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E_1948_Zeitung_Nr.050

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24. AUTOMOBIL REVUE

24. AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 24. NOVEMBER 1948 - Nri 50 Federschutzhülle für Automobile Ä 1. Vollständig abgedichtete, im Ölbad eingebettete Federn (Rost- und Staubschutz) 2. Behebung des Quietschens und Pfeifens durch das permanente Ölbad 3. Abschwächung der Vibrationen und Erschütterungen 4. Hochelastische und geräuschlose Wagenfederung LUBRISSOR» Was für Vorteile bietet Ihnen die Federschutzhüll« < LUBRISSOR > Olbad-Gamasche «LUBRISSOR» Slahlbandverschlm, /

Nr. 50 —IV. BLATT BERN, 24. November 1948 Jungmotorfahrerkurse und Rekrutierung Die Jungmotorfahrerkurse, die seit einigen Jahren in sehr erfolgreicher Weise die am Motorfahrzeug interessierten Jünglinge auf ihre militärische Laufbahn vorbereiten sollen, haben an der Verbreitung einfacher fahrzeugtechnischer Kenntnisse grossen Anteil. Es ist selbstverständlich, dass in erster Linie Absolventen solcher Kurse als Rekruten den motorisierten Truppen zugeteilt werden sollten. In der Praxis ist diese Forderung noch nicht überall durchgedrungen, was im Hinblick auf die Zweckbestimmung der Kurse zu bedauern ist. Wir geben deshalb gerne der nachstehenden Aeusserung Raum, die aus der Organisation der Jungmotorfahrerkurse nahestehenden Kreisen stammt. Red. In einer Fachzeitschrift für Motorfahrer beschwert sich der Leiter eines Jungmotorfahrerkurses darüber, dass von seinen 24 Kursteilnehmern nur deren drei zu den Motorisierten rekrutiert wurden. Solche Beschwerden sind nicht vereinzelt. Es wird Aufgabe der Zentralleitung sein, sie auf ihre Berechtigung zu prüfen und an massgebender Stelle zu melden, denn sie haben Einfluss auf die allgemeine Militärfreudigkeit und dürfen somit nicht leicht genommen werden. Der erste Kontakt eines jungen Wehrmanns mit militärischen Stellen beeinflusst ja oft seine weitere militärische Einstellung. Anderseits ist es aber auch nicht richtig, dass die Kursleiter ihre Jungmotorfahrer ausschliesslich auf Grund der guten Kursleistungen empfehlen, ohne deren ausserdienstliche Verbundenheit mit dem Motorfahrzeug, eine der wichtigsten Aufnahmebedingungen, gründlich abzuklären. Sinnund Zweck der Kurse ist vor allem, der Armee automatisch vorgeschulte Rekruten zuzuführen und damit das bei den motorisierten Truppen stark gesättigte Ausbildungsprogramm zu entlasten. Die Jungmotorfahrerkurse sind noch neu. Auf Grund der bisher gesammelten Erfahrungen ergibt sich vor allem einmal die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit zwischen Kursleitern und Aushebungsoffizieren enger als bisher zu gestalten. Die Rekrutierungsorgane sollten ihre Auswahl an Motorfahrern schon vor oder doch während der Kurse bereinigen und zu Kursbesuchen verpflichtet werden. Zudem wird es notwendig sein, sowohl die Zahl der Teilnehmer wie auch die Kursstandorte auf die Rekrutierungsbedürfnisse abzustimmen. Schritte in beiden Richtungen sind eingeleitet. Nach den bisherigen Erfahrungen darf mit dem vollen Verständnis der Rekrutierungsorgane gerechnet werden. Weit verbreitet ist immer noch die Meinung, der kantonale Führerausweis sei für die zukünftigen Motorfahrer wichtiger als der Ausweis der