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E_1949_Zeitung_Nr.020

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10 AUTOMOBIL REVUE

10 AUTOMOBIL REVUE MirnFOCH, 27. APRIL 194» - Nr. 20 Die Entwicklung der französischen Automobilproduktion und der in mancherlei Hinsicht von ihr abhängigen Ausfuhr während des Jahres 1948 war bereits Gegenstand einer kurzen, wirtschaftspolitischen Betrachtung in Nr. 3/1949 der «AR«. Nunmehr liegen sämtliche Ziffern, sowohl für die Erzeugung als auch für den Export von Fahrzeugen im vergangenen Jahre vor. Es ist deshalb an der Zeit, diese ziffernmässige Entwicklung kritisch zu werten. Export des Jahres 1948 machen sich aufschlussreiche Strukturverschiebungen bemerkbar. Es wurden zwar mehr als die Hälfte aller Personenwagen, nämlich rund 58 700 von 100 000 Einheiten, nach den Ländern des französischen Empire und nach dem übrigen, nichtfranzösischen Ausland exportiert. Im Vergleich zum Jahre 1947 zeigt aber die — allein devisenbringende — Ausfuhr nach den nicht zur «Union francaise» gehörenden Gebieten einen Rückgang von 48 800 auf 42 200 Personen- und von 10 000 auf 8500 Nutzfahrzeugen. Per Saldo schliesst aber der französische Automobilexport des abgelaufenen Jahres — eben wegen der zahlenmässigen Steigerung der Personenwagenausfuhr von 55 200 auf über 58 700 — mit einer Erhöhung um etwa 1300 Einheiten. Nach dem Voranschlag sollten im Jahre 1948 in den französischen Werken insgesamt 121 200 Personenwagen und 69 200 Nutzfahrzeuge verschiedener Kategorien hergestellt werden. Die FRANKREICH Die französische Automobilproduktion im Jahre 1948 . Produktion Produktion Export CitroSn 22 879 341(54 24 028 Delahoye 380 573 125 Delannay Bell. 6 4 — Ford 3 023 4 270 2 790 Hotchklss 90 460 67 Panhard 50 1350 314 Pougeot 12935 19130 9105 Renault 18 9

Nr. 20 - Mrrnroai, n. APBIL IM» AUTOMOBIL REVUE 11 KOPFE DER AMERIKANISCHEN GÜMMIINDÜSTRIB IV) Der Präsident der United States Rubber Company in New York, Herbert E. Smith, war in seiner Jugend ein grosser Boxer vor dem Herrn, der als Mitglied des Boxclubs der Universität von Kalifornien bedeutende Erfolge errang. Es mag einigermassen seltsam anmuten, die Biographie eines führenden amerikanischen Industriellen mit einem Hinweis auf seine sportliche Begabung einzuleiten. Das hat schon seinen tiefern Grund, denn in Tat und Wahrheit, war es gerade das Boxen, das die Karriere von Herb Smith — wie er zwischen Atlantik und Pazifik genannt wird — in entscheidender Weise beeinflusste. Unter sehr schwierigen Umständen hatte Smith im Jahre 1913 eine Stelle im Verkaufsdienst der U. S. Rubber Company in San Francisco angetreten. Der ihm erteilte Auftrag lautete nämlich dahin, die Erzeugnisse des Unternehmens an der «Wasserfront» dieser Stadt « an den Mann » zu bringen, wobei es ihm grundsätzlich untersagt blieb, mit irgendeinem der bisherigen Kunden der Gesellschaft an dieser « Front» Kontakt zu nehmen. Verkaufserfolg durch Boxen. Herb Smith, den man in den Vereinigten Staaten zu den grössten Verkaufsgenies zählt, fühlte sich durch diese Vorschrift in keiner Weise beeindruckt. Er schloss Bekanntschaft mit den Offizieren und Mannschaften der im Hafen von San Francisco vor Anker liegenden Schiffe und erfuhr bei dieser Gelegenheit, dass zwischen den Mannschaften der einzelnen Dampfer Schiffe regelmässig Boxwettkämpfe ausgetragen wurden. Er bewarb sich darum, an diesen Wettkämpfen ebenfalls in den Ring steigen zu dürfen. Die Bewilligung liess nicht auf sich warten, und gross war das Erstaunen, als es ihm gleich beim ersten Match gelang, seinen Gegner, einen als Boxer erfolgreichen Matrosen, k. o. zu schlagen. Von diesem Tage an galt Herb Smith im Kreis der • Waterfront » als anerkannter Mann, . was nicht ohne Auswirkungen auf seine berufliche Tätigkeit blieb. Smith wurde nicht nur die Befriedigung des Gummibedarfs des betreffenden Schiffs übertragen, sondern darüber hinaus das gesamte Gummigesehäft der Gesellschaft, der jenes Schiff gehörte. Der riesige Auftrag, den die U. S. Rubber Company auf Grund dieses eigenartigen Geschäfts bald darauf buchen konnte, lenkte die *) Siehe « AR • Nrn. 14, 15 und 18. Herbert E. Smith Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf den boxgewandten Verkäufer an der Pazifikküste, der alsbald nach New York, an den Hauptsitz des Unternehmens, berufen wurde und dort binnen kurzem einen leitenden Posten erhielt. Organisation des Exports. Die U.S. Rubber Company ist heute eines der bedeutendsten Industrieunternehmen der Union. In den Vereinigten Staaten, in Kanada und Uebersee hat sie etwa 40 Fabriken in Betrieb und beschäftigt um die 60 000 Arbeiter. Der Aufbau des Exportgeschäftes war eine der ersten Aufgaben Herb Smiths. Im Jahre 1924 übernahm er — eigentlich contre-cceur — den Posten eines Generaldirektors der United States Rubber Export Company. Getreu dem Grundsatz: € If you get all the facts, you can handle any Job » — Klarer Einblick in die Tatsachen ermöglicht die Lösung einer jeden Aufgabe — führte er seine Gesellschaft auch in Uebersee zu einem ungeahnten Erfolg. Die ausländischen Interessen der U. S. Rubber Company erstrecken sich vor allem auch auf Skandinavien, so dass 1fr.Smith