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E_1949_Zeitung_Nr.010

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22 AUTOMOBIL REVUE

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'r. 11 • »EKÄ,!. Mari IMS 7üt&iÄa^u^0&€^' dfo J$4fom0$$-/&vue Herbstfahrt nach Spanien Es dürfte manchem Automobilisten ein Bedürfnis sein, mehr darüber zu erfahren, wie die touristischen und Strassenverhältnisse im heutigen Spanien liegen. Leider ist die verfügbare Literatur in dieser Hinsicht recht mager, so dass man im grossen und ganzen eine Autoreise nach Spanien in bezug auf Unterkunft und Strassenverhältnisse auf gut Glück unternehmen muss. Der Ausländer, also auch der Schweizer, ist immer noch der Visumspflicht unterworfen; die Einfuhr von Reservebenzin ist untersagt und zudem auch gar nicht nötig, da die Zuteilung offiziell so hoch angesetzt ist, dass sie ausreicht. Abgesehen aber davon verkaufte uns die Bank von Spanien ohne weiteres Benzincoupons über das Kontingent hinaus, da diese mit Devisen bezahlt werden müssen. Die Bons können nachträglich ohne weitere Bezahlung an jeder Tanksäule eingelöst werden. Auf der Einreise über die Bergstrasse Le Perthus—La Junquera fanden wir uns bereits um 8 Uhr morgens, von Perpignan kommend, in Le Perthus ein, wo die französischen Zollformalitäten innert kürzester Zeit und ohne Schwierigkeiten vonstatten gingen. Nicht so an der spanischen Grenze, wo uns erklärt wurde, dass der Zoll seine Schranken erst um 9 Uhr öffne. Wir begannen zu spüren, dass wir uns bereits am Rande des Landes befanden, wo jedermann Zeit hat. Um 9>£ Uhr waren die Passformalitäten erledigt, und wir befanden uns auch im Besitz des sogenannten « Triptique », das für die polizeiliche Anmeldung durch Logisgeber unbedingt erforderlich ist. Die Zollrevision fand einige Kilometer weiter, in La Junquera selbst, statt und ging rasch vor sich. Was wesentlich mehr Zeit beanspruchte, war das offiziell vorgeschriebene Wechseln von Schweizer Geld in Peseten sowie der Kauf von Benzin-Coupons, ebenfalls mit Schweizer Geld. Der diktierte Wechselkurs ist derart, dass einem der Schnauf beinahe vergeht: Benzin pro Liter 90 Rappen. Hierbei hatten die Zollbeamten, die übrigens ausserordentlich höflich sind und nur spanisch sprechen, eine unglaubliche Schreibarbeit zu bewältigen. Nach Bekleben der Windschutzscheibe mit einer Verkehrsbewilligung konnten wir endlich unseren Einzug in Spanien feiern. Durch Korkeichen- und Olivenhaine führt uns die Hauptstrasse nach Gerona, wo wir auf eine Nebenstrasse abzweigen, um ans Meer zu gelangen. Dabei bekommen wir einen Vorgeschmack vom heutigen Zustand des spanischen Strassennetzes. Wohl sind sämtliche Kurven vorbildlich überhöht und zum Teil abgeschrankt, die Strassenoberfläche jedoch spottet jeder Beschreibung. Es ist dies allerdings auch nicht zu verwundern, wenn man bedenkt, dass der grösste Teil des Verkehrs hippomobiler Art ist. In den dreissiger Jahren hatte Spanien unter dem damaligen Staatsoberhaupt Primo de Rivera ein Strassennetz erhalten, das als das beste von ganz Europa angesehen wurde. Bei dem mangelhaften Unterhalt aber entstand so viel Schaden, dass er kaum mehr gutgemacht werden kann. Die hochbeinigen, meist schwerbeladenen Zweiräderkarren, die für ganz Südeuropa typisch sind, bevölkern, mit einem oder mehreren Maultieren bespannt, das ganze Land. Es ist aber doch