Jungmotorfahrerkurse. Wir teilen diese Auffassung nur dann, wenn diese Fahrkuhdigen, die also keinen Jungmotorfahrerkurs besucht haben, den Beweis eines konstanten ausserdienstlichen Fahrtrainings erbringen. Können sie das nicht, so ist grösste Vorsicht geboten. Denn es besteht Gefahr, dass Leute den motorisierten Truppen zugeteilt werden, die den Fahrunterricht nur deshalb nehmen, um sich vom Marschieren zu drücken. Ihr technisches Interesse ist gering, sonst hätten sie sich nicht nur zur Fahrausbildung, sondern auch zu den Jungmotorfahrerkursen gestellt. Viele von ihnen geben erfahrungsgemäss ihre Fahrausbildung auf, sobald sie, ihrem Wunsche entsprechend, bei einer motorisierten Truppe eingeteilt sind. Die Truppe hat mit dieser Kategorie Motorfahrer, wie nicht anders zu erwarten, schlechte Erfahrungen gemacht Es ist Sache der Aushebungsoffiziere, solche Leute zu erkennen und anders einzuteilen. Eine weitere Bereinigung bei der Auswahl der Kursteilnehmer erweist sich auf Grund von Beobachtungen in den Wiederholungskursen als notwendig, wo der Fahrzeugverschleiss zur Zeit ausserordentlich gross ist. Wer über den technischen Aufbau eines Motorfahrzeuges und seine Wartung Bescheid weiss, dem kann auch ein gewisses Verständnis für seinen Einsatz zugemutet werden. Die Kurse sollen demzufolge nicht nur den angehenden Motorfahrer, sondern auch, im Rahmen der zur Verfügung stehenden Kredite, allen Rekruten offen stehen, die bei einer motorisierten Truppe eingeteilt sein möchten. Damit wird die Basis der Fachkundigen erweitert, was sich in einem starken Absinken der Reparatursummen auswirken dürfte. Unsere Anträge an die Aushebungsoffiziere müssen somit unterscheiden zwischen Motorfahrern und Soldaten motorisierter Truppen: — Zur Aushebung als Motorfahrer dürfen nur diejenigen Jünglinge empfohlen werden, die alle Bedingungen erfüllen, welche an einen Militärmotorfahrer gestellt werden müssen. Dazu gehören nicht nur ein guter Kursabschluss und der definitive Führerausweis (der provisorische wird nicht mehr anerkannt) , sondern vor allem auch ein einwandfreier Nachweis über die Möglichkeit ausserdienstlichen Umganges mit Motorfahrzeugen. Anlässlich der Rekrutierung werden auch unwahre Angaben gemacht, die der Fachmann allein als solche erkennt. In diesem Zusammenhang wird' gegenwärtig die Frage studiert, ob das vor dem zweiten Weltkrieg eingeführte Verfahren, wonach unsere Fachkommissionen jeden Mptorfahrer an seinem Aushebunssorte auf seine Eignung prüf- ten, nicht wieder eingeführt werden soll. Heute muss in den Rekrutenschulen der motorisierten Truppen immer wieder ein grosser Teil der Rekruten zu andern Waffen gewiesen werden, weil sie die Aufnahmebedingungen nicht erfüllen. Zu den Motorfahreranwärtern gehören, neben den Automechanikern und Berufschauffeuren, alle sogenannten Gelegenheitsfahrer, wie z. B. Garagearbeiter, Landwirte, die Traktoren fahren, Bäcker, Metzger, Gärtner, die den Lieferungswagen bedienen, ferner Jünglinge, deren Eltern Motorfahrzeuge besitzen, kaufmännische Lehrlinge der Autobranche, angehende Techniker oder Ingenieure, die sich dem Motorfahrzeugbau widmen wollen etc. • Kursteilnehmer, die die Schlussprüfung erfolgreich bestanden haben, die sich aber vorläufig eine Fahrausbildung nicht leisten oder alle