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E_1948_Zeitung_Nr.046

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AUTOMOBIL REVUE

AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 27. OKTOBER 19 V8 - Nr. 46 Das Basler Experiment Eine Art der Fortbewegung des Menschen, die unserer Zeit ihren Stempel aufprägt, ist die Fortbewegung durch Motorenkraft. Wer ein Motorrad oder ein Auto lenken will, der muss bei uns in der Schweiz nicht nur lernen, wie man die Maschine bedient und lenkt; er muss auch ganz genau über die vereinbarten Regeln des Benehmens und Verhaltens auf der Strasse Bescheid wissen — kurz: er muss ein gar nicht sehr einfach zu bestehendes Examen über sich ergehen lassen, ehe man ihn — wie die Gazetten so gerne schreiben — « auf die Menschheit loslässt ». Der Angriff ist die beste Verteidigung, dürften die Gazetten sich sagen, die so schreiben. Und in dieser, ach so beliebten Wendung c auf die Menschheit loslassen » steckt ein ganz bewusster Angriff auf alles, was sich motorisiert hat. Dieser Angriff ist aber, wenn wir ihn nur recht zerpflücken, tatsächlich eine allerdings nur mehr oder weniger bewusste Verteidigung und nichts anderes. Die also kritzelnden Schreiberlinge fühlen nämlich dumpf, dass ihnen etwas fehlt. Ihnen fehlt die einzige, die natürlichste « Waffe » gegen das « auf die Menschheit losgelassene » Motorfahrzeug: Sie wissen nicht, wie sie selber sich auf der Strasse verhalten sollen. Und das Allerbeste: Sie wollen es auch meist gar nicht gerne lernen. Im Gegenteil: Wenn's ihnen jemand zeigen will, dann sträuben sie sozusagen die Haare und stellen die Stacheln. Sie wehren sich dagegen, dass man ihnen die Freiheit auch nur um einen Deut einschränken könnte, die schöne, die herrliche, die goldene Freiheit, nach ihrer eigenen Fagon « selig zu werden », buchstäblich: « selig zu werden »! Nehmen wir einmal den konkreten Fall der Velofahrer, zum Beispiel in Basel, wo es deren 70 000 gibt, in Basel, wo festgestellt worden ist, dass 70 % aller Schulkinder Velos besitzen und über 80 % aller Schulkinder Velofahren können. Können diese 70 000 Velobesitzer und all diejenigen, die — ohne selbst über das Vehikel als Besitzer zu verfügen — wenigstens Velofahren können, können diese wirklich « Velofahren •? So hat man sich in Basel behördlicherseits gefragt. Und man ist zum überraschenden Schluss gekommen: Oben bleiben können, heisst noch lange nicht Velofahren können. Es ist im Grunde genommen nicht viel anders wie bei einem kleinen Kind, welches Gehen lernt. • Es kann schon laufen! » ruft stolz die Mutter. Ist es deshalb schon ein Fussgänger? Kann man's ruhig auf die Strasse schicken und läufelen lassen? Die Frage stellen, heisst sie beantworten. Natürlich gibt es die bekannten Ausnahmen, über die sich Automobilisten immer so unbändig « freuen », wenn sie durch Dörfer rollen: Wann kommt das Zweijährige auf die Fahrbahn gerannt? Wenn aber ein Schulkind mit den kurzen Beinen die Pedale erreicht und auf dem Velo oben bleiben kann, dann lässt man es getrost auch auf die Strasse hinaus, Kommissionen machen, zur Schule fahren, freihändig fahren usw. Und ohne Velo? Da lässt man die Kinder schon früher allein und mit Spielkameraden auf die Strasse ziehen. Sind diese Kinder dann trotz allem doch einmal 20, 30, 40, ja sogar 50 Jahre alt geworden, dann wissen sie nicht viel mehr wie damals darüber, wie man sich heute auf den