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E_1949_Zeitung_Nr.015

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AlM0-M6AZ!K Nr. IS Der Occasions -Wagen Die Geschichte meiner Automobilisten-Herrlichkeit liegt zwar um Jahre zurück, aber für meine liebe Frau ist sie noch lange nicht ver? jährt. Jahrelang war es mein Wunsch träum, ein Auto zu besitzen. Fast alle meine Freunde und Bekannten besassen ein solches und fuhren triumphierend wie distanzierenden Blickes an mir vorüber, oder sie beachteten mich aus ihrem Vehikel heraus überhaupt nicht mehr. Bislang schützte mich meine angeborene Leberecht- Hühnchen-Natur vor Neid, nun aber schlich sich diese Todsünde in meine harmlose Seele, und ich begann herbe Kritik an der berühmten Vorsehung zu üben, die immer andern ihre Gunst zuwandte. Wie alle Eheleute, die lange Jahre in Eintracht und Liebe miteinander verbracht, Jeden Gemütsvorgang ihres Partners sofort wahrnehmen, so merkte auch meine Frau, dass ich von einer fixen Idee besessen war. Schliesslich sprachen wir uns darüber aus, genauer gesagt, sie sprach. Ich sei ein alberner Wunschträumer und Wolkenbeschauer, der gerne im Märchenlande wandle, auf das grosse Los, einen Totozwölfer, auf die Aufmerksamkeit einer reichen sympathischen alten Dame warte, oder das Perpetuum mobile zu erfinden hoffe. « Christinchen, wenn wir nun sparten? » «Du hast sie wohl nicht mehr alle auf der Reihe », sie meinte meines Hirnes Schrauben, « wo und wie könnten wir etwas erübrigen? » Sie hatte recht, die Gute. Mein Salär war so bemessen, dass uns ein paar heisse Kümmelwürste in Euphorie zu versetzen vermochten. Das Wunder an Wundern ist, dass sie sich zuweilen tatsächlich ereignen. Dies traf bei uns zu. Eine meiner Tanten, die still, fromm und frei von jeglicher Verschwendungssucht dahingelebt und im Gerüche besonderer Gottesgefälligkeit stand, hatte das Zeitliche und mich mit etwas Zeitlichem gesegnet. Das wäre ja an und für sich noch kein Wunder, trotz unserer eklatanten Wesensverschiedenheit, aber ich stand bei ihr seit Jahren auf der schwarzen Liste. Auf dem Totenbette verzieh sie mir die einstige "Unterschlagung von zwei Franken, die ich zur Mission bringen sollte und die für die Anschaffung reinwollener Lismer für die armen Niam-Niam- Neger bestimmt waren. Nach dem Abzug für Steuern, Abgaben usw. verblieben mir immerhin noch rund 3000 Franken. Auto-Humoreske von Emanuel Schellhammer Mit einem Male war ich nun dem Ziele meiner Wach- und Traumwünsche nahegerückt, ja, ich sah mich im Geiste bereits im Trenchcoat, mit Baskenmütze und Hornbrille nonchalant am Volant eines schnittigen Cabriolets sitzen. Ich zog einen meiner autokundigen Freunde zurate, den ich für sehr zuverlässig hielt, zumal er nicht mit mir verwandt war. Vorerst dämpfte dieser meine Autobesitzes-Vorfreude, indem er mir erklärte, mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln könne ich nur eine bescheidene Auswahl unter Occasionswagen treffen in der Preislage von Fr. 2000.