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E_1948_Zeitung_Nr.050

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AUTOMOBIL REVUE

AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, Zi. XOVEMRF.R lOfft - Nr. 50 die Erfolge mit solchen Fahrzeugen auch propagandistisch ausgewertet werden, ist es richtig, dass man anstrebt, sie den Serienfahrzeugen möglichst vollständig anzupassen. Anderseits sollen serienmässig gebaute, schnelle Wagen, die eindeutig den Charakter von als Touren wagen brauchbaren Fahrzeugen besitzen, nicht in die Sportwagenkategorie eingeteilt werden. Genfer Schnee-Sternfahrt mit Start in St. Moritz ? Zu den in der letzten « AR » unter diesem Titel wiedergegebenen Ausführungen sendet uns P. Lare ida , St. Moritz, eine Entgegnung, der wir folgendes entnehmen: Bis heute ist die ganze Angelegenheit über eine diesbezügliche Anfrage aus Genf und unser Anerbieten, an der Startorganisation mitzuhelfen, noch nicht hinausgediehen. Wenn der Artikel in der « AR » einerseits ausführt, Zweck der Sternfahrt sei, möglichst viele Automobilisten nach Genf zu bringen und anderseits dieses Rallye, weil St. Moritz als Startort in Aussicht genommen ist, als « Hotelsanierungsrallye » bezeichnet wird, dann ist hiezu in prinzipieller Hinsicht zu sagen, dass wir für uns nur das wünschen, was Genf für sich selbst ebenfalls beansprucht, mit dem Unterschied lediglich, dass wir im Engadin weit mehr auf Gästewerbung angewiesen sind als Genf, das während des Salons ohnehin vollbesetzt sein wird. Zur Sache selbst: Als Vorkämpfer für die ganzjährige Offenhaltung des Juliers glaube ich meine Pflicht zu tun, wenn ich auf die Befahrbarkeit des Juliers zur Winterszeit aufmerksam mache. Wenn wir diesen Pass zur Aufnahme in den Streckenplan empfehlen, so liegt dies um so mehr auf der Hand, als es sich ja um eine Schnee-Sternfahrt handeln soll. Für wen anders wird letzten Endes der Julier im Winter offengehalten (u. a. auch mit Geldern der Hotellerie) als für den Automobilisten? Wenn der Meinung Ausdruck gegeben wird, es bedeute eine starke Zumutung an die welschen' Autosportler, via St. Moritz zum Genfer Salon fahren zu müssen, so vermag ich eine solche Ansicht um so weniger zu teilen, als mir auch beim Maloja-Rennen noch nie eine Klage zu Ohren gekommen ist, Maloja sei zu abgelegen. Abgesehen von der kritisierten Lage des Startortes an der Peripherie des Landes ist zu erwähnen, dass die vorhandenen technischen Einrichtungen ein ständiges Offenhalten des Juliers erlauben. Sollte aber das von Petrus «neckischerweise» just für den 19. März geplante Einschneien des Passes Tatsache werden, so können wir auf den vollen Einsatz unseres Departementschefs und dessen Oberingenieur rechnen, die alles daran setzen werden, um den Julier für die Konkurrenz freizuhalten. Was den Routenplan anbetrifft: Es führen viele Wege nach Genf. Gegeben ist die Strecke über Julier—Lenzerheide—Cbur nach Sargans. Von da lässt sich über Wallenstadt—Kerenzerberg—Pfäffikon oder Gams^Wildhaus—Wattwil— Rapperswil Pfäffikon erreichen und von dort über den Sattel oder die Ybergeregg via Luzern— Brünig—Spiez—Chäteau-d'Oex—Col des Mosses-Aigle -Lausanne direkt oder via LacdeJoux Genf ansteuern. Eine Direktführung ergibt eine Länge von 520 km. Wird die Konkurrenz auf anderthalb bis zwei Tage erweitert, so kommt Luzern, allenfalls vielleicht auch Engelberg als Etappenoi-t in Frage. Wenn man schon mit ausländischen Konkurrenten rechnet, die allein für die Herreise zwei bis drei Tage aufzuwenden haben, so glaube ich, dass die Konkurrenz mindestens auf zwei Tage ausgedehnt werden darf. Anmerkung der Redaktion: Abgesehen davon, dass es einer argen Entstellung gleichkommt, die in der letzten « AR > wiedergegebenen kritischen Aeusserungen in dieser Angelegenheit dahin zu interpretieren, als wollten wir der St. Moritzer Hotellerie in bezug auf die Art ihrer Gästewerbung dreinreden oder gar deren Leistung für die Offenhaltung des Juliers im Winter