heutigen Strassen eigentlich verhalten sollte. Und man kann's ihnen auch — praktisch — nicht und nie mehr beibringen. Hier haben nun die Basler Behörden mit .ihrem Experiment eingehakt. Zwei Männer, nur zwei, die Polizeibeamten Garnus und Steger, haben den Kopfsprung gewagt und schwimmen nun seit einem Jahr wakker und überlegt gegen den gewaltigen Strom. Unermüdlich, mit wahrer Engelsgeduld und mit einer geradezu bewundernswerten Ausdauer ziehen sie von Klasse zu Klasse, von Schulhaus zu Schulhaus. Schon in den Kleinkinderschulen fangen sie an; denn sie haben eingesehen, dass sie mit ihrem Tun überhaupt nicht früh genug anfangen können: Sie halten Lichtbildervorträge über das unerschöpfliche und doch so einfache Thema: « Wie soll ich mich auf der Strasse verhalten? » Die schweizerischen Radfahrerverbände beabsichtigten nun, in den Basler Schulen Radfahrerprüfungen durchzuführen; die Behörden aber wollten statt Verbandsmitglieder lieber ihre beiden bewährten Beamten Garnus und Steger in den Schulstuben sehen und übertrugen ihnen — zusätzlich — noch die Aufgabe, solche Velofahrerexamen zu veranstalten. Diese sind gegenwärtig in Gang und werden noch längere Zeit dauern; denn- zahlreich sind die Schulen, die Klassen und die Schulkinder in Basel. Durchschnittlich ein halbes Jahr nach dem Lichtbildervortrag kommen die Zuhörer nun theoretisch und praktisch zum Handkuss; sie erleben zum erstenmal eine Velofahrerprüfung. In ihrer diskreten, stahlgrauen Uniform erscheinen die beiden Herren im Schulzimmer. Der Leiter der Prüfung nimmt kurz Bezug auf den Lichtbildervortrag, den die Klasse gehört und gesehen hat und erklärt ihnen, dass sie, die beim Fahren auf einem Velo oben bleiben können, im Grunde genau solche Anfänger seien wie ein Autofahrer, der wisse, wie man ein Auto steuert. Die Prüfung, die sie heute zu bestehen hätten, sei jedenfalls nur ein Glied in der Kette der Bestrebungen, sie alle vor Unfall und Tod auf der Strasse zu bewahren. Nach diesen kurzen, einleitenden Worten wird den Schulkindern ein Fragebogen verteilt, den sie auszufüllen haben. Die Zungenspitze zwischen den trockenen Lippen, die getarnten Blicke nach links und rechts schweifen lassend, lassen die Prüflinge nun ihre Federn mehr oder weniger gewandt über das Papier kritzeln. Nach und nach bedecken sich die weissen Bogen mit dunklen Schriftzeichen. Und dann Stellt Herr Garnus vorn einen grossen Karton auf. Er besitzt ihrer eine ganze Reihe, und jeder zeigt sechs verschiedene und immer wieder andere Verkehrszeichen, wie sie dem «Verkehrsteilnehmer » zu Stadt und Land täglich begegnen. Ihre Bedeutung ist ebenfalls schriftlich kundzutun. Viele, allzu viele Gedankenstriche verraten aber, dass oft mehr als die Hälfte der gezeigten, landläufigen Verkehrszeichen unverstanden und von Velofahrern unerkannt auf den Blechtafeln prangen. Selbst die Zeichen « Parkverbot » und « Fahrverbot» sind vielfach unbekannt. Trotzdem wird Velo gefahren! Nach und nach händigen die Prüflinge ihre ausgefüllten Bogen dem Mann in der respektgebietenden Uniform aus, der so freundlich und gütig sein kann, dass man seinen Beruf ganz vergisst; tatsächlich gelingt es Steger und Garnus im Handumdrehen, das volle Vertrauen der Jungmannschaft jeden Alters zu gewinnen. Und das erreichen sie ganz bewusst — beinahe wie treffliche Schauspieler — dadurch, dass sie jedes einzelne Mal erneut mit voller Intensität den ganzen ehrlichen