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E_1949_Zeitung_Nr.005

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4« AUTOMOBIL REVUE

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Nr. 5 — IV. BLATT AUTOMOBIL REVUE BERN, 2. Februar 1949 USA General Motors stellt aus (V«n «neerem New-Yerker Korrespondenten) III. Eines der wichtigsten Ergebnisse der Ausstellung scheint darin zu liegen, dass sich die neue Linie nunmehr endgültig durchgesetzt hat. Obwohl die Wagen nicht mehr länger werden (das ginge auch kaum, denn ihre Manövrierfähigkeit k» Stadtverkehr ist schon heute stark beschränkt), und obwohl Buick die Wagenlänge sogar um einige Zentimeter verkürzt hat, erscheinen (He Wagen länger. Diesem Zwecke dieneo die Chromleisten, die sich u. a. bei Chevrolet, Pontiac und Buiok etwa ia Radhöhe oder darüber vom Scheinwerfer bis zur Wagenmitte oder auch bis zum Heck ziehen; Oldsmobile weist Chromstreifen nur an den hinteren Kotflügeln auf. Der Buick folgt automatisch der horizontalen Linie. Da die Fensterflächen vergrössert sind, wirkt der Oberbau weniger massiv, und auch dies trägt dazu bei, den Blick von der Vertikalen in die Horizontale zu verlagern. Fast alle Wagen wirken gleichzeitig wuchtig und graziös; keiner wirkt klein. typische amerikanische Arztwagen geworden, weil er « wohlhabend » aussieht, aber doch wiederum nicht so teuer, als dass der Patient Angst vor hohen Rechnungen haben müsste. Ob man einen Chevrolet, einen Pontiac oder einen Oldsmobile kauft, richtet sich fast ausschliesslich danach, in was für einer Gegend man wohnt. Wenn der Nachbar einen Pontiac hat, darf man nicht zurückstehen und muss entweder auch einen Potitiae oder einen Oldsmobile kaufen. Dem Cadillac sagt man nach, dass er sogenannten « snob appeal » habe; wer ihn kauft, gilt automatisch als schwerreich. Da dieser Ruf auch Folgen nach sich ziehen kann, die nicht unbedingt angenehm sind, kaufen sich viele, die sich einen Cadillac leisten könnten, « nur» einen Buick. Man sah denn auch auf der Ausstellung mehrere Industriekapitäne und Filmstars, die eingehend die verschiedenen Buicks musterten und dabei Seitenblicke in Richtung Cadillac warfen. Das Gros der Besucher, das ernste Kaufabsichten hegte, drängte sich um Oldsmobile, Pontiac und besonders um Chevrolet. Ernst Behrendt. Von der Generol-Motors-Aussletlung «Transportation unNmifed» in New York i Eines der neuen Ponliac-Modetle rotiert out der spiegelumkleideten Drehbühne, auf der die Wagen nacheinander — wie Schauspieler — vor das Publikum treten. I. Am 20. Januar wurde im Hotel Waldorf- Astoria in New York die erste Automobilausstellung eröffnet, die General Motors seit mehr als acht Jahren veranstaltet hat. Den offiziellen Anlass für die Ausstellung bildete das Debüt der neuen Chevrolet- und Pontiac-Modelle; aber mit Recht sagte sich die Oeffentlichkeit, dass die Präsentierung zweier Wagen kaum den kolossalen Aufwand rechtfertigen könnte. Das Gala- Debut kostete General Motors weit über eine Million Dollar, ungerechnet die Empfänge, Banketts und « luncheons », die für mehr als 5008 Gäste veranstaltet wurden. Unter den tiefer liegenden Motiven, die man der Tatsache zugrunde legt, dass die Ausstellung überhaupt veranstaltet wurde, seien die folgenden besonders hervorgehoben: Erstens heisst es allgemein, General Motors habe das bevorstehende Ende des « seller's market » erkannt und rüste sich für den zw erwartenden Konkurrenzkampf