ENGLAND Der englische Grand Prix ersetzt die Tuurist Trophy als «grande epreuve> Als die internationale Sportkommission vor sechs Wochen den nächstjährigen Terminkalender aufstelle, da bezeichnete sie den Grossen Preis von England, der auf den 14. Mai 1949 angesetzt ist, ausdrücklich als « grande epreuve ». Dies musste um so eher auffallen, als in Art. 277 des internationalen Sportreglementes als englische « grande epreuve » im Sinne dieser Bestimmungen bisher das Tourist-Trophy-Rennen aufgeführt war. Wie wir'nun von der FIA auf unsere Erkundigungen hin erfahren, ist vor einiger Zeit das «Tourist Trophy Race of Great Britain •» auf der Liste der « classic events • tatsächlich gestrichen und durch den « Grand Prix of the Royal Automobile Club of Great Britain » ersetzt worden. FRANKREICH fcin Grand Prix de France in neuer Form Vor einiger Zeit wurde bekanntgegeben, dass der Automobil-Club von Frankreich» darauf verzichte, den klassischen Grand Prix de l'ACF für Formelrennwagen im Jahre 1949 durchzuführen und sich damit begnüge, ein Grand-Prix-Rennen für Sportwagen am 7. August in Comminges abzuhalten. Wie man nachträglich erfährt, ist dieser Beschluss einer Verstimmung zuzuschreiben, die sich bei den leitenden Persönlichkeiten des ACF dadurch ergab, dass die Schweiz (nach der französischen 'Version ein Land, das im Rennsport nur eine zweite Rolle spielt) den 3. Juli nicht freigab, wofür sie gute Gründe ins Feld führen konnte. Die Entscheidung des ACF rief die Initianten für einen Grand Prix de France auf den Plan, der nun am 17. Juli 1949 auf der Rundstrecke von Reims über 500 km ausgefahren und mit zwei Millionen fFr. an Preisen dotiert sein soll. Einige bedeutende Zeitungen und Zeitschriften haben sich .mit dem Automobile- Club de Champagne zusammengetan, um der Veranstaltung einen grossen Rahmen zu geben. 24 Stunden von Le Mans — ja oder .nein ? Diese Woche wird es sieh entscheiden, ob das 24-Stunden-Rennen von Le Mans, das 1947 und 1943 abgesagt werden musste, im nächsten Jahr nun stattfinden wird oder abermals verschoben werden muss. In den vergangenen Tagen nämlich wurde von einer interministeriellen Kommission ein erster Kredit von 20 Mill. fFr. bewilligt, der die Inangriffnahme der Wiederaufbauarbeiten an der Sarthe-Rundstrecke ermöglichen soll. Der Automobile-Club de l'Ouest als Organisator des Rennens klärt nun die Frage ab, ob diese Hilfe ausreichen wird, um auch die wichtigsten technischen Anlagen wieder instandzustellen. Anerkannte Rekorde Die von Chinetti am 3. November auf der Rennbahn von Montlhery am Volant eines 2-Liter-Ferrari-Wagens verbesserten internationalen Rekorde der Klasse E (1501—2000 cm") sind von der FIA wie folgt homologiert worden: .100 Meilen 47'27,88" 203,435 km/h 200 km 59' 00,20" 203,378 km/h 1 Stunde 202,843 km/h SPANIEN Wieder Rennen in San Sebastian ?. ' Die Behörden von San Sebastian prüfen gegenwärtig die Frage der neuerlichen Durchführung von Automobilrennen auf der im Süden der Stadt gelegenen 17,315 km langen Rundstrecke von Lasarte, die im Jahre 1935 zum letztenmal Schauplatz des Grossen Preises von Spanien war. Ob — sofern der Austrag eines Rennens im Jahre 1949 in finanzieller Beziehung gesichert.erscheint — im internationalen Terminkalender die Aufnahme des Grossen Preises von Spanien (als «grande epreuve» ) oder eines Grossen Preises von San Sebastian