jene, die eine solche bestanden, aber ihre ausserdienstliche Verbundenheit mit Motorfahrzeugen nicht beweisen können, wären als die Kandidaten für motorisierte Truppen einzureihen und zur Einteilung als motorisierte « Waffen-Soldaten » wie Kanoniere, Flabsoldaten, Funker, Mitrailleure etc. vorzuschlagen. Ein autotechnisch vorbereiteter Kanonier, Mitrailleur etc. ist bei den motorisierten Truppen wertvoll, namentlich wenn er zum Unteroffizier oder Offizier vorgesehen wird. Der schon angedeutete, zum Aufsehen gemahnende Verschleiss an Motorfahrzeugen, ihr schlechter Unterhalt, ihr unzweckmässiger oder forcierter Einsatz ist zu einem grossen Teil dem fahrzeugtechnisch nicht vorgeschulten Kader zuzuschreiben. Briefe über allgemein interessierende Fragen werden gerne zur Veröffentlichung entgegengenommen. Sie sind mögliehst kurz zu fassen und an die Redaktion der «Automobil Revue», Breitenrainstr. 97, Bern, zu senden. Die Verwendung eines Pseudonyms ist gestattet, wenn der Redoktion Name und Adresse des Absenders bekanntgegeben werden. Nochmals flas Vorfahren hei Kolonnen Der Artikel von Dr. M. B. • Kolonnenwanzen — anders gesehen > in der letzten Nummer der « AR » veranlasst mich als alten Autler, ebenfalls einige Gedanken zu diesem Problem beizusteuern. Seit bald 30 Jahren zähle ich mich zu jenen, die unsere kleine Schweiz und dazu einen guten Teil Europas mit dem eigenen Wagen erleben dürfen. Der Zweck meiner Fahrten'ist also nicht geschäftlicher, sondern eher vergnüglicher Natur. Mein Tempo bleibt daher ziemlich massig, aber die Kolonnenbildung ist auf unsern Strassen im Verhältnis zum Gesamtverkehr selten. Es kann ja einmal vorkommen, dass sich an der Peripherie unserer grösseren Städte an Sonntagabenden, vielleicht hauptsächlich nachdem der Verkehr durch einen geschlossenen Bahnübergang aufgehalten wurde, für kurze Zeit eine Kolonne bildet. Immer wieder mache ich aber die Erfahrung, dass sie nur für ganz kurze Zeit beisammenbleibt. Auch mit 60 versucht mich noch jeder Topolino zu überholen, wenn es die der Geschwindigkeit der modernen, starken Wagen eine Limite setzen. Wollten wir auf unsern Strassen, wie sie heute sind, die für grosse Wagen wünschbare flüssige Fahrweise und Geschwindigkeit allgemein durchsetzen, so würde m. E. die Kurve der Unfälle weiter ansteigen. J. K. L. * fDer Artikel von Herrn Dr. M. B. als Entgegnung auf -die Einsendung « Kolonnenwanzen » bedarf einer Replik. 1. Die Automobilisten sind nicht allein auf der Strasse; sie haben Rücksicht zu nehmen auf den Fussgänger- und Veloverkehr, die an einem Sonntagabend kurz vor einer Grenzstadt wie Basel (zu der eigentlich aus der ganzen Schweiz nur drei Strassen führen) besonders stark ist und uns Autofahrer die ausnützbare Fahrbahn schmälert. 2. Aus diesen Gründen ist auch der Autoverkehr an Sonntagabenden besonders dicht. 