zu erwähnen, dass die auf vier oder fünf Meter Höhe thronendenFuhrleute ihre Zugtiere meist so im Zaum haben, dass diese beim Ertönen eines längeren Hupensignals sofort die rechte Strassenseite gewinnen. In San Feliü, berühmt durch seine vielen Korkfabriken, stossen wir ans Mittelmeer, das einen immer wieder in seinen Bann zieht. Jedem Spanienreisenden ist die kurvenreiche Fahrt der Costa Brava entlang als ein unauslöschlicher Genuss unbedingt zu empfehlen. Auf den steilen Abstürzen dieses Küstenstriches finden wir überall die aus maurischen und noch früheren Zeiten stammenden Wachttürme, die einst den Schiffen als Wegweiser gedient haben. Zwischenhinein, in verborgenen Buchten, liegen verstreut kleine Besitzungen vermögender Pri- vatpersonen- Näher bei Barcelona wird die Küste wieder flacher, und die Strassen scheinen mit dem Lineal gezogen worden zu sein. Es ist eigenartig, wie wenig Radfahrer die Landstrassen und auch die Ortschaften bevölkern. Dagegen hat es auffallend viel Uniformierte. Soldaten, Zivilgardisten, mit ihren ungewöhnlichen Kopfbedekkungen, und Angehörige anderer Formationen, die wir nicht benamsen können, sind überall zu sehen. Barcelona mit seinen breiten Boulevards und den vielen schönen Läden erinnert stark an Paris. - Direkt auffallend ist der grosse Frauenüberschuss, offenbar bedingt durch die Folgen des Bürgerkrieges. Die Sitte, dass jüngere Damen auch ohne ältere Begleitung spazieren gehen dürfen, illustriert die in Spanien eingezogene Emanzipation unseres Zeitalters. ' In Barcelona hatte der Wagen seine übliche Pflege nötig, so dass wir uns bereits früh morgens zur Vertretung einer grossen amerikanischen Automobilfirma begaben. Dort erklärte man uns. zu. unserem Leidwesen, dass sie keine Einrichtung • für den Wagenservice hätten und schickten uns zu einer wenig vertrauenerweckenden und schmutzigen Servicestation, wo der Wagen dann aber sofort in Behandlung genommen wurde. Der Preis für diese Unterhaltsarbeit war sehr angemessen und entspricht ungefähr unseren Verhältnissen. Infolge einer momentanen Verlegenheit hatten wir jedoch, Mühe, Benzin zu bekommen. Allerdings neigte der Motor zu starkem Klopfen, da das Benzin nur eine niedrige Oktanzahl aufweist. Es hat sich auch'als sehr nützlich erwiesen, im Wagen einen Pneudruckmesser mitzuführen, weil die Garagiers nur in den wenigsten Fällen über dieses Instrument verfügten. Halbwegs nach Valencia verfehlen wir in einer grösseren Ortschaft infolge mangelhafter Bezeichnung die richtige .Strasse und bahnen uns mühsam durch schuhtiefen Morast den Weg. Glücklicherweise ist der Wagen ziemlich hoch gebaut, so dass ihm auch die quer über die Fahrbahn gesetzten Steine, wie wir sie aus Pompeji kennen, nichts anhaben können. Am Ausgang der Ortschaft bessert sich der Zustand der Strasse erheblich und kann sogar als gut bezeichnet werden, bis sich nach einer Strecke von 30 km die Situation schagartig ändert. Ganz unvermittelt hat es haufenweise Tellerlöcher, in die wir mit vollem Tempo hineinfahren. Es ist direkt ein Wunder, dass weder Pneus noch Federn einen Schaden davontragen. In diesem Stile geht es weiter, und wir sind froh, wieder auf eine längere gepflasterte Strasse zu kommen, auf der man ungehindert fahren kann. Vor uns auf eine Distanz von zirka 300 m bummelt gemächlich eine Ziegenherde auf der Fahrbahn. Ein längeres Hupensignal, und die ganze