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E_1949_Zeitung_Nr.011

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Nr. 11 — BERN, Mittwoch, 16. März 1949 Erste Salon-Nummer 45. Jahrgang — Nummer: 40 Rp. ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBILZEITUNG ZENTRALBLATT FÜR DIE SCHWEIZERISCHEN AUTOMOBIL- UND VERKEHRSINTERESSEN KRSCHEINT JEDEN MITTWOCH _ REDAKTION UND ADMINISTRATION: BREITENRAINSTRASSE 97, BE«N, TELEPHON (031) 2 «2 22 _ GESCHÄFTSSTELLE ZÜRICH: STAMPFENBACHSTR. 40, ZÜRICH 23, TELEPHON 26 96 77/7* In den Hallen und auf den Ständen des Genfer Palais des Expositions wird in diesen Stunden die letzte Hand angelegt, damit morgen Donnerstag bei der offiziellen Eröffnung des internationalen Automobil- Salons, wenn der Zug der Ehrengäste mit dem Bundespräsidenten an der Spitze die 400 Stände der Ausstellung in Augenschein nimmt, alles bereit sei. Konnte man die letztjährige Schau als « Salon der Rekorde » charakterisieren, so darf auch der Salon 1949 diesen Titel mit vollem Recht für sich beanspruchen, übertrifft er doch seinen Vorgänger sowohl hinsichtlich der Beschickung als auch seiner Flächenausdehnung noch um ein Erhebliches. Das heisst, anders ausgedrückt, dass er die grösste und bedeutendste Veranstaltung dieser Art darstellt, welche die Schweiz bisher erlebt hat. Nicht nur die weiter angewachsene Zahl der Aussteller, welche von 388 im Vorjahr auf 400 gestiegen ist, sondern auch der erhöhte Raumbedarf erforderte eine Vergrösserung der Gebäulichkeiten, hinter der das eigentliche Palais des Expositions heute nahezu verschwindet. Durch die Erstellung dreier Anbauten, wovon die eine definitiv bestehen bleibt, erfährt der Flächeninhalt des ganzen Gebäudekomplexes eine Erweiterung von 15 00d auf 26 000 m 2 , wovon 16 000 nv fi ^ie Stände zur Verfügung stehen, 1500 m 2 mehr als letztes Jahr. Trotzdem aber liess sich die Platzfrage nicht voll befriedigen und das Organisationskomitee sah sich gezwungen, Gesuche für annähernd 2000 m 2 abzuweisen. Schon diese rein zahlenmässig aussergewöhnliche Beteiligung reflektiert die Bedeutung, welche dem Genfer Salon 1949 zukommt. Darüber hinaus aber ist es vor allem die ausgesprochene Internationalität der Beteiligung, die ihm sein spezifisches Gepräge verleiht. Und es heisst nicht zu hoch in die Harfe greifen, wenn man behauptet, dass er in dieser Beziehung andere Veranstaltungen gleicher Art klar und deutlich distanziert. So umfässt die wichtigste Gruppe, jene der Personenwagen, nicht weniger als 75 Marken aus acht Ländern, wobei England mit 25, USA Dem Genfer Automobil-Salon zum Geleit mit 22, Frankreich mit 13, Italien mit 7, Deutschland und die Tschechoslowakei mit je drei, Oesterreich und Holland mit je einer Marke vertreten sind. Ein imposantes Bild bieten auch die Nutzfährzeuge mit insgesamt 54 Marken aus sieben Ländern, nämlich: Schweiz 15, USA 14, England 9, Frankreich 8, Italien 4, Deutschland 3 uiid Oesterreich 1. In der Abteilung Karosserie begegnet der Besucher den Erzeugnissen von 14 schweizerischen, 8 italienischen und 2 französischen, alles in allem also 24 Firmen, während letztes Jahr die gleiche Gruppe nur 15 Aussteller zählte. Hinzu gesellen sich sodann nahezu 250 Stände der Motor- und Fahrradfabriken, der Zubehör und Ausrüstung mit ihrer fast unübersehbaren Fülle von Erzeugnissen, ferner der Pneu-, der Treib- und Schmierstoff-Firmen sowie der Abteilung Nautik. Aber das Wesen des Genfer Salons erschöpft sich nicht darin, blosse Schau des technischen Fortschritts, der Leistungen und des heutigen Standes der Automobilindustrie und verwandter Zweige zu sein und durch mancherlei Kanäle unsere' Automobilwirt» schaft zu befruchten. Vielmehr bedeutet dieser c Truppenzusammenzug » auch .eine machtvolle und eindrückliche Kundgebung des Verkehrs- und Wirtschaftsfaktors-,Automobil überhaupt. Längst sind die Zeiten vorüber, da es als Privileg einer begüterten Klasse, als Luxus, angesprochen werden durfte und wer ihm heute noch diesen Stempel aufdrücken möchte, ist entweder vom Bazillus der Autophobie befallen oder auf dem Mond zu Hause. Als Arbeitsinstrument par excellence und als Werkzeug der Berufsausübung erfüllt es wirtschaftlich und-sozial eine nicht mehr wegzudenkende, lebenswichtige und sich von Tag zu Tag noch steigernde Funktion, ganz abgesehen von seiner Bedeutung für die Landesverteidigung. Und dass der Fortschritt, den es verkörpert, sich ungeachtet aller Erschwernisse namentlich fiskalischer Natur und allen Abbremsungsversuchen gewisser Verkehrspolitiker zum Trotz durchgesetzt hat, das bestätigt die Das ewige Salon-Wunder unaufhaltsame Aufwärtsentwicklung. die unser Motorfahrzeugbestand auch im vergangenen Jahre wieder genommen hat, ein überzeugendes Bekenntnis zum Motor und ein Symptom für die unverbrauchte attraktive Kraft, die von ihm ausgeht, ein sprechender Beweis aber auch für seine Unentbehrlichkeit. Wie sonst wäre es möglich gewesen, dass der Rekord von-153 000 Einheiten, den das eidgenössische statistische Amt für 1947 meldete, binnen Jahresfrist abermals um nahezu 25 % übertroffen wurde, und dass Ende September 1948 in unserem Lande 188 762 Motorfahrzeuge im Verkehr standen, wobei die relativ stärkste Zunahme just beim « Auto des kleinen Mannes», beim Motorrad eintrat?