irgendwie herabzuwürdigen versuchen, sind wir nicht wenig erstaunt, der Zuschrift P Lareidas entnehmen zu müssen, dass man ganz unverhohlen mit dem Gedanken liebäugelt, das Schnee-Rallye als zwei tägige Veranstaltung aufzuziehen, trotzdem man ihm im internationalen wie im nationalen Terminkalender lediglich einen einzigen Tag reserviert hat. Die Ausführungen in Nr 49 der « AR » stützten sich klipp und klar auf die Eintragung im Sportkalender, womit auch gleich gesagt ist, dass es gar nicht so abwegig war, die Zweckmässigkeit der Wahl von St. Moritz als mutmasslichem Startort anzufechten, weil schon eine einfache Ueberschlagsrechnung ergeben musste, dass sich eine « ausgesprochene Schnee-Sternfahrt » von St. Moritz nach Genf nicht in einem Tagespensum abwickeln lässt. Aus derselben Ueberlegung heraus schien es äusserst riskiert, den Julier in die Konkurrenz einzubauen, da — zumal bei einer Beteiligung von 50—60 Fahrern, die man, um eine gegenseitige Behinderung am Julier zu vermeiden, doch wenigstens mit Intervallen von vier bis fünf Minuten auf die Reise schicken sollte — die geringste Unprogrammässigkeit bei der Bewältigung dieses Passes unwiedereinbringliche Verzögerungen im weitern Fahrtablauf zur Folge haben müsste Sehen wir somit tatsächlich keinen Grund, die an dieser Stelle zum Ausdruck gebrachte Auffassung, die auf der Annahme eines eintägigen Austrages basierte, zu revidieren, so räumen wir gerne ein, dass sich die Aspekte bei einer Erstreckung des Anlasses auf zwei Tage zugunsten von St. Moritz verändern, wenigstens soweit die Teilnahme von Ausländern zur Diskussion steht. Was die Beteiligung unserer einheimischen Aktiven anbelangt, so erinnern wir daran, dass ursprünglich auch die nationale Schnee-Sternfahrt 1947 auf zwei Tage angesetzt war, die Organisatoren sich jedoch gezwungen sahen, auf ihren Entschluss zurückzukommen, weil zahlreiche Sporttreibende es sich nicht hätten leisten können, sich für die Konkurrenz schon am Freitag freizumachen. Ob die Verhältnisse in der Zwischenzeit geändert haben, wagen wir nach Rücksprache mit verschiedenen Aktiven füglich zu bezweifeln. Jedenfalls schiene es uns — sofern die Idee der zweitägigen Austragung tatsächlich Oberwasser gewinnen sollte — angezeigt, auf die Ausschreibung der Sternfahrt als Lauf um die schweizerische Tourenwagenmeisterschaft 1949 in aller Form zu verzichten, da man von Fahrer und Beifahrer nicht wohl verlangen darf, sich zu diesem Zweck vier Tage — einen für die Hinfahrt nach St. Moritz, zwei für die Konkurrenz und einen für die Rückfahrt — zu reservieren. Verkehrserziehung am Lautsprecher Erste Ansätze. Anlässlich der Bieler Verkehrswoche von Anfang Juni 1946 hatte der Verfasser dieser Zeilen zum ersten Male Gelegenheit, Verkehrserziehung vermittelst eines Lautsprecherwagens zu beobachten. Schon damals gewann er die Ueberzeugung, welches beinahe unübertreffliche Instrument der Verkehrspädagogik ein solches Fahrzeug darstellt, dessen Mikrophon intelligent und psychologisch geschickt bedient wird. Spätere Erfahrungen während der Ver- Möglichkeiten wirksamer Verkehrserziehung bieten sich dem reom des Lautsprecherwagens, das es versteht, auch aussergewöhnfiche Situation rasch auszunützen. Hier hat die Verfolgung einiger mutwilliger Kadetten auf ihren Fahrrädern den Wagen unversehens auf den Korpssammelplatz geführt, und der Kommandant hat dem Sprecher die Erlaubnis erfeilt, an die Truppe ein paar Worte darüber zu richten, dass zur zivilen «nd militärischen Pflichterfüllung des Schweizer Bürgers auch anständiges Verhalten auf der Strasse gehört. Sprecher selber nicht ausgebaut und verfeinert werden; kurz, wir haben auch auf diesem Gebiete der Verkehrserziehung einen bedauerlichen Stillstand zu verzeichnen. Ein erfolgreicher Gfossversuch. Bei dieser Lage der Dinge beschloss der Automobil-Club der Schweiz im vergangenen Sommer zur Feier seines 50jährigen Jubiläums die Veranstaltung einer Tournee durch die Schweiz, die ganz der Propaganda