—, der Rest ginge für Fahrlehre, Steuer und Versicherung drauf. Immerhin bekäme ich, so fügte er bei, als er meine Mundwinkel herabhängen sah, für die 2000 Franken noch einen tadellosen Wagen. Beiläufig empfahl er mir einen Händler, der unter der Hand stets preiswerte Gelegenheitskäufe und Verkäufe tätige und an den ich mich vertrauensvoll wenden könne. Uebrjgens wolle er gerne beim Kaufe als fachmännischer Berater zugegen sein, vor allen Dingen aber müsse ich die Fahrbewilligung durch Fahrunterricht und Prüfung erwerben. Also erst der Fahrunterricht. Ich war entschieden ein sehr gelehriger Schüler, der bald in eleganter Sinuslinie die Strassen entlangfuhr, so dass mich der Fahrlehrer bewundernd frag, ob ich mit dem Eiskunstläufer gleichen Namens identisch sei. Er sagte, dass ich auch lernen müsse, gerade zu fahren, da Gymkhana in der Fahrprüfung noch nicht vorgesehen sei. Ich lernte es. Auch die Fahrprüfung bestand ich. Meine Frau bezeichnete diese Tatsache als zweites Wunder. Mein Stolz war unbeschreiblich. Aber vor den Erfolg haben die Götter den Schweiss gesetzt. Ich schwitzte dabei bedeutend mehr als seinerzeit, da ich vor einem Brustwall gestärkter Professorenhemden in der Differential- und Integralrechnung geprüft wurde. Selbst meine Frau legte eine, wenn auch dürftige Anteilnahme an meiner Begeisterung an den Tag. Der Weg zur höheren Stufe des selbstfahrenden Auto-Eigners stand mir nun offen, also hin zum Autohändler. Mein Freund begleitete mich wie vereinbart. Unterwegs konnte er nicht umhin, meinen Begeisterungstaumel durch Hinweise auf allfällige Enttäuschungen zu zügeln. Der Autohändler sähe nicht eben solgniert aus, aber übertriebene Eleganz sei ja oft das äussere Merkmal von Dubiosität. Ausserdem sollte ich mich nicht an eine etwas ältere Form der Karosserie stören; gerade diese seien qualitativ den neuen Blechkästen überlegen. Der Hinterhof einer nach Rotkraut duftenden Mietskaserne bildete die Verkaufshalle und den Ausstellungsraum einiger voluminöser Wagen, die, da ihnen die Deichsel fehlte, Automobile sein mussten. Beim Autohändler war die schonende Vorbereitung hoch vonnöten. Indes war der Mann sehr freundlich und pries in blumenreicher Sprache Wagen für Wagen an. «Dieser Wagen», er wies auf ein Gefährt hin, das zwischen einem Pferdetram und einem Beichtstuhl ungefähr die Mitte hielt, «dieser .Excelsior' ist der Wagen, den Sie haben müssen, er ist sehr stark...» «Ist er auch schnell? » wandte ich ein, um auch etwas zu sagen. « Wenn Sie Ihn richtig behandeln, haben Sie Aussicht, in den vorderen Rang der Kategorie Tourenwagen beim Gra.nd Prix zu kommen. » Ich Leichtgläubiger horchte auf und griff unwillkürlich nach dem noch nicht vorhandenen Sturzhelm. Mein Interesse lief im vierten Gang, schaltete sich aber, je länger ich den Wagen ansah, auf den ersten zurück. Das Vehikel, das den Gesangverein eines mittleren Städtchefls bequem aufzunehmen vermochte, war mir doch etwas zu gross. Der Händler schien meine Bedenken erraten zu haben, anderseits vermutete er, dass ich mich bei der Erfindung des Schiesspulvers in einem entlegenen Zimmer befunden habe. Er erklärte schnell, dass sich der Wagen in der weiten Landschaft viel kleiner ausnehme und ausserdem beim Waschen noch einginge. Solchen Argumenten hielt ich nicht stand und kaufte den Wagen, nachdem es durch Intervention meines edlen Freundes gelang, den geforderten Preis von Fr. 2500.— auf 2000.