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E_1948_Zeitung_Nr.053

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AUTOMOBIL REVUE

AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 15. DEZEMBER 19*8 - Nr. 53 wer hätte sich nicht schon geärgert ob der mangelhaften Beleuchtung vieler Motorfahrzeuge? Wer hätte nicht schon festgestellt, dass des Nachts auch in den Städten zu schnell gefahren wird? Wer wüsste nicht, dass vor allem am Abend auch viele Motorfahrzeuglenker dem Alkohol erliegen? Nicht selten stösst man auf die Frage, weshalb denn die Polizei nicht auch nächtliche Verkehrskontrollen durchführt. Nur wenige Leute wissen, dass in Zürich auch während der Nachtzeit ausser den Fuss-Patrouillen auch motorisierte Streifen tätig sind, um nach Möglichkeit die Verkehrssicherheit während der Abendstunden zu gewährleisten. Wenn man berücksichtigt, dass durch die Nacht vor allem innerorts der Verkehr behindert wird, weil infolge der geringeren Verkehrsdichte die Aufmerksamkeit bedeutend kleiner ist als tagsüber, weil bei Dämmerlicht, Nebel oder nassen, reflektierenden Strassen die Sicht oft ungenügend ist und weil auch viele Fahrzeuglenker durch die Müdigkeit oder andere Einflüsse in ihren Reaktionen beeinträchtigt sind, dann beweist dies zwar die Notwendigkeit der nächtlichen Verkehrsüberwachung, zeigt aber auch gleichzeitig die Schwierigkeit dieses Unterfangens. Genau wie die andern Fahrzeuglenker haben auch die Männer am Steuer der kleinen, wendigen Polizei-Lancias gegen die Gefahren der Nacht anzukämpfen. Es fällt ihnen ausserdem in der Dunkelheit Viel schwerer, die Physiognomien der verschiedenen Leute zu erkennen und die Verdächtigen Elemente zu erfassen. Dennoch haben sie sich über Arbeit nicht zu beklagen: Angetrunkene Fahrer und mangelhafte Beleuchtungen sind so zahlreich, dass die Abendstunden der Polizeipatrouillen ordentlich ausgefüllt sind. Fast alle Verstösse gegen die Verkehrsvorschriften, denen wir auf unserer Fahrt begegneten, lassen Sich in eine dieser beiden Kategorien einteilen, die die Hauptgefahrenquelle des nächtlichen Strassenverkehrs bilden. In ein besonderes Kapitel gehören die mangelhaften Lichtanlagen vieler Fahrzeuge. Es wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, alle jene zu notieren, die ohne oder mit Ungenügender Beleuchtung des Nummernschildes herumfuhren. Fast alle jedoch, die angehalten und auf den Mangel hingewiesen wurden, versuchten sich herauszureden, dass sie keine Ahnung gehabt hätten, dass an der Beleuchtung etwas nicht in Ordnung sei. Ganz abgesehen davon, dass nach Gesetz jeder Fahrzeughalter verpflichtet ist, Sein Vehikel in tadellosem Zustand zu halten, hat gerade heute niemand mehr eine Berechtigung, sich mit • Nichtgewussthaben » für die Mängel an seinem Fahrzeug zu entschuldigen, sind doch seit einiger Zeit schon fast im ganzen Lande durch ACS und TCS Scheinwerfer- und Bremsenkontrollen durchgeführt worden. Der beschämend geringe Besuch dieser Veranstaltungen (zu der letzten Scheinwerferkontrolle des ACS In Zürich und Winterthur hatten sich nur rund 1000 Wagen eingefun* den, die zum grössten Teil beanstandet werden mussten) lässt leider den naheliegenden Sehluss zu, däss man sich im allgemeinen um den Zustand seines Gefährtes herzlich wenig kümmert, obwohl jedem Einsichtigen klar sein muss, wie gefährlich ein Motorfahrzeug in mangelhaftem Zustand sein kann. Während die mangelhafte Beleuchtung des Schlusslichtes besonders die Verkehrskontrolle erschwert, kann das ungenügend wirkende Stopplicht vor allem bei Nebel oder Regen zu einer akuten Gefahr werden. Etwas weniger häufig, aber immer noch viel zu oft sliessen wir auf defekte oder falsch eingestellte Scheinwerfer. Auch hier versuchten die Verantwortlichen Ausflüchte, und dies gelegentlich gar in einer Art. die weder eines Mannes noch viel weniger