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E_1949_Zeitung_Nr.004

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o AUTOMOBIL REVUE

o AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 26. JANUAR 1949 - Xr. 4 weisen stets die neuesten Errungenschaften auf. Die Ingenieure und Techniker von QUINCY befassen sich seit Jahren nur mit dem Bau von Kompressoren. Unser Lager umfasst stets ca. 200 Kompressoren in allen Typen, einzeln und in kompletten Aggregaten, von 3 bis 140 rn 3 Stundenlei- stung. QUINCY-KOMPRESSOREN Primus 2- u. 4-Rad-Anhänger tS'v::, für Motorfahrzeuge f.jvjt '"f. /^ Aus einem Schreiben von Herrn S., Professor am Technikum. ZU VERKAUFEN 6/7-Piäizer Limousine, mit Heizung, Schiebedach, 2 Reserveräder, 17 PS, Mod, 33, in sehr gutem Zustand. Preis Fr. 380a—. 72270(4,6,8 Zu besieht bei 'Werner von Allmen, Handlung. Höheweg 90, Interlaken Telephon 6 93. Der Javelin wurde In den A1»«R geprC.'t Die moderne Bauweise und die sorgfältige Herstellung machen den Joweti fSr unsere Verhältnisse wie geschaffen. Sein Hochleistungs-Boaermotor, das ausgereifte Produkt einer vierzigjährigen Erfahrung auf diesem Gebiet, »nd sein niedriges Gesamtgewicht verleihen ihm eine Bergfreudigkeit, ein Anzugsvermögen und eine derart hohe Douergeschwindigkeit, wie sie nur Wagen mit vielfach grösseren Motoren besitzen. Alpenfeste Kühlung, zuverlässige Bremsen, ein beiner Wendekreis und girte Bodenfreiheit ergänzen dos Bild dieses für unsere FahrbedMngungen wie geschaffenen Qoalitötsproduktes. Jeder Javelin-Vertreter Wrtrt ein grosses Ersatzteillager; den Service besorgen von den Jowett-Werken ausgebildete Spezialisten. INDIVIDUELL VERSTELLBARE VORDERSITZE Die Sitze passen sich auf- und abwärts, vor- und rückwärts on. Mit seinem 8-Steuer- PS-Motor von 53 Brems-PS beschleunigt der Jovelin von 0 oW 80 km* in nur 14,0 Sekunden. DER 1% - LITE K-JOWETT-JAVELIN VORBILD DER NACHKRIEGSWAGEN t Br dmtKk« wxj fra—ät-cKe Schweiz, AG., Zürich, Bi«ikönigslraiM 21 Katiaabcfw Scfcwoiz, Garage de la Ville Uqon, fohphoa 24358 S«v«gel-Garaae tdLtatVi**** Chevrolet .Garage Vogelsono . M. (03115 4500 m Garag« Mont-Blanc .T.l. (0221 224 20 , U.ZuHeray . Tel. (027)5 IS 09 OPEL-BLITZ-LASTWAGEN, 3-Seiten-Kippex (Burekbardt), 3 Tonnen Nutzlast, Brücke 300X200 cm. Bereifung 32X6, ca. 80 %. Motor 6 Zyl., 18 PS, neue Bremsen, Motor und Chassis aus Totalrev. ViLLINGER-DIESEL-LASTWAGEN (SauTer-Ghassis), Motor 4 Zyl., 14 PS, total neu revidiert, mit Garantie, Nutzlast 2,5 Tonnen, Brücke 330X200 Zentimeter. Bereifung ca. 70 %. 72265(4 JUNKER-DIESEL-MOTOR, 2 Zyl., 14 PS, neu revidiert, kompl. mit Schwungrad und Anlasser etc., geeignet f. Einbau in Traktor od. als stat. Motor. Infolge Liquidation sämti. Fahrzeuge billig abzugeben. Emil Voelkte, DaehsfeMerstrasse 23, Basel. TeL (061) 5 24 81; wenn keine Antwort: (061) 5 29 77. Füllen Sie untenstehenden Bestellschein aus und senden Sie ihn an «Automobrl-Revue», Postfach 603, Transit Bern. Mstellschein: Ich abonniere die «Automobil Revue» bis 30 Juni .1949 «nd bitte Sie, den Betrag von Fr. 6.30 per Nachnahme zu erheben — wird auf Poctcheck-Konto III 414 einbezahk.*) Sehr günstige Oceasionen! das sichert Ihnen ein Abonnement . i '•*' T^ I i ',"