für die Verkehrserziehung durch den fahrenden Lautsprecher gewidmet sein sollte, und zwar durch das Mittel einer praktischen Demonstration dieses Erziehungsverfahrens in der höchstmöglichen Zahl grösserer Städte und anderer Ortschaften. Der Club wandte sich zu diesem Zwecke an die zuständigen Instanzen mit der Bitte um Erlaubnis für eine je etwa zweistündige Verkehrsaktion während der mittäglichen oder abendlichen Stossverkehrszeit. Das Echo auf seine Initiative war in allen drei Landesteilen hocherfreulich. Von überall her liefen zustimmende Antworten der Polizeibehörden ein, lediglich der Stadt Zürich blieb es vorbehalten, diesem Unternehmen fernzubleiben und einmal mehr jede Zusammenarbeit seiner Polizei mit den Verkehrsverbänden beim Kampfe um die Sicherheit auf der Strasse abzulehnen, indem sich der Stadtrat auf den unseres Erachtens völlig unhaltbaren Standpunkt stellte, dass die Verkehrserziehung auf Strassen und Plätzen einzig und allein durch die Polizei durchgeführt werden sollte. Auf Grund der teilweise geradezu beigeisterten Zustimmungen aller übrigen Städte und in der Gewissheit weitgehender Unterstützung durch die zuständigen Polizeiorgane durfte der ACS Wagen und Mannschaft ruhig auf die Reise schicken. Rund zwei Wochen währte die Fahrt, auf der alle Landesteile bis zu den Grenzen hinaus berührt wurden und von den Großstädten herab bis Glarus, Zug und Schwyz etwa zwei Dutzend Ortschaften je einen wenigstens kurzen Besuch dieser pädagogischen « Tour de Suisse » kehrserziehungsaktionen in Bern und Zürich konnten diesen Eindruck nur verstärken, und so durfte man hoffen, diese Methode der Verkehrserziehung so rasch wie möglich auf breitester Grundlage in die Tat umgesetzt zu sehen. Diese Hoffnungen blieben praktisch im grossen und ganzen unerfüllt. Nur wenige Städte unternahmen überhaupt Versuche mit der Verkehrserziehung durch den Lautsprecherwagen, und währenddem St. Gallen regelmässig jeden Samstag Verkehrserziehung durch das fahrende Mikro betreibt und seinen Lautsprecherwagen überdies auch bei anderen hiefür günstigen Gelegenheiten zirkulieren lässt, hat beispielsweise Zürich das anlässlich der letzten Verkehrsaktion von 1947 abgegebene Versprechen, seine damals mit schönstem Erfolge verwendeten Lautsprecherwagen künftig periodisch einzusetzen, nicht wahrgemacht. Der Folgen eines solchen Versagens in einem wichtigen Sektor der Verkehrserziehung sind vor allem zwei. Einmal unterbleibt zum grössten Teile jede^ Beeinflussung der Strassenbenützer durch das'zu diesem Zwecke vielleicht weitaus geeignetste Mittel. Sodann aber kann die Methode der Verkehrserziehung durch den Lauterhielten. Die Aktion wurde — es darf füglich gesagt werden — zu einem grossen Erfolg. Als wirksame Unterstützung erwies es sich, dass fast überall ein uniformierter Vertreter der Ortspolizei im Wagen Platz nahm. Doch das wichtigste an der Tournee waren die Erfahrungen, die sie zu sammen erlaubte und von denen im nachfolgenden einige etwas einlässlicher dargestellt werden sollen in der Hoffnung, dass daraus in absehbarer Zeit eine kräftige Neubelebung des Gedankens der Verkehrserziehung überhaupt, der Verkehrserziehung durch den Lautsprecherwagen im besonderen hervorgehen möge. Zum ersten Male konnten während dieses Grossexperiments vor allem gesamtschweizerische Beobachtungen über eine grosse Anzahl von Einzelheiten in der Methodik und Taktik der Lautsprechererziehung vom Wagen aus, über die Reaktion des Publikums, über die notwendige Anpassung der «Behandlungsweise » an den Bevölkerungscharakter, über die verschiedenen «Indikationen » des Einsatzes fahrender Lautsprecher und manche andere Elemente der Verkehrserziehung angestellt werden. Die « Adressaten » der Lautsprecheraktion. Zum Gelingen der Verkehrserziehung mit Hilfe des Lautsprecherwagens ist es von grösster Bedeutung, dieses immerhin recht kostspielige Instrument so einzusetzen, dass ein Höchstmass an Wirkung erzielt wird. Dies bedingt zunächst