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E_1949_Zeitung_Nr.020

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Nr. 20 — EL BLATT AUTOMOBIL REVUE BERN, 27. April 1949 Praktische Ratschläge für Frankreichfahrer Dank dem prachtvollen Osterwetter hat auch die automobilistische Keisesaison in diesem Jahre früher als sonst eingesetzt. Besonders zahlreich waren die Schweizer Automobilisten, welche die Ostertage in Frankreich verbrachten. Schon bei dieser Gelegenheit zeigte sich, dass es immer noch eine Reihe von Autotouristen gibt, die weder über die einschlägigen Grenzübertrittsvorschriften noch über die derzeit geltenden Bestimmungen zum Bezug von Benzinbons in Frankreich auf dem laufenden sind. Wir fassen deswegen im folgenden diese Bestimmungen nochmals zusammen. Pass- und Tryptik-Vorschriften. Der Schweizer Bürger bedarf keines Einreisevisums nach Frankreich mehr. Es genügt ein Reisepass, selbst wenn er formell erloschen ist, vorausgesetzt, dass sein Gültigkeitsbeginn nicht länger als 5 Jahre zurückliegt. Für die Wagenpapiere sind die vorjährigen Vorschriften in Kraft geblieben. Alle näheren Auskünfte erhält man am raschesten und sichersten bei den Sekretariaten der schweizerischen Automobilverbände oder beim Touristikdienst der «AR». Devisenbestimmungen. Seit 1. April darf jeder in der Schweiz domizüierte Reisende, ohne Rücksicht auf seine Staatsangehörigkeit, 40 000 fFr. in Noten nach Frankreich einführen. Der Betrag ist nicht mehr auf eine Reise pro Monat beschränkt, sondern kann bei jeder Einreise mitgenommen werden. Immerhin darf der Reisende höchstens 4000 Fr. wieder ausführen. An Devisen darf der Ausländer nach Frankreich einführen, was er will und kann, gleichgültig, ob es sich um Banknoten, Schecks oder Kreditbriefe handelt Dagegen ist die Einfuhr von Wertpapieren und von Gold ohne Genehmigung der Bank von Frankreich nach wie vor verboten. Die mitgeführten Devisen müssen in den Pass eingetragen oder auf einer besonderen c fiche. de change » vermerkt werden. Dabei darf man den gleichen Betrag an ausländischen Zahlungsmitteln wieder ausführen. Soweit der Fremde diese Devisen in Frankreich wechselt, kann er es nach wie vor nur bei einer amtlichen Wechselstelle (Bank, Bahnhofschalter, Hotelkasse) tun und erhält für den betreffenden Betrag eine Wechselbescheinigung oder einen Eintrag in seinen Reisepass. Es kann nicht dringend genug davon gewarnt werden, Devisen undeklariert einzuführen, da die französischen Zollbehörden Stichproben vornehmen und jeder «Devisenschmuggler» sich schweren Strafen aussetzt Im übrigen ist die Marge zwischen dem amtlichen und den Parallelkursen derart gering — für den Schweizer Franken betrug si* zu Ostern höchstens noch 5 fFr. pro sFr. —, dass es sich wirklich nicht mehr lohnt, wenn der ausländische Automobilist sich der Gefahr aussetzt, nicht nur sein nicht deklariertes Geld, sondern unter Umständen, bei der Grenzkontrolle, auch den Wagen konfisziert zu sehen. Benzinbons. Seit dem letzten Jahr ist in den Bestimmungen über die Verteilung von Benzincoupons an Ausländer insofern eine Aenderung eingetreten, als Automobilisten kontinentaler Herkunft, also auch Schweizer, nur noch Anrecht auf Benzincoupons gegen Devisen haben, wenn sie ihren Wagen mitführen. « Gefälligkeitsbesorgungen » für Freunde, die einem Schweizer einen Wagen « leihen », sind also nicht mehr möglich. Lediglich der Ueberseetourist (Amerikaner, Indier, Aegypter etc.) kann in Frankreich, auch wenn er keinen eigenen Wagen mitnimmt, Benzinbons gegen Devisen beziehen. Die Ration beträgt wiederum 500 Liter für je vier Wochen Aufenthalt, wobei der offizielle Benzinpreis auf 43,20 fFr. pro Liter steht. Dieser Preis wird beim Kauf von Benzinbons an den Schaltern der Bank von Frankreich oder anderer zur Abgabe von Devisen-Benzincoupons zugelassener Stellen (deren Liste bei den Clubs in der Schweiz in Erfahrung gebracht werden kann) mit dem amtlichen Kurs multipliziert. Für 500 Liter Benzin hat der Schweizer