nachgesucht werden soll, darüber sind die Würfel noch nicht gefallen. USA Fortsetzung von Seite 5 Indianapolis-Formel bleibt Nachdem in der ausländischen Fachpresse kürzlich Meldungen erschienen sind, die davon wissen wollten, das 500-Meilen-Rennen von Indianapolis werde nächstes Jahr nach der internationalen Formel 1 ausgetragen, erfahren wir vom Präsidenten der Indianapolis Motor Speedway Corp., Wilbur Shaw, dass diese Meldung frei erfunden ist. Tatsächlich stehe schon heute fest, dass sowohl das Rennen von 1949 als auch jenes von 1950 nach der bisherigen Formel (3 Liter mit, bzw. 4,5 Liter ohne Kompressor) steigen, würden, wobei die Reglementsbestimmungen gegenüber 1948 nur geringfügige Abänderungen aufweisen dürften. \nderungen im internationalen Sportkalender Nach einer Mitteilung der FIA sind auf dem .^»•nationalen Sportkalender 1949 folgende Änderungen vorzumerken: BRIEFE DER LESER AN DIE A.R. Briefe über allgemein intereuierende rVaflen werden gerne zur Veröffentlichung entgegengenommen Sie und mögllchit kurz zu fassen «nd an die Redaktion der «Automobil Kevoe>, Ireilenrainstr. 97, Bern, zu senden. Die Verwendung eines Pseudonyms ist gestattet, wenn der tedaklioa Name und Adresse des Absenders bekanntgegeben werden. dieser Vacmlarm «ein? Einer unserer Leser, der, in der Nähe eines stark frequentierten Restaurants wohnend, unter der nächtlichen Lärmentfaltung gewisser Automobilisten leidet, schickt uns einen SOS-Ruf, den wir gerne weitergeben, wiewohl das, worum er bittet, für einen jeden von uns selbstverständliches Gebot sein sollte. 1. Nicht vor Häusern parkieren, wenn in der Nähe freier Platz vorhanden ist. 2. Motor nicht unnötig leer laufen lassen. 3. Wagentüren ruhig schliessen. 4. Laute Gespräche vor Häusern vermeiden. 5. Rücksicht auf die schlafenden Frühaufsteher 'nehmen. • « Seit sechs Monaten > — schreibt dieser Einsender weiter — «haben wir noch nie vor 00.30 Uhr schlafen können. Und wie uns, so ergeht es noch vielen anderen Familien, was der Automobilist jedoch gar nicht weiss.» (Herausreden kann er sich aber damit nicht, denn worin liegt des Nachtlärms Wurzel? Sozusagen immer in Unbedachtsamkeit, um nicht zu -sagen Gedankenlosigkeit. Und auf sie kann er sich zu seiner Entschuldigung nicht berufen. Red.) « Im Frieden leben ». Westschweizerische Zeitungen wie das Radio haben in den letzten Wochen der kürzlich in Neuenburg ins Leben gerufenen Aktion « Endlich im Frieden leben • ausfürliche Betrachtungen gewidmet. Träger dieser Bewegung sind Leute aus den verschiedensten Volkskreisen, Leute, die der Wille beseelt, der einen neuen Weltkrieg- resigniert als etwas Unausweichliches hinnehmenden Psychose den Kampf anzusagen. Durch eine entschlossene Kampagne wollen sie die Massen dazu bringen, sich ihrer bisher nie ausgenützten Macht bewusst zu werden* um eine starke Bewegung gegen das Tun der Diplomaten auszulösen. In der Schweiz mochte diese Aktion im Zeichen zuversichtlicher, guter Stimmung starten. Deshalb wendet sie sich auch an alle Automobilisten, damit sie mithelfen, ein « Klima » des Vertrauens zu schaffen. Wenn alle Besitzer von Personen- und Lastwagen an ihren Fahrzeugen eine Papierbanderole mit der Inschrift anbringen: « Wir möchten endlich im Frieden leben •, und wenn diese Losung durch die für die ( nächste, Zeit. zu. erwartenden Aufrufe des Radios "unterstützt wird, dann ist