eines Automobilisten würdig ist. Es braucht wirklich Männer mit guten Nerven, diese Kontrollen zu machen! Es ist bemerkenswert, dass in der überwiegenden Mehrzahl die schuldigen Fahrzeuglenker auf die Mängel ihrer Beleuchtung hingewiesen wurden, ohne dass deswegen eine Verzeigung erfolgt wäre. Und bei aller Abneigung gegen eine allzu scharfe Bussenpraxis scheint uns doch, dass gerade in dieser Hinsicht grössere Strenge am Platze wäre. Vielleicht würde sich manch einer dann doch entschliessen, nicht hur der Karosserie, sondern auch den lebenswichtigen Bestandteilen seines Fahrzeuges etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Die Tatsache, dass in Zürich durchschnittlich jeden Abend ein betrunkener Automobilist erwischt wird, wirkt nicht weniger beschämend als sensationell. Vielleicht wird durch die in den letzten Tagen veröffentlichte Mitteilung, dass inskünftig alle Lenkef eines Motorfahrzeugs, denen der Ausweis wegen Verursachung eines Unfalls in angetrunkenem Zustand entzogen wird, mit vollem Namen in der Zeitung an den Pranger gestellt werden, in dieser Richtung etwas Remedur schaffen. Vielleicht kann dazu auch die Schilderung der beiden Fälle, die ich auf der Patrouillenfahrt erlebt habe, ein wenig beitragen. Zürich bei Licht Auf nichtlicher Verkehrsstreife mit der Stadtpolizei Ein Taxichauffeur, der mit seinem Wagen eine Abschrankung gerammt hatte, wurde von der Polizei sofort als angetrunken erkannt. Noch bevor der herbeigerufene Geriehtsmediziner sein Urteil hierüber abgeben konnte, verstärkte sich 'lie Vermutung, dass der Polizist mit seinem Verdacht wohl recht habe; der Chauffeur lamentierte und schwatzte so dummes Zeug, dass an einigem Alkoholgehalt nicht mehr zu zweifeln war: -Nicht genug damit: er versuchte sich auch noch der Blutprobe zu widersetzen in einer Art, die auf ein sehr schlechtes Gewissen schliessen lassen musste. Das Resultat der Blutuntetsuchung habe ich nicht erfahren. Zweifellos war es ungünstig. Der Mann konnte einem leid tun; denn ein Entzug der Führerbewilligung hat wohl auch den Verlust seiner Stelle zur Folge. Und mit den Entzügen ist man in neuester Zeit in Zürich nicht gerade sparsam! Es wäre aber eigentlich nur recht, wenn auch jener Fahrgast, der den Taxichauffeur mit Alkohol traktierte, ja zum Genuss von Wein geradezu nötigte, kräftig beim Wickel gefasst würde. Er hat nicht nur den Chauffeur zur Gesetzesübertretung angestiftet, sondern diesen sehr Wahrscheinlich auch für einige Zeit um sein Brot gebracht. Der andere « Alkoholfall • begann mit einer wilden Verfolgungsjagd. Weshalb der eine der beiden Polizisten das Gefühl hatte, dass mit dem an uns vorbeifahrenden Ford nicht alles in Ordnung sei, weiss ich nicht. Sicher ist jedoch, dass er mit seiner Vermutung nur allzu recht hatte. Kaum merkte das Opfer, dass ihm jemand auf der Fährte war. so begann er ein reichlich hohes Tempo hinzulegen. Der sofort eingeschaltete re- Kehle Erhöhung der Fiskallasten des Automobils bei der Finanzreform, versichert der Bundesrat der FRS Die FRS (Schweiz. Strassenverkehrsverband) übermittelt uns die Abschrift folgenden Briefes zur Veröffentlichung: Die ASPA zur Autotransportordnung Der Zentralvorstand des Verbandes Schweiz. Motorlastwagenbesitzer (ASPA) nahm anlässlich Seiner Sitzung vom letzten Freitag in Winterthur unter dem Vorsitz von C. R. Müller-Dettling (Brunnen) Stellung zur Frage der Ueberführung der ATO in die endgültige Gesetzgebung und stimmte nach einlässlicher Aussprache folgender Resolution zu: 1. Die ASPA vertritt nach wie vor die Auffassung, dass eine Gewerbeordnung im Sinne der ATO 2um Schütze des Autotransportgewerbes einem Bedürfnis entspricht. An ihrem Standpunkt von 1936 wird grundsätzlich festgehalten. Die ASPA nimmt in positivem Sinne für die Weiterführung der ATO Stellung und wird Sich für einen zweckentsprechenden Vollzug derselben unter Wahrung der spezifischen Interessen des Transportgewerbes einsetzen und alle dahin zielenden Bestrebungen unterstützen. 