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E_1949_Zeitung_Nr.019

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16 AUTOMOBIL REVUE

16 AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 20. APBIL 1949 - Nr. 19 schenkelbolzen bilden ein gemeinsames T-förmiges Stück, das über einen Lenkhebel mit der kurzen Spurstange eines Zahnstangen-Lenkgetriebes verbunden ist Dieses liegt hinter dem Motor, und die Zahnstange bildet den mittleren Teil der Spurstange. Di« Vorspannung der Torsionsstäbe und damit die Härte der Federung lässt sich an der hinteren Einspannstelle der Stäbe verstellen. Die normale halbschwebende Hypoidhinterachse ist durch gummigelagerte Halbelliptikfedern mit doppeltwirkenden Stossdämpfern gefedert. Der Motorjetriebeblockist mit Ausnahme von einigen geringfügigen Aenderungen mit der früheren Ausführung identisch. Der robuste seitengesteuerte Vierzylinder hat ein Hubvolumen von 918,6 cm* und leistet mit einer Verdichtung von 6,5 :1 bei 4400 U/min 29,5 PS. Die wichtigsten Merkmale der bewahrten, recht drehfreudigen Maschine sind kurz zusammengefasst folgende: Zylinderblock und abnehmbarer Zylinderkopf aus Gusseisen, robuste, dreifach gelagerte Kurbelwelle, auswechselbare Haupt- und Pleuellager aus Stahl mit Weissmetalleinlage, Antrieb der Nockenwelle durch Doppelrollenkette, verzinnte und geschlitzte Leichtmetallkolben mit zwei Kompressions- und einem Oelabstreifring, Druckumlaufschmierung mit verhältnismässig hohem Druck (normal 4,2 kg/cms), SU-Vergaser mit Luftfilter und Ansauggeräuschdämpfer, Brennstofförderung durch elektrische SU-Benzinpumpe. Die elektrische Anlage hat neuerdings eine Spannung von 12 Volt, und die Lichtmaschine mit Spannungsregelung ist nicht mehr über dem Zylinderkopf, sondern seitlich am Motorblock angebracht Die Kuhlerverkleidung mit niedriger Lufteinlassöffnung machte einen entsprechend niedrigeres, aber dafür breiteres Kühlerelement und eine Tieferlegung des KühlventUators notwendig — eine Konzesjion an die gegenwärtige Karosseriemode, die bei Thermoslphonkühlung zweifellos nicht im Interesio einer reichen Kühlwasser- Zirkulation liegt Das für ein Fahrzeug dieser Preisklasse sehr sorgfältig konstruierte Vierganggetriebe besitzt ein« wirksame Synchronisierung der drei oberen Gange, deren Zahnräder schrägverzahnt sind und entsprechend geräuscharm laufen. Ein praktisches kleines Dttail Ist ein Meßstab zur Kontrolle des Getriebeölstandes. Das UebersetzungsverhäUnlf der neuen Hypold-Hlnterachse ist mit 4,80 : 1 auch bei Berücksichtigung des sehr kleinen Raddurchmessers verhältnismassig niedrig, so dass dem kleinen Minor recht hohe Dauergeschwindigkeiten zugemutet werden können, . Der Morris Oxford. I Dieser Mittelklassewagen mit geräumiger Karosserie und sparsamem 1,5-Liter-Motor Ist eine vollständige Neukonstruktion. Er wird zur Zeit in groesen Serien in einer einzigen Ausführung als 4/5plätzige, viertürige Limousine gebaut Mit seiner tief herabgezogenen breiten Kühlerfront, den In die Seitenwände einlaufenden Verderkotflügeln mit versenkten Scheinwerfern und dem abgesetzten Heck mit grossem, gewölbtem Rückfenster ist er äusserlich dem kleineren Minor recht ähnlich. Gemeinsame Merkmale sind auch die feste V-förmige Windschutzscheibe und das stark gewölbte Ganzstahldach. Schiebedächer werden bei den netten Nuffieldtypen nicht mehr eingebaut; zur Entlüftung dienen ausschwenkbare Klappen an den