damit ein grosser-*Schritt im Kampf gegen die Kriegspsychose getan, «8ie heute in der Oeffentlichkeit soviel Unheil stiftet. Nachtfahrten in Amerika, und hei nns. Es ist zwar schon sehr viel pro und contra Sealed-Beam-Scheinwerfer geschrieben worden. G. A. Schoch hebt in seinem Artikel über den Strassenverkehr in Kanada («AR. Nr. 48/49) besonders deren Beliebtheit in Amerika hervor. Das stimmt, yor allem auch die Bemerkung, dass dort meist überhaupt nicht abgeblendet werde und dies in der Regel niemanden störe. Es geht aber nicht ohne weiteres an, diese Tatsachen als Argument für die Beibehaltung des erwähnten Beleuchtungssystems in der Schweiz zu benützen. Wie in vielen anderen Belangen des Strassenverkehrs, darf man auch hier die Verhältnisse bei uns und in Amerika in Parallelen setzen. Der Grund dafür, dass Sealed-Beam- Scheinwerfer sich drüben bewähren,' währenddem sie hier verboten werden mussten, liegt indessen keinesfalls darin, dass der amerikanische Fahrer gegen Blendwirkung weniger empfindlich ist; er ist vielmehr in der ganzen Struktur des Verkehrs selbst zu suchen. Nicht am c Blenden » an und-für sich liegt es also, sondern an den Gefahrenmomenten, vor die der geblendete Fahrer gestellt wird. Und hier ist die Sache nun die, dass drüben insbesondere die Dürchgangsstrassen ausschliesslich für den Automobilverkehr bestimmt sind, dieweil sie bei uns weitgehend auch andere Verkehrsteilnehmer benützen. Wird also in Amerika ein Automobilist beim Kreuzen durch die Scheinwerfer des anderen Wagens in der Sicht beeinträchtigt, so fährt er eben < blindlings » weiter. Er darf sich das erlauben, weil er nicht mit Radfahrern, Fussgängern, ungenügend beleuchteten Fuhrwerken rechnen muss Das ist die Gefahr, welche bei uns dem geblendeten Autofahrer droht und nicht etwa die Eventualität, dass sich die beiden kreuzenden Wagen streifen oder die Strasse verfehlen könnten. Beizufügen wäre noch, dass drüben der entgegenkommende Wagen auf seiner Fahrbahnhälfte bleibt und nicht, wie oft bei uns, frisch und fröhlich in der Strassenmitte fährt. L. R. D. « Der Blechdackel und sein Ahne. • Zu dem in Nr. 35 der « AR • veröffentlichten Artikel erlaube ich mir, Ihnen einige Erinnerungen mitzuteilen. Ich habe jahrelang die Patentabteilung der '-Hen: Tatra - Werke -geführt und hatte anlässlich Die Sizilien-Rundfahrt um die Targa Florio findet nicht am 21., sondern am einer Nichtigkeitsklage vom Salsbury-Patent 20. März statt. Anderseits erfährt das Rundrennen von Salerno eine Verschiebung vom wichtig war, habe ich mich mit H. Salsbury in Gebrauch gemacht Da damals der Prozess sehr 16. auf den 23. Oktober. Verbindung gesetzt und ihn nach Berlin eingeladen, wo er als Zeuge verhört wurde. Dies England: war im Jahre 1935. Salsbury war schon damals Das P r e s c o 11-Bergrennen ist auf den 11. (statt den 10.) September, der Berglauf von ein älterer, ergrauter Herr. Er erzählte mir, dass S h e 1 s 1 e y W a 1 s h auf den- 24. (statt den 27.) er sich durch eine Cyclecar-Konstruktion schützen wollte. Er war anscheinend durch die September angesetzt. fran- Cr. zosischen Cyclecars inspiriert, doch kam sein Patent nie zu einer Verwirklichung. Salsbury bat sich damals unsere Tatra-Wagen mit Inter- H. Ledwinka, der Konstrukteur der Tatra, hat das Salsbury-Patent erst im Jahre 1922 in die Hände bekommen, also nach Durchführung seiner