Ernst ihres Ansinnens spüren lassen. Kinder sind ein furchtbar kritisches, grausames Auditorium. Ein einziger falscher Ton, der auch nur von weitem nach gelangweilter Routine riecht — und die ganze Mühe ist umsonst! Es folgt die Fragestunde. Manchmal wird sie sehr ausgiebig genützt. Als wir dabei waren, wollte jemand wissen, wie das nun sei, wenn eine Tafel < Schleudergefahr bei nasser Fahrbahn > künde und ein Fahrzeug, bei Regen, von hinten her durch einen bimmelnden Tramwagen gehetzt werde? «Tram hin oder her — die Sicherheit geht unter allen Umständen allem anderen vor », lautete die ruhige, sichere, überzeugende Antwort, die auch offensichtlich tief einleuchtete. Man wollte auch wissen, was « Bodenrinnen », « Querrinnen » seien und was die diesbezügliche Warnungstafel für einen Sinn habe. Auch dies wurde klar und einfach erklärt; dass Nichtbeachtung dieser Warnung Schaden am Velo oder gar am teuren Auto nach sich ziehen könne, machte grossen Eindruck. Die Beantwortung der Frage nach Sinn und Zweck der Distanzpfähle vor einem Bahnübergang stiess ebenfalls auf Dankbarkeit. Im Hinblick auf die am Nachmittag folgende praktische Prüfung erklärte der Polizeibeamte Steger den Knaben nochmals, es werde dann — trotz aufgehefteten Startnummern — kein Rennen gefahren; nicht das Tempo entscheide oder interessiere auch nur; einzig auf das korrekte Fahren komme es an. Man solle immer vor Augen haben, dass man ja nie nur sich selbst, sondern immer auch die anderen auf der Strasse in Gefahr bringe. Am liebsten, fügte er bei, würde er die ganze Klasse zu einem Spitalrundgang mitnehmen* um ihnen still und schlicht die Kehrseite unrichtigen Verhaltens auf der Strasse zu zeigen. Leider sei dies nicht gut möglich. Nützlich und sehr einleuchtend aber wäre es sicherlich. Denn dort sähen sie die traurige Ergänzung zu den Lichtbildern zerschmetterter Fahrzeuge und verkrüppelter Velos, wie sie der Lichtbildervortrag seinerzeit vermittelt habe. Der Nachmittag brachte dann die mit Spannung erwartete praktische Prüfung. Einer um den andern schob sein Velo heran, erhielt die Startnummer, mit Sicherheitsnadeln an Briefe Ober allgemein interessierende Fragen werden gerne zur Veröffentlichung entgegengenommen Sie sind mögliehst kurz zu fassen und an die Redaktion der «Automobil Revue>. Breitenrainstr. 97, Bern, zu senden. Die Verwendung eines Pseudonyms ist gestattet, wenn der Redaktion Name und Adresse des Absenders bekanntgegeben werden. « Die Autosalons der Hehler » Ich bitte Sie, die Frage zu prüfen, ob es nicht angebracht wäre, zugunsten von Paul Jaray eine Sammlung zu veranstalten. Vielleicht könnten auch die beiden grossen Automobilverbände sich dahin 'verständigen, dass sie für Herrn Jaray eine Pension aussetzen. M. St. (Die Automobilvefbände könnten dies nur tun, wenn sie von ihren Mitgliedern dazu die nötigen Mittel erhalten. Eine Sammlung erscheint uns nicht angebracht, weil Jaray keine Almosen empfangen soll; wir Automobilisten stehen in seiner Schuld, weil er als Erster die Betriebskostenreduktion von der Luftwiderstandsseite her angepackt hat- Jede gute Idee zum Start einer Aktion, wie sie « Kondensator » vorgeschlagen hat, ist willkommen, mag sie von Industrie, Handel oder Automobilisten stammen. Red.) Schon seit Jähren beschäftige ich mich mit dem Problem, die Lastwagenstrasse für überholende Autos freihalten zu können. Aber immer und immer wieder bin ich auf die einfachste und nach meinem Dafürhalten die beste Lösung zurückgekommen, die ich wie folgt schildern möchte. 