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E_1949_Zeitung_Nr.010

E_1949_Zeitung_Nr.010

Die Alkoholwirkungen

Die Alkoholwirkungen beim Automobilisten Ifl der Aerztezeitschrift «Medecine et Hygiene » hat Dr. med. Hekmat vom gerichtsmedizinischen Institut der Universität Genf, unter der Leitung von Prof. Dr. Naville eine Arbeit über dieses Thema veröffentlicht, woraus wir im nachstehenden das für den Automobilisten Wesentliche wiedergeben. Weggelassen sind dabei die Abschnitte über die Technik und die verschiedenen Methoden der Alkoholbestimmung im Blut. Red. Die Beobachtung des täglichen Lebens lehrt uns, dass der Mensch trotz des Sprichworts « Erkenne dich selbst! » nicht immer um die Grenzen seiner Fähigkeiten weiss. Ein trauriges Beispiel dafür liefern die Verkehrsunfälle, die durch angetrunkene Motorfahrzeugführer verursacht werden. Eine ganze Reihe von Statistiken geben Aufschluss über den Anteil der unter Alkoholeinwirkung stehenden Fahrer an den Verkehrsunfällen: Stöckel 1924 10% Hartford Heise 1934 62% Amerika Hofmann 1935 10% Berlin Miles 1933 10% Amerika Gerber 1945 46% Chicago Friedmann 193« 34% Deutschland Müller-Hess u. Hallermann 1936 34% Deutschland Poppe 1936 40% Deutschland Elbel 1937 10% Hannover Hindmarsch und Linde 1937 41% Schweden Starlinger 1937 36% Wien Weeks 1938 5% Pennsylvanien Buhtz 1938 40% Thüringen J-ungmichel 1938 6% Deutschland Schwarz 1940 38% Schweiz Die beträchtlichen Unterschiede in den angegebenen Prozentualen fallen auf, doch ist ihre Erklärung einfach: bei den in Pennsylvanien untersuchten Fällen beispielsweise handelte es sich um 17 428 Unfälle, wobei der Blutalkoholgehalt bloss dort bestimmt wurde, wo ein Verdacht wegen Angetrunkenheit bestand, währenddem es sich bei den Beobachtungen von Friedmann und Poppe ausschliesslich um Personen handelte, die wegen eines Unfalls hospitalisiert wurden. Um die Bedeutung der Alkoholvergiftungen bei den Verkehrsunfällen besonders zu unterstreichen, schildert Friedmann folgenden in Chicago durchgeführten Versuch: die Polizei stoppte während einer Woche wahllos 1750 Automobilisten, bei denen der Alkoholgehalt im Blut festgestellt wurde. Dabei hatten 12 % Alkohol, unter ihnen ein Sechstel mehr als 1 %,. Auf 270 im Laufe des gleichen Jahres wegen Verkehrsunfällen ins Spital Ueberführten fand man bei 46 % Alkohol im Blut, darunter bei einem Viertel über 1,6 g %o. Wenn nach Erlangung einer gewissen Routine die Bewegungen beim Automobilisten automatisch erfolgen, verlangt das Fahren auf gerader und offener Strecke keine besondere Aufmerksamkeit. Anders verhält es sich in dichtem Verkehr; hier erfordert es unaufhörliches Aufpassen, präzise Bewegungen, rasche und sichere Beaktiönen, vpr allem aber unbedingte Herrschaft über sich selbst und vollständige Kaltblütigkeit, denn schon die geringste Unachtsamkeit und die kleinste Verzögerung in den Reflexen kann zum Unglück führen. Zahlreiche psychotechnische Versuche haben den Beweis erbracht, dass eine Alkoholdosis, die nach ärztlicher Auffassung nicht ausreicht, um. klinische Symptome hervorzurufen, trotzdem bewirkte, dass Versuchspersonen bei einer Prüfung, welche die Intaktheit aller ihrer Funktionen voraussetzte, versagten. Unsere klinischen Untersuchungsmethoden sind noch nicht soweit fortgeschritten, um auch eine leichte Abnahme der Präzision in der Koordination der Bewegungen, welche das Lenken eines Motorfahrzeugs verlangt (Augen, Hände, Füsse usw.) aufzeigen zu können, ebensowenig wie eine Verlangsamung der Reflexe. Der Nachweis der Verminderung der Aufmerksamkeit, der Ausdauer und Reaktionsfähigkeit lässt