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E_1948_Zeitung_Nr.053

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II AUTO-MAGAZIN Kr. 53

II AUTO-MAGAZIN Kr. 53 Kleiner Schriftsteller am Stammtisch Ein Stammtisch — man höre auf die erste Silbe — ist etwas Solide«, Markiges, ein tisch, der nicht schottert, wenn man darauf schlägt, eip seltsam gelockerter und doch positiver Konzentrationspunkt im Leben der Gesellschaft, an dem sich dann auch seine besten und treuesten Stützen niederlassen: Der Apotheker mit dem Spitzbart, der Metzger mit den zwei Filialen (die dritte wird demnächst eröffnet!), der Küfer Dubois, der aussieht wie St. Nikolaus und übrigens nie flucht, Kaufmann B., Händler in Textilien, Herr Gimmi, der vornehme Rentier und Grosstktionär — und endlich der kleine Schriftsteller. Gehört dieser letztere nun an den erlauchten Tisch mit der zinnenen Sparkanne darauf, in dessen Haube Fähnchen von sieben Kantonen gesteckt sind? Er weiss es selbst nicht so recht, der Mann der Feder, er gleicht einem Tobiasfischlein (ein altes, wohlverstanden!), dem die Wogen und Plantscbscen der Boheme nicht mehr behagen und der, da es ihm Völlig an der literarischen Reputation mangelt, im Lager der Akademiker und Arrivierten auch nicht so recht zu Hause sein kann. Zudem hat er einen Stiftungsbericht für Herrn Gimmi geschrieben — Mittelprodukt von Roman und wissenschaftlicher Dissertation — wurde von diesem als ein «verdammt geschmeidiger Federfuchser» erkannt und der seriösen Gilde am Stammtisch zur Goldenen Lampe kurzerhand vorgestellt. Das Wort Schriftsteller, das — Gott sei's geklagt — bei uns zulande immer noch einen solch dubiosen Klang hat, war dem Herrn Gimmi zu gering 1 , er bezeichnete seinen «Federfuchser» kurz als Experten — worauf dann das Malheur da war. Denn es erwies sich im Verlauf der Wochenabende, an denen ein guter Burgunder nicht verschmäht wurde, dass sich hinter diesem blendenden Namen sozusagen nichts «auftat>: kein Firmenschild und kein Lederlager, keine Patente für Pumpanlagen, noch sonst irgend etwas, was mit den Händen zu greifen gewesen wäre. Kaufmann Bärmann ergänzte: «Ich bin fürs Solide -— Literatur bleibt doch immer eine Angelegenheit fü* Untüchtige», und er blitzte den Schriftsteller, dessen Borstenhaare (schöne hatte er nicht) sich langsam zu sträuben begannen, mit seinem Zwicker aus dem vorigen Jahrhundert streng an: «Wie kann uBerhanpt ein ernsthafter Mensch Zwischen der dritten Blauband und demsich mit dem Abfassen sogenannter Feuilletons vierten Dreierli meinte dann der Apotheker befassen ...!» einmal: Der Schriftsteller ist gar nicht schüchtern : «... schliessljch gab es zu allen Zeiten «Wie kann ein solch stattlicher Mann», gibt Schriftsteller, hm » und äugelte seinem Spielpärtner nachsichtig zu. «Wie rief noch Seneca kauf seidener Damenhöschen befassen — Tag er zurück, «wie Sie es sind, sich mit dem. Ver- aus? Hm — ach — ich weiss es nicht mehr.» für Tag ... Bamenhosen. Windeln, Bebewäsche ... und dazu heissen Sie Bärmann, und Ihr Urahn ging einst mit dem Spiess auf die Jagd.» «Ha, ha, Bärmann auf der Jagd!» brüllt der Metzger und schlägt seine Karte auf den Tisch, dass es donnert. Herr Bärmann ist irgendwie bei seiner