2. Auf beiden Seiten links und rechts müssen auf den Kotflügeln des Camions Rückspiegel (nur aus Glas) montiert sein, die einen Rückblick auf 200—300 m ermöglichen. die Brust geheftet, zog zum zweiten Tisch, wo Bremsen, Glocke, Katzenauge und Kontrollschild gründlich nachgesehen und für jedes Velo ein « Zeugnis » zu den Akten ausgestellt wurde. An der Schulhaustür prangte ein kleiner Situationsplan der abzufahrenden Strecke, und dazu erhielt jeder noch einen vervielfältigten Zettel, aus welchem nochmals genau die Strecke hervorging, die zu fahren sei. Einer um den andern begaben sich die Jünglinge auf die ca. Z% km lange Reise. Gemütlich und unerkannt zogen wir ihnen im Auto entgegen, fuhren also ihre Prüfungsstrecke im umgekehrten Sinne ab. Bald begegneten wir den ersten Velofahrern — ohne Nummern. Es waren Schüler der noch wartenden Klassen, die schlau die Strecke rekognoszierten, sich alles gut einprägten, ihren Kollegen mit Startnummern Warnungen zuriefen, mit dem Finger auf « unauffällige » Kontrollposten zeigten und ihre « ernst » fahrenden Kameraden in Rudeln begleiteten, wobei meistens immer nur diejenigen, die eine Nummer auf der Brust trugen, mit gestrecktem Arm Zeichen gaben, um ihre* Absicht, die Fahrtrichtung zu ändern, bekanntzugeben. Die anderen bogen einfach ab, wie man's — leider — von Velofahrern längst gewohnt ist. Einen erwischten wir stolz freihändig auf dem Radweg rollend; er studierte aufmerksam seinen Streckenzettel, statt auf den Verkehr zu achten ... Beim Wegfahren aus dem Schulhof stiess praktisch jeder aufmerksam sein Velo über das zu kreuzende Trottoir, um erst auf der eigentlichen Strasse vorschriftsgemäss aufzusteigen. Bei der Rückkehr aber, nach « glücklich » beendeter Prüfung, fuhr manch einer rührend gedankenlos über das Trottoir in den Schulhof hinein, was allerlei Schlüsse auf alte Gewohnheiten zuliess. Im allgemeinen fuhren die Prüflinge recht anständig und korrekt. Und wenn sie es auch nur taten, weil sie sich beobachtet fühlten und « weil es drauf ankam », so mussten sie doch einmal aus eigenem Antrieb korrekt fahren. Etwas Gutes mag dabei da und dort hängen geblieben sein. Wir glauben daher nicht, dass die Prüfung sinnlos war. Wir interessierten uns sehr für das weitere Schicksal der ausgefüllten Fragebogen. Die Herren Garnus und Steger korrigieren sie sorgsam mit roter Tinte 'und geben sie hernach dem Schulrektor zurück. Dieser gibt sie an den Lehrer weiter, der sie mit den Schülern besprechen sollte. Hier ist nun der neuralgische Punkt des ganzen Experimentes. Hier, wo es wirklich darauf ankäme, versagt leider allzu oft der eingeschaltete Erwachsene. Die Zahl der Lehrer, die diese Pflicht nun wirklich erfüllen, ist noch sehr, sehr klein. Allzu viele geben den Schülern die Blätter gar nicht zurück, oder sie verteilen sie nur kommentarlos. Statt nun aber zu schäumen, freuen sich die Herren Garnus und Steger geduldig über jeden Lehrer, der doch schon mitmacht. Die beiden Beamten sehen ein, dass sie die gebotene Möglichkeit so gründlich wie möglich nützen müssen. Nach der Schule bleibt ihnen gar keine Möglichkeit mehr, den Radfahrenden zu beeinflussen. Hier, im Verband der Schule, der Klasse, steckt ihre einzige Chance. Und diese so gründlich wie nur immer möglich zu nützen, ist ihr Ziel. Je früher