— zu reduzieren. Am kommenden Sonntag sollte die Einweihungsfahrt stattfinden, ein Ereignis, das ich der Bedeutung nach neben die markantesten Festerlebnisse meines Lebens setzte. «Es war ein Sonntag hell und klar, ein selten schöner Tag im Jahr... », da ich zur ersten Ausfahrt im eignen Auto startete. Meine Frau hatte sich für diesen Anlass einen schicken Autoschleier aus einem Lampenschirmbehang zurechtgeschneidert Sie, die bis dahin meinen Autokauf keineswegs hemmungslos bejubelt hatte, schien jetzt einer Wandlung zu unterliegen. Da kann man sehen, welch' ein Zauber das Auto auf jegliche Art der Gattung homo sapiens auszuüben vermag. Nachdem die grüne Moquettepolsterung vor den Kenneraugen meiner bessern Hälfte Gnade gefunden, bat sie Blich, im Hinblick auf einige noch unbesetzte Fenster der lieben Nachbarschaft den Motor vor dem Start auf Hochtouren laufen zu lassen. Dies hatte einige Zurufe zur Folge, die keinem Handbuch des guten Tons entnommen, aber sicherlich ehrlich gemeint waren. Nun ging's zur Stadt hinaus. Draussen in der noch unbelebten Landschaft gedachte ich Christinchen meine Fahrkunst bei steigendem Tempo vorzudemonstrieren. Ja Kuchen! Als der Kilometerzähler die 50 erreichte, zeigte die Karosserie die fatale Neigung, das Chassis schnöde zu verlassen. Ein weiterer Grund zur Herabsetzung der Fahrgeschwindigkeit bestand in der Beschaffenheit der Bremsen, diejenige für die Hand erwies sich als Fiktion, dagegen hinterliess die andere für den Fuss eine Bremsspur von kaum 100 Metern. Der Motor bockte vor Betätigungsfreude wie ein Cowboy-Broncho. Mählich nahmen die Züge meines lieben Fahrgastes eine unverkennbar misanthropische Veränderung vor, die mir riet, das Reiseziel näher zu stecken. Noch waren wir nicht dort, als zu meinem nicht unberechtigten Erstaunen der reichlich vorhanden geglaubte Benzinvorrat ausging. Zum Glück winkte aus geringer Entfernung ein grüne Säule mit der Aufschrift B. P. Meine Frau entschloss sich zu einigen Worten. Ob die Bauernpartei noch nicht genug an den Landesprodukten verdiene und Benzin verkaufen müsse. Sie glaube nun eher an die europäische Einigkeit oder an den neuen Berner Bahnhof, denn an eine glückliche Heimkehr. Und,... sie sollte Recht bekommen. Benzin ward getankt, aber oh weh! Wir kamen trotzdem nicht vom Fleck. Die Benzinpumpe feierte Sonntag und verweigerte den Dienst Ich entsann mich eines Trickes, der in solchen Fällen schon mit Erfolg angewandt worden ist Ich kniete mich hinter der Benzinwanne nieder und begann mit voller Lungenkraft in das Gefäss zu blasen. Des Wegs flaherkommende frühe Wanderer blieben interessiert stehen, mein Gehaben mit Verwunderung verfolgend, Ob dies wohl eine ganz neue Sekte mit so merkwürdigen Riten sei. Meine Frau hatte es gehört. Sie warf mir einen Blick zu von solcher Sehärfe, dass ich mich hätte damit rasieren können. Ein mitleidiger Automobilist nahm uns ins Schlepptau. Ich warf den 2. Gang ein, und nach ca. 200 Metern konnten wir uns wieder mit eigener Kraft fortbewegen. Unsere Weiterfahrt vollzog sich im Tempo eines Trauerkonduktes. Ich wagte nicht mehr, den mutwilligen Motor zu reizen. Wer die Sonntage auf dem Lande kennt, weiss, dass die öffentlichen Plätze, vorab der Kirchplatz, das Forum des Dorfes, schon sehr früh stark bevölkert sind. Fremde Erscheinungen beleben wesentlich die Unterhaltung. Ehe