2. Die Aspä erwartet, dass eine weitgehende Selbstverwaltung im Sinne von Art. 38 des Vorentwurfes zur ATO zur Anwendung gelangt, dass bei der Bewilligungserteilung den Bedürfnissen der Kleinbetriebe und des angestammten Gemischtverkehrs besonders dort gebührend Rechnung getragen wird, wo es um die Existenz geht. 3. Die ASPA lehnt zum vornherein jede Irgendwie geartete Regelung oder Tangierung des echten Werkverkehrs durch die ATO ab und setzt sich mit allem Nachdruck für eine vollständige Freiheit der werkeigenen Transporte ein. Insbesondere wird verlangt, dass die Pflicht zur Verwendung von militärischen Anforderungen entsprechenden Lastwagen wie diejenigen zur Lieferung statistischer Angaben in der künftigen ATO (Art. 15) fallen gelassen wird. Es kann mit Genugtuung festgestellt werden, dass sowohl im Vorentwurf des Eidg. Amtes für Verkehr zur endgültigen ATO wie AKTUELLES gistnerende Kilometerzahler zeigte denn auch fast konstant achtzig und mehr Stundenkilometer, über Kreuzungen so gut wie um Kurven. Schllesslich brachte aber der Lenker unseres Lancia den Ford doch zum Stehen, und wir trauten unsern Augen kaum, als dem Gefährt ein Mann entstieg, der kaum mehr auf den Beinen stehen konnte. Auf die Frage der Polizisten, ob er etwas viel Alkohol getrunken habe, erklärte er mit, treuherziger Miene, nein, er habe nur sehr wenig gehabt. Dass dies die Polizei nicht ohne weiteres glauben wollte, verstand ich nur zu gut, und auch der Arzt vom gerichtsmedizinischen Institut teilte diese Ansicht. In einem Punkt waren sich die beiden beduselten Fahrer einig: sie vertraten nämlich beide die Ansicht, dass sie sich der Blutprobe nicht zu unterziehen brauchten, wenn sie nicht wollten. Diese Meinung, dies sei hier besonders betont, ist ebenso falsch wie weit verbreitet. Auf Grund eines Urteils des Zürcher Obergerichts hat die Polizei jederzeit die Möglichkeit, offensichtlich angetrunkene Fahrer zur Blutprobe zu zwingen. Da nützt alles Jammern und Sträuben nichts mehr, ja, selbst die mit Lamentieren gewonnene Zeit wird bei der Bestimmung des Alkoholgehaltes noch berücksichtigt. Das einzige, was durch solche Widerspenstigkeit erzielt wird, ist ein furchtbar schlechter Eindruck. So befriedigend die Arbeit der beiden Polizisten für den Beobachter war, so bedenklich musste ihn das Resultat der nächtlichen Verkehrsstreife stimmen. Denn ist es nicht so, dass durch die räudigen Schafe auch die anständigen Automobilisten in Verruf kommen? S-r. Bern, 6. 12. 1948. Eidg. Finanz- und Zolldepartement An die FRS, Bern. Herr Präsident, sehr geehrte Herren, Mit Eingabe vom 1. November 1948 haben Sie das Eig. Finanz- und Zolldepartement ersucht, Sie über die mutmassliche Gestaltung der fiskalischen Belastung des Motorfahrzeugverkehrs im Rahmen der Neuordnung des Finanzhaushaltes des Bundes zu unterrichten. Wir haben die Ehre, Ihnen die an der Konferenz mit Ihrem Direktionsausschuss vom 24. November abgegebenen Abklärung im Einverständnis mit dem Bundesrat wie folgt zu bestätigen. Es ist Ihnen selbstverständlich bewusst,- dass weder einzelne Departemente noch der Gesamtbundesrat verbindliche Zusicherungen zur aufgeworfenen Frage geben können, sondern dass die künftigen fiskalischen Massnahmen Sache der Bundesversammlung und des Volkes sind. Sie möchten offenbar in Erfahrung bringen.was atwa als Absicht des Eidg. Finanz- u. Zolldepartementes für die nächste Zeit gelten könnte. In diesem Sinne beehren wir uns, Ihnen zu antworten, dass beim Eidg. Finanz- und Zolldepartement gegenwärtig keine Erhöhung der Zölle in Aussicht steht, die von den Motorfahrzeughaltern als Erhöhung der fiskalischen Belastung des Motorfahrzeugverkehrs angesprochen werden könnte. Hinsichtlich