vorderen Fenstern, Der für einen Wagen der 1,5- Liter-Klasse sehr geräumige Innenraum — die Breite an der vorderen Sitzbank beträgt 1,32 m •— ist mit hellem und dunklem abwaschbarem Vynide-Kunstleder ausgeschlagen. Die In die Schweiz gelieferten Modelle sind serienmassig mit einer Smith-Heiz- und-Defrosteranlage ausgerüstet, und ein Radio kann gegen Aufpreis leicht montiert werden, da die notwendigen Installationen bereits vom Werk aus vorbereitet sind. Das Konstruktionsprinzip der selbsttragenden Ganzstahlkarosserie, der vorderen Einzelradaufhängung mit verstellbaren Torsionsstäben sowie der Zahnstangenlenkung entspricht demjenigen des Minors; ebenso die konventionelle Aufhängung der Hypoid-Hinterachse und das hydraulische Lockheed-Bremssystem mit zwei Primärbacken in den vorderen Bremstrommeln. Mit dem neuen, für den Oxford besonders entwickelten Vierzylindermotor bekennt sich Morris nun auch zur Kurzhubbauart Der seitengesteuerte Motor hat mit einer Bohrung von 73,5 mm und einem Hub von 87 mm ein Hubverhältnis von 1,185; sein Hubvolumen beträgt 1470 cm' und die Höchstleistung 41 PS bei 3800 U/min. Bei dieser Drehzahl, der im vierten Gang eine Geschwindigkeit von ungefähr 98 km/h entspricht, beträgt die mittlere Kolbengeschwindigkeit nur 11 m/sec, so dass die Voraussetzungen für eine hoho Lebensdauer der Kolben, und Zylinderwände gegeben sind. Der Motor zeigt im übrigen die heutige Normalbauart mit Leichtmetallkolben und auswechselbaren Frlzisions-, stahllagern mit Weissmetalleinlage für Hauptund Pleuellager. Im Gegensatz zum Minor-Motor wird die Nockenwelle durch schrägverzahnte Stirnräder angetrieben, von denen der Zahnkranz des einen aus Ferobestos hergestellt ist, um die grösstmöglichste Geräuschlosigkeit zu erreichen. Eine Zentrifugalpumpe, auf deren WeUe auch der Ventilator aufgekeilt ist, sorgt für zwangsläufige Kühlwasserzirkulation, und ein im Auslaufstutzen am Zylinderkopf eingebauter Thermostat sichert durch vollständige oder teilweise Drosselung des ;Kühlw»sserumlaufes ein rasches Anwärmen des Mptors und die Einhaltung der richtigen Temperatur. ' •ebbst 8t Morris 1949, Vierzylinder . Motor * Minor Oxford Steuer-PS 4,68 7,52 Zylinderzahl 4 4 Zylinderanordnung Linie Linie Bohrung und Hub mm 57x90 73,5x87 Hubvolumen, an* 918,

1fr. 19 - inmroar, 20. APRIL VM* AUTOMOBIL REVUE 17 rtalbayfgeschmrlener Oxford-Motor. Die seifengesteuerte, •ehr einfach gebaute Maschine ist nicht stark gezüchtet, sondern auf Langlebigkeit und anspruchslosen Betrieb gebaut. Uterleistung etwa 27 PS pro Liter. hindert Sämtliche Zahnrader, mit Ausnahme derjenigen des Rückwärtsganges, laufen auf Nadellagern, während die Wellen auf Kugellagern gelagert sind. Ein besonders kräftiges Rollenlager befindet sich in der'Verlängerung des Getriebegehäuses, direkt vor dem ersten Kreuzgelenk der Kardanwelle. Auch an diesem Getriebe ist ein Meßstab für den Getriebeölstand angebracht. Der Mwrrii-Six. Der vorerst noch nicht lieferbare grosse Morris bietet bei gleichen Karosserieabmessungen und gleichem Komfort wie der Typ «Oxford » eine beträchtlich höhere Fahrleistung, besitzt er doch ein Sechszylindertriebwerk von 22143 cm* Hubvolumen, dessen Zylinderabmessungen denjenigen des 1,5-Liter-Motors entsprechen. Sein interessantestes Merkmal ist eine obenliegende Nockenwelle, die direkt auf die in einer. Reihe angeordneten, senkrecht hängenden Ventile wirkt. Sie steht über eine