aller gegen alle. Hierin mag mehr als ein Körnchen Wahrheit stekken; anderseits weisen die Leiter der verschiedenen « Divisionen » von General Motors (die zueinander nur in einem verhättnismässig lokkeren Verhältnis stehen) darauf hin, dass der Auftragsbestand selbst eine erhöhte Produktion auf viele Monate hinaus absorbieren würde, ferner, dass man mit einer solchen erhöhten Produktion nicht unbedingt rechnen könne, da es noch immer an Rohmaterialien, besonders a» Eisenblech, fehle. Zweitens glaubt man, die ganze Ausstellung sei eine.Antwort auf den neuen Ford. Auch diese These scheint wenigstens zum Teil begründet, aber/ nur, sofern es wirklich zu einem freie« Konkurrenzkampf kämmen sollte. Obwohl der vor wenigen Monaten eingeführte neue Ford aicfc schnell durchgesetzt hat, vermochte er die Vormachtstellungen der « alten » Chevrolet-Modelle nicht zu bedrohen. Der Produktionsabstand, der ihn von Chevrolet trennt, hat sich eher noch vergrössert. Woran das liegt, ist schwer zu sagen. Einerseits hat Ford tatsächlich nicht so viel Stahl bekommen, wie er erwartete; anderseits sind die Käufer Chevrolet nicht untreu geworden, selbst nicht dem Chevrolet in seiner kaum modifizierten Vorkriegsform. Drittens trägt die Auestellung den Stempel einer Art politischer Demonstration. Eines der wichtigsten Probleme der amerikanischen Innenpolitik ist die Antithese Planung — freie Wirtschaft. Massgebende politische Kreise erstreben seit langem eine (nacti europäischen und insbesondere nach englischen Begriffen überaus zahme) Anteilnahme der Regierung an der Leitung der grossen Industriekonzerne und der Regelung von Produktion, Arbeitsrecht, Preisfrage» usw Die Industrie behauptet, Amerika verdanke seine internationale Stellung einer von Regierungseingriffen unbehelligten Industrieführung. Die Erfolge einer auf freier Initiatire basierenden Industriepolitik soll diese Ausstellung unter Beweis stellen. Bezeichnenderweise ist sie keine reine Autoausstellung; ihr offizieller Name — «Transportation Unlimited» — weist deutlich auf den Anteil von General Motors am gesamten amerikanischen Transportwesen hin. Aber ausser Automobilen wurden nicht nur Dieselmaschinen, Motoren aller Art, ein Modell des c Train of Tomorrow » H. dgL gezeigt, jwndsrn auch Modelle zahlloser anderer Yen General Motors hergestellter Produkte, wie elektrische Haushaltsgeräte, Präzisionsapparate, Radios, Kühlschränke, Industriemotoren usw. II. Die Hauptattraktion der Ausstellung* waren die neuen Modelle. Die drei' teureren — Oldsmobile, Buick und Cadillac — waren schon seit mehreren Wochen bekannt; infolgedessen konzentrierte sich das Interesse auf den neuen Chevrolet und den neuen Pontiac. Kuriosa bei Cadillac Etwas vom Seltsamsten auf der Ausstellung waren vier Cadillac-Superluxusmodelle, von denen jedes nur in einem einzigen Exemplar gebaut und fast buchstäblich nach Mass angefertigt wurde. Jedes von ihnen kostet etwa 30 000 Dollar. Jedes von ihnen besitzt so ziemlich sämtliche Instrumente und « gadgets >, die es überhaupt gibt. Und mindestens eines von ihnen, das Phantasiemodell « El Ranche ».liegt bereits jenseits der Grenze, die vom guten Geschmack gezogen wird. « El Raacho > ist ein «nendllch langes, braunes Cabriolet. Seine Inneneinrichtung entspricht dem mutmasslichen Geschmack eines < atavistischen Granden des alten Imperiums südlich des Rio Grande». Innen ist der Wagen mit gewachstem Kernleder bespannt, das aus Hunderten