sich nur durch geeignete psychotechnische Apparate erbringen. Die Betrunkenheit entwickelt sich progressiv; man zerlegt sie willkürlich in drei Stadien: 1. R e i z s t a d i u m : Es ist von Euphorie begleitet, von einem Gefühl des Gehobenseins und Wohlbefindens; der kritische Sinn verflüchtigt sich und weicht Kühnheit und Unternehmungslust. Beim Automobilisten bedeutet dies, dass er schneller fährt Weil Aufmerksamkeit und Beobachtungsfähigkeit noch wenig beeinträchtigt und die Bewegungen noch ziemlich genau sind, lässt die Fahrweise nichts zu wünschen übrig, solange nichts Unvorhersehbares auf der Fahrbahn auftaucht. Schon ein unvermutetes Hindernis oder ein Manöver, das schnell ausgeführt werden muss, kann jedoch einen Unfall auslösen. 2. Stadium der Funktionsstörung (Inhibition): Die Euphorie dauert weiter an oder verschwindet, je nach dem Individuum. Die Beherrschung der Bewegungen lässt nach; sie werden weniger genau, und die Reaktionen erfolgen langsamer. In psychologischer Hinsicht geht der kritische Sinn verloren; Aufmerksamkeit, Denkund Urteilsfähigkeit nehmen ab, ebenso das Wahrnehmungs- und Beobachtungsvermögen, so dass Verkehrssignale oder Hindernisse mitunter zu spät oder gar nicht bemerkt werden. 3. Stadium der ausgesprochenen Betrunkenheit: In diesem Zustand sind die Symptome sehr ausgeprägt; die Lähmung der zur Führung eines Fahrzeugs notwendigen Funktionen erreicht einen Grad, wobei die Automobilisten üblicherweise nicht mehr zu fahren wagen. Hin und wieder geschieht es^ aber trotzdem, dass sich einer, eben gerade durch die Wirkung des Alkohols sorglos geworden, ans Volant setzt. Dass sich dann Unfälle ereignen, kann nicht verwundern. Der Verfasser schildert dann in einem weiteren Abschnitt seiner Arbeit gewisse Aenderungen in den Methoden zur Alkoholbestimmung im Blut, um sich im Schlusskapitel näher mit der Alkoholbestimmung- im Blut als Beweis für die Angetrunkenheit zu befassen. Je länger je mehr sehen die Polizeibehörden dazu über, Fahrzeuglenkern, die im Verdacht der Angetrunkenheit stehen, Blutproben zu entnehmen. In seinem Art. 59 sieht das MFG scharfe Strafen für jene vor, die in angetrunkenem Zustand ein Motorfahrzeug führen (Gefängnis bis zu 20 Tagen oder Busse bis zu 1000 Fr.). Ueberdies muss nach Art. 13 der Führerausweis für mindestens einen Monat entzogen werden, wenn der Führer in angetrunkenem Zustand ein Motorfahrzeug geführt hat, und für mindestens ein Jahr, sofern dadurch ein erheblicher Unfall hervorgerufen worden ist. Was die Alkoholbestimmung im Blut und die Interpretation ihrer Ergebnisse anbelangt, so gilt es zunächst festzuhalten, dass ein bestimmter Alkoholgehalt durchaus nicht automatisch für jeden einzelnen dem gleichen Grad der Angetrunkenheit entspricht. Denn allerdings gibt es individuelle Unterschiede. Doch bewegen sie sich innerhalb bestimmter Grenzen, die durch zahlreiche Beobachtungen ermittelt worden sind. Ein Alkoholgehalt von 1 %o, in Gramm ausgedrückt, ist gleichbedeutend mit 1,25 %• in cm«, denn 1 cm' Alkohol besitzt ein Gewicht von 0,80 g. Was geschieht nun nach der Einnahme einer bestimmten Menge eines alkoholischen Getränks? Der Alkohol wird durch die Verdauungsorgane resorbiert und geht in die Blutbahnen über. Diese Resorption vollzieht sich mehr oder weniger rasch, je nach der Alkoholmenge, nach dem Alkoholgehalt des Getränks, je nachdem auch ob die betreffende Person nüchtern war oder ob sie gleichzeitig etwas gegessen hat. Vollzieht sich die Resorption im einen Fall binnen einer halben Stunde, so kann sie in anderen bis zu zwei, vielleicht sogar drei Stunden dauern. Jedenfalls