Nr. 4 — n. BLATT AUTOMOBIL REVUE BERN,- 26. Jannar 1949 -Die Bewährung der Nachkriegswagen Ergebnisse der Rundfrage der «AR» vom Sommer 1948 — Durchschnittlich befriedigende Urteile Der schwache Punkt: Die Fertigung — Spürbarer Qualitätsanstieg seit 1946 Kurze Zeit nach der Wiederaufnahme von Autoimporten im Jahr 1946 begannen sich die ersten Urteile über die Nachkriegserzeugnisse zu bilden. Die enorme Nachfrage der ersten Jahre führte dazu, dass die eintreffenden Wagen dem Handel buchstäblich aus den Händen gerissen wurden, ohne dass die Käufer viel nach der Beschaffenheit oder den Preisen fragten. So befassten sich auch die Importeure nicht gerne mit Einzelheiten. Als im Betrieb der Wagen dann aber manche Mängel zeigte und sich der Markt langsam einer Sättigung näherte, wodurch die Konkurrenz im Autohandel wieder auflebte, bildete sich eine Gerüchtewelle über die angeblich mangelhafte Qualität der Nachkriegswagen, die manchmal groteske Formen annahm. Es war ausserordentlich schwierig, den wahren Sachverhalt zu eruieren, da sich die Urteile stark widersprachen. So musste einige Zeit verstreichen, bevor daran zu denken war, die tatsächliche Bewährung dieser Fahrzeuge näher zu prüfen. Zudem liessen sich verbindliche Urteile erst dann einigermassen rechtfertigen, nachdem das Gros jener Fahrzeuge durchschnittlich 20 000 bis 30 000 km zurückgelegt hatte. Dieser Zeitpunkt war im Sommer 1948 erreicht. Damals erschienen auch mehr und mehr Nachkriegswagen auf dem Occasionsmarkt, so dass es geboten schien, die Sonde einmal tiefer anzusetzen. Dieser Entschluss fand seine Verwirklichung in der Rundfrage vom 2. Juni 1948 an die Leser der « AR », denen dabei Gelegenheit geboten wurde, ihre Ansichten über die Bewährung der Nachkriegswagen zu äussern. Die ausserordentlich zahlreich eintreffenden Antworten gaben ein recht anschauliches Bild, das jedoch noch der Präzision entbehrte, da gewisse Marken aller Preisklassen viel zu stark, andere, nicht weniger wichtige aber kaum vertreten waren. Ferner tauchten während der Auswertung neue Gesichtspunkte auf, die erkennen liessen, dass sich mit einem nicht allzugrossen zusätzlichen Aufwand ein annähernd naturgetreues Abbild vom Urteil der Schweizerischen Automobilisten über die Beschaffenheit der Nachkriegswagen erzeugen Hess. Zu diesem Zweck wurden die Ergebnisse der Rundfrage durch Stichproben-Anfragen ergänzt und das Gewicht allzustark berücksichtigter Marken im Verhältnis der Importe reduziert. Die « AR • hätte sich nicht auf das Glatteis der öffentlichen Meinungsbefragung, die ja in den letzten Monaten etwas in Misskredit geriet, begeben, wenn nicht die Ergebnisse der Rundfrage allein ein so genaues Uebereinstimmen der Urteile gezeigt hätten; die Schlussfolgerungen durften deshalb mit ruhigem Gewissen gezogen werden. Im ganzen sind etwa 3 % der seit 1946 eingeführten Personenwagen gründlich «durchleuchtet» worden; in schwierigeren Fällen wurde der Prozentsatz wesentlich erhöht. Der Beitrag der Teilnehmer an der Rundfrage. Ausserordentlich überraschend war die Art und Weise, wie von Seiten der Leser auf die Rundfrage reagiert wurde. Grundsätzlich waren nur solche Automobilisten teilnähmeberechtigt, die mit der betreffenden Marke und dem Automobil im allgemeinen beruflich keine Bindung hatten. Trotz dieser Beschränkung auf « Nicht- Experten » waren die eingehenden Urteile fast durchwegs sehr ausführlich, sachlich, klar und fast völlig unvoreingenommen. Weder sang der von seinem Wagen Begeisterte ungebührliche Loblieder, noch liess der vom Fahrzeug oder dem Vertreter vielleicht Verärgerte seinem Missmut freien Lauf. So gibt die auf dieser Seite veröffentlichte Zusammenstellung der Ergebnisse weitgehend die Summe der Arbeit unserer Leser wieder, die ja nicht aussagen soll, wie die Nachkriegsautos wirklich sind, sondern wie sie in den Augen der schweizerischen Automobilisten erscheinen. Der Kunde hat nicht immer recht. Mit anderen Worten heisst dies, dass die Ergebnisse der Rundfrage als einseitig zu betrachten sind. Gerade manche Fahrer, die gewisse Mängel beanstanden, verraten durch die Art ihrer Antworten, dass ihre Fahrweise oder mangelnder Unterhalt und oft auch mangelndes Verständnis mit die Ursache von Unzulänglichkeiten bilden. Die heutigen Wagen sind keineswegs vollkommen narrensicher, sondern verlangen eine gewisse, von Fall zu Fall vielleicht verschieden grosse Sachkenntnis und Sorgfalt in der Behandlung. Die « Dienste hinter der Front •». Ein immer schwieriger zu lösendes Problem wird der Unterhalt und das Reparaturwesen der nicht endenwollenden Zahl von Marken und Typen auf dem schweizerischen Markt. Es ist kein Zufall, wenn sich durch gute Kundendienstorganisation auszeichnende Marken recht günstig beurteilt werden, weil ein Fahrer verständlicherweise vermehrtes Zutrauen zu einem Fahrzeug hat, dessen Zukunft durch ausgebildete Mechaniker und assortierte Ersatzteillager gesichert ist. Obwohl die stark verbreiteten Weltmarken günstigere Voraussetzungen finden, traft dies auch für kleinere Firmen, die dem Service die nötige Beachtung schenken und für die Schulung ihrer Mechaniker sorgen, zu. Marken und Jahrgänge. Ein abschliessendes Urteil über einen Fahrzeugtyp lässt sich eigentlich erst dann abgeben, wenn er nicht mehr hergestellt wird und sich somit für das Ergebnis nur noch der Geschichtsschreiber interessiert. Ohne so weit zu gehen, musste für die vorliegende Umfrage insofern eine Beschränkung vorgenommen werden, als die seit dem Sommer 1948 neu in die Schweiz eingeführten Marken und Modelle kaum berücksichtigt werden konnten. Dadurch fallen leider in vielen Fällen gerade solche Fahrzeuge aus dem Rahmen der Ergebnisse, deren Eigenschaften die Wünsche und Kritiken der schweizerischen Besitzer vorwegnehmen; ferner musste Deutschland als Lieferland ganz aus den Traktanden verschwinden, weil von dort erst seit diesem Sommer wesentliche Lieferungen eingesetzt haben. Diese