von Häuten eigens für diesen Zweck wegen seiner Farbe und Maserung ausgewählt wurde; man legte Wert darauf, Rinderhäute mit typischen von Stacheldrahtzähnen gerissenen Narben zu benutzen. Abgesetzt wurde dieses Leder mit etwas dunklerem Kalbleder; die Nähte sind mit starken, weissen Fäden gesteppt und das Steuerrad mit Leder überzogen. Um die Innenseite läuft ein Metallbeschlag aus handgraviertem mattem Silber. Die Seltentaschen an den Türen ahmen Pistolentaschen nach. Der Boden ist mit brattn-weiss gefleckten Fellen bedeckt, die mit der Haarseite nach oben liegen; am einen qualifizierten Gerber za finden, wurde in Dutzenden von Städten Umschau gehalten, bis man schliesslich den < richtigen > Mann entdeckte. Das Dach besteht aus einem mit braunem Kernleder abgesetzten braunen Gewebe. Eingebaut sind «unsichtbare » Abteile für Erfrischungen usw. Und ziselierte Stierhäupter schmücken die Türwappen. Wie das Publikum auf diesen ausgefallenen Wagen reagierte? Es nahm «El Rancko > einfach nicht ernst. Auch eine Prüfanlage zur Feststellung der Einbruehssieherheit des Kofferraums wird auf der Ausstellung gezeigt. Lebhaftere Farben. Ferner ist wichtig, dass die Wagen lebhaftere Farben besitzen, und zwar sowohl was die Lakkierung als auch was die Polsterung anbelangt. Aller Wahrscheinlichkeit nach spielt hiebei die Tatsache mit, dass Frauen eine immer gewichtigere Rolle bei der Auswahl des Wagens spielen. Bei einer allgemeinen Verknappung nimmt der Kunde natürlich jeden Wagen, ohne Rücksicht auf dessen Farbe; sowie die Knappheit aber etwas behoben scheint, wie jetzt, in den flauen WinteAnonaten, macht sich eine wachsende Vorliebe für alles, was nicht monoton schWarz oder graa ist, bemerkbar. Für Inneneinrichtungen sind heute schon Dutzende von Farbenkombinationen erhältlich. Noch weiter wachsender Komfort. Radikale technische Neuerungen waren mit Ausnahme der Hochkompressionsmotoren auf der Ausstellung weder zu sehen noch zu erwarten; dagegen erhöht sich der Komfort zusehends noch weiter. Die Sitze werden immer bequemer, das Armaturenbrett immer übersichtlicher. Wie sich die Form des Wagens selbst von jener der Kalesche entfernt hat, werden auch Details immer mehr funktionell und unter bewusster Abkehr von traditionellen Vorbildern behandelt. Ein Beispiel bieten die neuen Türgriffe mehrerer General-Motors-Wagen; sie sind keine Klinjjjten mehr, die sich niederdrücken lassen, Bondifjroechtäe Griffe. Geöffnet werden sie durch Druck, nicht mehr durch Niederdrücken. Die Preise sind weiter angestiegen, wenn auch nicht erheblich. Diese Tatsache allein scheint dagegen zu sprechen, dass der « grosse Konkurrenzkampf » schon vor der Tür steht. Jeder Wagen, von Chevrolet bis zu Cadillac, kostet in seinen teureren Modellen mehr ate das billigste Modell der « nächsthöheren Marke ». Ebenso ist die Ausführung der «teureren billigen » Modelle z. T. besser oder luxuriöser als jene der nächsthöheren " «billigen teureren ». Bezeichnenderweise ähneln alle neuen General-Motors-Modelle einander nicht nnr, sondern sie sind z. T. auch identisch. Chevrolet, Pontiac und der kleinere OldsmobSe («76») gleichen sich völlig von Windschutzscheibe bis Rückfenster; ähnliches gilt für den gewesen Oldsmobile, Buick und Cadillac. IV. Am meisten Reflektanten für Chevrolet, Pontiac und Oldsmobile. Bei den meisten Bssuchern der Ausstellung stand von vornherein mehr »der weniger fest, für welchen Wagen sie sich entscheiden