Ehre gepackt. Seine Brille funkelt wieder zu dem Federfuchser hinüber: «Aber ich schreibe meine Rechnungen am Abend ... ich weiss, was ich geleistet habe. Ich lege die Bücher in den Kassenschrank, schliesse ab in dem Bewusstsein, dass es immer neuen Verschleiss an Hosen gibt — das ist es, ja das ist es. Man ist doch nützlich, man ist einfeschaHet in den täglichen Kreislauf von Erzeugung und Verbrauch.» Der Kneifer funkelt richterliche Hoheit. Der kleine Schriftsteller hat eine gute Karte. Er lehnt sich ein wenig zurück und antwortet: «Was beisst hier nützlich! Ein russischer Mediziner hat nachgewiesen, dass mit der Er- findung der engen Gummibandhosen und -böschen Darm- und Unterleibserkrankungen aller Art zugenommen haben. Und schliesslich kann der Feuilletonist der Menschheit mit acht oder fünfzehn Zeilen praktischer Lebensweisheit nützlicher sein — als ein Philosoph mit seinem ganzen Lebenswerk. Von einem gewissen Punkt ab ist alles wohl kaum noch «nützlich», sondern eher notwendig, und von einem noch höheren können Ameisenbauten, seidene Höschen und Feuilletons unter Umständen ein unlösbares Ineinander, ein Iutarsienmuster bilden. Vielleicht aber auch ...» «So reden immer Leute, die keine. Geschäftsunkosten haben», lärmt der Metzger, «Fräulein, noch einen Becher ...!» Das Tobiasfischlein seufzt hier ein wenig in sich hinein, es kommt nicht zum Schwimmen, es resigniert und hört ergebenst auf den Spitzbart, der dem Stammtisch von einer neuen Disitalis-Methodfi erzählt. Dann schlägt es zwölf Uhr Die Serviertochter, die kleine, üppige, mollige Person mit don Madonnenbäcklein und den schalkhaften Appenzelleraugen, kassiert. Aechzend erhebt sich die Runde. «Guten Abend, din Hnrrpn!» Herr Bärmann ist geblieben. Der Wem, der gute Stumpen, die Niissli haben ihn versöhnt. Jovial beugt er sich zu seinem Nachbarn hinüber, blickt um sich, einen blitzschnellen Moment und flüstert: «Sie sollten Romane schreiben. Ja, ja Romane, aus dem Leben, ganz schlicht, wissen Sie ... realistisch.» «Parbleu!» entfährt es dem kleinen Schriftsteller, «Sie könnten recht haben ... Fräulein, noch einen Kognak!» Edouard Steenken. BÜCHER Tessiner Kunstführer, von Ernst Sehmid, in fünf Teilen (Lugano und Umgebung/Mendrisiotto / Malcantone / Die drei Täler / Locarno und Umgebung). Taschenformat 11,5X18,5 cm mit je 16 Abbildungen auf Kunstdruckpapier. Die ersten beiden Bändchen dieses handlichen Führers sind eben erschienen. Ernst Sehmid ist ein ausserordentlich guter Kenner des Tessins, der es versteht, die versteckten Schönheiten dieses Landesteiles auf gewinnende Art und Weise zugänglich zu machen. Es geht in diesen Bändchen nicht um Museumsgut oder um eine Bestandesaufnahme des Kunstgutes des Kantons Tessin, sondern um Kunstwerke, welche sich immer noch in der ursprünglichen Umgebung finden. (Verlag Huber & Co. AG., Frauenfeld.) facense e//ememe voila Q)erry eher GRANDE LIOUEUD Wann fahren Sie nach Bern? Wir i öchten Sie so gerne durch unsere prächtigen Teppichlager führen. Ob unserer reichen Auswahl und den rorteilhaften Preisen werden Sie erstaunt sein und wie so viele, Ihren Freunden weitererzählen «Der Gang zu Geelhaar lohnte sich»! Ein Gang zu Gcelhaar lohnt sich M«r. tH* TU 1.10.M