Aufrufe
vor 5 Monaten

E_1949_Zeitung_Nr.015

E_1949_Zeitung_Nr.015

AUTOMOBIL REVUE FREITAG,

AUTOMOBIL REVUE FREITAG, 25. MÄRZ 1949 - Nr. 15 Pneumatiques et caoutchouc manufacture KLEBER-COLOMBES Fine "neu geschaffene Serie, die pre sehr günstig ist, dabei aber doch alle GENF T1, nie General Dufour Telephon-4 22 30 Alleinvertretung der B. F. GOODRICH Co. Akron (USA.) ZÜRICH Neumühlequai 34-36 Telephon 28 3737 Sechszylinder, 18,2 Steuer-, 97 Brems-PS, Radstand 282 cm, Gesamtlänge 471 an. Gesamtbreite 180 cm, Gesamthöhe 168 cm. Lieferbar als zweitüriger Sedan, dreiplätziges Coup6 und fünf plätziger Utility (Gebrauchsfahrzeug mit Ganzstahlkarosserie für Personen- urid.Warentränsport). AUeimmporteur« für di* Schweiz: S.A. FRATELLI AMBROSOLI Locarno / Zürich L*kalv*rtr«ter in all*« Kanton** i . . .< aonor !• •! X. Ul RUT0M0B1LE SSE DE fVuTOiro»l1.l5T£ KARTEN UND FÜHRER, TECHNISCHE LITERATUR

Nr. 15 — U. BLATT AUTOMOBIL REVUE BERN, 25. März 1949 " Auf den Ständen ITALIENISCHE PERSONENWAGEN ALFA ROMEO Der Hauptanziehungspunkt auf diesem Stand ist erklärlicherweise der Grand - Prix - Rennwagen, der Alfetta, der im Laufe der letzten drei Jahre bekanntlich fast alle grossen Preise gewonnen hat. Von dem bekannten 2,5-Liter- Typ trifft man eine grüne Fabriklimousine mit einem originellen Schiebedach, ein viersitziges Cabriolet von Pinin Farina, auf dem gleichen Fahrgestell ein dunkelrotes, hochelegantes zweiplätziges Cabriolet, ebenfalls von Pinin Farina, und schliesslich ein weiterer Vertreter des Modells Sport als dunkelblau und cremefarbiges Superleggera-Coupe. Im technischen Aufbau dieser Vollschwingachswagen mit einem Zweinockenwellenmotor sowie der vor kurzem eingeführten Lenkradschaltung ist nichts verändert; noch immer stellt der heutige Alfa Romeo einen der besten Vertreter im Bau von sportlichen Vollblutfahrzeugen dar. CEMSA-CAPRONI Der technische Aufbau des Cemsa-Caproni- Chassis zieht einen grossen Besucherstrom an sich, weil er in seinem kräftigen Rahmen, dem Vierzylindermotor weit vor den angetriebenen Vorderrädern sowie der originellen Radaufhängung ein Vorläufer des modernen europäischen Autobaues ist. Bekanntlich wurde das Hubvolumen des Motors auf 1250 cm 1 erhöht. Mit einer gefällig neugeformten, viertürigen und geräumigen Karosserie präsentiert sich dieser niedrige und breite Wagen ausgezeichnet und verbindet den italienischen Geschmack mit der neuen amerikanischen Pontonform aufs beste. CISITALIA Diese Turiner Marke stellt die gleichen Fahrzeuge wie letztes Jahr, nämlich ein Coupe und ein Cabriolet auf dem Typ Sport sowie einen zündroten, rennbereiten Zweisitzer, Modell Mille Miglia, aus. FERRARI Ein Neuling in Genf, aber ein sehr beachteter, denn die wenigsten Freunde des Vollblut-Sportfahrzeuges hatten bis jetzt die Möglichkeit, einen Ferrari mit eigenen Augen zu sehen. Den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit bildet der kleine, rennbereite Zweisitzer Millemiglia mit dem Dreivergasermotor von 140 PS, der mit einer zartcremefarbigen Karosserie von Touring in origineller, sich nach oben etwas verbreitender Form gezeigt wird. Dahinter steht der Zwölfzylinder-Motorblock des gleichen Wagens in der Ausführung « Inter » mit drei Vergasern und Batteriezündung. Flankiert wird diese Gruppe rechts von einem hell-olivgrünen Cabriolet, rechts von einem dunkelroten Superleggera- Coupe, alle mit der charakteristischen Bulldogg- Kühlerschnauze der Ferrari versehen. Auf diesem Stand finden wir den Geist der « echten sportlichen Vollblut-Fahrzeuge, der heute nur noch wenige Firmen anregt, auf markante Art vertreten. Von den Preisen sei hier nicht gesprochen. FIAT Vom Standpunkt des Käufers aus bietet wohl vor allem der Fiat 500 C eine wirkliche Salonüberraschung, das grösste Interesse