beginnt der Organismus, den Alkohol vom ersten Augenblick an zu verbrennen. Dieser Prozess verläuft beim einzelnen Individuum in gleichmässigem Tempo und hat zur Folge, dass der Alkoholgehalt des Blutes im Durchschnitt um je 0,20 %o pro Stunde sinkt (wobei sich Extremwerte von 0,12—0,30 ergeben). Was die Nieren und die Lunge an Alkohol ausscheiden, ist relativ belanglos. Es liegt auf der Hand, dass im Anfang die Resorption weit grösser ist' als die Verbrennung und dass deshalb der Alkoholgehalt des Blutes allmählich anwächst. Dann erreicht die Kurve einen Höhepunkt, um hernach gleichmässig. zu fallen. Durch das Mittel von Analysen, die'In diesem letzten Teil der Kurve vorgenommen werden, lässt sich die Verbrennungsgeschwindigkeit des Alkohols prüfen, lässt sich weiter der Alkoholgehalt im Blut In einem gewissen Zeitpunkt (z.B. im Augenblick eines Unfalls) bestimmen und die eingenommene Alkoholmenge annäherungsweise wieder feststellen. Natürlich aber bleibt die Entnahme einer Blutprobe möglichst bald nach dem Unfall wünschenswert, und auf jeden Fall muss deren Zeitpunkt genau notiert werden. Was lässt sich aus der Alkoholbestimmung im Blut erkennen? Hat der Chemiker das Resultat seiner Alkoholbestimmung bekanntgegeben, so gilt es Die Polizeiabteilung des Eidg, Justiz- Und Polizeidepartements hat eine aufschlussreiche Statistik über die Zähl, die Gründe und die Dauer der ihr im letzten Jahr gemeldeten Führerausweiseritzüge zusammengestellt. Wenn mehr als die Hälfte davon wegen Angetrunkenheit mit oder ohne Unfall ausgesprochen werden musste, so liegt darin ein bedenkliches Symptom, da* zeigt, dass der Kampf gegen den Alkoholmissbrauch am Volant mit unverminderter Intensität weitergeführt werden muss und dass auch die nun, dieses zu interpretieren und abzuklären, ob der Fahrer als angetrunken zu betrachten ist Sehr vernünftig spricht das MTG nicht von Betrunkenheit (einem juristisch übrigens ich wer definierbaren Begriff), denn der Alkoholgehalt, der bereits eine sichere Gefahr für dai Führen eines Motorfahrzeugs bedeutet, liegt erheblich unter jenem, der eine offensichtliche Betrunkenheit erzeugt. Tatsächlich verleiht eine Alköhölmenge, die auf den ersten Blick als harmlos erscheinen könnte, dem Fahrer im allgemeinen eine auffällige Kühnheit; sie beeinträchtigt sein Geschwindigkeits- und Distanzensehätzungivermögen — alles Dinge, "die ihn zu den schlimmsteh Unvorsichtigkeiten verleiten können, ohne dass es ihm zum Bewusstsein käme. • Zahlreiche Untersuchungen über diese Frage führen zur Erkenntnis, dass ein Alkoholgehalt von 0,60 faIn gewissen Fallen bereits als entscheidende Ursache eines Unfalls wirken kann. Und man darf annehmen, dass nur einer von fahren. 20 Menschen mit 1,25 hat sich Bezirksanwalt Dr. von Rechenberg zum Problem des Fahrens mit den Markierlichtern gelussert und hierbei den Standpunkt vertreten, es sollte bei der klaren Regelung von Art 39 MFV bleiben, wonach die Markierlichter nur für die Beleuchtung eines parkierten Fahrzeuges verwendet werden dürfen. Diesem Standpunkt können wir uns nur insoweit anschliessen, als die Strassenbeleuchtung in einer Stadt ungenügend oder, — um auf eine aktuelle Erscheinung hinzuweisen —, mit Rücksicht auf die Stromknappheit, reduziert ist Ueberall da, wo die Strassenbeleuchtung mindestens dem Helligkeitsgrad bei trübem Wetter entspricht, braucht das Motorfahrzeug unseres Erachtens nicht im eigenen Scheinwerferlicht zu usw.) tragen sie wesentlich zu optischen Täuschungen und damit zur Erhöhung der Unfallgelder bei. Man könnte zwar einwenden, richtig eingestellte Scheinwerfer hätten nicht den