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E_1948_Zeitung_Nr.053

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24 fabrikneu, letztes

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Ir.53-15.Dezember 1948 Tüz&tA&^fas^rf&t^* dfo jdufömrfrfltf-/&(&{£, Motorisierte Briefträger in den USA. Seit 1895 gibt es in den USA die sogenannte « Rural Free Delivery » (R. F. D.), die auch den Bewohnern entlegener Gebiete Anschluss an den Postverkehr gibt. Ländliche Distrikte sind in Zustellungszonen aufgeteilt, von denen jede Routen-Nummern erhält, die dann auf der Adresse angegeben werden müssen. Eine Adresse lautet dann beispielsweise: « Mr. James Smith, Springtown (Ohio), R. F. D. 7». Für den Landbriefträger ist diese Angabe ausreichend. Ursprünglich übten die Landbriefträger ihren Dienst mit Pferd und Wagen aus; heute sind fast alle Routen motorisiert. Ein Zustellungsbezirk umfasst gewöhnlich Wege mit einer Gesamtlänge von mehreren Dutzend Meilen, und innerhalb dieses Bezirks werden Briefe und sonstige Postsachen an jedes einzelne Haus geliefert. Der Briefträger ist jedoch nicht verpflichtet, an jede Tür zu klopfen; er bringt die Post nur bis zum Strassenrand. Der Anlieger hat hier seinen eignen Briefkasten aufgestellt — ihre Form ist standardisiert, und sie ähneln grossen Brotbüchsen — und muss sich seine Briefe hier abholen. Umgekehrt deponiert er in dem Kasten auch Briefe, die dann von dem motorisierten Briefträger abgeholt werden. Ein metallenes Fähnchen, das am Briefkasten angebracht ist und aufgerichtet oder heruntergeklappt werden kann, lässt schon von weitem erkennen, ob der Kasten leer ist, spart also beiden Parteien unnütze Wege. Die meisten Briefträger haben es gelernt, die Kästen zu bedienen, ohne ihren Wagen zu verlassen; während sie mit einer Hand das Steuerrad festhalten, öffnen sie mit der andern den Kasten, stekken die Briefe hinein und betätigen das Signalfähnchen. Gelegentlich kann der Anlieger sie zwingen, den Wagen zu verlassen und die Post persönlich abzuliefern, und zwar, indem er einen eingeschriebenen Brief an sich selbst richtet, der dann vom Briefträger ausgetragen werden muss. Das kostet den Briefschreiber eine Extragebühr und gewöhnlich auch eine Tasse Kaffee für den Briefträger, der meistens eine Anhöhe erklimmen muss, aber es erspart dem Schreiber einen Weg. Die von den Briefträgern benutzten Autos gehören nicht der amerikanischen Postverwaltung, sondern ihnen selbst. Ankauf, Betrieb und Reparaturen gehen auf Kosten der Briefträger; neben ihrem Gehalt empfangen sie eine Gebühr für die Bereitstellung des Wagens, und diese Gebühr beläuft sich gegenwärtig auf 7 Cent pro Meile. Der Staat hält dies für ausreichend; die Briefträger behaupten, dass sie angesichts der steigenden Betriebskosten nicht auf ihre Rechnung kommen. Dies scheint einleuchtend, da viele Briefträger auf ihren Dienstfahrten im Jahr 40 000 Meilen und mehr zurücklegen, eine Distanz, die etwa einem Drittel des Maximums an Meilen gleichkommt, das einem Auto zugemutet werden kann. Nach spätestens 120 000 Meilen muss ein neuer Wagen angeschafft werden, und wenn die Meilengebühr von 7 Cent gänzlich für Benzin und Reparaturen verwendet wird, dann ruiniert sich eben der Beamte im Dienst fürs Vaterland. Wenigstens einmal im Jahr erhält der motorisierte Briefträger ausserdienstliche Post. Um die Weihnachtszeit, wenn er besonders schwer arbeiten muss, findet er in den « Brotbüchsen » Briefe, Checks, Süssigkeiten, Zigaretten und Pakete, die nicht frankiert sind — Weihnachtsgaben für den Mann, der für Millionen von Amerikanern nahezu die einzige regelmässige Verbindung mit der Aussenwelt herstellt. Ernst Behrendt Jeanne Es war gär kein Zweifel möglich. Es war wirklich eine Ventilfeder gebrochen! Ich richtete mich auf und wischte mir den Schweiss von der Stirn. Es