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E_1948_Zeitung_Nr.047

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10 AUTOMOBIL REVUE

10 AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 3. NOVEMBER 1948 - Nr. 47 HÖCHSTE ANFORDERUNGEN. Die Vorderradagfhängung de« Frqzer Nash « High Speed > wird durch zwei im umgekehrten V montierte, sehr gras« Teleskapstossdqmpfer ergänzt. Sichtbar iit «uf dieiem flld auch dar hohe, schmale Oelkühler vor dem Wasserkühler. EIN STEIFER RAHMEN. Die hintere Partie des 2'/ 2-liter-Riley- Chossis wird durch Quer- und Schrägrohre verstärkt. RESERVERAD BEIM LAND-ROVER. Um den Einstieg nicht zu behindern, ist das Reserverad derStations- Limousine auf dem Land-Rover, mit einem Deckel versehen, auf die Motorhaube verlegt. COTAl A L'ANGLAISE. Lagonda zeigt auf einem Wagen das Cotal.Gelriebe, dessen Schalthebel in der Mitte des Armaturenbrettes angeordnet Ist. Die Instrumente sind auf einer keilförmigen Fläche verteilt. senkt und das Rad freigibt, eine sehr saubere und praktische Lösung. Neue Karosserien, ebenfalls für die USA in erster Linie gedacht, zeigt auch Riley in Form eines •J r r-5sit«jgen Cabriolets sowie eines 3sitzigen Sportroadsters, der Lenkradschaltung hat. Diese letztere ist in Verbindung mit Links? lenkung derart populär geworden, dass sogar Rolls-Royce und Bentley den Schalthebel unter das Lenkrad genommen haben, allerdings nicht ohne zuerst den Mechanismus so zu entwickeln, dass er wirklich zur « besten Lenkradlenkung » geworden ist. Linkslenkung findet man auf Wunsch auch auf einem neuen viersitzigen MG, einem offenen Tourenwagen auf dem bekannten \V%-Liter-Chassis, pieser Typ vereinigt die Merkmale des offenen TC Midgets mit dem 52-PS-Zweivergasermotor mit denjenigen des komfortablen « Y »-Typs. * Erstmals dem Publikum gezeigt wird auch der Singer « SM 1500 », ein völlig neu entwerfe-- ner und ausgeführter Wagen mit einem Schwingachs-Tiefrahmenfahrgestell, einem Vierzylinder» motor mit obenliegender Nockenwelle, 1506 cm 1 Inhalt und 48 Brems-PS sowie einer sehr modernisierten fünf- bis sechssitzigen Pontonkaros" serie. Eine weitere Firma, die sich von der Starrachse losgesagt hat, ist Lea-Francis, wo man . eine viertürige, sechsfenstrige Limousine auf dem neuen torsionsstabgefederten Fah!> gestell sieht. Der 1,767-Liter-Vierzylindermotor leistet im schmucken Sportzweisitzer 87 Brems- PS. Das Gewicht dieser alten Marke wurde ebenfalls modernisiert. Eine Neuerung praktischer Art findet man auf dem Stand von Rover, wo der Land-Rover auch als geschlossener Wagen mit Personenkarosserie und insgesamt 7 (!) Sitzplätzen zu sehen ist. Eine wirkliche Sensation ist d.er neue Jaguar- Sportwagen, dessen technische Merkmale weit über dem heute verhältnismässig bescheidenen Preis von 988 Pfund Sterling, also gleich viel wie die Limousine, zu liegen scheinen. Ein Zweisitzer mit 160 PS und einer bestechend schönen Karosserie ist heute für die Summe vorteilhaft zu nennen, wenn er den Erwartungen entspricht; der Zweilitermotor XK der gleichen Bauweise hat ja seine Feuerprobe in Lt. Col. Goldie Gardners Rekordwagen bestanden. Das Fahrgestell des Sporttyps gleicht demjenigen des neuen Jaguar Mark V mit Torsionsstabfederung vorn und tiefgekröpftem Chassis. Als Rennsportfahrzeug (allerdings in der ausgestellten Form ohne die vorgeschriebenen Türen) und besonders für Rennen der Zweiliterformel geeignet scheint der neue Frazer- Nash-High-Speed, der als kompressorloser Zweisitzer bestimmt ziemlich an die 200-km-Grenze herankommen sollte. Seine Schöpfer haben auf die «neue Linie» weitgehend verzichtet und einen praktischen, mit kleinen Kotflügeln versehenen Wagen gebaut, der unbeladen auf ein Leistungsgewicht von etwa 5,5 kg'PS kommen sollte! Ein Rennsportfahrzeug, das seine Probe bestanden hat, ist der Aston-Martin-Spa-Replica-Typ auf dem gleichen Chassis wie das Cabriolet, aber mit hochgezüchtetem Rennmotor und offener, ebenfalls nicht übermässig verschalter Karosserie. Die Einzelradaufhängung mit Längsiehkern und Schraubenfedern •••• hat sich anlässlich dem belgischen Hangstrefken.