der Warenumsatzsteuer steht eine Aenderung der gegenwärtigen Ansätze nicht zur Diskussion. Zur Frage der Unterstellung gewisser Automobile unter die L u - xusSteuer ist darauf hinzuweisen, dass eine derartige Massnahme nach der Auffassung des Eidg. Finanz- und Zolldepartementes nicht in Betracht fällt. Genehmigen Sie, Herr Präsident, sehr geehrte Herren, die Versicherung unserer vorzüglichen Hochachtung Eidg. Finanz- und Zolldepartement: (gez.) E. Nobs. Diese Erklärung'.des ? GesatfttbUBdesrates, bei der er auf jeden Fall behaftet werden muss, wird in der auf heute Mittwoch, den 15. Dezember, nach Bern einberufenen Sitzung des Zentralvorstandes der FRS besondere Bedeutung gewinnen, handelt es sich für ihn doch darum, gestützt auf die Lage, wie sie sich aus dem zitierten Schreiben ergibt, über die Frage der vorsorglichen Schaffung von Treibstofflagern Beschluss zu fassen. Die A.R. wird ihre Leser über den Entscheid des Zentralvorstandes der FRS, an dessen Sitzung sich eine Presseorientierüng anschliesst, in der nächsten Nummer unterrichten. in den Erläuterungen dazu diesen Postulaten bereits Rechnung getragen wird. . Die ASPA behält sich vor, je nach dem Verlauf der parlamentarischen Verhandlungen, auf einzelne Bestimmungen der definitiv in Kraft zu setzenden Ordnung des Autotransportgewerbes zurückzukommen. Der TCS zur Bundesfinanzreform und zum Bau zusätzlicher Benzintanks Der Verwaltungsrat des Tounng-Clubs der Schweiz ist am 11. Dezember 1948 unter dem Vorsitz von Herrn Nationalrat Lachenäl in Genf zusammengetreten. Nachdem er davon Kenntnis genommen hatte, dass die Zahl der Mitglieder des Verbandes mehr als 82 000 beträgt, befasste er sich mit verschiedenen Fragen, die durch das ständige Anwachsen des Strassenverkehrs aufgeworfen werden. Von der Feststellung ausgehend, dass die Einnahmen aus den Treibstoffzollen wahrscheinlich regelmäss'ig 60 Mill. Fr. im Jahr weit übersteigen werden, gab er der Meinung Ausdruck, dass in Zukunft wenigstens die Hälfte dieser Einnahmen der Eidgenossenschaft für die Verbesserung und- den Ausbau des Strassennetzes Verwendet werden solle. Er beschloss ausserdem, sich energisch jeder Regelung zu widersetzen, gemäss welcher die Gewährung von Bundessubventionen für den Strassenausbau an die Bedingung • geknüpft ,-würde, dass die Kantone einen Anteil an den Bauausgaben der Eisenbahnunternehmungen Übernehmen. Er; sprach sich ferner für den Bau von neuen Lager räumen aus, um die Vorratshaltung an Treibstoffen zu verbessern und drückte gleichzeitig den Wunsch aus, dass die Baukosten in kurzer Zeit getilgt werden, um eine Belastung des Benzinpreises während eines langen Zeitraumes zu vermeiden. Schhesslich befasste er sich mit dem Anwachsen der Verkehrsunfälle, und besehloss, die Anstrengungen für die Verbesserung der Verkehrsdisziplin zu vergrössern. ... man muss sie hören alle beide! Unsere Umfrage Einer meiner Bekannten hat das Vergnügen, an einer ziemlich viel befahrenen Strasse in der Stadt zu wohnen. Er beklagt sich oft und bitterlich über den Nachtlärm, und gerade die Automobilisten, die zu nächtlicher Stunde mit Rasse und Schwung ihre Wagentüren zu schliessen pflegen, um dann mit Vollgas wegzubrausen, besingt er nicht in angenehmen Tönen. Es ist ein altes Lied, das hier angestimmt wird, und es wurde schon wiederholt der Versuch gemacht, dieser Plage zu begegnen. Lärmbekämpfungsaktionen, Affichen in den Wirtschaften, Publikationen in der Presse führten zwar zu Teilerfolgen, denen jedoch leider zu wenig nachhaltige Wirkung beschieden war. Auch ich kenne das Gefühl, das wohl jedermann beschleicht, der durch Lärm aus dem süssen Schlummer geschreckt wird. Obschon ich gewiss kein Gegner der Motorisierung bin, muss ich gestehen, dass ich mich schon oft versucht sah, nach der Pistole zu greifen oder sonst ein Instrument zu erhaschen, das in geeigneter