wir unserer Benzinkarosse entstiegen — zum angenehmen Zwecke der Atzung — waren wir von grösseren und kleineren Gruppen umlagert Die allgemeine Aufmerksamkeit galt der Ehrwürdigkeit des Wagenalters. Es entstand im Nu ein reger Meinungsaustausch um Art und Herkunft unseres Fahrzeuges. Unter anderem schnappten wir folgendes auf: «Der Wagen kommt wahrscheinlich aus einer Privatsammlung und ist für einen historischen Umzug bestimmt. » * Kann sein. Vielleicht ist es die Sänfte, die Kublai Chan dem Marco Polo geschenkt hatte und die jetzt auf einen Lastwagen montiert wurde.» «Ich glaube eher, dass es sich hier um den Kampfwagen Leonardo da Vincis handelt » Ich würgte nach Worten, allein ein Blick auf meine Frau sagte mir, dass Reden nur Silber, Schweigen aber Gold sei. Ohne näheren Kontakt mit diesem rückständigen Ort fuhren wir von dannen. « Oh, Götter! Warum war so schön der Morgen, wenn Ihr den Abend mir so schwarz bestimmt » konnte ich bald mit Jason sagen. Es kam schwarz. Auf halbem Rückwege ereilte es uns. Das Steuer stellte ohne Voranzeige seinen Dienst ein, den « Excelsior » auf einen Düngerhaufen weisend. Hier verröchelte der Motor aus Altersschwäche. Per Ochsengespann führte uns ein christlich denkender Bauer gegen Geld — gute Worte hatten bei ihm keinen Kurs -y gegen gutes Geld in die Stadt zurück, wo wir den Wagen der lieben Nachbarn wegen auf dem Areal einer Kiesgrube parkierten... für immer! Unsere Rückkehr hatte nicht die geringste Aehnlichkeit mit dem Triumphzug des Germanikus. Meine liebe Frau sprach lange nicht mehr mit mir, und dann war es nur die Bezeichnung eines Wesens, das die Fellachen hochschätzen und das im Vokabularium der Unteroffiziere im Fettdruck prangt. Miete Teilzahlung Eintausch Modelle ab Fr. 195.- Jede Auskunft erteilt: HERMAG HERMES SCHREIBMASCHINEN AG. Generalvertretung für die deutsche Schweiz Zürich 1, Bahnhofquai 7, Telephon 25 66 98 Kopfweh. Migräne. Zahn wth, Monatsschmerzen • Ein Problem ist gelöst: Zwut wegen einer Radiosendung kann nun vermie- , den werden: Kaufen Sie dem Sohn oder der Tochter diesen Klein-Radio zu nur Fr. 89.— + Steuern. Empfang der stärkern Sender recht gut. Wann fahren Sie nach Bern? Wir möchten Sie so gerne durch unsere prächtigen Teppichlager führen. Ob unserer reichen Auswahl und den vorteilhaften Preisen werden Sie erstaunt sein und, wie so viele, ihren Freunden weitererzählen: «Der Gang zu Geelhaar lohnte sich»! Ein Gang xu Geelhaar lohnt sich erhältlich in Apotheken und Drogerien. Gangen und Fachgeschäften für Autozubehör. Quililltsprodukl der FLAWA SCHWEIZER VERBANDSTOFF- UNO WATTEFABRIKEN A. 6. FLAWIL Gute Herrenklelder Für höchste Anspruch* an Musik schufen wir den Dynaphon-Musikschronk. 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Ir.iS AITO-MACAZIH III Geographie-Rätsel Nr. 18 Einsendetermin 4, April. Auflösung (tot Kreuzworträtsels Nr. 16. Waagrecht: 1. Kolbenringe, 9. Malaise, 11. Rasse, 13. Ora, 15. Nes, 16. He, 17. Sessa, 19. Eiger, 21. Sipo, 22. Teig, 23. Ebers, 25. Mulde, 26. Rer, 27. Pra, 29. Seb, 30. in, 31. saugt, 33. Rn, 34. Peugeot, 36. Nufenenpass. Senkrecht: 1. Karosserien, 2. Bar, 3. Elana, 4. Nase, 5. Risse, 6. Ise, 7. NE, 8. Endergebnis, 10. treiben, 12. Kleider, 14. Asper, 16. Igels, 18. Sor, 