geringsten Blendeffekt. In Wirklichkeit können sie aber das auf die Dämmerung eingestellte Auge anderer Verkehrsteilnehmer irritieren. Die Lichtwirkung der Scheinwerfer kann sogar derart weit gehen, die Umrisse des dazugehörigen Motorfahrzeuges viel eher zu verwischen als kenntlich zu machen. Dem Führer selbst ist durch die Benützung der Scheinwerfer insofern kein Dienst erwiesen, als sich das, Strahlenbündel gegenüber der Strassenbeleuchtung nicht oder nur wenig abhebt. Von einer wesentlichen Erhellung der Fahrbahn durch die Scheinwerfer kann deshalb wohl kaum gesprochen werden. Ob Automobile mit Parkierlichtern einen nach links abschwenkenden Radfahrer im wesentlichen mehr gefährden als solche mit eingeschalteten Scheinwerfern, bleibe dahingestellt Radfahrer pflegen auch am heiterhellen Tage häufig ohne oder mit verspäteter Zeichengebung nach links abzubiegen. Sie begeben sich somit BUS eigenem Verschulden in eine erhebliche Gefahr, zu deren Erhöhung der Automobilist durch unbeherrschte Fahrweise selbstverständlich beitragen kann. Wenn wir die Vor- und Nachteile des Fahrens mit Markierungslichtern im Stadtgebiet gegeneinander abwägen, kommen wir zu einem andern Ergebnis als Dr. Rechenberg. Wir befinden uns hierbei in der guten Gesellschaft des Ausschusses kantonalamtlicher Automobilexperten sowie der meisten polizeilichen Verkehrschefs. Gerade von dieser Seite wird allen Ernstes der Standpunkt vertreten, man könnte im Stadtgebiet unter normalen künstlichen Beleuchtungsverhältnissen auf die Benützung der Scheinwerfer zugunsten des Fahrens mit Markierlichtern verzichten. In verschiedenen ausländischen Staaten hat sich diesbezüglich ein eigentliches Gewohnheitsrecht herausgebildet Ganz anders liegen die Verhältnisse ausserorts, wo unseres Erachtens — namentlich bei typischen Autostrassen •— auf starre Beleuchtungsquellen grundsätzlich verzichtet werden könnte. Der Automobilist soll sich ausserorts im eigenen Scheinwerferlichte vorwärtsbewegen. Innerorts aber, hauptsächlich in Städten, genügen die Markierungslichter. Sie blenden nicht, verdeutlichen aber die Umrisse des Fahrzeuges. Die Lösung auf lange Sicht ist demnach weniger in der weiteren Benützung der Autoscheinwerfer als in einer Verbesserung der Strassenbeleuchtung innerorts zu suchen! Dr. Seh., Basel. STRASSENBAU Nachtrag zum aargauiechen Strassenbauprogramm Blr. Die aargauische Regierung unterbreitet dem Grossen Rate ein Nachtragskreditbegehren zum Strassenbauprogramm 1946/1950 mit einer totalen Bausumme in der Höhe von Fr. 2 300 000. Unter den zahlreichen Projekten zur Verbesserung lokaler Verkehrsverhältnisse interessiert den Automobilisten nicht zuletzt die Sanierung der Uebelstände bei der gefährlichen Strassenkreuzung Schoren in Schaflsheim, die sich in mehreren Fällen als eigentliche Todesfalle erwiesen hat Zur Frage der Surbtalstrasse ist leider wenig Erfreuliches zu berichten. Bei der,, Ausarbeitung des Entwurfes für das Bauprogramm ' 1946—1950 war man von der Annahme ausgegangen, dass es innert kurzer Zeit gelingen würde, eine Einigung mit den zuständigen Behörden über die Verteilung der hauptsächlich auf die Teuerung zurückzuführenden Mehrkosten für das Projekt der Surbtalstrasse zu erzielen, Diese Erwartung hat sich indessen nicht erfüllt, da der Bund bisher nur die ursprünglich bewilligten Beiträge freigegeben hat, die der beträchtlichen Teuerung in keiner Weise Rechnung tragen« Sie würden hinreichen, um neben den in der Hauptsache vor dem Krieg ausgeführten Arbeiten die Teilstrecken Tiefenwaag—Lengnau und Tallenbach—Endingen zu bauerf. Ueber die Beteiligung des Bundes an den Mehrkosten ist trotz der ständigen Bemühungen der aargauischen Bäudirektion noch kein Entscheid gefallen, so dass auch noch nicht abzusehen ist, wann die übrigen Teilstrecken der Surbtalstrasse in Angriff können. genommen werden