sie an die Jugend herankönnen, desto lieber ist es ihnen. Vom vierten Schuljahr an beginnt ihre Aufgabe wachsend schwerer und schwieriger zu werden. Seit einem Jahr aber mühen sie sich nun, einen ersten Kern, eine erste Zelle einer neuen Generation heranzubilden, die besser Bescheid weiss als fast alles, was heute auf den Strassen geht und velofährt. Und das, dünkt uns, ist des Schweisses der Edlen wehrt! rbc. BRIEFE DER LESER AN DIE A.R. Vorfahren bei Lastwagen 1. Unbedingt die rechte Strassenseite einhalten; damit dies aber mit grösster Sicherheit geschehen kann, muss die Ladung sorgfältig ausgeführt und die Lenkung sowie die Vorderachse unbedingt in tadelloser Ordnung sein. 3. Der vorfahrende Wagenlenker muss sich zuerst auf die rechte Strassenseite begeben und sich vergewissern, ob dey zu überholende Lastwagen nicht andern Strassenbenützern ausweichen muss. Sollte dies der Fall sein, muss der Lenker des Lastwagens unbedingt den Richtungsanzeiger nach links betätigen. Wenn diesen drei Punkten mehr nachgelebt würde, so wäre das Problem des Ueberholens seiner Lösung m. E. um einen entscheidenden Schritt nähergebracht. Ich selbst habe mit dieser Methode, wie anfangs erwähnt, die besten Erfahrungen gemacht und dafür schon von manchem vorfahrenden Automobilisten ein freundliches « Danke » zugewinkt bekommen. Ein Chauffeur mit über 20 Jahren Fahrpraxis. Gehörlose sind vorbildliche Fahrer In Ihrem geschätzten Blatt ist eine Meldung aus amerikanischer Quelle erschienen, wonach 3000 taubstumme Autolenker eines USA-Staates im Laufe von neun Jahren nicht einen einzigen Unfall verursacht haben. An diese gewiss bemerkenswerte Tatsache wird der Kommentar geknüpft, dass die Taubstummen einer wesentlich « härteren » Prüfung unterzogen worden sind als Guthörende, und dass sie, wohl wegen ihres Gebrechens, ein besonders stark entwickeltes Verantwortungsgefühl besässen. Wollen Sie einem Gehörlosen erlauben, noch eine weitere Bemerkung anzuknüpfen. Aus dem erwähnten statistischen Faktum geht nicht nur die vorbildliche Haltung der taubstummen Fahrer hervor, sondern noch etwas ganz anderes und grundsätzlich viel Wichtigeres: dass nämlich für die sichere Führung eines Autos das Gehör nicht erforderlich ist. Möchte doch die Welt, und zunächst die Schweiz, endlich davon Kenntnis nehmen! Tatsächlich ist doch die gesamte Verkehrssignalisierung seit langem auf das optische Gebiet verlegt worden; das einzige akustische Instrument, die Hupe, dient zur Warnung von Fussgängern und Radfahrern. Der Unterschied zwischen gutem und schlechtem Gehör beim Autofahren (insbesondere im geschlossenen Coupe) wirkt sich in der Weise aus, dass der Guthörende dauernd die Geräusche des eigenen Wagens wahrnimmt, die dem schlecht oder nicht Hörenden teilweise oder ganz erspart bleiben. Und es ist sehr wohl möglich, dass eben diese Erleich - terung zu dem erstaunlichen amerikanischen Resultat mit beigetragen hat. Vielleicht macht man einmal Versuche, um festzustellen, ob ein guthörender Autolenker während der Fahrt Hupensignale aus Querstrassen mit Sicherheit hören und lokalisieren kann; denn das wäre doch das einzige, was er möglicherweise vor dem Taubstummen voraushaben kann. A. B. (Fahrer, die aus Querstrassen kommen, dürfen sich jedoch nur ausnahmsweise mit der Hupe ankündigen, dann nämlich, wenn die Verkehrssicherheit es erfordert. Normalerweise darf in solchen Fällen bei uns nicht