5—6 km vor den Stadtgrenzen stauen sich die Autos, weil dort infolge des Tramverkehrs (etc., siehe Strassenbreite einigermassen erlaubt. An deroben) die Geschwindigkeit stark reduziert werden muss, während auf den Hauptzufahrtsstras- Entschlusskraft zum Vorfahren fehlt es sicher bei den Automobilisten nicht. Es ist eben so, sen zur eigentlichen Einfallsroute noch flott gefahren werden kann. Es ist m. E. ohne eigent- dass unsere Strassen hinter den Anforderungen des heutigen Verkehrs weit zurückgeblieben liche Autostrassen gar nicht anders möglich, als sind. Die Vermehrung der grossen amerikanischen Modelle gerade in den letzten zwei Jahren stehen. dass ca. 5—10 km vor der Stadt Kolonnen ent- hat die Situation noch verschlimmert, und man 3. Diesen Gegebenheiten haben wir uns anzupassen, wollen wir nicht uns selbst sowie alle kann sich gut in die Situation des Fahrers mit den 100 Pferden unter der Motorhaube hineindenken, der die Zunahme des Verkehrs als Hin- es eben Temperament und PS zügeln. Der gute anderen Strassenbenützer gefährden. Da heisst dernis empfindet und dann die Ursache der Autofahrer kann schnell fahren; er weiss aber Entstehung von Kolonnen bei den sogenannten sein Tempo auch herabzusetzen, wenn die Sicherheit der Strassenbenützer es verlangt. Er «Langsamfahrern» sucht. Die unleidige Ko- kann überdies auch ausrechnen, welch lächerlich geringer Zeitgewinn ihm die Rücksichtslosigkeit des Kolonnenüberholens auf 5—10 km Fahrstrecke einbringt. Ist es nicht so, dass sich ein guter Autofahrer lonne verschwindet aber ganz automatisch bei genügender Breite der Strasse. Das kann jeder erfahren, der z. B. einmal Gelegenheit hat, auf den oberitalienischen Autostrassen zu fahren, wo eben der langsam Fahrende ungestört mit seinen 50, 60, 70 km dahingondeln kann und von allen überholt wird; zu einer Kolonne kommt es deswegen nicht. Es ist also nicht die Unfähigkeit zu flüssigem Fahren im Sinne der Hundertpferdigen, die im heutigen Verkehr bei den letzteren Aergernis hervorruft, sondern es sind unsere engen, kurvenreichen und schmalen Strassen, die Motorwagen bis und mit 5 PS 6—15 PS je PS jede weitere PS für Lastwagen und Traktoren ausserdem ein Zuschlag von rune besteht immer noch die Möglichkeit, ein- mal als Motorfahrer eingesetzt oder umgeteilt zu werden. Das gilt für jeden Soldaten, der sich nach der Rekrutensehule über zivile Fahrtätigkeit ausweisen kann und namentlich für denjenigen, der einmal einen Juna- Wie wichtig es ist, die Bestimmungen übel die Rekrutierung zu verschärfen und nach dei fahrzeugtechnischen Befähigung, also nach dem Leistungsprinzip, zu rekrutieren, beweisen unsere Unfallstatistiken und die vielen Fahrunfälle in unsern Rekrutenschulen. Das bisher Gesagte deckt sich nicht überall mit meinen Ausführungen anlässlich der Kursbesichtigungen, weil es bisher an Erfahrung fehlte. Die Erfahrungen müssen aber nicht nur gesammelt, sondern auch sofort verwertet werden. Sie lassen sich wie folgt Die Armee braucht nicht nur Motorfahrer, sondern auch autotechnisch vorbereitete Soldaten für die motorisierten Truppen, vor allem aber autotechnisch vorgeschultes Kader, und zwar bei allen Waffen. Wieviele bestimmen die Aushebungsoffiziere. Die Kursleiter müssen mit Versprechungen und Empfehlungen zurückhalten. Bei aller Anerkennung des unermüdlichen Fleisses, den die Kursteilnehmer immer wieder zeigen und wobei ihnen ihre Lehrer vorangehen, ist Vor- weder durch sein Tempo noch durch die PS seines Wagens auszeichnet, sondern durch das Mass von Rücksicht, das er gegenüber den anderen Strassenbenützern walten lässt? Dass Mitmenschen als Opfer einer Rücksichtslosigkeit getötet oder zu Krüppeln werden, sollte einfach nicht mehr vorkommen. Dr. med. S. Wie in der « AR » vom 13. Oktober zu lesen stand, hat sich der Regierungsrat des Kantons St. Gallen im Laufe von Verhandlungen mit der st.