Nr.10 - MITTWOCH, 9. MÄRZ 19i9 USA 33. Indianapolis-Rennen • The thirty-third annual Indianapolis Sweepstakes >, wie die offizielle Bezeichnung des gegenwärtig schnellsten Rennens der Welt lautet, wird am 30. Mai wie von jeher auf dem 2y. Meilen langen Teermakadam-Oval, das 200mal zu runden ist, ausgetragen, was einer Distanz von 500 Meilen oder 804,67 km entspricht Wie wir schon Anfang Dezember 1948 zu melden in der Lage waren, wurde die bisherige Formel beibehalten, d. h. das Rennen bleibt Wagen, bis 3 Liter Hubvolumen mit und bis 4,5 Liter ohne Kompressor reserviert. Im übrigen haben die Bestimmungen nur wenige Aenderungen erfahren, wie das unlängst erschienene Reglement, zeigt Angesichts des riesigen « Andranges », der letztes Jahr von Seiten der Fahrer herrschte — es wurden nicht weniger als 80 Meldungen abgegeben, währenddem die Startberechtigung bekanntlich auf 33 Konkurrenten beschränkt bleibt —, haben die Organisatoren das Nenngeld von 125 auf 250 Dollar erhöht und ausdrücklich festgelegt, dass, im Gegensatz zu 1948, wo für jeden Wagen, der das Training aufnahm, 100 Dollar zurückbezahlt wurden, eine Rückerstattung nicht erfolge. Damit will man ganz offenbar jene Fahrer von der Abgabe der Nennung abhalten, die ohnehin ^keine Aussicht haben, je • in die Kränze» zu kommen. Die Nennfrist läuft am 15. April ab. Wie schon im Vorjahr, so wird auch heuer nach dem 1. Mai grundsätzlich kein Wagen zur Bahn zugelassen, dessen Steuerungsmechanismus nicht nach dem Magnaflux-Verfahren durchleuchtet wurde und die Zulassungsbescheinigung der Technischen Kommission der AAA nicht besitzt Neu ist indessen die Bestimmung, wonach diese Durchleuchtung bei einer der sechs im Reglement namentlich aufgeführten Stellen zu erfolgen hat, die jede fachliche Gewähr übernehmen. Zu diesem Vorgehen sahen sich die Organisatoren deshalb gezwungen, weil bisher gewisse Fahrer die verlangte Kontrolle durch Apparate von fragwürdigem Wert sowie durch Personal durchführen Hessen, dessen Kenntnisse nicht über jeden Zweifel erhaben waren. Die obenerwähnte Kommission kann übrigens auch die Durchleuchtung von andern wichtigen Teilen der Mechanik anordnen. Die Geschichte der Rennen 1946-1948 Im Frühjahr 1947 («AR» Nr. 15) haben wir der « Indianapolis Race History » des kalifornischen Verlegers Floyd Clymer, darin dieser an Hand von Augenzeugenberichten und Zeitungsäusschnitten einen ausgezeichneten Querschnitt durch die langjährige, bewegte Geschichte (1911 bis 1941) dieses bedeutendsten Rennens der neuen Welt bot, einen längern Aufsatz gewidmet Heute liegen in drei Einzelheften, die das gleiche Grossformat (28X21) wie der Hauptband aufweisen, auch die Rückblicke über die ersten Nachkriegsrennen (1946, 1947 und 1948) vor, die bei den Automobilsportfanatikern nicht geringerem Interesse begegnen dürften. Allen drei Publikationen gemeinsam ist nicht nur die eingehende, durch Rundentabellen ergänzte Darstellung des Rennverlaufs in Wort und Bild, sondern auch die Wiedergabe der technischen Daten aller teilnehmenden Wagen sowie der Gründe, die im einzelnen Falle zum Ausscheiden eines Konkurrenten geführt haben. Auch biographische Notizen über jene Akteure, die sich am tapfersten und erfolgreichsten schlugen, fehlen nicht Neben diesen Beiträgen, die ja die Geschichte der letzten drei Rennen im wesentlichen ausmachen, dürfen in der Veröffentlichung, welche die 