Konstruktion. Auf das Salsbury-Patent süessen wir aui folgende Weise: H. Salsbury befürchtete, wie das Patent zeigt, das « Radieren » der Reifen beim Durchfedern des Wagens. Ledwinka dagegen behauptete immer und richtig (? Red.), dass eine solche Erscheinung während der Fahrt nicht entstehen kann, da die Ballonreifen durch ihre Elastizität solche Querbewegungen vollkommen verschlucken. Ledwinka wollte sich damals (1922) trotzdem eine ganz ähnliche Anordnung schützen lassen, und zwar nicht für Automobile, sondern für Geleisfahrzeuge, wo eine Spurveränderung natürlich unzulässig ist. Gerade bei dieser Gelegenheit wurde uns erstmals das Salsbury-Patent entgegengehalten. Es ist "bemerkenswert, dass die Vorderachse von Salsbury erst später für die Tatra-Wagen angenommen wurde. Die ersten Tatra-Zweizylinder hatten eine Vorderachse nach Art der alten Ford, nämlich eine halbelliptische Querfeder und dreieckige Abstützung. Erst beim Typ 57 haben wir bei Tatra die Nürfederachse eingeführt, welche wir von Röhr übernommen haben. Die neuen Röhr-Werke haben damals als Röhr-Junlor den Tatra-Wagen in Lizenz gebaut. Später wurde diese Lizenz an die Stoewer- Werke in Stettin übertragen. Aus obigem ersehen Sie, dass Salsbury doch noch Gelegenheit gehabt hat, seine Idee verwirklicht zu sehen. Es handelt sich in diesem Falle um den nicht allzu seltenen Fall, dass zwei geniale Menschen fast zur selben Zeit dieselbe Idee hatten, wobei aber nur der eine, glücklichere Gelegenheit fand, sie zu verwirklichen. Ing. M. Klavik, Prag. •. Die Jugend weiss es besser! •• Als vor einigen Wochen die Meldung von einem schweren Autounglück am Weissenstein jn den Zeitungen erschien, ging es mir durch den Sinn; wie ich selbst vor, bald 20: Jahren auf derselben Strecke und möglicherweise infolge äer nämlichen Umstände beinahe das Opfer eines Unfalles geworden wäre. Zu Nutz und Frommen aller Automobilisten sei jene Begebenheit erzählt. Warum ich für diese Zeilen die Ueberschrift gewählt habe, wie sie hier steht, wird der geneigte Leser selbst merken. Es scheint mir übrigens, dass gerade jetzt, seit dem Kriege, sehr viele « forsche • Fahrer am Steuer sitzen, denen es nicht schadete, wenn sie hie und da etwas überlegter handeln würden. An einem schönen, aber ziemlich kühlen Spätherbsttag unternahm ich mit meiner Familie e^nen Ausflug mit dem Wagen auf den Weissenstein. Hinauf via Gänsbrunnen auf schmaler, steiler und holpriger Strasse, auf der wir diverse « bäumige », aber kochende Wagen überholten. Da es oben ziemlich kühl war, verzogen wir uns zu einem z'Abig ins Hotel und Hessen uns dort ordentlich Zeit, bevor wir den Rückweg, auf der Südseite nach Solothurn hinunter, antraten. Bei'der Abfahrt hatte mein Sohn, .sonst ein guter, aber auf seine automobilistischen Kenntnisse etwas stolzer Fahrer, viel Mühe, den Gang zu wechseln. Infolge der Bise war das Getriebeöl dickflüssig geworden. Die Strasse verläuft zuerst über eine fast ebene Wiese, um dann ganz plötzlich in starkes Gefälle überzugehen. Ich riet dem Fahrer, vom Hotel weg im ersten Gang zu bleiben, da er doch bald in das starke Gefälle komme und dann froh sein werde, nicht schalten zu müssen. « Man fährt in ebenem Gelände doch nicht im Ersten! », kam die Antwort. Ich wollte ihm nicht am Zeug herumflicken und liess ihn also in den zweiten und dritten Gang schalten, was mit einigem Geknorze auch