dessen neues Gesicht und veränderte Gestaltung der Details, die diesem ewig jungen Kleinfahrzeug eine neue Jugend vermitteln dürfte. Neben dem normalen Zweisitzer-Coupe mit und ohne Faltdach findet man auch die geräumige, viersitzige Giardiniera Belvedere in stationwagenähnlicher Seitenverkleidung. Technisch Interessierte sammeln sich vor allem um den Motor des 1100 B, einem aufgeschnittenen Modell, das sich durch einen ingenieusen Mechanismus von selbst öffnet und schliesst. Den 1100 B stellt Fiat als normale, offene Limousine, als Cabriolet sowie als Sportwagen mit einem neuen Coupe von Pinin Farina aus. Den Abschluss nach oben bildet der Typ 1500 D, der technische und Ausstattungsneuerungen besitzt. ISOTTA FRASCHINI Diesen interessanten italienischen Nachkriegswagen, der als einziger seines Landes einen Heckmotor besitzt, trifft man auf dem Stand in zwei kärossierten Exemplaren sowie ein Fahrgestell, das den eigenartigen Aufbau dieses neuen Vertreters der internationalen Spitzenklasse zeigt. Merkmale, die in die Augen springen, sind einmal der verhältnismässig gedrungene Aufbau des Achtzylindermotors in V, die starke Dezentralisierung der Massen gegen das hintere sowie das vordere Ende und schliesslich die von der Radführung getrennte Federung durch auf Druck beanspruchte Gummielemente. Von den kärossierten Fahrzeugen ist das zweidreisitzige Cabriolet von Boneschi mit seinem schiffartigen Hinterteil schon bekannt; die neue dunkelrote Limousine von Touring, ein viertüriges, elegantes Prachtstück stellt dagegen einen neuen Höhepunkt in der höchsten Kategorie von Luxusfahrzeugen dar. LANCIA Neben den Fabriklimousinen der Modelle Aprilia und Ardea, das letztere nunmehr mit einem Fünfganggetriebe ausgerüstet, zeichnet sich dieser Stand durch einige bemerkenswerte Spezialkarosserien aus. Vor allem verdient Erwähnung ein Einzelstück, nämlich ein dunkelblaues Viersitzercabriolet von Pinin Farina« der bekanntlich schon letztes Jahr eines der schönsten Fahrzeuge nach Genf brachte. Die zwei schweizerischen Cabriolets der Karosseriewerke Langenthai sowie eine geräumige, viertürige Limousine von Pinin Farina ergänzen diesen Stand 25 000 20000 15 000 10000 5000 Italienische, tscliechoslowakische und deutsche Personenwagen 1938 1939 1940 1«41 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 ITALIEN;' TSCHECHOSLOWAKEI UND DEUTSCHLAND ALS AUTOIMPOKTEURE DER SCHWEIZ Was ah der hier wiedergegebenen graphischen Darstellung der Automobilimporte Deutschlands, der Tschechoslowakei und Italiens auffällt — Oesterreich und Holland können praktisch vernachlässigt werden — ist die Tatsache, dass sie 1938 noch nahezu die Hälfte dieser Einfuhren stellten (nämlich 5138 von 10 747 Stück), dass sie 1948 rein zahlenmässig gesehen, wiederauf nahezu derselben Höhe angelängt waren (zusammen 5048 Einheiten) währenddem sich ihr Anteil an unseren Gesamtimporten (gekennzeichnet durch die dick ausgezogene Säule) gegenüber, den Vorkriegs|ahren erheblich vermindert hat. Dennoch kommt in den Einfuhrziffern namentlich Italiens und neuerdings auch Deutschlands ein starker. Aufschwung zum Ausdruck. Hat jenes in den beiden letzten Jahren seine Importzahlen von 1938—40 bereits überflügelt und uns voriges Jahr 2711 Wagen geliefert, verglichen mit 1632 anno 1938, wobei man sich vergegenwärtigen muss, dass noch 1946 erst 158 italienische Wagen auf unsern Markt gebracht werden konnten, so zeichnet sich bei den Einruhren aus Deutschland (Volkswagen I) ebenfalls ein scharfer Anstieg ab, der allerdings,erst im vergangenen Jahr einsetzte. Von 111 Siück 1947 hat es nämlich seine Lieferungen nach der Schweiz auf 2070 erhöht. Bleibt es damit auch noch immer erheblich hinter dem Vorriegsstand zurück der ihfflden zweiten Rang unter unseren Auto-Importländern