war zwar schon spät am Nachmittag, und die Sonne stand ganz tief, aber es war doch noch drückend heiss. Die Pappelallee, die sich schnurgerade nach Süden erstreckte, flimmerte und schwankte. Die Weinberge rechts und links — wie paradox, wenn Weinberge so platt sind wie ein Kartoffelacker — brüteten in der Hitze. Es waren noch gut 60 km bis Avignon, und selbst bis Orange wären es noch an die 30. Auf der Rhone trieb ein Kahn-mit der Strömung vorbei. Ich sah ihm! neidisch nach. Dann stieg ich wieder ein, liess den Motor an und humpelte vorsichtig auf sieben Zylindern weiter. Der Wagen war noch ganz neu. * ,y Nach ein paar Kilometern kam eine Ortschaft, nur eine Häuserreihe an der schnurgeraden Strasse. Ungefähr in der Mitte der Ortschaft stand ein Mann am Rande der Strasse und dienerte. Als ich ganz nahe bei ihm war, lüftete er die schmierige Baskenmütze von seinem runden Schädel und schwenkte sie einladend. «Jules Cadoret, Moteurs, Reparations», las ich auf dem Schild über der Toreinfahrt in seinem Rücken. Es gefiel mir, dass der Mann schon von weitem den möglichen Kunden gewittert hatte — ein Kunststück war es ja nicht, denn mir selbst schmerzten die Ohren von dem kranken Klang des Motors —, und ich hatte eine Kiste mit Ersatzteilen bei mir. Also bog ich in den Hof ein. Ich sah gleich, dass M.Jules seinen" Kram verstand. Ich war hungrig und durstig, und gerade gegenüber guckte ein vergoldeter Hahn von einem schmiedeisernen Arm auf die Strasse hefunter. Also ging ich hinüber. Mme Simonne, die Wirtin vom Coq d'Or, war eine Menschenkennerin und erfasste sofort die Lage. «Eine Suppe, M'sieur, ein paar Forellen meuniere, oder ziehen M'sieur Trüffeln en serviette vor? Sie sind ganz frisch! — ein gebratenes Hühnchen — ganz jung — eine Omelette —. » Es war kühl und dämmerig in dem Speisezimmer mit dem Marmorfussboden und den verstaubten Palmwedeln an den Wänden. Draussen jenseits des Stroms, der sich träge und grau durch das weite Tal wälzte, sank die Sonne. Ich war allein. Ich war sehr zufrieden. Um neun Uhr hatte der tüchtige Jules versprochen, fertig zu sein — sagen wir zehn —, dann konnte ich noch bequem bis Avignon kommen und sogar bis Marseille, wo ich hin wollte. ich war bei der Omelette angelangt, als hinter der bunten Glastür, die zum Nebenzimmer führte, Licht aufflammte. Stimmen erschollen — hohe und tiefe —, Stühle rückten, und dann klapperten Teller. Mme Simonne erschien und fragte, ob ich Kaffee wünsche. Ich warf einen fragenden Blick zur Glastür. Sie verstand sofort. «Eine Verlobung, M'sieur», flüsterte sie mit einem Augenaufschlag; ihr üppiger Busen wogte in freudiger Erregung. Etwas spater knallten nebenan Pfropfen; eine Rede wurde gehalten; eine feiste, nicht mehr ganz sichere Stimme antwortete, und dann knallten wieder Pfropfen. Die Stimmen redeten jetzt alle zugleich, und es wurde sehr viel gelacht. Plötzlich öffnete sich ein Spalt in der Glastür, und ein Mädchen schlüpfte hindurch. Es war gross und schlank und trug das schwarze Haar in der Mitte gescheitelt. Es schloss vorsichtig die Tür und ging zum Fenster. Es war wohl fest davon überzeugt, dass es allein sei, denn ich habe nie auf einem menschlichen Antlitz einen solchen Ausdruck von leidenschaftlicher Sehnsucht, von Verlangen, von grenzenloser Hingabe gesehen, wie er sich nun auf den schönen und ebenmässigen Zügen des Mädchens abzeichnete, als sie zum Fenster hinausschaute. Im ersten Augenblick dachte ich, dass es die Braut sei und beneidete den glücklichen Bräutigam. Dann aber sah ich, ich weiss nicht woran — vielleicht empfand ich es auch bloss ganz instinktiv —, dass diese Leidenschaft keinem Menschen galt, sondern nur der Mondnacht draussen und der weissen Strasse, die schnurgerade zwischen den niedrigen Häusern in die Ferne führte. Und als das Mädchen dann noch das Fenster öffnete, seine