Form dem Lärmer auf der Strasse meine schlafbedürftige Wenigkeit zum Bewusstsein hätte bringen können. Vielleicht sind es Hemmungen, die mich bisher davon abgehalten haben, meinem rohen Drang zu folgen, vielleicht aber, und ich hoffe es, ist es gerade etwas von jenem Anstand, den offenbar die nächtlichen Ruhestörer nicht besitzen. Oder wäre es etwa nur Nachlässigkeit, das viele Leute vergessen lässt, dass es auch Menschen gibt, die sich vor Mitternacht zur Ruhe zu legen pflegen? Ich vermute eher eine gewisse Rücksichtslosigkeit hinter jedem, der hemmungslos in den Strassen herumlärmt. Zugegeben, in kalter Winternacht muss man jeden Motor etwas warmlaufen lassen, damit er keinen Schaden nimmt. Es ist jedoch ein grober Irrtum, zu glauben, dass dem Motor dadurch gedient werde, wenn man ihn auf Hochtouren jagt. Viel besser ist es, ihn zwei oder drei Minuten im Leerlauf brummen zu lassen, und dann bei ganz normaler Tourenzahl anzufahren. Auch der grösste Lärm macht aus einem Topolino keine Rennmaschine, das möchte ich allen Krachbrüdern ins Stammbuch schreiben* die sich am Gedröhn des Motors scheinbar so sehr freuen. Es ist sodann auch nicht richtig anzunehmen, dass man Autotüren nur mit vollem Schwung schliessen könne. Mit einigermassen gutem Willen bringt man das Kunststück fertig, auch bei älteren Modellen, ohne grossen Lärm den Schlag (hat mit schlagen nichts zu tun!) zuzudrücken! R. S. «. II E \ Z V F K K i; H R November.Bilanz der fremden Autogäste Trotz saisonbedingter rückläufiger Bewegung im internationalen Autotourismus der Schweiz, wie sie sich in der Novemberstatistik der Eidg. Oberzolldirektion spiegelt, liegen die neuesten Ziffern zum Teil beträchtlich über jenen der Jahre 1938 und 1947. Waren es im gleichen Zeitraum des letzten vollen Friedensjahres 16 306 ausländische Motorfahrzeuge, die zu vorübergehendem Aufenthalt in die Schweiz einreisten, im Jahre 1947 dagegen deren 22 705, so präsentierten sich im vergangenen Monat an unsern Grenzposten nicht weniger als 28 542 motorisierte Ausländer. Gegenüber 1938 bedeutet dies eine Zunahme von 79 %, gegenüber dem Vorjahr eine solche von 25 %. Eine Gesamtübersicht über die vom Januar bis November 1948 in unser Land eingereisten fremden Autogäste vermittelt folgendes Bild: Total der Einreisen: 1948 1947 1938 Januar 16 338 6 850 16 687 Februar 19 865 6 179 17 961 März 24 261 9 560 24 346 April 28 129 15 156 32 441 Mai 37 565 15 746 28 734 Juni 40 695 21604 40 844 Juli 70 775 30 883 64 346 August 106 634 44 842 103 467 September 63 938 35 022 51005 Oktober 40 942 24 656 22 982 November 28 542 22 705 16 306 Januar—November 477 684 233 203 419 119 Im Vergleich zu 1947, ist — im Blick aufs Ganze gesehen — ein Plus von 105 % zu verzeichnen, während das Ergebnis von 1938 um 14 % übertroffen ist. Am Fernverkehr waren im November 26 719 (Oktober 38 994) Fahrzeuge beteiligt, wobei 22 715 (32 576) auf die Personenwagen, 1393 (3008) auf die Autocars und 2611 (3410) auf die Motorräder entfielen. Dazu kamen 1304 (1179 1 Lastwagen, ferner 519 (769) FersonenautomobH«- und Motorräder, die im engern Grenzverkehr gezählt wurden. Eine Zusammenstellung der von den Grenzorganen erfassten Fahrzeuge nach Herkunftsländern zeigt, dass sich Frankreich mit 12 049 (18 794) Vehikeln knapp vor Italien mit 11761 (14850) Einheiten an der Spitze zu halten vermochte. Auf den nächsten Plätzen finden wir Deutschland/Danzig mit 1547 (1821), Belgien/ Luxemburg mit 741 (1362), Oesterreich mit 642 (1150), die Niederlande mit 482 (738) und Nordund Südamerika mit 468 (523) Fahrzeugen.