sorgfältige Ueberlegungen darüber, an wen sich die Belehrungen richten sollen, bzw. können. Da fallen bedauerlicherweise namentlich die Autofahrer praktisch völlig aus, weil sie im geschlossenen Wagen die aus dem Lautsprecher dringende Stimme überhaupt nicht Schon der Verkehrsbetrieb an einem gewöhnlichen Fussgängerstreifen gibt dem Mann am Mikrophon des Lautsprecherwagens reichliche Gelegenheit zu allerhand Belehrungen an die Adresse des Passanten wie der Fahrzeugführer über das richtige Verhalten an einem solchen Schutzweg. vernehmen und dann ausserstande sind, direkt an sie gerichtete Ermahnungen und Belehrungen wirklich auf sich zu beziehen. Als gegebene Adressaten der Lautsprecheraktion bleiben daher die Fussgänger und die Radfahrer. Diese Konzentration der Verkehrserziehung vom Mikro aus auf die «minderen Verkehrsteilnehmer» ist aber umgekehrt deswegen nicht vom Uebel, weil es sich dabei um jene Kategorien von Strassenbenützern handelt, die keine Prüfung auf Verkehrstauglichkeit bestehen müssen und auch sonst mit Belehrungen über Verkehrsdisziplin und Verkehrsanstand nicht gut erreichbar sind. Um auf die Frage der örtlichen und zeitlichen Indikationen für den Einsatz des Lautsprecherwagens näher einzugehen, so liegt selbstverständlich die Ausnützung der Stunden intensivsten Verkehrs besonders nahe, da zu diesen Zeiten gleichzeitig die meisten Strassenbenützer erfassbar sind. In der Tat waren denn auch die je zwei- bis dreistündigen Besuche in den einzelnen Ortschaften auf die mittäglichen oder abendlichen Verkehrsspitzen angesetzt. Hier fuhr der Wagen dann beispielsweise durch die dichtgedrängten Verkehrsfluten enger Innerstadtstrassen Basels, St. Gallens und mancher anderen Stadt, wo gewissermassen allgemeine Verkehrserziehung getrieben wurde. Als besonders wirksam erwies es sich immer, für eine Weile besondere Kategorien von Strassenbenützern aufs Korn zu nehmen und geistesgegenwärtig die sich zufällig dazu bietenden Gelegenheiten zu nützen. Sehr lohnend war es beispielsweise, am Ausgang grosser Fabriken auf den Arbeitsschluss zu warten und die Scharen von Radfahrern abzufangen, die sich jeweilen innert weniger Minuten aus den weiten Toren ergossen. Da stellte sich dann das Lautsprecherteam an einer wichtigen Strassenkreuzung auf, um eine Viertelstunde lang nicht viel anderes als die Mahnung zur deutlichen und frühzeitigen Abgabe des Richtungszeichens über den Platz hinzurufen, oder der Wagen wartete gewissermassen im Hinterhalt, um nun dem dichtesten Harst von Radfahrern zu folgen und durch seinen ehernen Mund all die Sünden zu rügen, die da am laufenden Band zu beobachten waren. In scheinbar paradoxem Widerspruch zur besonderen Gunst dichtesten Verkehrs für -die Erziehung der Strassenbenützer erwiesen sich aber auch gewisse stille Stunden als nicht weniger geeignet, wenn die Strassen fast menschenleer in brütender Sommerhitze dalagen. Dann fuhren wir für eine Viertelstunde in eine kinderreiche Siedelung hinaus, wo eben alles beim Essen sass oder schon träge der Siesta pflog. Hier wandten wir uns nun vor allem an die Eltern, um ihnen von den vielen Kindern zu erzählen, die jährlich dem Verkehr zum Opfer fallen, weil sie unter den Augen der Mütter die Fahrbahn zum Spielplatz machen. Inhalt und Form der Verkehrsbelehrunc am Lautsprecher. Ganz allgemein zeigte sich, dass der Lautsprecher ein Instrument von sehr vielen Registern ist und selbst im Bereich einer scheinbar so spröden Materie, wie sie die Verkehrserziehung darstellt, eine ausserordentliche Modulationsfähigkeit besitzt. Sachliche Belehrungen, ein nachsichtig strafendes Wort, ein träfer Witz (der immerhin niemandem weh tun darf), ein paar Sätze über die jährlichen 22 000 Verkehrsunfälle der Schweiz und ihre Opfer an Verletzten und an Toten — all das und noch viel mehr findet Platz im Repertoire eines geschickten Verkehrserziehers hinter dem Mikrophon. Eines aber ist sicher: die ganze Verkehrserziehung durch den Lautsprecher muss lebendig