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E_1949_Zeitung_Nr.021

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Sport- Liegestuhl ABAG

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Kr. 21 • BERN. 4. Hai 194S einst das bedeutende Geschlecht Cajöri, das schon um 1350 urkundlich nachgewiesen ist und Anno 1546 mit dem Landammann Alexander Cajöri den bedeutendsten Spross des Stammes gab. — Wer sich in den Familienwappen auskennt, der stutzt im Anblick des dunkeln Steines über dem Tor: Dort trotzt der Schild des Hauses von Castelberg, eines Ministerialengeschlechts, das seinen frühen Sitz auf der Burg Cagliatscha droben hatte, von der jetzt nur noch ein Ruinenrest in die Bläue ragt — Wie wird und würde alles interessant, wenn man sich Müsse nähme, ihm auf die Fährte zu kommen! Doch noch etwas bleibt vom «Roten Haus» zu sagen, das erst vor kurzem vorbildlich renoviert worden ist: Hier hatte der Heimatschutz seine Hand mit im Spiel; ja, die Bündnerische Vereinigung für Heimatschutz hat zum guten Gelingen einen kräftigen Zustupf aus dem Ertrag der letzt jährigen « Schoggitaler »-Aktion gespendet. — Ein wahrer Segen wär's, wenn auch die heurige wieder so gut gelänge; gar manchenorts gilt es ja noch zu helfen, damit die vielerlei baulichen Schätze unseres Landes denen erhalten bleiben, welche einst nach uns kommen. yz wn&iAa^fartgwlkyftdi yfafötn0rfi0-/&vue Andeer — ganz aus der Nähe « Es isch es tuusigs Züüg mit dene Auto — mer gseet vilzvil, drum gseet mer nüüt! » Ist es nicht wahr, was da die junge Frau nach dem 378. Kilometei sagt? Es ist wirklich « es tuusigs Züüg », wenn man den Fuss nicht mehr vom Gashebel bringt, weil das Wägeli so schön im Schwung ist und sich so ungern bremsen lässt. Man sage nur nicht, erst die Gegenwart verstehe sich aufs Kunstgewerbe. Was war das für ein schönheitskundiger Schmied, der das prachtvoll geschwungene Fenstergitter am de Nicca-Maus zustandebrachte I Darunter prangt das Wappen des Geschlechts. Es lohnt sich aber wahrlich, zum Beispiel in Andeer an der Splügenroute, einmal Station zu machen, durch die Gassen zu schlendern, sich nach den Sehenswürdigkeiten zu erkundigen oder — weit besser noch — sich schon zu Hause darauf vorzubereiten. Dann kann man seine blanken Wunder erleben. Ja, sogar in Andeer, das Sie vielleicht ein dutzendmal durchfuhren, ohne zu ahnen, wie reizvoll das Hauptdorf der Talschaft Schams ist, « ganz aus der Nähe » besehen. Ist das eigentlich anders zu erwarten, wo diese Siedlung doch schon auf der ältesten Kartendarstellung unseres Landes, auf der sog. Peutingerschen Tafel aus dem 4. nachchristlichen Jahrhundert verzeichnet ist? Die Fachleute sind heute allgemein der Ueberzeugung, die dort genannte Ortschaft « Lapidaria « sei mit Andeer identisch. Erst recht wird es uns sprachlich wahrscheinlich in der Erinnerung an den alten Dorfnamen « Andair ». Freilich, die meisten unserer Leser interessieren sich wenig für derart antiquitätische Angelegenheiten; wir halten uns lieber an das Sichtbare. Und dessen gibt's in den Andeerer Gassen gar mancherlei, sei es nun das Sgraffitohaus gleich in der ersten Seitengasse vor der Post, das reichste in Bündnerischen Landen, sei's der Dorfplatz mit dem währschaften Brunnen und dem charaktervollen de-Nicca-Haüs, sei's da und dort ein handgeschmiedetes Gitter oder ein Wappenschild. Etwas vom Originellsten freilich birgt das letzte Haus rechterhand gegen Bärenburg, das vormalige Haus des Landammans Hans von Capol, der Anno 1619 Podesta zu Tirano wurde und in dem grausigen Veltlinermord des Jahres 1620 sein Leben lassen musste. Jetzt ist dieses stolze Heim Besitz der Familie Conrad; in seinem Festsaal aber hat sich jener kuriose Maler-Schulmeister Hans Ardüser verewigt, der 1557 als des Landammanns Sohn zu Davos geboren wurde, in seinen reifen Jahren winterlang schulmeisterte, aber, Sobald der- Gugger aus den Lärchen rief, den Wanderstecken und die Malertrucke nahm und auf der Suche nach Arbeit beinahe alle Bündner Täler durchzog, ja, bis nach Schwyz und Glarus kam. Ein unvergleichlicher und gottbegnadeter Künstler war er freilich nicht, wohl aber ein wackerer Pinsler. So sagen es uns noch bis auf den heutigen Tag die Helgen im Haus Capol. Uebrigens ist die Decke des Festsaales auch sonst um ihrer prächtigen Schnitzereien willen recht sehenswert. Wenn man nun aber wieder dem Dorfkern zuschreitet, so muss man unter allen Umständen am « Roten Haus » vorüber: Hier macht die Hauptgasse ihren Knick; geradeaus aber führt die viel ältere « Veia pintga », die kleine Gasse oder, wie der Schabernack sie heisst, die « Filistiner- (lies Philister-) Gasse ».Im Jahre 1694 wurden diesem strengen, prächtig klaren Bau seine jetzigen Masse gegeben: darin wohnte Ein wahrer KMI1IC1 Blickfang WM^ItlUlllJ ist l»l die VJIC Kirche, IVIIbllC, schon »kllUII Anno nilllU 1419 itU < « VI uf »Ulli sant fTIIHIISI Michels buhl > entstanden. Kurz vor 1584 kam der Turm dazu; das s heutige Schiff jedoch schaut ins Jahr 1675 zurück. Es lohnt sich w wohl, zu dem schon schön proportioniertenn Bau empor ~v v .eigen — und wer sich nicht für kirchliche Architektur interessiert, der freut 'reut sich an dem prachtigen orachtiaen Arvenholz ries des d Gestühls. G Wie überrascht sind wir, wenn wir den Festsaal des Hauses Capol betreten dürfen I So also sind die Schildereien des Hans Ardüser, die er im Jahre 1614 gepinselt hat: Allerlei symbolische Gestalten, umgeben von flutendem Rankenwerk — an Phantasie hat es dem Wandermaler wahrhaftig nicht gemangelt. Was ist das für ein währschaftes Bild, der Dorfbrunnen von Andeer mit seinem Granittrog und seinem koketten Wetterfähnli — und dort das Haus de Nicca, Anno 1697 erbaut. Der Name hatte von jeher guten Klang im Schams, 1711 hiess ein tüchtiger Landommana so, und als im Jahre 1673 < dise kirchen von Granit Aoss neüw Erbouwf» ward, stand « Phar-Herr Stephanus Denica > der Gemeinde vor. Kaum eine Kunstgeschichte übergeht das berühmte Sgraffitohaus in Andeer, am 1560—70 verziert «md 1914 ausgezeichnet renoviert. Die Technik ist ebenso einfach wie haltbar: Auf grauen Unterputz wird ein weisser Verputz gelegt, dann < d«n in noch nassem Zustand die Ornamente und Figuren ausgekratzt. Wie malerisch das wirkt. Rieht wahr?