- rennen gut bewährt. Damit ist der Rundgang bei den neuen oder nor nie gezeigten Wagen beendet; einige von ihnen werden in der « AR » noch ausführlicher behandelt werden. Wo steht der enclische Autobau? Ohne den Krieg würden die Wagen in Earls Court zweifellos anders aussehen. Die Kriegsfolgen! und besonders die infolge der wirtschaftlichen Schwierigkeiten notwendig gewordene Exporttätigkeit, hat die Industrie gezwungen, die Bedürfnisse aller Länder genau zu studieren und die Wagen dementsprechend zu konstruieren. Während zu Beginn der Wiederaufnahme der Produktion, also zu einem Zeitpunkt, da der schweizerische Markt für England besonders wichtig war, niemand nach Nachkriegsmodellen fragte, da jeder fahrbereite Wagen zu verkaufen war, hat sich heute die Situation doch etwas geändert. Man muss deshalb zugeben, dass die Politik der englischen Industrie die einzig richtige war. Sie bestand darin, die Serien der bisherigen Modelle möglichst unterbruchsfrei weiterlaufen zu lassen und in dieser Zeit in aller Ruhe an den neuen Wagen zu arbeiten. So sind die englischen Firmen mit wenigen Ausnahmen erst dann zur Bekanntgabe der neuen Modelle geschritten, als sie hinter sich schon die Produktion in vollem Gang wussfen; was heute in Earls Court gezeigt wird, kommt in den Fabriken fast durchwegs vom Fliessband herunter. Die letzten Modelle sind naturgemäss die modernsten, wenigstens so weit die äusseren Linien gehen, denn die Automode hat sich in der letzten Zeit doch ziemlich gewandelt. Bei all dem guten Aussehen und den unbestrittenermassen praktischer und besser gewordenen Wagen muss man doch feststellen, dass keinerlei technische Neuerungen von Belang zu sehen sind, ja in mancher Hinsicht ist sogar, zum Teil veranlasst durch den Bezug von Teilfabrikaten bei den gleichen Unterlieferanten, eine gewisse Uniformität unter den Serienwagen zu konstatieren. Für gewisse Dinge scheint die Zeit noch nicht ganz reif zu sein; wenn man aber den Innenraum der Wagen mit nach vorn geschobenem Motor genauer prüft, so wird man feststellen können, dass die Entwicklung von kurzen Boxermotoren in vielen Fällen einen Platzgewinn und gleichzeitig eine Tieferlegung des Schwerpunktes erlauben würde. Im Getriebebau konstatiert man das fast völlige Vorherrschen der synchronisierten Vierganggetriebe mit Lenkradschaltung; das Planeten-Vorwählgetriebe ist auf ganz wenige Vertreter beschränkt, und Neukonstruktionen fehlen. Der Invicta, dessen hydraulischer Brockhouse - Drehmomentwandler nach dem System von Salerni eine Zeitlang : grosses Interesse erweckt hatte, ist nicht ausgestellt; und die Daimler und Lanchester sind nach wie vor die einzigen Vertreter hydraulischer Kupplungen. An den bekannten Getrieten SEDANCA DI VIILE. Dies« kapriziöse Kprosserleform wird In England besonders von Gurney.Nutting gepflegt, dessen Coupe sowohl durch das abgerundete Heckfenster wie auch den verschiebbaren Dachvorderteil auffällt. Ein ähnlicher Entwurf, ebenfalls auf einem Bentley ausgestellt, besitzt ein* fiusterst kühne Farbkombination von rot und schwarz. ALT UND HEU. Beim Aston Martin verbinden (ich Elemente der Tradition und des cNew Look». Obwohl das Hinterrqd durch eine mächtige, abgerundete Fläche verschalt ist, wird die ludge-Whit. worth-Nobe beibehalten. PENDANT. Die Verschalung der Scheinwerfer im Kotflügel des riesigen Hooper-Cabrlolets auf dem Achtzylinder-Daimler-Chassis wiederholt die Rippen des bekannten Kühlermotifs. DERNIER CRI. Die Vorderradverschalung ist bei den englischen Spezialkarosseuren ebenfalls Trumpf geworden. Sehr elegant löst sie Freestone & Webb auf einem Bentley durch mehrfache, abgetönte Wülste, die der Konstruktion jede • Schwere nehmen. kann man immerhin eine vermehrte Anwendung von Sperr-Synchronisierungen erkennen. Was den schweizerischen Automobilisten sehr stark betrifft, ist die Verbesserung des Leistungsgewichtes vieler Wagen, die entweder durch Reduktion des Gewichtes (wie beispielsweise beim Hawk von leer etwa 1400 auf 1250 kg) oder vor allem durch den Einbau wesentlich grösserer und leistungsfähigerer Motoren erfolgte. Während selbst recht hochwertige eng- E M E R G © IL IST ÜBERLESEN erhältlich bei allen grünen Tankstellen. Die Erfahrung tausender von Automobilisten bestätigt, was wir von Anfang an mit gutem Gewissen sagen durften: ENERGOL ist überlegen! ENERGOL enthält besondere chemische Zusätze zur Verhütung von Oxydation und Lagerkorrosion. Mit ENERGÖL geschmierte Motoren bleiben sauber, leisten mehr und leben länger! 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Nr. 47 - MJTTWOCH, 3. NOVEMBER AUTOMOBIL REVUE 11 Rechts s JAGUAR XK 160 PS. Der neue Jaguar- Sportmotor mit zwei Nockenwellen. Jä^SSW*' LEBENDIGER UNTERRICHT. Der Rootes-Konzern hat zwei überaus sorgfältig und schön «ausgearbeitete Modelle angefertigt, einen mit Perspex-Flächen überzogenen Hillman Minx, dessen Bestandteile arbeitend betrachtet werden können, sowie einen ebenso interessanten aufgeschnittenen Sunbeam. den dieses Bild zeigt. EARLS COURT LONDON — ENGLANDS STOLZ Bilder von englischen Nachkriegstypen aller Art Linkst Daimrer-2