sicherte, so offenbart sich doch dann, genau so wie in den EinfuKrziffern Italiens, ein kräftiger industrieller Aufstieg und eine rasche Erholung. Sie spiegelt sich auch darin, dass die Quote dieser beiden Länder an unserer Gesamteinfuhr 1946 noch auf rund 3% stand, sich 1948 aber bereits auf rund 17% erhöht hatte. Mit den nachstehenden Standbesprechungen ist der Rundgang bei den Personenwagen abgeschlossen. Wie es die « AR » jeweils zu tun pflegt, haben wir bei jedem Stand kurz Halt gemacht und seine wichtigsten Objekte mit knappen Worten geschildert. Angesichts 'der geringen Zahl ypn Marken der heute behandelten Länder wäre es kaum zu verantworten, die Wagen der Tschechoslowakei und Deutschlands, nicht zti vergessen den Kärntner Porsche, . auf « Tendenzen » zu untersuchen; Dagegen lässt sich dies für die rührige italienische Industrie schon tun, hat sie doch ein ganzes Kontingent von Wagen,-nach Bern geschickt. Die grosse Zahl der Marken kann aber die Tatsache nicht verbergen, dass schliesslich die Hauptproduktion in einer Hand, bei Fiat, vereinigt liegt; und man freut sich auch dieses Jahr über die Lebendigkeit dieses Unternehmens, das in den letzten Jahren doch manche Schwierigkeit zu überwinden hatte. Schon bei Fiat, aber noch viel mehr 1 bei den anderen Marken, zeigt sich die Begabung des italienischen Konstrukteurs für* hohe Motorleistungen und gute Fahreigenschaften; zusammen mit der Erwähnung der meisterhaften Karosserieschöpfungen sind damit die Hauptmerkmale auch der italienischen Personenwagen dieses Jahres umrissen. Der Stand der «Automobil Revue» am Genfer Salon Ist wiederum zum Treffpunkt aller am Automobil Interessierten geworden. Konstrukteure, Direktoren, Ingenieure, Techniker, Journalisten aus dem Aus- und Inland machen hier Halt, um die Katalognummer zu studieren und sich in unsere technische Literatur oder die Automobilkarten zu vertiefen. Das Bild wurde letzter Tage vor der Oeffnung der Ausstellung aufgenommen, woraus es sich erklärt, dass der Stand noch nicht sein gewohntes Bild lebhaften Zuspruchs darbietet. IPhoto Wassermann, Geneve) NDU Hinter diesen drei Buchstaben' versteckt sich die Bezeichnung Nardi-Danese-Üniversal. Dieser Neuling ist durch die Verbindung des bekannten Sportwagenfahrgestells mit Rohrrahmen von Nardi-Danese und dem Zweizylinder-Boxermotor von 500 cm 1 Inhalt der Motorradfäbrik Universal, Oberrieden, entstanden. Ausgestellt als kleines, hübsches Chassis gefällt dieses sportliche Exemplar besonders den Anhängern der 500er-Bewegung, die mit dem Nardi-Danese- Universal ihre erste Vertretung am Salon findet. ÜBRIGE PERSONENWAGEN DEUTSCHLAND BORGWARD Diesen neuen deutschen 1,5-Liter-Wagen haben wir in der ersten Salonnummer bereits in seinen Grundsätzen beschrieben. Das am Salon ausgestellte Exemplar des Hansa « 1500 », ein Prototyp in Form einer grünen, zweitürigen Limousine mit sehr geräumigem Innern sowie einem besonders grossen Kofferraum macht einen guten und modernen Eindruck. Sie kann sich neben den benachbarten Vertretern der Pontonbauweise sehr wohl sehen lassen und liegt preislich günstig. OPEL Den Captain, den General Motors als dunkel- :rüne, viertürige Limousine in günstiger Preisklasse zeigt, kennt man schon von seiner Vorkriegsausführung her, die mit Ausnahme unwesentlicher Details nicht geändert wurde. Der 2,5-Liter-Motor mit Hängeventilen ist verhältnismässig niedertourig; weitere Merkmale sind ein Dreiganggetriebe mit zwei vollsynchronisierten Gängen. Die selbsttragende Bauweise sowie dje vordere Einzelradaufhängung des kleinen Modells Olympia mit einem 1,5-Liter-Motor und viersitziger, zweitüriger Karosserie folgt in seiner Gesamtbauweise dem grösseren Bruder dieser Marke. VW Entgegen unserer Befürchtungen in der Salonvorschau konnte