Gesellschaft begibt sich sehr diszipliniert auf die rechte Strassenseite und auf die braun und gelb gebrannte Weide. Wir sind ausserordentlich erstaunt, festzustellen, dass es auf dieser Welt Tiere gibt, die Verkehrserziehung genossen haben. Durch den Palmenwald von Elche, wo die Datteln noch nicht ganz reif sind, geht die Fahrt weiter, und in Lorja verlassen wir die Hauptstrasse, um auf einer als Nebenstrasse eingezeichneten .Route unseren Weg durch die Berge, Richtung Granada, fortzusetzen. Durch Gebiete, die von der unerbittlichen Sonne gelbbraun gebrannt sind, schlängelt sich die Strasse in langen Kehren über eine Anzahl niedrige Pässe. In den meist engen Tälern grünt, durch etwas Grundwasser begünstigt, eine magere Vegetation. Auf dieser mehrstündigen Fahrt treffen wir ein einziges Motorfahrzeug. Links und rechts der Strasse sind immer mehr Höhlenwohnungen zu sehen, aus denen ganze Scharen von Kindern herauskollern. Diese Höhlen sind, wie wir uns selbst überzeugen konnten, bisweilen ganz komfortabel eingerichtet, wenn man vom fliessenden Wasser absieht. Die Leute sind ausserordentlich freundlich und lassen sich gerne photographieren. Hin und wieder treffen wir kleine Gruppen von Camineros, die mit bescheidenen Mitteln die Strasse ausbessern und manchaml auch wieder frisch teeren. Bei diesen Methoden muss es aber eine Sisiphusarbeit sein, das Strassennetz, das immer wieder von den zahllosen Schlägen der Esel- und Maultierhufe malträtiert wird, in Ordnung zu bringen. Das berühmte Granada, 670 m hoch gelegen, entzückt uns durch die einzigartigen Sehenswürdigkeiten der Alhambra und des Generalife mit ihrer maurischen Architektur und den wunderschönen Parkanlagen. Es wäre vermessen, diese Stätte ohne Führer zu besichtigen. Der unserige weiss allerhand aus dem Leben der Könige, die hier residieren, zu erzählen, Dinge, die er wahrscheinlich den « Tales of the Alhambra » von Washington Irving, der 1829 hier seinen Studien oblag, entnommen hat. Auf sehr schöner und guter Strasse ist die Fahrt der Küste entlang nach Gibraltar ein wunderbarer Genuss. Eigentümlicherweise finden sich an diesem grossartigen Küstenstrich praktisch keine Badeorte von Bedeutung. Der Besuch der englischen Festung wäre wohl möglich gewesen, beansprucht aber ziemlich viel Zeit, da verschiedene Instanzen begrüsst werden müssen, so dass wir auf dieses Vergnügen leider verzichten mussten. Im besten Hotel von Algeciras erleben wir zum erstenmal, dass mit Wasser und Elektrizität, wie weiland im Sommer 1947 in der Schweiz, nicht allzu verschwenderisch umgegangen werden darf. Allerdings werden die Restriktionen anders gehandhabt, als wir es gewohnt sind. So kann es einem passieren, dass des Morgens, mitten, während der Prozedur des Rasierens, das Wässer und der Strom einfach abgestellt werden. Es war uns, dies eine Lehre, künftig noch früher afißusteheft." Wer gewohnt ist, zum Frühstück Tee zu trinken, kommt nicht auf seine Rech- .i-riürigi da man in Spanien solchen nur zu sich nimmt, wenn man krank ist. Die Qualität ist dementsprechend und bessert sich auch nicht in einem Luxushotel. Ueberhaupt ist das von den Hotels offerierte Frühstück für den Touristen ein wunder Punkt, zum. mindesten für diejenigen, die gewohnt sind, etwas Rechtes zu sich zu nehmen. Dies um so mehr, wenn man bedenkt, dass man üblicherweise erst um zweiUhr ein Mittagessen serviert bekommt, wenn man Glück hat, in einem grösseren Ort ein appetitliches Restaurant zu finden.