gelang. Eingangs der Strecke, die steil, schmal und mit giftigen Haarnadelkurven den Südabhang hinunterführt, versuchte der Lenker in den zweiten und ersten Gang zurückzuschalten, um die Wirkung der Fussbremse zu unterstützen. Allein, er brachte den Hebel nicht mehr in die richtige Stellung hinein. Der Wagen, mit fünf Personen beladen, kam immer mehr in Schuss. Fuss- und Handbremsen, genügten nicht um ihn aufzuhalten. Die Bremsbeläge wurden heiss und strömten dicken Rauch aus. Jetzt nahte die erste scharfe Kurve. Links der Berghang, rechts der Abgrund! Uns wurde schwül, sehr schwül zu Mut Im letzten Moment glückte es dem Fahrer, zu schalten, unmittelbar am Anfang der Kurve Haarscharf am Strassenrand vorbei und heftig schaukelnd winden vrir uns mit knapper Not hindurch und entrinnen einer Situation, die nahe an einem schweren Unfall vorbeiführt Und die Quintessenz: Vorsicht, wenn das Getriebeöl dickflüssig wird, was bei kühlem Wettet gerne der Fall ist. Lieber einmal «lächerlich • im ersten Gang fahren, wenn Gefahr droht, als im Notfall nicht schalten zu können! Nach kurzer Zeit wird sich das Oel durch d ie Wärme irr Getriebekasten wieder verdünnen! Aber eben « Die Jugend weiss es besser! » V. M. AVTOMOBILWIRTSCHAFT Die Lage im Autotransportgewerbe Im Geschäftsbericht über seine Tätigkeit während der Periode vom 1. Oktober 1947 bis 50. September 1948 lässt der TAG einleitend die Geschäftslage im Autotransportgewerbe Revue passieren, wobei er hervorhebt, dass vom Frühjahr 1948 an in diesem Wirtschaftszweig nicht nehr die selbe Ueberkonjunktur herrschte wie in den entsprechenden Monaten 1947. Offensichtlich ist die Konjunkturspitze überschritten. esse angesehen. Offenbar hatte er ähnliche Fahreigenschaften auch bei seinem Wagen erwartet. Die Sachentransportunterneh- «er, die sich in ihrer Mehrzahl im Nah- und Regionalverkenr betätigen, begannen da und iort zu spüren, dass die Bautätigkeit etwas lachlässt, d. h. sich zu normalisieren beginnt. Die Transporte im Ueberlandverkehr und damit mittelbar verbunden der , Lastwagenspediteure stehen ebenfalls im Zeichen rückläufiger Entwicklung. Es beginnt an Aufträgen zu fehlen, weil die Lager der Verfrachter voll sind und die Importe nachlassen. Ein Druck auf die Tarife .•nacht sich bemerkbar, nicht zuletzt infolge der verstärkten Bemühungen der Bahnen, Frachtäbkommen mit verbilligten Taxen abzuschliessen, um die Verfrachter zu einer Abwanderung auf die Schiene zu veranlassen. Auch im Auslandstransportgeschäft sind Rückschläge zu verzeichnen. Im G e s e 11 s c.h aftswagengewerbe ist eine Normalisierung der Verhaltnisse eingetreten, zumal der vom Krieg her aufgestaute Nachholbedarf nun gesättigt ist. Nach wie vor herrscht zwar beim Publikum eine sehr grosse Reisefreudigkeit, doch wird sie durch die Verknappung der Geldmittel, durch die anhaltenden Devisenrestriktionen gebremst. Hinzu kommt, dass viele ausländische Gäste unser Land in ausländischen Autocars besuchen und deshalb die von schweizerischen Unternehmern angebotenen Transportmöglichkeiten nicht zu beanspruchen brauchen. Verglichen mit dem Vorjahr hat sich die Lage der Taxiunternehmer nicht wesentlich geändert. Währenddem in den Städten das Standplatz-Taxametergewerbe einen normalen Geschäftsgang registriert, ist die Lage der ländlichen Taxihalter unterschiedlich. Von den Aufträgen in dringlichen Fällen