sein und den Volkston treffen. Dass sich dazu die Mundarten der deutschen Schweiz vorzüglich eignen, braucht wohl nicht besonders betont zu werden. Abstrakte Belehrungen und Ermahnungen dagegen, wie etwa die Worte « Fussgänger, befolgt die Verkehrsvorschriften» sind praktisch völlig wertlos. Die grösste Wichtigkeit kommt vielmehr einer möglichst eindrucksvollen Unmittelbarkeit der Worte aus dem Lautsprecher zu, die sich so weit wie irgend möglich auf die konkrete Verkehrssituation an der Stelle beziehen müssen, wo die Aktion eben im Gange ist. Aus alldem ergibt sich schliesslich, dass das Mikrophon des Lautsprechers nur von einem sicheren Kenner aller Verkehrsvorschriften bedient werden kann, der imstande ist, seinerseits mit derselben Promptheit und Sicherheit auf die ständig wechselnden Verkehrssituationen zu reagieren, wie man es von den einzelnen Verkehrsteilnehmern selber verlangt Rasche Anpassungsfähigkeit scheint die wichtigste Voraussetzung beim Mann am Lautsprecher zu sein. Vom künftigen Ausbau der Lautsprecheraktionen. Nur in wenigen Andeutungen konnte hier die reiche Ernte an Erfahrungen skizziert werden, die die Mtägige Lautsprechertournee abwarf. Welche kräftigen Impulse auf öffentliche Meinung und Behörden mancher Schweizer Stadt von dieser Rundfahrt ausstrahlten, geht aus manchen Dank- und Anerkennungsschreiben hervor, die dem veranstaltenden Verband von Seiten der interessierten Polizeiinstanzen zukamen. In mehr denn einem dieser Briefe kommt aber auch die Hoffnung auf eine baldige Wiederholung dieser Aktion zum Ausdruck, ja verschiedene Städte ersuchen geradezu um eine periodische Durchführung solcher Lautsprecher- Rundfahrten. Und in dieser Forderung nach einer Ausgestaltung der letzteren zur ständigen Institution liegt denn auch der Haupterfolg dieses ersten Grossversuches, denn wie alle Erziehung, so kann auch die Verkehrserziehung nur dann eine dauernde Wirkung haben, wenn sie immer aufs neue wiederholt wird. Mit ein paar Ueberlegungen über das Wie des dazu notwendigen Vorgehens soll diese Arbeit beschlossen werden. Einmal hat sich gezeigt, dass Lautsprecheraktionen der im August durchgeführten Art — immerhin auf je einen halben oder ganzen Tag ausgedehnt — nur beispielsweise jeden Monat, durchgeführt zu werden brauchen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Sodann wurde deutlich, dass sich mit Ausnahme einiger Grossund Mittelstädte praktisch kein Gemeinwesen unseres Landes die Anschaffung eines Lautsprecherwagens oder auch nur die Ausrüstung eines bereits vorhandenen Polizeiwagens mit einer Lautsprecheranlage leisten kann, die ja nur ganz ungenügend ausgenützt wäre. Aus diesem Grunde kommt für die Erweiterung der Verkehrserziehung durch solche Fahrzeuge nur ein kollektives Vorgehen der verschiedenen Städte und sonstigen Ortschaften, unter Umständen auch ganzer Kantone in Betracht. Der praktischen Durchführung solcher kollektiver Aktionen ständen verschiedene Wege offen. Einmal wären die gemeinsame Anschaffung und der gemeinsame Betrieb von Lautsprecherwagen durch eine Mehrzahl von Gemeinden auf Grund blosser Verträge oder eigentlicher Gemeindeverbände möglich, wobei sich dieses gemeinsame Vorgehen auch über mehrere Kantone erstrecken könnte. Sodann liesse es sich denken, dass die grossen Verkehrsverbände einzeln oder gemeinsam Lautsprecherwagen anschaffen und sie den interessierten Gemeinwesen mit oder ohne Bedienungsmannschaft gleichsam im Abonnement zur Verfügung stellen würden. Besonders verheissungsvoll aber scheint uns dieser Modus deswegen, weil er die private Initiative mehr als bisher in den gemeinsamen Kämpf aller um vermehrte Ordnung und Sicherheit im Strassenyerkehr einspannen würde, und weil er die Solidarität zwischen Behörden und Verbänden zum Ausdruck brächte, wie sie anlässlich der Lautsprechertour 1948 des ACS zum ersten Male so grosszügig und so erfolgreich in Erscheinung trat. H. W. Thommen.

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