beiden Einschränkungen verringern, dies sei ausdrücklich betont, den praktischen Wert der Ergebnisse unserer Rundfrage. Eine Nutzanwendung für den Käufer eines Neuwagens lässt sich deshalb nicht ohne weiteres ziehen, dagegen dürften die Zahlen der beigegebenen Tafel, den Käufern von Nachkriegs- -Occasionen doch manchen nützlichen Wink geben. Aber auch der Fabrikant und der Konstrukteur wird die Wunschliste seiner schweizerischen Kunden mit Interesse betrachten. Warum nach Ländern? Wie schon anlässlich der Ausschreibung der Rundfrage betont wurde, war von Anbeginn an beabsichtigt, die Auswertung der Ergebnisse nach Produktiönsländern und nicht nach Marken zu detaillieren. Eine Veröffentlichung nach Marken oder gar Typen, die bestimmt den Wünschen vieler Leser entsprochen hätte, würde aber notgedrungen in vielen Fällen eine nicht ganz gerechte Bevorzugung oder eine ebenso wenig fundierte Schmälerung des Ansehens einzelner Marken hervorgerufen haben; eine übelwollende Kritik steht zudem der Schweiz, die ja auf dem Gebiet der Automobilkonstruktion nicht gerade überwältigende Resultate zu verzeichnen hat, nicht gut an. Die Unterteilung nach Ländern soll solche Ungereimtheiten verhüten und ist zudem umso eher gerechtfertigt, als die Klassierung nach diesem Prinzip annähernd ebenso deutliche Unterschiede zeigt. Zu kurz kommen bei dieser Behandlungsweise die sogenannten « Klassewagen », Vertreter der oberen und obersten Preiskategorie, von denen in manchen Fällen pro Marke nur wenige Exemplare in die Schweiz eingeführt worden sind. Auch dieser Umstand ist gerechtfertigt, weil ihre Bedeutung neben derjenigen der populären und mittleren Fahrzeuge ja verhältnismässig klein ist. In den Prozentzahlen wurde ihnen immerhin Rechnung getragen. Nachkriegswagen im Urteil der Automobilisten Ergebnisse der Rundfrage der «Automobil Revue> über die Bewährung der Nachkriegswagen 1. VERHALTEN IM BETRIEB Zuverlässigkeit und Freiheit von Pannen: , Treibstoffverbrauch: Oelverbrauch: Ansprüche an Unterhalt: Eeparaturkosten: Dauerhaftigkeit der Karosserie: Kupplungsbetaügung: Getriebebetätigung: Beurteilung: der 3-Gang- Getriebe: Führersicht: Innenraum und Komfort: 3. FAHRLEISTUNGEN Beschleunigungsvermögen: Bergsteigefähigkeit: Höchstgeschwindigkeit: Leistung an heissen Tagen: 4. FAHREIGENSCHAFTEN Federung: Strassenhaltung: Bremsen: Lenkung: Eigenschaften gut schlecht normal zu hoch kein Urteil normal -• ; zu hoch kein Urteil normal zu hoch kein Urteil normal zu hoch kein Urteil normal ungenügend kein Urteil 2. BEDIENUNG UND EINRICHTUNG Motoranspringen kalt: 5. GESAMTURTEIL gut 82 verbesserungsfähig 14 kein Urteil 4 gut 90 verbesserungsfähig 6 kein Urteil 4 zieht 3 Gänge vor 42 zieht 4 Gänge vor 58 kein Urteil — gut "' 71 verbesserungsfähig 23 kein Urteil 6 gut 93 verbesserungsfähig 4 kein Urteil 3 gut 87 verbesserungsfähig 10 kein Urteil 3 gut 75 ungenügend 23 kein Urteil 2 gut 81 ungenügend 17 kein Urteil '' 2 gut •' 91 ungenügend 5 kein Urteil 4 gut 77 ungenügend 13 kein Urteil , 10 gut 63 zu hart 10 zu weich 24 kein