und von Ausflugsfahrten lebend, bekommen sie die weitere Vermehrung des Bestandes an Privatwagen zu spüren. Resümierend darf man deshalb für alle Zweige des Autotransportgewerbes festhalten, dass der Geschäftsgang nach wie vor als genügend bis gut gewertet werden darf, doch ist die angespannte Beanspruchung des Materials verschwunden. Der Rückgang der Nachfrage lässt sich in erster Linie auf den Umbruch der Konjunkturlage in eine Reihe von Wirtschaftszweigen zurückführen. Die Ertrags- und Vermögenslage der Unternehmer ist gegenüber dem Vorjahr nicht mehr so gut. Eine gewisse Anspannung lässt sich nicht verkennen. Sie hängt mit dem Umsatzrückgang zusammen, der den Unternehmer vor das Problem' stellt, die .Fixkosten auf eine kleinere Anzahl von Transportleisturigen zu verteilen. Hinzu kommt, dass sich die Gestehungskosten nur zum allerkleinsten Teil herabsetzen Hessen, ja dass einige der wichtigsten dieser Posten noch weiter angestiegen sind, indessen nicht durch Tariferhöhungen ausgeglichen werden konnten. Anders ausgedrückt heisst das, dass der Unternehmergewinn im Autotransportgewerbe sich vermindert hat. Hand in Hand mit der Verschlechterung der Ertragslage geht such eine solche der Vermögenslage, die eine vorsichtige Beurteilung verlangt. Aus allen diesen Elementen ergibt sich das Gesamtbild eines Gewerbezweiges, der unter den Auswirkungen einer weichenden günstigen Konjunktur steht. 3872 Unternehmer mit ATO-Ausweisen. Im Abschnitt • Stand des Vollzugs der ATO • meldet der Bericht, dass am 30. September 1948 die Zahl der Inhaber von ATO-Ausweisen für gewerbsmässigen Sachen-, Personentransport und für Lastwagenspedition sich auf 3872 belief. Nach den wesentlichsten Transportarten gegliedert, sind total' 1956 Betriebe mit gewerbsmässigen Personen-, 2380 mit gewerbsmässigem Sachentransport und 26 mit Lastwagenspedition vorhanden. Von den 3872 Betrieben entfallen 2570 auf die deutsche, 1016 auf die französische und 286 auf den Tessin und das italienischsprechende Graubünden. Aus diesen Zahlen resultiert eine Abnahme der Betriebe um 85, verglichen mit dem Stand am 30. September 1947. Wenn davon ein nicht unbedeutender Teil auf die Sachentransport-Unternehmer entfällt, so erklärt sich das mit dem fortschreitenden Konzessionsverfahren einerseits und dem Verkauf von Transportgeschäften an bestehende Unternehmungen anderseits. Im übrigen verfügten die 3872 Unternehmer zusammen über 9101 Fahrzeuge, nämlich 2979 Personenwagen, 538 reine Gesellschaftswagen, 351 Fahrzeuge mit auswechselbarer Karosserie für Personen- und Sachentransport, 3501 Lastwagen, 192 Lieferwagen, 224 Traktoren und 1498 Anhänger. In der Mitarbeit beim Vollzug der ATO erschöpft sich die Aufgabe des TAG nicht, vielmehr beschäftigt er sich auch noch mit anderen Problemen, deren wichtigstes die Tarifordnung; im Sachentransport bildet Im August 1947 wurde den Mitgliedverbänden ein erster Entwurf hiezu unterbreitet. Bald genug zeigten sich die Schwierigkeiten, denen die Verwirklichung dieses Werks begegnet, und noch heute schleppen sich die Verhandlungen innerhalb des TAG dahin, wobei immerhin gewisse Fortschritte in einzelnen Teilgebieten des ganzen Komplexes erzielt werden konnten. Noch aber sieht sich der Verband ausserstande, den längst fälligen zweiten Entwurf vorzulegen; die noch fehlende Stellungnahme besonders der am Nahverkehr interessierten Mitgliedverbände zur Frage der Einführung des Gewichtstarifes hindert ihn daran. Deshalb mag bis zur Inkraftsetzung einer Tarifordnung noch einige Zeit verstreichen, eine wenig erfreuliche Situation, die der Verwaltungsrat des TAG bedauert Man muss sich dabei jedoch der Tatsache bewusst bleiben, dass die Materie an sich ungewöhnliche Schwierigkeiten bietet. .