gehupt, sondern es muss ohne Signal langsam und vorsichtig aus der Querstrasse ausgefahren werden. Red.) Hilfsbereitschaft, wie sie sein soll Es war auf der Gotthardstrasse. Bereits ging es gegen Abend, als wir die Passhöhe verliessen. Wir kamen von Italien und freuten uns, noch Bern zu erreichen. Kaum waren wir ein Stück gefahren, gewahrten wir auf der Strasse zwei grosse Möbelwagen, rechts parkiert; dahinter stand ein Personenwagen. Was war geschehen? Ein französischer Wagen lag bergseits im Strassengraben, -auf die Seite geneigt. Glücklicherweise waren die Insassen, ein Ehepaar, unversehrt. Mit zitternden Händen erzählte die Frau die Geschichte, derweil ihr Mann Hilfe suchte. Sie wollten den Kühler auffüllen und parkierten auf der rechten Strassenseite. Während sie das Wasser holten, mussten sie zusehen, wie sich ihr Wagen in Bewegung setzte und die Strasse rückwärts hinunterfuhr, weil er nicht durch einen Gang gesichert worden war. Das Ehepaar tat uns leid. Die beiden Lastwagen-Chauffeure und drei Herren berieten. Den Wagen von Hand aus dem Loch ziehen war für fünf Männer unmöglich, aber zehn hätten es gekonnt. Gut, jeder sollte zur Hilfe angehalten werden. Zwei Motorradfahrer waren sofort dabei. Auch der Nächste, der die Stelle passierte, erklärte, selbstverständlich gerne zu helfen, wenn er auch etwas skeptisch war. Viel blieb nicht mehr zu erhoffen, denn die Dämmerung war bereits hereingebrochen. Aber die Zuversicht der beiden Chauffeure, dass es gehen müsse, zerstreute alle Zweifel. Da nahte noch ein grosser Wagen, ein Belgier. Unser erstes « Halt > achtete er nicht und wollte durchdrängen, aber er kam nicht weit. Einer der Männer stellte sich vor ihn hin und sagte: «In der Schweiz hilft man einander. » Noch einmal frug der Belgier: « Muss man helfen? » Doch eine Antwort in saftigem Schweizerdeutsch liess ihn schnell aus seinem Wagen steigen, und zu seiner Ehre sei's gesagt: er hat dann tüchtig mit zugepackt. Neun Männer, das Kommando « Hoh- Ruck », und nach einigen Minuten stand der Renault wieder auf der Strasse, mit ein paar Beulen, aber sonst fahrtüchtig. Die Freude der Frau stand ihr hell in den Augen zu lesen. An diesem Abend zog ein jeder befriedigt weiter, die einen den Gotthard hinauf, wir andern hinunter. Wir haben uns vorgenommen, in Zukunft, wo wir auch sein mögen, unserem Nächsten zu helfen; die Freude an solcher Tat der Hilfsbereitschaft ist der schönste Lohn dafür. , Frau K.V. Ausländer als Verkehrshindernisse auf Paßstrassen In der zweiten oder dritten Linkskurve unterhalb des Belv

Nr. 46 - MITTWOCH, 27. OKTOBEH 1948 AUTOMOBIL REVUE einer kann der erste sein Ch5 pniniiiiiiiiiiiiiniMniiiiiiiiminffl Warum wir in den Dodge-Wagen MoPAR-Teile verwenden hergestellt 0/e MOPAI-T^ sind besfen *>r Are Dodge- Wagen Verwendung fchnf sfcu Einwandfreie Passung Ihre Passung ist •inwandfrei und gewährleistet nicht nur Genauigkeit, sondern erleichtert auch den Einbau. Das heisst kürzer« Reparaturzeiten und geringere Betriebsausfälle ist führend in seiner Klasse. Chevrolet Ist der meist gefahrene Wagen der Welt Die Bewährung von Ober 20 Millionen Chevrolets steckt hinter dem 1948er Modell. Oberall, wo hohe Dauerleistung verlangt wird, auf den unendlichen Überlandstrecken Amerikas, auf den holperigen Strassen des Orients, auf den höchsten Pässen der Schweiz, begegnen Sie Chevrolet. Und wo Sie sich auch erkundigen, Oberall hören Sie] Der preiswerte