Nr. 53 - MITTWOCH. lö. DEZEMBER 1948 AUTOMOBIL REVUE Abgeändertes Reglement für das Frisieren von Tourenwagen — Beibehaltung der bisherigen Bewertungsmodalitäten für die Schweiz. Automobilmeisterschaft 1949 Nachdem sie schon Ende Oktober zusammengetreten war, um die Grundlagen der nächsten Sportsaison auszuarbeiten, hat die nationale Sportkommission am zweiten Dezembermittwoch unter dem Präsidium von Dr. Carl N a p p (Basel) abermals getagt, wobei diese letzte, wiederum in Bern abgehaltene Sitzung unserer Sportbehörde endgültige Klarheit über die reglementarischen Vorschriften brachte, nach denen sich das automobilsportliche Geschehen des Jahres 1949 in unserem Lande abwickeln soll. Soweit es sich um die handelt, die bekanntlich im nationalen Sportreglement zusammengefasst sind, so haben dieselben gegenüber 1948 vor allem insofern Abänderungen erfahren, als nunmehr auch die letzten Bestimmungen, von denen anzunehmen ist, dass sie früher oder später überholt sein oder doch abgeändert oder ergänzt werden dürften, aus diesem Kodex eliminiert und in den Katalog der jährlich neu festzulegenden Vollzugsvorschriften aufgenommen wurden. Das gilt besonders für die an der Oktobertagung beschlossene Neuordnung der Fahrerklassifikation (auf Grund welcher zu Ende dieses Jahres etwa ein Dutzend Amateure zu den Experten « aufsteigen ») und für die Bewertungsmodalitäten des ACS-Sportabzeichens. Eine weitere Modifikation betrifft die Pneudimensionen bei Touren- und Sportwagen. Bekanntlich hat die internationale Sportkommission an ihrer Türmer Sitzung von Pfingsten 1948 die Bestimmung fallen gelassen, wonach bei den Sport wagen auf allen Rädern Pneus der gleichen Dimensionen aufgezogen sein müssen. Diesen Besehluss hat die NSK durch Vornahme der entsprechenden Reglementsänderung auch für unsere nationalen Veranstaltungen verbindlich erklärt, während die bisherige Bestimmung für die Touren wagen beibehalten wird. Wie gesagt: die erwähnten Aenderungen lassen sich im nationalen Sportreglement lediglich daraus ersehen, als man sich hier auf das Festhalten des Grundsätzlichen beschränkte, die neugefassten Bestimmungen dagegen in die Vorschriften der NSK übernahm, die jedes Jahr zusammen mit den Sonderreglementen zu den einzelnen Veranstaltungen herausgegeben werden. Ist man auch der Auffassung, das nationale Reglement, d. h. das eigentliche Sportgesetz, nunmehr — abgesehen von gewissen redaktionellen Aenderungen, die sich u. a. in den Artikeln über die Berufung ans nationale Schiedsgericht aufdränpten — soweit bereinigt zu haben, dass es wirklich nur noch Bestimmungen von zeitlich sozusagen unbegrenzter Gültigkeit enthält, so wurde dennoch entschieden, es sei das Provisorium bis Ende 1949 zu verlängern und die endgültige Fassung des Rahmengesetzes erst auf 1950 erscheinen zu lassen. Die NSK genehmigte sodann die Vorsohriftftil für das kommende Jahr, unter denen jene Ober das Frisieren der Tourenwagen und über die schweizerische Automobilmeisterschaft von besonderem Interesse sind. In bezug auf das Frisieren der Tourenwagen folgte sie einhellig den Vorschlägen der technischen Kommissäre. Diese Vorschriften sind bekanntlich (nicht nur bei uns) immer wieder die Quelle von Meinungsverschiedenheiten, weil es ausserordentlich schwierig ist, die Grenze zwischen Tourenund Sportwagen zu ziehen. Heute herrscht international die zweifellos richtige Auffassung, dass in der Definition des « Tourenwagens » eine gewisse Strenge am Platz ist, da vor allem in dieser Kategorie mit den Ergebnissen von bestimmten Rennen durch Industrie und Handel Propaganda getrieben wird. Der ACS ist deshalb der Ansicht, dass in der Tourenwagenkategorie nur solche Fahrzeuge starten sollen, die In jeder Beziehung den serienmässigen Produkten der betreffenden Firma gleichen. Die wenigen heute zugestandenen Ausnahmen ändern dieses Bild nicht wesentlich, wenn sie auch der Lust am Basteln etwas Spielraum lassen. Durch diese Strenge wird an und für sich der Hersteller teurer Wagen, bei denen serienmässig ein Motor mit höherer spezifischer Leistung eingebaut werden kann oder die durch besondere Bauweise gegenüber