Nr. 51 - MITTWOCH. 1. DEZEMBER 19« AUTOMOBIL REVUE Ein Auge Ärzte schätzen den Bremsen Kupplungen Dichtungen Stossdämpfer * ^sßr besonders! Es ist auffallend, dass sich unter den Riley-Besitzern besonders zahlreiche Ärzte befinden, also Menschen, die viel am Lenkrad sitzen, trotz vorsichtiger Fahrweise gute Tempi erzielen und dabei noch mit ihrer Nervenkraft haushalten müssen! Dass ihre Zahl ständig noch weiter zujiimmt, ist wohl der beste Beweis für die Zufriedenheit, die er den Besitzern verschafft. Die «Riley-Wagen» sind nun mit 1 ^-Liter-Motor von 55 Brems-PS und mit 2^-Liter-Motor von 100 ferems-PS sofort ab Lager lieferbar. • vorläufig können wir nur die englischen Luvax-Girling-Stossdämpfer revidieren, dies jedoch als offizielle Girling-Agenten. Generalvertretung für die Schweiz: J.ckE. Waeny, Grand Garage, Wabern-Bern Telephon 5 26 22 Aargau und unterer Teil Solothurn: Paul Kaufmann, Schönenwerd. Amriswil: A.. Roth & Söhne. Basel i Henri Hurter, Schdnzenstr. 13. Bleli E. Rieder, Ob. Quai 32. La. Chaux-de-Fonds: Paul-Ruckstuhl, 2)a, rue Leopold-Robert. flawil: Garage Steinemann. Geneve: Montchoisy S. A., 68-70, rue Montchoisy Schaffhausen: W Fischer, Spitalstrasse S. St. Gallen: Franz Klaiber, Sternackerstr. 1. Solothurn: Fritz Webe'r, Bahnhofplatz. Tessin: P Mazzuchelli, Lugano. Thun: W. de'ßerti, Käsenenstrass» 1. Waädt und Wallis: Majesüc S.A.; AS, avenue de Morges. Yverdom Gnbi & Leüba. Zürich: J. H. Keller AG., Bahnhofstr. 1, Bei der telephonischen Aufgabe von Inseraten BREMSEN KUPPLUNGEH OICBTONSEN 6IBLING-DÄMPFEB kann die Administration keinerlei Verantwortung für Uebermilflungsfehler übernehmen. ZÜRICH. StaufTacbermsl 18/20. TB!. (051) IT 11 77 BERN, Belastrasse 16 Telephon'(031) 3 58 88 Für Autogewerbe und Maschinenindustrie ZD VERKAUFEN 2 neue Lastwagenpneus 36X6 2 Occaslons- Lastwagenpneus 36X8 Offerten trefl. aa Untermfihle. Tel. (033) 2 28 22, Steffisburg (Bern). 70968(50,51 CORDS-Spezia! Kolbenring! bängste Lebensdauer, maximale Oeleiniparung und gute Kompression. Hüten Sie sich vor Nachahmungen, verlangen Sie Prospekte. Alleinvertretung für die Schweiz« Fa. O. KNITTEL, LENZBURG Französisch« Schweiz: JEAN IOTM . (tue do VModrome • GENF Der Oripal-Kütilwasserwürmer H E A H. Eichenberger, Ziirich-Altstetten behäir über Nacht de* Motor warm, schützt vor Einfrieren. Das Zuverlässigste und Billigste, das es gibt. Keine Wartung — immer betriebsbereit. Seit 18 Jahren meine Spezialität. Schützen Sie sich vor Nachahmungen! Verlangen Sie in Ihrem eigenen Interesse in Ihrer Garage oder in Ihrem Zubehörgeschäft ausdrücklich nur HEA-Kühlwasserwärmer. i Bestellung Lichtspannung, Rohrdurchmesser odei Wagenmarke angeben (versch. Spezialmodelle). •AOENERSTBASSE 735 Telephon 25 52 47 Old Gold Kolbenringe ACAR AG. gegen Kraftverlust und übermässigen Ölverbrauch MontasefertiM Einbausätze Zürich, Seehofstr. 15, Tel.: (051) 326878/327849 Lausanne, 5, Avenue Ruchonnet. Tel.: (021) 325 67 Bern, Ed. Steiner AG., Suvahaus. Tel.: (031) 23545/258 22