Arme ausbreitete, als ob es den Silberglanz der Weite draussen ganz in sich aufsaugen wolle, War ich so gepackt, so bis ins Innerste erschüttert, dass ich ganz vergass, wie wenig taktvoll es Von mir war. mich nicht bemerkbar zu machen. Nebenan wurde es immer lauter. Eine kindlich hohe Stimme rief: « Jeanne », und auch ein polternder Bass rief den gleichen N^rnen. Das Mädchen drehte sich mit einer unendlich müden Bewegung um, und dann sah sie mich. Sie erschrak durchaus nicht, war nicht im mindesten verlegen und schritt mit einer leichten Verneigung wieder zur Tür. Im gleichen Augenblick kam Mme Simonne zur anderen Tür herein. Sie erfasste wieder blitzschnell — auf ihre Weise! — die Lage und rief: « Da bist du ja, Jeanne! Das ist aber nett von dir, Monsieur ein bisschen Gesellschaft zu leisten! Monsieur ist ganz allein. Weisst du übrigens, dass Monsieur einen ganz fabelhaften Wagen hat? » Dabei lächelte sie uns beiden so strahlend zu, und ihr Busen wogte so liebevoll, dass man ihr ob dieser schamlosen Kuppelei noch nicht einmal böse sein konnte. Das Mädchen Jeanne schien gar nichts zu merken und sah mich bloss mit grossen, schwarzen Augen ernsthaft und aufmerksam an. «Aber vielleicht nimmt Monsieur an der Feier teil», drängte Mme Simonne, die scheinbar glaubte, einem schüchternen Liebhaber auf die"« Beine helfen zu müssen. « Nicht wahr, Jealirie? Monsieur tanzt sicher gerne. Ach, wenn du wüsstest, w i e schön Monsieurs Wagen ist — gaffe weiss und Chrom — übriaens war der Jules oben da," Monsieur, und der Wagen wäre nicht vor» Mitternacht fertig. > Das war natürlich gelogen. Der tüchtige Jules hätte es sich nicht nehmen lassen, mir selbst Bescheid zu sagen. Aber ich wusste, dass Widerstand zwecklos ist, wenn Frauen von Mme Simonnes körperlichen und seelischen Ausmassen sich etwas in den Kopf gesetzt haben. Also ergab ich mich in mein Schicksal. Ausserdem interessierte mich Jeanne. Wir tanzten. Sie tanzte gut, aber in einer völlig unpersönlichen Art. Sie tanzte nur mit der Musik, nicht mit mir. Dann knallten wieder Pfropfen. Ein dicker Mann — soweit ich erkennen konnte, der Besitzer der feisten und unsicheren Stimme — gab den Sekt aus. « Der Wainhändler Baudouin » flüsterte Mme Simonne mir zu. Auch ich trug mein Scherflein zur Hebung der Stimmung bei. Aber soviel ich auch mit Jeanne tanzte, sie blieb immer gleich gemessen und kühl. Draussen brummte ein Motor. M. Jules' schweiss- und ölbedecktes Gesicht erschien in der Tür. Also hatte Mme Simonne wirklich gelogen! Es war erst 11 Uhr! Die ganze Gesellschaft drängte mit mir hinaus und bewunderte den Wagen. Er war ein Prachtstück, ein Zweisitzer-Cabriolet. Ich liess den Motor etwas brummen und sogar auf einen Augenblick den Kompressor heulen. Die Frauen kreischten, und die Männer unterhielten sich sachverständig. Nur Jeanne stand etwas abseits und beteiligte sich nicht an der allgemeinen Bewunderung. Sie stand neben der Haube und streichelte mit unendlicher Zärtlichkeit den Elfenbeinlack. Dabei blickte sie wieder voll leidenschaftlicher Sehnsucht die weisse Strasse hinunter. Eigentlich hätte ich nun fahren müssen, denn ich musste unbedingt um acht Uhr früh in Marseille sein. Aber ich ging doch wieder mit hinein. wir sassen an einem Tisch in dem Speisezimmer mit den Palmwedeln. Jeanne sass neben mir; wir tranken Pommery, und ich erzählte von meinen Reisen. Ich erzählte von Nizza und Venedig, von Rom, Neapel, von Palermo und vom Kloster Monreale mit seinem frommen und doch so heidnisch heiteren Säulenhof. Ich erzählte von den schneebedeckten Pässen der Alpen und von den gewaltigen Bändern aus Beton, die das grosse Land jenseits des Ozeans umspannen. « Sie kehren wieder zurück, M'sieur ...? » fragte Jeanne leise. Ich nickte fast beklommen. Ich hatte so lange und so viel erzählt, weil die ganze Zeit, während ich