20. Itu, 24. Spaun, 25. Magen, 28. Rüge, 31. See, 32. Top, 35. Ta. 5 Punkte erhalten: Frau M. Arnmum, Oftringen; Ernst Benz, Goldach; Max Bertachmann, Riehen; Frau M. Canale, Brienz; Hans Ernst, Zürich; Tony Frei, Basel; Frau S. Gysln, Liestal; Frau D. Kriegel, Weinfelden; Frau M. Lehmann, Bern; Frau B. Lüthy, Basel; Frau H. Meyer, Zürich; Frau E. Mosimann, Burgdorf; Frau E. Ochsner, Zürich; Ernst Riser, jun., Aarwangen; Max Roos, Interlaken; Frau L. Rock, Basel; Frau L. Vogel, BaseL Alle andern erhalten den Mühepunkt. Aus den Jugendtagen des Automobils 1. Bekannte Flussmündung, 2. Hafenstadt von GB, 3. Asiatisches Meer, 4. Stadt der Iberischen Halbinsel, 5. Insel Nordamerikas, 6. See im Hohen Norden, 7. vielbesuchte Stadt im Süden, 8. Stadt im « Hochland », 9. Golf von ... (Vorderasien). Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Worte ergeben, richtig zusammengestellt, 2 bekannte Automarken. Die richtige Lösung wird mit 5 Punkten bewertet. Damit, liebe Nichten und Neffen, sind wir am Ende dieser Serie angelangt. Der Onkel hofft, den 12 Besten noch auf Ostern als Ausgleich für die grosse Mühe einen schönen Buchpreis zuzustellen. Schade nur, dass er nicht den Osterhasen spielen und das Buch in schöner, grüner Papierwolle bei euch verstecken kann. Die neue Rätselserie beginnt anschliessend und wird wieder viel Abwechslung und Zeitvertreib bringen. Ich werde mir Mühe geben, sofern mir Platz zur Verfügung gestellt wird, alle Zuschriften kurz zu beantworten, wie es früher immer der Fall war. Dich, lieber Neffe Fritz, kann ich heute nur ermutigen, die neue Serie ebenfalls mitzumachen und genau meine Fragen der verschiedenen Rätsel zu prüfen, bevor du die Lösung absendest Und du, liebe Nichte Nelly in Zürich am Oelberg, hast du nicht Lust, wieder dabei zu sein? Auch ein grötserer Familienzuwachs dürfte' erfolgen, und der Onkel begrüsst neue Nichten und Neffen heute schon herzlichst Mit Onkelrrufs. Mein Vater fuhr damals einen winzigen Citroen, der mit einem < Superculasse > ausgestattet war. Zunächst möchte ich sogleich jegliche Verantwortung für die Rechtschreibung dieses schönen Wortes ablehnen. Ich kenne es bloss aus der väterlichen Ueberlieferung, wonach es irgendein sagenhaftes Vergaser- oder Kompressording bezeichnet, welches jenen kleinen Wagen befähigte, mit der Schnelligkeit eines Raketenflugzeuges den steilsten Berg hinaufzuschneuzen. Mein Vater war dem Automobilismus von jeher sehr zugetan. Mit dem Superculasse im Motor und Mama an seiner Seite pflegte er schon in jenen legendären Anfängen abendliche Spritzfährtchen zu unternehmen. ' Bei einem der ersten wollte das Vehikel, nachdem sich Mama und Papa in einem Restaurant zwischenverpflegt hatten, einfach nicht mehr. Wie ein trotziger junger Hund blieb es stehen, so heftig und so lange auch der Anlasser traktiert wurde. Zum Glück war am selben Ort eine motorisierte Truppe einquartiert, und man zog in der Not einen motorisierten Wachtmeister zu Hilfe, der alsobald die Aermel heraufstülpte und im Motor .herumzuwühlen begann. Er wühlte wohl eine halbe Stunde und versuchte Bchliesslich, bevor er sich geschlagen gab, selbst nochmals, den Wagen anzulassen. c Wo hänzi de Zündschlüssel? • « De was? — aha... > und etwas betreten langte