* Man ist daher darauf angewiesen, ständig einen gewissen Vorrat an Essbarem mit sich zu führen. In Tarifa, bei der Punta de Marroqui, dem südlichsten Punkt des europäischen Festlandes, biegen Wir nach Nordwesten ab und erreichen' die auf einer Halbinsel im Atlantik gelegene Hafenstadt Cadiz, die von den Phönikern um das Jahr 1100 v.Chr. gegründet wurde. Es versteht sich, dass auch die Römer sich um deren Besitz stritten. Wie die Tänzerinnen, so hatten auch die Fische und Pökelwaren aus Cadiz in Rom einen guten Ruf. Von der antiken Stadt sind bis auf wenige Reste der bis zu 15 m hohen Hafen- und Schutzbauten gegen die Wogen des Ozeans keine nennenswerten Ueberbleibsel mehr vorhanden. Ueber Jerez de la Frontera, woher der bei den Engländern so beliebte Sherry kommt, geht die Fahrt weiter nach Sevilla, das trotz seiner Binnenlage noch Seehafen ist, da sich die Flut im Guadalquivir bis hierher auswirkt. Die hervorragendsten Kunstdenkmäler sind der Alcäzar mit seinen phantastischen Gärten und die Kathedrcl«, welch« zu den eindrucksvollsten gotischen Kirchenbauten von ganz Spanien gehört. links und rechts der Strasse nach Cördoba dehnen sich die unendlichen Weiden Andalusiens mit den grossen Farmen, auf denen u.a. die im spanischen Volksleben eine so grosse Rolle spielenden Stiere gezüchtet werden. In Cördoba überqueren wir den Guadalquivir auf einer sechzehnbogigen Brücke, deren Fundamente durch die Römer errichtet worden sind. Man darf füglich behaupten, dass dies eine der schönsten Brücken Spaniens ist, welche zudem durch ein altes Mauren-Kastell beherrscht wird. In den engen Gassen der Stadt kann es einem passieren, dass der Wagen an beiden Hausmauern zugleich streift Der Glanzpunkt der Stadt ist die jetzt noch den Namen Mezquita (Moschee) tragende Kathedrale, die bedeutendste Schöpfung religiöser maurischer Baukunst in Europa. Das Innere der Moschee, nur 11K m hoch, bildet einen im Halbdunkel endlos erscheinenden Wald von Säulen, deren Perspektive sich bei jedem Schritt verschiebt Ein Teil dieser freistehenden Säulen, deren man 856 zählt, stammt aus antiken Gebäuden und christlichen Kirchen und sind von sehr ungleichem Material. Auf der wellblechartigen, geteerten Hauptstrasse nach Madrid durchfahren wir die unabsehbaren Flächen der wein- und kornreichen Mancha. Die früher typischen Windmühlen sind leider dem modernen Maschinenbetrieb gewichen. Manzanares, mit einem vorzüglichen Landgasthof, ganz ä l'americaine, bildet einen angenehmen Unterbruch auf dieser endlosen Strecke, auf der wir tüchtig geschüttelt worden sind. In Madrid, der Hauptstadt des Landes, wird eifrig an der Beseitigung der vom Bürgerkrieg her resultierenden Trümmerfelder der Aussenquartiere gearbeitet Neue Quartiere entstehen, und von Staates wegen wird auch eine riesenhafte Universitätsstadt aus dem Boden gestampft. Auffallend sind die vielen, fast fertigen Gebäude zu Wohn- und Geschäftszwecken, an denen man, wie man uns belehrte, infolge Geldmangel nicht mehr weiter arbeitet. Angenehmerweise besteht in Madrid wie auch in anderen Städten auf den grossen Boule- Morschhalt an der kurvenreichen Strosse der C«*ta wmm entlang. Potio de los Arrayanes. (Myrthenhof in der Alhambra zu Gronöda.) Wüstenlandschaft zwischen Murcio und Grenada. Ochsenkarren in Andalusien.