sprach, ihre Hand auf meinem Arm lag und ihn streichelte, wie vorhin die Haube. Dann tanzten wir wieder, und sie war genau so unpersönlich und gelassen wie vorher. Schliesslich musste ich ernsthaft daran denken, weiterzufahren. Die Stimmung der ganzen Gesellschaft war so ausgelassen geworden, dass ich sie nicht durch meinen Aufbruch stören wollte. Ich ging also heimlich hinaus, zahlte und setzte mich in den Wagen. Nicht einmal von Jeanne verabschiedete ich mich: Plötzlich stand sie neben mir — in Hut und Mantel! « Nehmen Sie mich mit, M'sieur », sagte sie mit ihrer tiefen, dunklen Stimme. Der Mond schien voll auf ihr klassisch schönes, vollkommen ruhiges Gesicht. Nur die grossen Augen blickten sehnsüchtig — nicht auf mich! — auf die weisse Strasse! Ich war ratlos. « Aber Jeanne •, sagte ich, « das geht doch nicht. Ich kann dich doch nicht einfach so mitnehmen — sieh mal — ja, wenn du meine Geliebte wärst...» «Natürlich werde ich Ihre Geliebte sein, M'sieur», sagte sie, als ob das das Selbstverständlichste von rfsr Wplt spi Ich war völlig perplex. « Aber Jeanne, du liebst mich doch nicht! > rief ich verzweifelt. • Natürlich liebe ich Sie nicht, M'sieur, aber ich werde trotzdem ihre Geliebte sein und alles tun, was Sie wünschen », war die gelassene Antwort. « Sehen Sie, M'sieur, mein ganzes Leben lebe ich an dieser graden, weissen Strasse und sehe immer nur, wie die Wagen vorbeifahren, hinaus in die Ferne — mein ganzes Leben sehe ich, wie die anderen vorbeisausen in die grosse, weite Welt hinein — immer nur vorbei. Nehmen Sie mich mit, M'sieur! » Ich war so erschüttert von diesem leidenschaftlichen Ausbruch — denn auch ihre Stimme hatte alle Gelassenheit verloren und flehte mit unerhörter Eindringlichkeit —, dass ich weiter nichts tun konnte, als immer wieder ganz zart die schlanken Hände zu streicheln, die sich an den Chromrand des Seitenfensters festkrallten, als ob in dem blinkenden Metall des Wagens alles Glück und alle Seligkeit des Lebens läge! « Ich kann nicht, kleine Jeanne! » sagte ich traurig, « ich muss jetzt fahren, aber ich komme bestimmt, wieder. Au revoir. Jeanne! » Ihre Hände sanken herab. Ihr bleiches Gesicht wurde ganz starr, wie eine Maske. « Adieu, M sieur », flüsterte sie mit tonloser Stimme. Ich liess den Kompressor heulen und fuhr — viel zu schnell für den neuen Motor — hinaus in die Mondnacht. Ich fuhr durch bis Marseille. Im Herbst hatten wir wieder einen Wagen nach Südfrankreich zu liefern, diesmal nach Nizza. Es war eine grosse Reiselimousine, und ich nahm einen Monteur mit. Ausserdem benutzte einer der Direktoren die Gelegenheit, eine kleine Spritztour an die Riviera zu machen. Ausgerechnet vor dem Coq d'Or bekam er Durst. Mme Simonhe begrüsste mich mit überschwenglicher Freude, Ihr Busen wogte und ihre Augen wanderten neugierig zwischen dem Direktor und mir hin und her. «Eine Suppe, Messieurs, ein paar Forellen meuniere ... > Ich winkte ab und legte meinen Finger an den Mund. Sie blinzelte verständnisvoll. Nachher zog ich sie beiseite. «Ich verstehe vollkommen, M'sieur — der Herr Onkel...», sie wiegte bedauernd den Kopf, € aber schade ist es doch! » «Und Jeanne? » fragte ich mit gepresster Stimme. « Ach, M'sieur, so ein Unglück! Denken Sie, sie kriegt ein Kind! Und wissen Sie von wem? Von dem dicken Schwein Baudouin, dem Weinhändler — und bloss weil er ihr versprochen hat, sie mal nach Marseille mitzunehmen in seinem klapprigen alten Renault! Jetzt denkt er natürlich nicht mehr daran! » Francis G. Wilmot. Einladen der Post am nächsten Hauptpostamt. Oft sind die Briefkasten für ein ganzes Dorf zusammengedrängt Das aufgeklappte Signalfähnchen am vordersten Kasten zeigt an, dass ein Brief im Kasten steckt. Ein Postamt auf Rädern. Briefmarken, Tarife und Zahlungsanweisungen sind mit Wäscheklammern über der Windschutzscheibe befestigt.