rund 282 sFr. zu zahlen, d. h. der Liter kommt ihn auf rund 56 Rappen zu stehen. Mit den Benzinbons und den ihm gleichzeitig ausgezahlten französischen Franken als Gegenwert kann er dann sein Benzin bei jeder Tankstelle kaufen. (Von unserem Pariser Korrespondenten) Zwangswechselverfügung für ausländische , Automobilisten. In den letzten Tagen hat nun das Finanzministerium, zur Verhütung des Wiederverkaufs von Benzin zum Schwarzmarktpreis, beschlossen, für alle ausländischen Automobilbesitzer — diesmal nicht nur für Schweizer — den Verkauf von Benzinbons gegen Devisen vom 1. Mai ab mit einer « Zwangswechselbestimmung » zu koppeln. Der Automobilist, der Anrecht auf 500 Liter Benzin für einen ununterbrochenen, 30tägigen Aufenthalt in Frankreich hat, erhält dieses Quantum (oder auch einen entsprechenden Teil) nur dann, wenn er gleichzeitig mindestens den dreifachen Betrag in Devisen zum amtlichen Kur» gegen französische Francs wechselt. Beispiel: Der Schweizer, der sich seine 500 Liter im ganzen kauft und dafür rund 770 Schweizer Franken (d.h. rund 54 Rp. pro Liter) erlegen muss, ist verpflichtet, weitere dreimal 270 »= 810 sFr. zu wechseln. Wer nur 250 Liter bezieht, muss die Hälfte, d. h. dreimal 135 oder 405 sFr. wechseln usf. Irgendein Kursverlust entsteht dadurch nicht. Es gibt zur Zeit und wohl auch bis auf weiteres keinen Unterschied mehr zwischen amtlichem « Frei- » und « parallelem » Devisenkurs. Wir streifen diese Dinge nur, um dem Schweizer Automobilisten, der nach Frankreich fährt, klar zu machen, dass sich irgendwelche Schwarzhandels- oder Kompensationsgeschäfte heute, auch rein kursmässig (abgesehen vom Risiko, bei einer Kontrolle erwischt zu werden) nicht mehr «lohnen». Die Koppelung zwischen Benzinverkauf und Devisen-Zwangswechsel hat jedoch für den ausländischen Automobilisten zweifellos gewisse Nachteile. Der Zwang zum Wechseln des dreifachen Betrags dessen, was er für seine Benzinbonskäufe auslegen muss, führt zu Unzuträglichkeiten und vor allem zu Ungerechtigkeiten. Der begüterte Automobilist sichert sich seine 500 Liter aufs Mal, kann dann einen Teil davon « schwarz » verkaufen und sich somit im Durchschnitt einen « Mittelkurs » sichern, der — beim Weiterverkauf von 250 Litern zum Schwarzmarktpreis von etwa 90 fFr. — einen Gesamtkurs von, etwa 100 fFr. pro Schweizer Franken ergibt Der « kleine» Automobilist kann das nicht Entweder fehlen ihm die Barmittel, um sich mehr als z. B. 150 Liter zu kaufen, oder aber es könnte auch der Fall eintreten, dass er den dreifachen Betrag in Franzosenfranken, den er « Zwangswechseln » muss, gar nicht benötigt, weil er eingeladen ist, im Zelt kampiert oder aus sonst irgendeinem Grunde nicht viel ausgeben will oder kann. Letzten Endes kann also die neue Zwangswechselverordnung zu einer Beschränkung der Freizügigkeit besonders derjenigen Automobilisten führen, die nur über eine bescheidene Börse verfügen und entweder allein oder in Begleitung bloss einer anderen Person nach Frankreich fahren wollen. Es bleibt abzuwarten* wie sich die neue Verordnung auswirkt und ob sie nicht eher zu einem Rückgang im Verkauf von Devisenbenzinbons führt als zu der erhofften Zunahme der Devisenerlöse. Unter allen Umständen wird sie bei gewissen ausländischen Automobilisten Missbehagen schaffen und dem Prestige des französischen Fremdenverkehrs vielleicht mehr schaden, als sie dem Stabilisierungsfonds der Bank von Frankreich nützen mag. Was man sonst wissen muss. Dass jeder Schweizer Automobilist die einschlägigen Bestimmungen des französischen « Code de la Route > kennen muss, ist selbstverständlich. Schwierig für den Ausländer ist die Kenntnis aller Vorschriften über den Einbahnverkehr und über das Parken auf den Plätzen und Strassen von Paris. Am besten wendet man sich, wenn man seinen Wagen irgendwo während des Tages parkt, an den nächsten Verkehrspolizisten. Unter keinen Umständen darf man heute seinen Wagen nachts unbeaufsichtigt vor dem Hotel oder sonst auf der Strasse