500 Meilen von 1947 betrifft, vor allem zwei Artikel Anspruch auf besonderes Intersse erheben: eine Studie grundsätzlicher Art des technischen Redaktors des Londoner « Motor » über die amerikanischen Rennwagenkonstruktionen und eine Darlegung des Chefchronometreurs über die beim Indianapolisrennen angewendete Methode der Zeitnahme und Rundenkontrolle, auf die wir bei Gelegenheit einmal etwas näher eintreten werden. Der Rückblick auf das 1948er- Rennen wird durch einen Aufsatz über Aufhängungssysteme bei den in diesem Jahre gestarteten Fahrzeugen sowie durch eine Schilderung der Durchleuchtung von wichtigen Fahrzeugbestandteilen auf Grund des Magnaflux- Verfahrens ergänzt, eine Sicherheitsmassnahme, die gegenüber dem Vorjahr, wie aus dem dieser Besprechung vorausgehenden Reglementsauszug ersichtlich ist, eine weitere Verschärfung erfahren hat Die drei Publikationen sind mit insgesamt rund 350 photographischen Aufnahmen und Zeichnungen illustriert Preis $ 1.— für das Heft 1946 und je $ 1.50 für die Hefte 1947 und 1948. FRANKREICH SPORTNACHRICHTEN Um den CTA-Arsenal-Rennwagen Anderthalb Jahre sind es her, seit der mit nicht geringem propagandistischem Aufwand angekündigte, vom Centre Technique Automobile unter der Leitung von Ing. Lory konstruierte französische nationale Anderthalbliter - Rennwagen CTA-Arsenal in einem Rennen seine erste Aufwartung machte. Das war im Grossen Preis von Frankreich zu Lyon 1947, wo er jedoch mit Sommer am Steuer eines Kupplungsdefektes wegen gleich am Start schachmatt gesetzt war und abgeschleppt werden musste. Zu einem zweiten « Auftritt » kam es gar nicht erst, wiewohl es durchaus in der Absicht seiner Väter lag, den letztjährigen französischen Grand Prix in Reims zu einem Probegalopp zu benutzen. Nachdem aber schon im Training -verschiedene schwerwiegende Kinderkrankheiten zutage getreten waren, zog man es vor, die Nennung zurückzuziehen, und seither hat sich der CTA-Arsenal im Rampenlicht der Oeffentlichkeit nicht mehr gezeigt ... Man ist versucht, an den SEFAC unseligen Andenkens zu erinnern... Ende September 1948 haben nun die leitenden Organe des Centre Technique Automobile eine Expertenkommission, bestehend aus dem Präsidenten der STA, einem Ingenieur des CTA, Ing. Lory und Jean-Pierre Wimille mit der Prüfung der Frage beauftragt, ob es angezeigt erscheine, auf die Fertigstellung des CTA-Arsenal zu verzichten oder ob die Aussicht bestehe, die « mise-au-point» mit Erfolg zu Ende zu führen. Wie sich Chs Faroux kürzlich in der « Equipe » vernehmen liess, ist besagte Kommission auf Grund eines Berichtes, die freilich eher einer Verteidigungsschrift als einer ernsthaften, unparteiischen Stellungnahme vergleichbar sei, zum Schlüsse gekommen, die Weiterführung der Arbeiten zu empfehlen. Sie vertritt die Auffassung, der Rennwagen lasse sich mit einem zusätzlichen Kredit von 3 MÜ1. fFr. rennfertig machen, nachdem der Bau von drei Fahrzeugen plus zwei Motoren unter Berücksichtigung aller bisherigen Studien nicht weniger als 60 Mill. fFr. verschlungen hat. Faroux bemerkt hiezu, wenn man bedenke, dass Mercedes-Benz seinerzeit für die «mise-au-point» einen Betrag budgetiert habe, der ungefähr dem für die Konstruktion eingesetzten entsprach, dann könne man sich ungefähr vorstellen, wie grundfalsch das CTA- Unternehmen gestartet worden sei Der Sammlung der ACACI zugunsten eines Denkmals für den in Buenos Aires verunglückten Jean-Pierre Wimille ist ein guter Erfolg beschieden, sind doch bei der Pariser Rennfahrervereinigung bereits über eine Million franz. Franken eingegangen. ENGLAND Feier N.Whitehead, der britische