-gallisch-appenzellischen Strassenverkehrsliga grundsätzlich bereit erklärt, an der per 1. Januar 1948 dekretierten, teilweise sehr massiven Steuererhöhung einen Abstrich von ca. 50 % vorzunehmen, ein Beschluss, der auf Neujahr 1949 in Kraft tritt. Wir geben die ab diesem Zeitpun kt gültigen neuen Ansätze wieder, soweit sie die Motorwagen und Anhänger betreffen, wobei vergleichshalber auch jene Steueransätze angeführt seien, die bis Ende Dezember 1947 sowie im laufenden Jahre Gültigkeit hatten: Steueransätze Anhänger Einachser bis 500 kg Nutzlast Einachser über 500 kg Nutzlast Zweiachser bis 1000 kg Zweiachser über 1000 kg 2. mm Heute geniesst jeder Jungmotorfahrer eine starke Vergünstigung für seine Fahrausbildung. Jeder Kursteilnehmer darf mit Vorteilen zufrieden sein, auch wenn er nicht zu den Motorisierten ausgehoben wird. Sie können ihm in seiner Ziviltätigkeit viel nützen. Als Folge der zunehmenden Heeresmotorisie- motorfahrerknrs besucht hat. Jede gattune braucht heute Motorfahrer. RRIEFE DER LESER AN ÖIE A.R. Die st.-gallischen Motorfahrzeugsteuern ab Neujahr 1949 bis Ende 1947 Fr. 150.— 20.— 25.-- 1948 Fr. 180.— 24.— 24.— 50.— 60.— pro ange- 100.— brochene oder 100.— ganze Einheit 200.— von 500 kg bis max. Fr. 320.— 165.— 22.— 24.5U 10 % 10 % 10 •/. Wnffpn- E. R. ab Neujahr 1949 54.— pro angebrochene oder ganze Einheit von 500 kg bis max. Fr. 300.— AKTUELLES Automobilwirtschaft und vorsorgliche Lagerhaltung von Treibstoffen In letzter Zeit hat die Tagespresse die Oeffentlichkeit bald in kürzeren, bald in längeren Artikeln über die Massnahmen zur Sicherung unserer Landesversorgung unterrichtet, welche die Bundesbehörden bereits getroffen oder in petto haben. Dabei war auch von Schritten nach einer raschen Vergrösserung des Tankraumes für flüssige Treib- und Brennstoffe die Rede. So wusste der « Bund » zu melden, die FRS habe sich zur Mitwirkung bei der Schaffung eines Programms für den Bau von Tankanlagen bereit erklärt, wodurch die Lagerhaltung unseres Landes um rund 135 000 t erhöht würde. Die Kosten in der Grössenordnung von ca. 52 Millionen würden vom Bund vorgestreckt und durch einen Tilgungsplan von langjähriger Dauer amortisiert, so dass eine Belastung des Bundeshaushaltes nicht eintrete, ebensowenig aber auch eine Erhöhung des Treibstoffpreises. Aehnlich Hess sich die NZZ in einem Artikel vernehmen: mit den an dieser Vorratshaltung interessierten Verbänden sei ein Bauprogramm für Tanks verabredet worden, dessen Ausführung in einer ersten Etappe 52 Mill. Fr. erfordere. Die Finanzierung erfolge ohne Belastung des Bundeshaushalts. Auf der Einfuhr von Benzin, berichtete dieses Blatt weiter, solle eine kleine Abgabe erhoben werden, die zur Amortisation der erwähnten Aufwendungen herangezogen werde. Eine Erhöhung des Benzinpreises erfolge dank der Ausnützung einer leichten Verbilligung des Auslandspreises nicht. Sowohl die eine wie die andere dieser beiden Meldungen ist, wie wir zu wissen glauben, in der vorliegenden Form ungenau, nicht nur, weil sich auch der Bund, d. h. das Eidg. Militärdepartement, an den 52 Millionen für den Tankbau finanziell wesentlich beteiligt, sondern