einem billigen Wagen leichter sind, bevorzugt; solange aber das Hubvolumen und nicht der Verkaufspreis Kriterium der Wageneinteilung bleibt, kann man diesem Umstand kein Gewicht beimessen. Das neue « Frisier »-Reglement. Im einzelnen stellen -die neuen Vorschriften fest, dass alle nicht ausdrücklich erlaubten c Frisierhandlungen » verboten sind. Diese Bestimmung ist im Hinblick auf die Erfahrungen während der vergangenen Saison nicht überflüssig. Als katalogmässigeAusrüstung nennt Art. 29 der NSK-Vorschriften 1949 diejenige der betreffenden Herstellerfirma (nicht des Vertreters oder des Importeurs) für den betreffenden Typ wobei Teile zwischen Lizenzmodeilen ähnlichen Typs nicht ausgewechselt werden dürfen. Bei Art. 30 wird festgelegt, dass nur dann bei einem Wagen nachträglich mehr als ein Vergaser angebracht werden darf, wenn entsprechende spätere Modelle des gleichen Fabrikanten diese Abänderung aufweisen. Ein neuer Art. 31 SPORTNACHRICHTEN Die N.S.K. neuerdings am Werk gestattet das Polieren von Einlass- und Auspuffleitungen. Zur Erhöhung der Verdichtung stellt Art 32 fest, dass das Abhobeln des Zylinderkopfes gestattet ist. (Durch die Beschränkung der Klopffestigkeit des Treibstoffes ist hier nicht bei allen Wagen etwas herauszuholen.) Die Montage anderer Zylinderköpfe (und damit auch oft Ansaugleitungen), die letztes Jahr einige Male Anstände verursachte, ist nunmehr so geregelt worden, dass nur solche Zylinderköpfe und Leitungen verwendet werden dürfen, die vom Fabrikanten des betreffenden Modells für dieses bestimmte Modell entweder selbst in Serien gebaut wird oder doch, falls diese Ausrüstung von Dritten in Serien hergestellt wird, von ihm empfohlen wird. Dadurch ist es beispielsweise nicht gestattet, einen Fiat 1100 C mit dem Kopf und den Leitungen des Modells 1100 S auszurüsten; da ferner Citroen die Verwendung von neuen Ansaugaggregaten mit zwei Vergasern, die auf dem Markt sind, nicht empfiehlt, führen diese zur Umteilung in die Kategorie Sportwagen. Das Zündsystem (Art. 33) darf, wie letztes Jahr, innerhalb der gesetzlichen Vorschriften abgeändert werden, dagegen wird jede Manipulation an Bremsen und Kühler nicht mehr bewilligt, was das Montieren grösserer Oeltanks, Oben: Dieser Liliput-Rennwagen, mit einem 6jährigen Buben am Steuer, wurde in lyjjähriger Arbeit von einem Münchner Mechaniker erbaut. Er wird durch einen 98-cm 1 - NSU-Motor angetrieben und erreicht 70 km/h. — Unten: Die Vorderradaufhängung dieses < Grand-Prix »-Rennwagens en miniature. Oelkühler etc. verunmöglicht und dadurch auch die Versuchung, den Motor in seinen Eingewei- Datum Veranstaltung 18./19. März Schnee-Sternfahrt zum Genfer Salon **) 22. Mai Rundrennen um den « Preis der Ostschweiz » in Erlen *) 19.Juni Bergrennen Rheineck—Walzenhausen—Lachen*) 25./26. Juni Zuverlässigkeitsfahrt und Autoslalom Gletsch*) 26. Juni Sternfahrt für Autocars nach Montreux**) 2. Juli Rundrennen um den « Preis vom Bremgarten » in Bern *) 3. Juli Rundrennen um den « Preis von Bern » in Bern **) 3.Juli Grosser Preis der Schweiz in Bern**) 17. Juli Bergrennen Develier—Les Rangiers**) 31. Juli Bergrennen von La Sonnaz (Freiburg) *) 20. August Bergrennen am Malojapass*) 21. August Bergrennen am Malojapass **) 27. August Rundrennen um den « Preis von La Blecherette » in Lausanne *) 28. August Rundrennen um den « Preis vom Leman » in Lausanne **) 28. August Grosser Preis von Lausanne **) 25. September Auto-Slalom-Lanc6 Luzern *) *) National. **) International. triumphiert über Schnee und Schlamm Lieferbar in allen gangbaren Grossen Nationaler Sportkalender 1949 DER NEUE SCHNEEREIFEN 1948/49 mit dem ungewöhnlichen Traktionsverrcögen GRIFFIG WIE KEIN ZWEITER Veranstaltende ACS-Sektion Genf Thurgau St. Gallen/App. Wallis Waadt Bern Bern Bern Les Rangiers Freiburg Graubünden Graubünden Waadt Waadt Waadt Luzern