Rennfahrer, der vor Jahresfrist bei einem Flugzeugstartunfall in Croydon schwer verletzt wurde und daher während der ganzen letzten Saison pausieren musste, ist nunmehr wieder soweit hergestellt, dass er neuerdings in die Arena steigen kann. Er gedenkt die kommenden Rennen in Gemeinschaft mit Peter Walker zu bestreiten, wobei diesem Zweimann-Team neben Whiteheads altem B-type-ERA auch ein E-type-ERA zur Verfügung stehen wird, der wahrscheinlich mit einem ausgerüstet sein dürfte. Der ideale Reifen für Gelände jeglicher Beschaffenheit sowie für Schnelltransporte auf Überlandstrassen AUTOMOBIL REVUE Zweistufengebläse Inventar der Automobilrekorde Vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges hat die Association Internationale des Automobile- Clubs Reconnus (AIACR), d.h. der internationale Verband der anerkannten Automobilclubs, der seinen Namen in der Zwischenzeit in Federation Internationale Automobile abänderte, alljährlich auf den 15. April ein Inventar der von Stand der wichtigsten "Weltrekorde Distanz Start Datum Ort Fohrer Fahrzeug Ze» oder Zeit oder Distanz km/fc 1 km flieg. 16. 9 47 Bonneville Cobb Roilton Mobil Spec. 47,8 L. 5"680 633,8 1 Meilo » 16. 9. 47 > > » 9"1325 634,4 5 km > 26. 8. 39 > > » 34"235 525,8 5 Meilen > 26. 8. 39 > > > 59"57 486,3 10 km > 26. 8. 39 > » > 1" 19"04 455,5 10 Meilen >• 26. ;8. 39 > > > 2 1 13"155 435,1 lkm steh. 26. 10. 37 RÄBF'furt-Dormstad'Rosemeyer Auto-Union 6 Liter 19"08 188,7 1 Meil» > 27 10. 37 » > » 25"96 223,2 50 km » 22. 7 40 Bonneville Jenkins Mormon Meteor 25,35 L. 10' 46"83 278,28 50 Meilen > 22. 7 40 » > » 16' 55"48 285,27 100 km > 22. 7 40 » > > 20' 52"18 287,50 100 Meilen » 22. 7 40 > > > 33' 12"73 290,74 200 km > 22. 7 40 > > » 41' 06"46 291,92 200 Meilen > 22. 7 40 > » > 1 h 05' 41 "99 293,94 500 km » 22. 7 40 > > > 1 h 41' 50"46 294,58 500 Meilen » 22. 7 40 > > » 2 h 49' 16"37 285,22 1000 km » 22. 7 40 > > > 3 h 30" 12"79 285,42 1000 Meilen > 22. 7 40 > » > 5 h 47' 12"85 278,10 2000 km > 22. 7 40 » > » 7 h 12' 33"70 277 42 2000 Meilen » 22. 7 40 > > > 11 h 44' 23"96 274,16 3000 km > 22./23. 7 40 > Jenkins/Bergere > 10 h 56' 47"37 274,06 3000 Meilen > 22./23. 7. 40 • > > 18 h 05' 34"64 266,84 4000 km > 22./23. 7. 40 > > > 14 h 47' 19"20 270,48 5000 km > 22./23. 7 40 » » > 18 h 45' 58"10 266,44 1 Stunde > 22. 7 40 » Jenkins > 293 km 73 293,73 3 Stunden > 22. 7 40 > > > 856 km 10 285,37 6 Stunden > 22. 7 40 » > > 1664 km 54 277 42 12 Stunden » 22./23. 7 40 > Jenkins/Bergere > 3287 km 16 273,93 24 Stunden » 22./23. 7 40 > > > 622S km 62 259 40 48 Stunden » 23. 9.36 Jenkins/Stapp > 11481 km 163 239,1? RAB = Reichsautobahn. Stand der wichtigsten internationalen Klassenrekorde Klasse A (über 8000 cem) Distanz Start Datum Ort Fohrer oder Zeit 1 km flieg. 16. 9. 47 Bonneville Cobb 1 Meile > 16. 9. 47 » > 5 km > 26. 8. 39 > > 5 Meilen > 26. 8. 39 > > 10 km > 26. 8. 39 » > 10 Meilen » 26. 8. 39 » > 1 km steh 4. 11. 33 Brooklands > 1 Meile » 31. 10. 33 > > 50 km » 22. 7 40 Bonneville Jenkins 50 Meilen » 22. 7 4) • > 100 km > 22. 7 40 > > 100 Meilen » 22. 7 40 » > 200 km > 22. 7 40 > > 200 Meilen > 22. 7 40 > > 500 km > 22. 7 40 » > 500 Meilen » 22. 7 4 22. 7 40 » » 1000 Meilen > 22. 7 40 > > 2000 km » 22. 7 40 > > 2000 Meilen > 22. 7 40 > » 3000 km > 22./23. 7 40 > Jenkins/Bergere 3000 Meilen > 72.173. 7 40 > » 4000 km » 22723. 7 40 > > 5000 km » 22./23. 7 40 > » 1 Stunde » 22. 7 40 > Jenkins 3 Stunden i 22. 7 40 > » 6 Stunden » 22. 7 40 > » 12 Stunden > 22/23. 7 40 > Jenkins/Bergere 24 Stunden > 22723. 7 40 > » 48 Stunden » 23. 