der Vater in den Sack und brachte den Zündungsschlüssel zum Vorschein, worauf der Motor mit superculassischer Schnelligkeit ansprang. Auch die Hupe, das dekorative Signalinstrument mit .dem Gummiballon, gab hie und da Anlass zu Komplikationen. Der Gummiball zeigte eine individualistische Tendenz; er machte sich gerne frei, fiel auf den Boden und rollte irgendwohin, wo man ihn nicht mehr finden konnte. Dann war mein Vati gezwungen, sich bei jedem Hindernis — und es gab deren schon damals viele — über das Hörn zu neigen und mit ganzer Lungenkraft hineinzublasen. Denn das Hupen war damall eine verkehrstechnische Notwendigkeit Der Fussgänger war noch Herrscher der Stresse und alles, was sich schneller bewegte als tr, hatte sich gebührend laut anzukündigen. Uebngens lernte der Vater die Kunst des Autoführens auf einem grossen Lastwagen. Und auf diesem machte er auch seine erste selbständige Fahrt durch die Stadt. Und schon diese erste Fahrt gab ihm Gelegenheit, seine kühle Geistesgegenwart, seine meisterhafte Ueberlegenheit in kitzligen Situationen zu beweisen, welche Eigenschaften den guten Automobilisten ausmachen. Jener Lastwagen nämlich starb ab, als er vor einer Kreuzung für einen Augenblick anhalten sollte. Vati musste also aussteigen und vorne mit der Kurbel den Motor wieder anlassen. Leider hatte er den ersten Gang eingeschaltet gelassen, und der Wagen reagierte, auf das Ankurbeln mit einem heftigen Selbständigkeitsdrang, indem er einfach losfuhr. Der Vater stemmte sich zwar mit allen Kräften gegen den Kühler, um das Benzinross, das den Heimweg ja doch nicht mehr aHein gefunden hätte, zurückzuhalten, aber nach kurzem Kampf gab er es auf, und der Lastwagen wäre beinahe Sieger geworden, wenn der Vater nicht mit der bereits erwähnten Geistesgegenwart aufgesprungen wäre und das herrenlose Steuer wieder in seine Hände genommen hätte. Solche Geschichten geschahen damals täglich, denn die Generation der ersten Superculasser musste erst ganz allmählich mit dem Mysterium «Motor » vertraut werden, um es ihren Söhnen als fertige technische Erfahrung vererben zu können... Doris Hirsbrunner. Fahren Sie mit? «Fahren Sie mit? » fragte ich einmal einen Mann, der einen schweren Benzinkanister trug. Es war ebenfalls auf der staubigen Landstrasse. Man kennt diese tragische Gestalt und wird bei ihrem Anblick sogleich von kollegialem Mitgefühl erfüllt, wenn man kein Herz aus Stein hat Der Mann kletterte auf den Sitz neben mir. « Wo steht Ihr Wagen? • fragte ich teilnahmsvoll, den Benzinkanister fixierend. « Wagen? Ach so, wegen dem da... Ich habe keinen Wagen. Das ist mein Koffer. Mit Ersatzsocken und so. Ich fahre mit Ihnen so weit Sie fahren. Wohin ist mir egal. » D. H. Zürich Mit Selbstaufzug do.für Damen neu FISCHER IS3£? AUTO-RADIOS sowie BATTERIE-REISI-IMPFÄNGER in allen Grossen Reparaturen ZÜRICH 1 BADEN, Restaurant Badenerhof direkt beim lohnhof. Parkplatz. Gepflegt« Küche. Moderner Speisesaal. £. MEIER. Küchenchef Tel. 2 42 22 COUVET Hotel Adler Moderner Komfort, Gesellschanssaal. Tal. »21 32 Jean Aeby, Küchenchef AU VIEUX MOULIN EPESSES bti Cully An der Slmplonstrasse. Eines der bestgefuhrten welschen Restaurants, lar gefiffnet bis 2 Uhr. Barpianist. 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