FABRIK FÜR FIRESTONE-PRODUKTE AG., PRATTELN den (Pleuellager, Kolben, Pleuelstangen) vor schriftswidrig weiterzuentwickeln, verkleinert. Was die Reifen betrifft (nunmehr Art. 34), so müssen alle Räder (inkl. Reserve) die gleiche Reifendimension, wenn auch nicht die serienmässige, besitzen; dagegen ist die katalogmässige Felgengrösse zu verwenden. Eine Vergrösserung des Treibstoffbehälters wird nicht mehr gestattet. Wichtig ist auch die Neufassung des Artikels über die Hinterachsübersetzung (Art. 35). Danach muss die Hinterachsübersetzung vom Fabrikanten serienmässig für das betreffende Modell gebaut worden sein und darf während der Saison nicht ausgewechselt werden. Diese strenge Bestimmung verhindert, dass beispielsweise für bestimmte Anlässe eine Uebersetzung für die Ebene, für andere eine solche für bergiges Gebiet gewählt werden kann, ein Vorgehen, das ja auch dem privaten Halter nicht offensteht. Art. 36 erwähnt, dass alle nicht ausdrücklich bewilligten Abänderungen, Arbeiten oder Zusätze, ferner auch die Demontage von Trittbrettern, Stoßstangen, Luftfiltern etc. verboten sind. Die neuen Frisierbestimmungen werden mithelfen, dass die konkurrierenden Toyrenwagen auch wirklich solche sind. Es ist immer noch erlaubt, an einem Tourenwagen praktisch jede Bastelarbeit oder ein Höherzüchten vorzunehmen, was allerdings die Einteilung in die Kategorie Sportwagen (wenn nicht Rennwagen) zur Folge hat. Automobilmeisterschaft 1949 Was die schweizerische Automobilmeisterschaft 1949 anbelangt, so erinnern wir daran, dass die NSK Ende Oktober grundsätzlich beschloss, für das nächste Jahr die Titel eines Touren-, eines Sport- und eines Rennwagenmeisters auszuschreiben, wobei sie ihren Sekretär mit dem Studium geeigneter Bewertungsmodalitäten beauftragte. Nachdem, wie wir vernehmen, ein Wertungsmodus im Vordergrund stand, der die bestehenden Klassenrekorde zur Berechnungsgrundlage gehabt hätte, der SAR aber — wie übrigens auch die « AR • — grösste Bedenken gegen die Verwirklichung solcher Bestrebungen geltend machte, entschied das Gremium nach eingehender Diskussion, am bisherigen Bewertungssystem festzuhalten. Dieses birgt — worauf wir in unserem Beitrag über die Gestaltung der schweizerischen Automobilmeisterschaft in der « AR » vom 20. Oktober hingewiesen haben — die Gefahr von toten Rennen, eine Gefahr, die nun freilich bei den Sport- und Rennwagen dadurch etwas gemindert wird, dass im Gegensatz zu den Tourenwagen die fünf statt vier besten Resultate für die Schlusswertung berücksichtigt werden. Als Meisterschaftsanlässe zählen bei den Rennwagen die vier Bergrennen (Rheineck, Les Rangiers, La Sonnaz, Maloja), das nationale Rundrennen in Erlen, die internationalen Rundrennen in Bern und Lausanne und der Auto-Slalom-Lanc6 Luzern, bei den Sportwagen die erwähnten vier Bergläufe, die Rundrennen von Erlen, Bern und Lausanne und der Autoslalom Luzern und bei den Touren wagen die vier Bergrennen, die internationale Sternfahrt zum Genfer Salon, die nachträglich auf den Kalender aufgenommene nationale Zuverlässigkeitsfahrt und Autoslalom Gletsch und der Autoslalom-Lance Luzern. Nebenbei bemerkt: die Veröffentlichung des nationalen Sportreglements pro 1949 und der dazugehörenden Ausführungsvorschriften ist auf Anfang Januar zu erwarten. Endlich homologierte die NSK die Resultate der Neuenburger Gelände- und Orientierungsfahrt sowie jene der schweizerischen Automobilmeisterschaft 1948, auf deren Wiedergabe wir hier verzichten können, weil sie sich mit den von uns errechneten und in der « AR » vom 3. November wiedergegebenen vollauf decken. Die Zusatzgebühr für Pseudonym -Lizenzen, die in der Sitzung vom 29. Oktober von Fr. 5.— auf Fr. 50.— erhöht worden war, erfuhr durch einen neuen Besehluss eine Reduktion auf Fr. 20.—. Zum offiziellen Zeitmesser des ACS wurde Ernst Holzer. St-Imier. ernannt.