9 36 > Jenkins/Stapp FABRIK FÜR FlRESTORE- PRODUKTE A.G., PRATTELN Fahrzeug Zeit oder Distanz km/h Railton Mobil Spec. 47,8 l. 5"680 633,8 > 9"1325 634,4 > 34 "235 525,8 » 59"57 486,3 » V 19"04 455,5 > Napier-Railton 23 l. 2' 13"155 25"27 435,1 142,461 » 35"115 164,990 Mormon Meteor 25,35 t. 10' 46"83 278,28 > 16' 55"48 28527 > 20' 52"18 287,50 > 33' 12"73 290,74 . 41' 06"46 291,92 > 1 h 05' 41 "99 293.94 > 1 h 41' 50"46 294,58 > 2 h 49' 16"37 285,22 > 3 h 30' 12"79 285,42 > 5 h 47' 12"&5 278,10 > 7 h 12' 33"70 277 42 > 11 h 44' 23"96 274,16 > 10 h 56' 47"37 274.06 > 18 h 05' 34"64 266,84 > > 14 h 47' 19"20 18 h 45' 58"10 270,48 266,44 > 293 km 73 293,73 > 856 km 10 285,37 > 1664 km 54 277 42 > 3287 km 16 273.93 > 6225 km 62 259,40 > 11481 km 163 239,19 ihm homologierten Welt- und internationalen Klassenrekorde erstellt Das letzte Verzeichnis der Automobilrekorde datiert vom 15. April 1939. Seither ist eine Bestandesaufnahme vcht mehr erfolgt oder doch weder zur Kenntnis tfer interessierten Kreise gelangt noch veröffentlicht worden. Wir haben daher die Bereinigung jer.er Rekordliste, bzw. deren ä-jour-Führung en ittendant selber besorgt, was sich an Hand der vorliegenden, von der AIACR, bzw. FIA seit 15. April 1939 bis zum heutigen Tage ausgegebenen Bulletins über die Homologation de» 1 in diesem Zeitabschnitt verbesserten Rekorde leicht bewerkstelligen liess. In der heutigen * AR > beginnen wir mit dem Abdruck des vor Uns ermittelten Rekordinventars, und zwar mit dem Stand der Weltrekorde und der internationalen Rekorde der Klasse A; die Veröffentlichung soll gelegentlich, je nach den Platzverhältnissen, fortgesetzt werden. Es würde freilich zu weit führen, wollten wir die bestehenden Bestzeiten in ihrer Gesamtheit wiedergeben, figurieren doch auf dem Rekord- Verzeichnis des Automobilweltverbandes nicht weniger als 876 Distanz- und Zeitrekorde, die sich auf die einzelnen Gruppen wie folgt verteilen: Gruppe Distanz- Zeit- Total rekorde Weltrekorde 80 137 217 Internationale Klassenrekorde Klasse A (über 8000 cm') 27 6 33 Klasse B (5001—8000 cm') 39 5 44 Klasse C (3001—5000 cm») 37 20 57 Klasse D (2001—3000 cm«) 53 58 111 Klasse E (1501—2000 cm») 31 12 43 Klasse F (1101—1500 cm») 80 137 217 Klasse G (751—1100 cm') 29 10 39 Klasse H (501—750 cm») 24 6 30 Klasse I (351—500 cm') 19 5 24 Klasse J (bis 350 cm') 16 5 21 Dieselrekorde 28 12 40 Total 463 413 876 Wir beschränken uns deshalb darauf, sowohl bei den Weltrekorden als bei den internationalen Klassenbestzeiten lediglich die wichtigsten Distanz- und Zeitrekorde, bzw. deren heutigen Stand aufzuführen, in der Regel bis und mit dem Distanzrekord über 5000 km und dem Zeitrekord über 24, bzw. 48 Stunden. Einer beträchtlichen Zahl der gültigen Maxima kommt ohnehin nur noch rein historischer Wert zu. Wir denken da beispielsweise an die Weltrekorde von 30 000 Meilen bis 300 000 Kilometer und von 13 bis 133 Tagen, die im Jahre 1933 von einem 1,5-Liter-Citroen in Montlhery aufgestellt und daher auch als internationale Rekorde der Klasse F homologiert wurden. Bei dieser Gelegenheit dürfte es angezeigt sein, wieder einmal darauf hinzuweisen, dass man unter einem Automobil-Weltrekord die grösste Geschwindigkeit über eine gewisse Distanz oder die während einer gewissen Zeit zurückgelegte grösste Distanz ohne Berücksichtigung des Hubvolumens versteht Anders ausgedrückt; jener internationale Rekord, bei dem über eine gewisse Distanz die grösste Geschwindigkeit oder während einer gewissen Zeitdauer die grösste Distanz bewältigt wird, ist zugleich ein Weltrekord und wird als solcher auch anerkannt Ein Weltrekord erfährt also in irgendeiner Klasse stets auch die Homologie-