Chevrolet ist auch sparsam im Betrieb, billig im Unterhalt und unglaublich anspruchslos. Dank seiner absoluten Bewahrung unter den schwierigsten Bedingungen konnte Chevrolet seit 17 Jahren ununterbrochen den Weltrekord halten: An erster Stelle in der Produktion, im Verkauf und für 1948 an erster Stelle auf dem Wünschzettel der Automobilinteressenten von USA, laut Statistik aus 7 gross angelegten Befragungen. Die Schweizer haben noch einen ganz besonderen Grund zur Bevorzugung des Chevrolet: Sie helfen dem Garagiston, die Reparaturen noch besser auszuführen und Ihrem Dodge-Wagen eine längere Lebensdauer und eine bessere Leistungsfähigkeit' zu verschaffen Dodge-Generalvertrefung für die Schweiz: FRATELLI AMBROSOLI, ZÜRICH 1 St.-Peter-Strasse 17/Talacker - Postfach Hauptpost - Telephon (051) 23 67 82 Grosser Preisabschlag Verlangen Sie bitte eine unverbindliche Probefahrt beim Rayon-Vertreter oder bei MlNOR-VERKAUF, AARAU Buchserstrasse 73 Tel. 064) 214 55 GENERAL MOTORS SUISSE SA. f BIENNE Es sind noch einzelne Gebiete zu vergeben BenH Baselt Aadorft Aarau: Altdorft Badens Biel: Chur: Glarusi Liestalt Luzern: VERKAUF Gorage Schneller t Co. AG. Agence Ame>ieaine Automobiles S.A. Eugen Ruckstuhl, Garage Fritz Glaus & Co., Hohlgass-Garage Rietmann & Musch GmbH., Zentralgarage Barino Leoni Garage Probst, Freiestr. 7 L. Dosch, Grand Garage Zentralgarage Ryffel F. Schielly-Ryffel Blank AG. Auto-Koch GmbH. Altstän&nt A. Eggenschwiler, Aoto-Garag» Brugg > Walter Obrlst, Garage Buchs [St. G.l. Alfr. Sulser, Garage Union Einsiedeln: A. Oechslin, Bahnhof-Garage Flawili Walter Oettli. Centralgorage SERVICE ERSATZTEILE Ollen i Max Moser & Co. Rapperswil: O. Pfenninger Reiden: Gebr. Zimmerl!, Autogarage Schaffhauseni E. Rampinelli, Clty-Garage Sitten: Felix Gagliardi, Garage du RhSne Solothumi E. Kupferschmid & O. Müller, Garage Weissenstein St. Gallen» E. Wagner, Zentralgarage Weinfeldem i. Ammann-Grünert, Autogarage Winterlhun Eulach-Garage AG. Zugi Iten, Automobil« Zürichi AG. Vertretung Agence Amirieafae Pfäffikon IZch.) tJ. Kläui, Autogarage Samen i C. Sidler, Autogarage Vaduzi Erwin Ospelt, Sehloss-Garogo Wiggeni G. Zaugg, Autogarage Gen.-Vertr.f.ü. Das stabilisierte Mineralöl der Weltrekorde! Schweiz:J. Schnyder, St. Niklausstr. 54, Solothurn Lager in Basel MOTOR-REVISIONEN Maximale Leistung mit unseren Kolben und Lagern Feinbohren sämtlicher Zylinder auf Kellenberger-Feinbohrw«rk Fabrikation neuer Kolben. Grosses Lager aller gangbaren Motor-Marken (Nova-Kolben) Rundschlciten der Kurbelwellen Neulagern von Motoren mit Spezialmaschinen für Haupt- und Pleuellager • Zylinder ausbüchsen, Ventil«, Ventilsitz« Sämtliche Kolbenring« und Novix-Ring« ab Lager lieferbar Jatzt wiedar s«hr kurz« Lieferfristen I NOVA-VERTRETUNG, ERNST LÜTHI AG., BERN Hoiiigenstrasse 94 Prazisionswerkstatte für Automobile Telephon 514 22/5 7A 43 BASEL BERN BIEL CHUR FPEIBURG C'f-if L'USANNE IOCARNO LUGANO Generalvertretunf für di« Schweiz i S.A.C.A.F., 10t, routede Lyon, GENF FIAT-OrginisaHon für Verkauf und Service Gustav Moeseh AG. Spiegl fc Waber GnbH. S.A. CA. F. Calanda Gorage AG. Garage Spicher & Cie. S. A. V. A. Grand Garage Schweizer Garage Leoni Flli. Garage Otto Morel LUZERN NEUENBURG OFTRINGEN ST. GALLEN SITTEN SOLOTHURN WINTERTHUR ZDRICH Ed. Koch Automobile Garage le Phare Garage Plüss Paul Widler & Hürsch Garage Couturier S.A. Qarage Stauffer E. Henry Roos & Co. F.A.H.A.G.