Königswelle mit dem vorderen Ende der Kurbelwelle in Verbindung, wobei eine besondere Vorrichtung das Zahnflankenspiel eliminiert. Der Motor erreicht bei Planetengetriebe für Traktoren In den Anfängen des Automobilbaues wurden sehr oft Planetengetriebe verwendet (z. B. das berühmte Ford-Modell T), während später die Schubradgetriebe an die Stelle der Planetengetriebe traten. Grund zu dieser Umstellung war das Bedürfnis nach mehr als nur zwei Vorwärtsgängen; die früheren Planetengetriebe benötigten aber für jeden Gang ein besonderes Schaltpedal. Heute stehen andere Materialien und Konstruktionsmethoden zur Verfügung, insbesondere ist es heute auf relativ einfache und auf alle Fälle platzsparende Weise möglich, mit Hilfe von hydraulischen Servomotoren die einzelnen Kupplungen und Getriebebremsen zur Schaltung eines Planeterigetriebes zu steuern (z. B. das Hydramatic-Planetengetriebe von General Motors). Besonders während des Krieges wurden sehr gute Erfahrungen bei Lastwagenhinterachsen, Traktoren, Schleppern und Tanks gemacht, so dass die Anwendung von Planetengetrieben im Traktorbau auch nach dem Kriege nahelag. Hauptvorteile eines Planetengetriebes sind: Grössere Lebensdauer und wenig Reparaturen, ruhige, stossfreie Schaltvorgänge, geringere Ermüdung des Fahrers, grössere Freiheit in der Anordnung des Schalthebels, Schalten ohne besondere Kupplungsbetätigung. Für fünf Gänge und ein Rückwärtsgang benötigt man nur zwei Planetengetriebegruppen; durch geeignetes Zusammenkuppeln, resp. Abbremsen einzelner Getriebeteile werden die Gangkombinationen hergestellt. Im allgemeinen wird zwischen Motor und Planetengetriebe noch eine hydraulische Kupplung eingebaut, die ein Abwürgen des Motors verhindert und die Ungleichförmigkeit des Motorlaufs ausgleicht Die Schaltung der einzelnen Kupplungen und Bremsen geschieht, wie erwähnt, durch Servomotoren, deren Ventile elektrisch oder durch Drahtzüge gesteuert werden können. («SAE-Journal», Dezember 1948, Bearb. hjb.) Ein progressiv wirkender Stossdämpfer Ein neuer Stossdämpfer mit dem Namen «Hydro-ressort» wurde vor einiger Zeit von dem französischen Ingenieur Cazes patentiert. Es handelt sich um eine Kombination zwischen einer Schraubenfeder und einem hydraulischen Stossdämpfer, also eigentlich um ein komplettes Aufhängungselement wie es schon früher ver- wendet wurde. Der Unterschied zwischen den älteren Systemen und diesem neuen Stossdämpfer besteht nun darin, dass der Stossdämpfer progressiv arbeitet, d.h. mit wachsendem Radausschlag der Aufhängungsbewegung einen immer stärkeren Widerstand entgegensetzt Erreicht wird diese progressive Stossdämpfercharakteristik durch eine Drosselstelle mit variabler Oeffnung. Der Stossdämpfer funktioniert wie folgt: Durch das Zusammendrücken der Feder O wird der Stossdämpferkolben E nach unten (im Bild links) bewegt, und die Stossdämpferflüssigkeit wird aus dem Behälter B durch die Drosselstelle D, den Raum F und die Bohrungen H auf die Kolbenrückseite M verdrängt. Der in die Drosselstelle D ragende Reglerkonus N reduziert mit zunehmendem Kolbenhub die Grosse der Drosselöffnung immer mehr, weshalb der Stossdämpfer der Bewegung. der Aufhängung einen progressiv wachsenden Widerstand entgegensetzt. Dieser Stossdämpfer muss vertikal montiert werden. Ein Hauptvorteil des neuen Stossdämpfers ist die Eliminierung der Gummi-Ausschlagbegrenzer, die durch das Aufschlagen normaler