auch weil die FRS ihr Einverständnis zu einem Vorgehen der behaupteten Art noch nicht endgültig gegeben hat, zumal insbesondere die Hohe der geplanten Abgabe auf dem Benzinpreis noch in Diskussion steht. Aussprachen mit den zuständigen Bundesstellen haben wohl stattgefunden mit dem Ziel, einen gemeinsamen Nenner zu ermitteln, um die Interessen von Armee und privater Automobilwirtschaft hinsichtlich der Lagerhaltung von Benzin in einer für den Strassenverkehr tragbaren Weise aufeinander abzustimmen — aber die Verhandlungen sind noch nicht an ihrem Abschluss angelangt, vielmehr bedürfen noch wesentliche, um nicht zu sagen entscheidende Punkte der Klärung. Ein Beschluss des Zentralvorstandes der Spitzenorganisation im schweizerischen Strassenverkehr konnte deshalb noch gar nicht gefasst werden. Man darf jedoch annehmen, er werde zu den Problemen, welche die Absicht einer Heranziehung des Motorfahrzeugs an die Kosten der vorsorglichen Lagerhaltung aufwirft, in naher Zeit Stellung beziehen und die automobilistische wie die weitere Oeffentlichkeit darüber informieren. TCS dann ohne Zögern Landesteil Bern - Mittelland. Wer zählt die Völker, nennt die Namen, die gastlich letzten Samstag zusammenkamen? In allen Räumen des 1. Stockes des Berner Kasinos nämlich, zum Familienfest der Berner TCS-Gemeinde. Rund 1450 zu löblichem Tun Entflammte waren es — und darin lag auch der Grund, weshalb der Vorstand sich entschlossen hatte, von der bisherigen Stätte dieses Anlasses nach dem mehr « Lebensraum » bietenden Kasino überzusiedeln. Beredtes Zeugnis vom Massenandrang legte auch der Autopark auf dem Münsterplatz und in den umliegenden Gassen ab, wo ein besonderes Polizeiaufgebot die Aufstellung der 300 Wagen betreute. Auch in den Sälen und Gängen des Kasinos fanden die Festteilnehmer ausgiebig Gelegenheit, zu zeigen, wie es bei ihnen um die Verkehrsdisziplin bestellt ist. Den befeuernden Klängen des Berner Unterhaltungsorchesters gelang es leicht, die Stimmung auf die richtige Tourenzahl zu bringen, die übrigens noch weiter stieg, als nach Schluss des Unterhaltungsprogramms die « Melodians » das Steuer übernahmen. Als Zündunterbrecher wirkten unter der Conference Max Knapps die gesanglichen Darbietungen Hedda Heussers und Albert Kuhns vom Berner Stadttheater sowie des Röseligartenchors, die tänzerischen Evolutionen des (grösstenteils sehr jugendlichen) Lausanner Theaterballets, die verblüffende Akrobatik der 5 Reimanns und, wohl als Höhepunkt des Programms, die mit erstaunlicher Könnerschaft gepaarte steinerweichende musikalische Exzentrik des Clowns Clips. Zwischenhinein entbot der Präsident, Dir. K a u e r , der Festgemeinde, den Gästen und den Vertretern des ACS wie der befreundeten TCS- Sektionen Gruss und Willkomm, um sodann kurz die automobilistischen Tagesprobleme zu berühren, unter denen der Kampf um die Verkehrssicherheit, der Ausbau unseres Strassennetzes und die Revision des MFG an erster Stelle stehen. Wieder drückte dann der Vergnügungsminister, Herr Probst, auf den Anlasserknopf, und prompt sprang der Motor des Ballbetriebs, worunter sich des Unterhaltungsprogramms zweiter Teil mischte, wieder an, um vergnüglich summend die willig mitgehende Clubgemeinde auf den Wogen wohltemperierter Stimmung dem Morgen entgegenzutragen.