^ Ein Zuwachs von 35 000 Motorfahrzeugen binnen eines einzigen Jahres — dokumentiert sich darin nicht ein Wille zur Motorisierung, der auch am Genfer Salon seinen Ausdruck finden und dem dieser neuen Auftrieb verleihen wird? Zehntausende und Hunderttausende werden sich von ihm wieder in seinen Bann schlagen lassen und damit für die Sache des Automobils zeugen, sei es als Besitzer eines W.agens, als neue Kauf Interessenten oder als Automobilisten von morgen oder übermorgens Bewusst oder unbewusst sind sie alle Träger des 'Motorisierungsgedankens, der in Gehf einen seiner eindrucksvollsten Triumphe feiert. Was ihnen im übrigen der Salon darbieten, was er an eigentlichen Neuschöpfungeri bringen wird, und wodurch die Modelle 1949 gekennzeichnet sind, darüber werden die Salon-Nummern der « A. R. » den Leser in aller Ausführlichkeit orientieren. Welchen Widerhall die Genfer Ausstellung auch im Ausland, in Europa wie jenseits des grossen Wassers findet und welche Bedeutung man ihr dort beimisst, veranschaulicht die Tatsache, dass sie wiederum den Besuch führender Persönlichkeiten der Automobilindustrie erhält, diesmal in noch grösserer Zahl als voriges Jahr, und dass daneben mehrere internationale Organisationen der Autound Motorradbranche Tagungen im Rahmen des Salons abhalten. So wenden — zum ersten Male — z. B. die Generaldirektoren der Das Programm des Genfer Salons DONNERSTAG, 17. MÄRZ 1949 OFFIZIELLER TAG 12.00 Empfang des Bundespräsidenten Nobs sowie der eingeladenen eidgenössischen und kantonalen Behörden am Bahnhof Cornavin. 13.00 Eröffnungsbankett im Hotel des Bergues; Ansprachen von Bundespräsident Nobs, Charles Dechevrens. Präsident des Organisationskomitees und Staaisrat Duboule, Präsident des Genfer Staatsrates. 14.00 Allgemeine Oeffnung für das Publikum. 14.15 Start der Karawane neuer Wagen zur Rundfahrt durch die Stadt. 15.30 Eröffnung des Automonilsfilons im Palais des Expositions durch die Behörden. 23.00 Torschluss. Freitag 18.März geöffnet von 9 bis 19 Uhr Samstag 19. März 9 bis 19 Uhr Sonntag 20. März 9 bis 19 Uhr Montag 21. März 9 bis 19 Uhr Dienstag 22. März 9 bis 19 Uhr Mittwoch 23. März 9 bis 19 Uhr Donnerstag 24. März 9 bis 23 Uhr (von 19—23 Uhr Eintritt Fr. 1.50) Freitag 25. März 9 bis 19 Uhr Samstag 26. März 9 bis 19 Uhr Sonntag 27. März 9 bis 19 Uhr Eintrittspreis Fr. 3.—; Kinder unter 12 Jahren bezahlen Fr. 1.50 wichtigsten amerikanischen Automobilfabriken der USA in Genf erwartet — Beweis dafür, wie hoch dort die Schweiz als Automobilmarkt im Kurse steht, wie man sich « drüben » bemüht, den europäischen Markt- zu studieren und die Wünsche der Kundschaft kennenzulernen. Schon am Tage nach der Eröffnung hält das Ständige Internationale Bureau der Automobilkonstrukteure in der Lemanstadt eine Sitzung ab, und am Montag, den 21. März tritt die europäische Vereinigung der Karosseriefabrikanten zu ihrer Jahresversammlung in Genf zusammen. Und schliesslich tagt am 26. März das Ständige Internationale Bureau der Motorradkonstrukteure, ebenfalls in der Stadt des Salons. Selbstredend werden wiederum auch die Fachleute und Fach Journalisten aus zahlreichen Ländern in Genf zusammenströmen, ganz zu schweigen von den übrigen ausländischen Gästen, auf die der Genfer Salon seiner einmaligen Internationalität wegen eine starke Anziehung ausübt. Schon heute darf man deshalb dem Genfer Salon 1949 einen vollen Erfolg sowohl in moralischer und materieller Beziehung wie auch als Sinnbild der unaufhaltsamen Evolution auf dem Gebiete des Automobilbaues und Automobilwesens prophezeien. AUS DEM INHALT 16. März um Mitternacht 17 März vormittags 1. BLATT: Zur Int. Schneesternfahrt nach Genf Liste der Aussteller am Salon (ohne Motorräder und Velos) 2. BLATT: Die Neuigkeiten am Salon Salon-Statistik Ein neuer Solex-Vergaser 3. BLATT: Chrysler, Plymouth, Dodge, De Soto U Borgward « Hansa 1500 » Die Saurer-Flüssigkeitskupplung 4. BLATT: Bund und Hauptstrassenausbau Aus der Strassenverkehrs-Rechtsprechung Mit Markierlichtern fahren oder nicht?