BtC WIRD AUF KEINEN BAU MEHR VERZICHTEN MÜSSEN Mfcfekttor« MoMUkvafcn* INT«» Basler Fahrengeschienten tlil Ztiehftungtn von Barn Ruidi BiUtrli Geb. Fr. ».»0 Mit hellem Lachen und mit sehmttntelndem Behagen kostet man di« meisterhaft geformten Geschichten, mit denen uns der Bader Dichter von einem Ufer des wunderseligen, grausam schönen, strahlend bunten Lebens eum andern führt. Wer sieh und anderen einige frohe Stunden sehenken will, greife nach diesem Buch. Oll»« tMtl •flto »Bstheken, Drogerien and FaeligeseMfln

Ir.SJ AöTO-MSAZIX II Schweizer Rätsel Nr. 12 Elnsendetermin 27. Dezember 1948. HUMOR Ach du, ich glaube kaum, dass Onkel Ernst das merkt. «Noch eine Frage, Herr Fach!ehrerl Wie kommt es, dcus der Ventilator die Zündkerzen nicht ausbläst?» Aus dem Kärtchen sind die Ortsnamen der 17 Punkte zu suchen. Richtig zusammengestellt ergeben die Anfangsbuchstaben den Tip für ein praktisches Weihnachtsgeschenk. Bewertung: 5 Punkte. Auflösung des Welt-Geoeraphieratsels Nr. 10: Ibiza, Oran, Rhone, Odense, Elba, Island, Aden, Detroit, Nyassasee, Rangoon, Java, Edinburgh. Die Anfangsbuchstaben ergeben RIO DE JA- NEIRO. 5 Punkte erhalten: Eric Adam, Basel; Jeanny Aebi, Emmenbrücke; Frau M. Ammann, Oftringen; Jakob Bärchtold, Wil; Hansruedi Begert, Bümpliz; Ernst Benz, Goldach; H. Boiler, Amriswil; Bernhard Bürgi, Zürich; Jos. Buschor, Zürich; Frau M. Canale, Brienz; Robert Dietz, Münchwilen; Hans Ernst, Zürich; Frau A. Fischermyger, Lenzburg; Tony Frey, Basel; Ernst Greutert, Stadel; Hans Grosjean, Bern; Frau H. Guyer, Schaffhausen; Frau S. Gysin, Liestal; R. Heimgartner, Erlenbach; Hans Hohl, St. Gallen; Otto Hofmeier, St. Pantaleon; Frau J. Hopf, Bern; Hans Hopf, Erlach; A. Huber, Lutzenberg; Bernhard Hunziker, Kirchleerau; Frau G. Keppler, Uster; Frau D. Kriegel, Weinfelden; J. Kubli, Lugano; A.Künzle, Wattwil; Frau M.Lehmann, Bern; Frau B. Lüthy, Basel; Lilly Mamie, Muri; Hans Matti, Saanen; Anton Meisser, Winterthur; Frau H. Meyer, Arbon; Frau E. Mosimann, Burgdorf; Frau E. Ochsner, Zürich; Karl Oehrli, Freudwil; Ernst Rieser, Aarwangen; Frau L. Rock, Basel; Max Roos, Interlaken; F. Schütz, Münsingen; P. Sidler, Zollikon; Frau M. Simmen, Chur; Ernst Spillmann, Bonstetten; A. Spörri, Zürifch; Frl. L. Stalder, Burgdorf; Fritz Thalmann, Malters; Frau L. Vogel, Basel; L. von Arx, Bern; Frau E. Weber, Biel; Fritz Wenger, Bern; Frau L. Wüst, Luzern; Rudolf Wyss, Solothurn; Fritz W. ZumKeller, Brugg. Alle andern erhalten den Mühepunkt. Der Rätselonkel wünscht seinen Nichten und Neffen recht frohe Weihnachten, dankt allen für die grosse Mühe und das Ausharren und die vielen netten Zuschriften. So soll es auch das nächste Jahr wieder sein, und der Onkel hofft, dass dann der zur Verfügung stehende Raum wieder gross genug sein wird, um jedesmal etwas zu plaudern. «Ich bin neulich von Bern nach Zürich in eineinhalb Stunden gefahren.» «Das ist gar nichts; ich bin neulich auf derselben Strecke nur eine Stunde gefahren.» «Das ist doch unmöglichI» «Wieso? das andere bin ich gelaufen I» ,W*S^[:fl^CH'T;STfJ5SICH{R Mit Selbstaufzug do.fUr Damen neu Fr.129.- Fr.15«.- I FISCHER MSSä\ OCHMA DER TREFFE MIT HAUPTTREFFERN VON Fr. 50 000.-, 20000.-, 10000.- jLtrvr-r T,>(f A . :_ u/«»*