Urteil 3 gut 62 ungenügend 37 kein Urteil 1 gut 73 ungenügend 17 kein Urteil 10 gut 83 zu schwer, zu wenig untersetzt 7 zu leicht, zu stark untersetzt 8 , kein Urteü 2 Sehr gut , 38 Gut b. befriedigend 45 Unbefriedigend 14 Kein Urteil 3 '' Erzeugungsländer Gross- Frank- n s. .... Ischebrlt reich USA Itallen slowak. , cho : 91 95 91 9 5 1 9 89 74 89 11 12 26 10 1 97 1 23 76 85 81 63 186 6 18 4 13 19 72 75 97 65 21 214 2 i 27 7 il 8 63 31 35 67 2 2 70 165 98 11 74 86 16 4 10 10 sin 63 87 103 93 77 5 23 99 il 1 93 91 7 9 67 78 96 4 83 89 74 54 26 35 — 11 98 11 61 36 3 98 11 92 98 89 2 1 — 10 85 90 13 10 76 77 82 24 5 9 — 18 9 97 21 97 12 84 14 — 9 2 — 5 91 72 9 18 10 34 96 4 87 10 87 13 98 11 90 91 89 14 45 9 74 47 73 11 8 8 1 — 10 83 17 69 29 2 82 171 51 48 1 49 51 Total 94 6 84 15 1 86 4 10 79 14 7 78 13 40 55 51 38 9 7 82 18 48 50 2 68 32 85 15 68 nn 96 22 97 21 84 6 10 84 142 51 47 2 96 31 95 23 84 15 90 82 83 107 52 46 2 81 16 3 9 4 81 181 87 121 76 23 1 94 42 82 t\ 72 13 14 1 75 21 TA 9 3 84 — 5 1 2 34 31 51 56 15 10 — 3 Die Nachkriegswagen sind nicht schlecht und werden besser. Dies ist das klare Ergebnis unserer Rundfrage. Wer sich auf dem Gebiet des Automobüismus etwas auskennt, dem ist diese Tatsache keineswegs neu; und doch besteht ein Unterschied zwischen Schätzen und Wissen. Rund etwa ein Zehntel der befragten Besitzer sind mit ihren Wagen nicht zufrieden; von diesen fallen ein ziemlich kleiner Anteil Fahrzeuge auf den Jahrgang 1947 und ein noch unbedeutenderer Teil auf 1948, während der Prozentsatz von Fahrzeugen aus dem Jahr 1946 (in einigen Fällen 1945) schwerer wiegt. Diese Schlussfolgerung ist die erste, die aus den Ergebnissen der Rundfrage, wie sie hier tabellarisch aufgeführt sind, gezogen sei. Die Diskussion dieser Ergebnisse liesse sich bis in alle Einzelheiten ausspinnen; der Sinn der Rundfrage liegt jedoch viel mehr in einem allgemeinen Ueberblick als in der Beurteilung von konstruktiven und fabrikatorischen Einzelheiten. Die Formulierung der insgesamt 21 verschiedenen Punkte dürfte zudem klar genug sein, um weitschweifige Erläuterungen entbehrlich zu machen. Dichtung und Wahrheit. Eines geht aus den Antworten wie aus den Resultaten hervor: Die höchst schaudervollen Geschichten von Fahrzeugen, die mit fehlenden Kolbenringen, ohne Pleuellagerschalen oder mit spröden Getriebewellen geliefert wurden, sind zum grössten Teil erfunden. Die durch die Rundfrage bekannten wirklich schwerwiegenden Fälle sind so selten, dass sie zahlenmässig kaum ins Gewicht fallen. So betrüblich auch im Einzelfall ihre Auswirkungen sein mochten, so darf dennoch die Tatsache nicht übersehen werden, dass 94 % der befragten Automobilisten ihre Wagen als zuverlässig bezeichnen. Dieses Resultat ist günstiger als man es erwarten konnte. Immerhin treten unfreiwillige Halte, Pannen an Motor und Fahrgestell eher häufiger auf als vor dem Krieg. Erfreuliche Aussichten. Soweit sich die eigentlichen Nachkriegskonstruktionen in den Antworten bereits bemerkbar machen, sind die zu ziehenden Schlussfolgerungen