würden, wenn die Entscheidung in ihrer Hand läge Welchen Geaeral-Motors-Wagen der Amerikaner kauft, weiss er bereits, bevor er das neue Modell gesehen hat.,— ein überraschender Zug bei einem Käufer, dem man Traditionslosigkeit nachsagt. Beispielsweise konnte man bei der Ausstellung beobachten, dass sich die Aerzte um die Baich-Modell« scharten. Der Buick ist der Henry Ford III Henry Ford II., der Präsident der Ford Motor Company, ist seit 27. Dezember Vater eines Sohnes, der ebenfalls auf den Namen Henry hört. 400 Milliarden Meilen! Aus einer von der AAA veröffentlichten vorläufigen Statistik geht hervor, dass in den USA die Fahrer von Personenwagen im Jahre 1948 insgesamt rund 400 Milliarden Meilen (640 Milliarden km) zurückgelegt haben. E. B. 100-ÖktaB-Tre*bstoff ab Tankstelle Der -Präsident der Standard Oil Development Co. verlieh unlängst der Ueberzeugung Ausdruck, dass an den Tankstellen über kurz oder lang 100-Oktan-Benzine erhältlich sein werden. Bereits würden von amerikanischen Personenwagenfabrikanten Motoren entwickelt, die in der Lage sein werden, aus diesem neuen Treibstoff Nutzen zu ziehen. Elektrische SirassenheizMng Ein 150 m langes Strassenstück ausserhalb von Detroit ist diesen Winter Schauplatz von Versuchen mit elektrischer Strassenheizung. Es handelt sich um zwei parallel zueinander, d. h. auf beiden Seiten eines jeden Fahrbahnstreifens, verlaufende, 45 cra breite und rund 4 cm unter der Strassenoberfläche eingelegte Stahlnetze, deren Erwärmung durch Thermostaten so regliert wird, dass die Temperatur der Oberfläche mindestens 35 Grad Fahrenheit, d. h. 1,7 Grad Celsius, beträgt. Das Strassenbaudepartement des Staates Michigan, das die Versuche nach zehnjähriger Laboratorhtmsarbeit durchführt, gedenkt dieses System bei Auf- und Abfahrtsrampen von sog. Express-highways sowie auf Strassfenabschnitten anzuwenden, wo das plötzliche Auftreten von Glatteis von jeher ein ernstes Problem bildete. Die elektrische Strassenheizung soll, auf breiter Basis durchgeführt, allerdings ausserordentlich teuer zu stehen kommen. Dagegen stellen sich die Kosten bei sporadischer Anwendung weniger hoch als die üblichen Schneeräumwngs- und Enteisungsarbeiten. Die Expansion Kaiser-Frazers Die Erwerbung der Fabrikanlagen von Willow Run, die Kaiser-Fraaer von der Regierung gepachtet hatte, wird in Fachkreisen als ein Anzeichen dafür bewertet, dass Kaiser-Frazer, ohne Rücksicht auf den Ausgang des Prozesses mit Otis, endgültig « Aber den Berg » ist. Der Kaufpreis der Anlagen, die ursprünglich für den Bau von « Liberator »-Flugzeugen bestimmt wären und rund 100 Möl. Dollar kosteten, beträgt 15 100 000 Dollar, bedeutet daher auf lange Sicht eine erhebliche Ersparnis gegenüber dem kapitalisierten Pachtzins. Bedeutsam kt, dass Kaiser offen erklärt hat, die Werke von Willow Run solle* dazu dienen, Kaiser-Frazer den Konkurrenzkampf mit Ford, Chevrolet und Plymouth zu ermöglichen. Mit anderen Worten: Die Pläne zur Erzeugung eines billigen Kaiser-Frazer-Wagens sind bereits über das Anfangsstadium hinausgediehen. Sie dürften in die Wirklichkeit umgesetzt werden, sowie der glatte Absatz der teureren Kaiser und Frazer auf Schwierigkeiten stösst. Wann dies der Fall sein wird, ist vor dem Frühjahr 1949 kaum zu erkennen, da sich erst dann das Verhältnis von Angebot und Nachfrage genügend geklärt haben wird. E. B. Aufgeschnittene Karosserie eines typischen General-Mofors-Wagens auf der Ausstellung.