Radaufhängungen der Lebensdauer der Federungsorgane nicht gerade förderlich sind. Ein analog konstruierter « Hydro-ressort », der auch waagrecht montiert werden kann, wurde für die Radaufhängung von Flugzeugen entwickelt. hjb. London—Genf—London über das Weekend Was die modernen englischen Kleinwagen leisten, zeigt eine Fahrt, die drei Engländer mit einem Morris Minor über das vorletzte Wochenende unternommen haben. Die Party startete Freitag abend, dem 25. März, nach Arbeitsschluss, in London, überquerte den Kanal per Schiff, fuhr durch Frankreich und erreichte den Genfer Salon zu einem letzten Besuch. Nach einem Aufenthalt von fast 24 Stunden in Genf Mit dem Schwungrad ist eine normale Einplatten-Trockenkupplung mit federnder Nabe kombiniert. Das angeblockte Vierganggetriebe zeigt am hinteren Ende eine Verlängerung zur Verkürzung der Kardanwelle. Der Gangwählmechanismus befindet sich seitlich am hinteren Ende des Getriebgehäuses; er ist durch ein Gestänge mit dem Schalthebel unter dem Lenkrad verbunden. Der vierte, dritte und zweite Gang sind geräuscharm und vollsynchronisiert, wobei eine besondere Sperrvorrichtung auch beim Durchreissen des Schalthebels Geräusche vereinfache Yenfilafionseinrichhmg. Der Türrahmen besteh! nur aus einem schmalen, verchromten Band, das vom- eine schwenkbar« VentUationsscheibe ««hält. Die neoe rXorris-Asfhöngung. G»f sichtbar die »chräge Schubstrebe nach vorn sowie der untere Querlenkw, der auf den Torsionsstab wirkt. einer Drehzahl von 4800 U/min eine Leistung von 72 PS, so das« das rund 127t> kg schwere Fahrzeug ein günstiges Leistungsgewicht von unter IS kg/PS aufweist -ch- Schnift durch den Stossdämpfer Hydro-ressort. A: Oberteil des Stossdämpferkolbens; B: Behälter für die Stossdämpferflüssigkeit (Glyzerin mit 35% Wasser); C: Stossdämpferzylinderi D: Drosselstelle: E: Kolben; F: Durchtrittsöffnung; Hi Bohrungen k> der Schubstange des Kolbens; K: Schubstange] M: Flüssigkeitsraum auf der Kolbenrückseite; N: Reglerkonus für die Verkleinerung der Drosselstelle D; O: Feder der Radaufhängung. (Zeichnung »Argus>) Der Morris 8, der London-Genf-London über das Weekend zurücklegte und dessen Insassen in der Zwischenzeit den Salon besuchten und in St-Cergue Ski fuhren. kehrte das Team nach England zurück und erreichte London nach einem kurzen Zwischenhalt in Paris am Montag früh um 9 Uhr. Der Gesamtdurchschnitt für die Hinfahrt betrug 69 km/h, wobei auf den französischen Strassen in drei Stunden 250 km zurückgelegt wurden, (np) Motorenöl für Automobile und Motorräder marschiert an der Spitze des Fortschrittes Schon seit 10 Jahren enthält CASTROL spezielle Zusätze, welche bekämpfen: 1. die Oxydation und die Korrosion vermindern: verhindern: 2. die Zylinderabnüfzung 3. den Ölverbrauch 4. die Ablagerung der Kohle 5. Schlammbildung 6. das Blockieren der Kolbenringe 7. das Verstopfen der Riter CASTROL schmiert und reinigt Ihren Motor gleichzeitig Die beste Bestätigung für diese Behauptung ist wohl die Tatsache, dass die Mehrzahl der englischen Automobilisten und Motorradfahrer CASTROL verwenden Wenn Sie CASTROL wählen, verwenden Sie ein Schmieröl, welches seine hervorragenden Qualitäten bewiesen hat Lieferoor • _ 4,00/15 5,00/15 5,50/15 6,50/15 670/15 7,00/15 475/16 5,00/16 5,25/16 5,50/16 575/16 6,00-6,25/16 6,50/16 7,50/16 475/18 7.60/15 Generalvertreter für die Schweiz: Bürke&co Abteilung Motorenöle - Telephon (051)234676/78