sehr -positiv. Die konstruktiven Fortschritte, die praktischere Gesamtplanung und die grössere Leistungsfähigkeit, die ja schon aus den Beschreibungen der Nachkriegswagen in der « AR » hervorging und die gelegentlich in Prüfungsberichten zahlenmässig untermauert werden konnten, finden beim Automobilisten ein deutliches Echo. Immer und immer wieder liest man, dass neuangeschaffte Kleinwagen gleichviel oder mehr leisten als wesentlich grössere ältere Fahrzeuge, dass höhere Durchschnitte bei grösserer Fahrsicherheit und kaum höherem Treibstoffkonsum erzielt wurden. Die eigentliche Zäsur im Urteil der Fahrer über Vor- und Nachkriegsmodelle ist nicht datum-, sondern konstruktionsmässig festgelegt Die Nachkriegsjahrgänge der Vorkriegskonstruktionen werden nicht immer so günstig beurteilt. ' Nachstehend seien noch einige besondere Punkte nach Herstellungsländern getrennt behandelt; die c AR • stellt sich dabei gerne als Sprachrohr für manche Anregungen und Wünsche ihrer Leser zur Verfügung. Vieles kann heute aus Gründen der Preisgestaltung oder aus anderen Ursachen nicht verwirklicht werden; was aber die amerikanische Autoindustrie im grossen schon seit vielen Jahren praktiziert, nämlich die Ausrichtung der Konstruktion auf die Wünsche der Käufer, das sei ausnahmsweise auch einmal zugunsten des schweizerischen Automobilisten versucht, dessen Stimme sonst ungehört erschallt. Die Amerikaner. Dass von hundert Fahrern amerikanischer Wagen nur einer seinem Fahrzeug das Prädikat « unzuverlässig » ausstellt, mag vielleicht nicht überraschen, dennoch zeigt dieses Ergebnis, wie wenig sich die Nachkriegshast auf die wichtigen Belange ausgewirkt hat. Auch der Anteil von « Sehr gut »-Noten erreicht für die amerikanischen Wagen das Maximum. Immerhin verdienen einige Bemerkungen Erwähnung. So stossen sich manche Fahrer daran, dass die tatsächliche Beschleunigung nicht dem theoretischen fast immer sehr günstigen Leistungsgewicht entspricht; ferner leiden die Amerikaner ziemlich stark unter Leistungsabfall auf Hochalpenpässen und bei hoher Aussentemperatur. Die konstruktiven Schlussfolgerungen seien nicht gezogen. Wiederholt wird erwähnt, dass sich die Fahreigenschaften gegenüber den Vorkriegsmodellen verbessert haben; Beanstandungen findet man besonders von Seiten der Fahrer, die viel kurvenreiche, bombierte oder nasse Strassen zu wählen haben. Automobilisten, die viel ins Ausland reisen, sind im allgemeinen von den amerikanischen Wagen begeistert. Wenig Anklang finden die neuen Amerikanerkarosserien bei denjenigen Fahrern, die finanzielle Folgen von Kollisionen zu übernehmen haben; die dabei entstehenden Reparaturkosten, durch die komplizierten Frontgitter und die Pontonkarosserien verursacht, geben ja auch den Versicherungsgesellschaften zu denken. Wer viel auf Ueberlandstrassen fährt, stösst sich nicht an der Breite der Amerikaner; Stadt-Automobilisten haben dagegen manches über Parkschwierigkeiten zu sagen. Ein kleiner, aber nicht unwichtiger Punkt: Mehrere Fahrer weisen daraufhin, dass die Benzintanks auch der