das Volkswagenwerk sein neues Fabrikcabriolet fertigstellen und zeigt diese'Karosserie, von der die «Automobil Revue» vor einigen Wochen die ersten Ankündigungen brachte, in Form eines schwarzen Zwei- bis Viersitzers mit hellroter Innenauskleidung. Die Ausstattung und Fertigung ist für einen Volkswagen, der bisher eher schlicht gehalten war, als ausgezeichnet zu bezeichnen. Daneben wird auch die normale Limousine in etwas teurerer* wesentlich verbesserter Ausführung gezeigt. Kleine äussere Verzierungen, reichhaltigere Innenausrüstung und ein guter Stoff für die Verkleidung der Karosserie geben dem Wagen ein ansehnliches Aussehen. Auch die in der Schweiz entwickelte Cabrio-Limousine ist vertreten. Der Aufbau des VW ist zu bekannt, als dass man ihn hier zu wiederholen brauchte. ÖSTERREICH PORSCHE Es ist leicht erklärlich, dass diese beiden besonders niedrigen und sehr strömungsgünstigen Sportfahrzeuge grosse Anziehungskräfte ausüben; neben ihrer technischen Abstammung vom Volkswagen besticht vor allem die hervorragende Verbindung von ästhetisch gelungenen Linien und einer strömungsgünstigen Karosserie mit geringer Stirnfläche. Neben einem Werkcoupe in hellgelber Tönung ist auf diesem Stand ein zweisitziges Cabriolet mit einer originellen Karosserie von Beutler vorhanden. TSCHECHOSLOWAKEI MINOR Neben der zweitürigen, normalen Limousine mit einem wassergekühlten Zweitakt-Zweizylindermotor, dessen Kraftübertragung auch als Schnittmodell dargestellt ist, begegnet man auf diesem Stand dem gleichen Fahrzeug mit Frontantrieb mit einer praktischen Kombinationskarosserie in Form eines Station Wagons. Dieser besitzt zwei Türen und vier Fenster; die hintere Sitzreihe lässt sich nach vorne abklappen und gibt einen überdurchschnittlich grossen Gepäckraum frei, der auch durch eine Hintertüre zugänglich ist. Technisch interessant ist auch ein Schnittmodell des Mötorblocks. SKODA Neben den wohlbekannten zweitürigen Limousinen, von denen eine mit Schiebedach ausgerüstet ist, sowie dem neuerdings in der Schweiz schon zu sehenden hübschen Zweisitzer-Coup6 bemerkt man auf diesem Stand eine Superausführung des Modells 1101 mit schwarzer, viertüriger Limousinenkarosserie. Konstruktiv sind im Aufbau dieses 6-PS-Fahrzeuges mit Zentralrohrrahmen und unabhängiger Aufhängung sämtlicher Räder keine Aenderungen zu notieren. TATRA Auf diesem Stand findet man eine wirkliche Neuerung, nämlich ein Cabriolet der Karosserie Sodomka auf dem Tatraplan, die das Problem des Cabriolets, das mit einem Heckmotorfahrzeug schwer in Einklang gebracht werden kann, sehr geschickt löst. Eine neue Note an diesem Fahrzeug, ist ein breites, um das ganze Fahrzeug laufendes Chromband etwa auf der mittleren Höhe der Seitenwände. Die Tatra-Limöusinen der Modelle 107 und 87 haben sieh gegenüber den bisherigen, bekannten Ausführungen nicht verändert; ihr Aufbau zeigt wie bisher den luftgekühlten Heckmotor und Einzelradfederung vorn und hinten. RUND VM DEN SALON Jeder Tag bringt heue Besuche prominenter Persönlichkeiten. So besichtigte der Generalinspektor für die zivile Motorisierung Italiens, Dr. Paolo Lattanzl, dieser Tage die Ausstellung. Am Mittwoch bemerkte man unter den Gästen den britischen Gesandten in Bernj Exe. Mäitland Snow in Begleitung .des Handelsattaches und der wichtigsten britischen Generalkonsuln und Konsuln in der Schweiz. England, in dessen Exporten das Motorfahrzeug mit in der vordersten Linie steht, bemüht sich, tlen Platz, den es sich dank der modernen Konstruktion seiner-qualitativ hochstehenden Fahrzeuge auf den Automärkten der Welt erobert hat, zu bewahren. Tatsächlich führen denn auch der Minister und seine Mitarbeiter eine Erhebung durch, deren Ergebnisse nicht ohne Auswirkung auf die britische Automobilfabrikation bleiben dürften.