stehen lassen, da immer noch 10—12 Wagen pro Tag Das Automobil an der Mailänder Mustermesse Am 12. Aprü eröffnete der italienische Staatspräsident Einaudi die Mailänder Mustermesse, die heute einen der ersten Plätze unter den internationalen Veranstaltungen dieser Art einnimmt Umfasst das Gelände der Ausstellung nicht weniger als 330 000 m 2 , so bedeckt die Messe als solche 150 000 m s , wobei die Ausstellungsfront volle 40 km misst. Von der Internationalität der Schau vermittelt die Tatsache einen Begriff, dass sie von 32 Ländern beschickt ist und dass unter den 6000 Ausstellern 1600 ausländische Firmen teilnehmen. Wiederum findet der Besucher eine reiche Fülle von Ausstellungsobjekten und Neuheiten aus dem Gebiet des Automobils. So fesselt den technisch Interessierten z. B. ein halbautomatisches Stufengetriebe für Motorfahrzeuge, das ein Schalten der Gänge durch blosses Verstellen eines an der Lenksäule angebrachten Hebels erlaubt Dadurch wird die Kupplung automatisch gelöst der Gang unter gleichzeitiger Abdrosse- Einer der ausgestellten FB-Dreiradlieferwagen, der in zwei Typen herausgebracht wird, dem < Langen > mit einer Ladebrücke von 3x1,70 m und dem < Normalen i mit einer solchen von 2,5x1,70 m. lung des Motors eingeschaltet, die Kupplung wieder eingerückt und die Drosselung des Motors aufgehoben, womit sich auch das Gaswegnehmen erübrigt. Der Automat arbeitet mit Oeldruck, und das Schalten ist auch bei stillstehendem Motor möglich. Beim Getriebe handelt es sich um eine normale, vollsynchronisierte Ausführung mit gewöhnlicher Einscheibenkupplung. Ausgestellt ist diese Neuerung an einem Fiat 1100- Personenwagen. Gleichzeitig verdient auch eine vollautomatische Kupphing Erwähnung, welche das Schalten der Gänge vereinfacht und die an Fiat-500- und 1100-Modellen gezeigt wird. Darüber hinaus wartet die Messe mit mancherlei interessanten Spezialfahrzeugen, wie TroUeybussen für 80 Personen und einer Reihe von Dreirad-Lieferwagen auf. Diese kleinen Nutzfahrzeuge haben bei einer Nutzlast von ea. 2000 kg einen Treibstoffverbrauch von ca. 8 Liter/100 km. Bei den Motoren handelt es sich zugestohlen • werden und es gegen die Pariser Automobilgangster praktisch keine wirksame Diebstahlssicherung gibt Vor allem empfiehlt es sich, auch in den Garagen die Wagen gut zu verschliessen und weder Kleidungsstücke noch andere Gegenstände von Wert im Wagen liegen zu lassen. Schliesslich noch ein kleiner praktischer Hinweis: man gibt im allgemeinen in allen Restaurants, Garagen, Theatern, Kinos (Platzanweisern) mindestens 10 % des Wertes der Ware oder Leistung als Trinkgeld und rundet den Betrag nach oben ab, immer vorausgesetzt, dass der Bedienungszuschlag nicht schon auf der Rechnung enthalten ist Dr. W. Bg. Ein Individualist unter Amerikanern Mr. Russ Case, ein amerikanischer Orchesterdirigent, war vom Nachkriegswagen, den die Autoindustrie seines Landes hervorbrachte, offenbar enttäuscht, weshalb er hinging und sich nach eigenem Konzept ein Auto bauen liess. 15 022 Dollar hat ihn sein Spleen gekostet. Das «Grundelement» des Wagens bildet ein Jeep aus den Heeresbeständen der USA. Darum herum entstand eine windschlüpfrige Karosserie in einem einzigen Stück, versehen mit einer abnehmbaren Plexiglaskuppel. — Links: Die ganze Karosserie kann nach rückwärts aufgeklappt werden. — Unten: So sieht der Wagen geschlossen aus; Die Plexiglaskuppel, vom Flugzeugbau übernommen, gewährt Sicht nach aller Seiten. meist um luftgekühlte Einzylmder mit angeflanschtem Getriebe, Kardanwelle und einer Hinterachse analog jener der Vierradwagen. Als typischer Repräsentant dieser Ausführung darf das von der Mailänder Firma FB gezeigte Fahrzeug gleichen Namens angesprochen werden. Sehr stark vertreten ist sodann die Traktorenindustrie. Von den Ausländern abgesehen, unter denen man auch schweizerischen Fabrikaten begegnet, marschiert Italien mit einer Auswahl von Typen auf, welche die ganze Reihe vom leichten Zweirad-Motorschlepper bis zum schwersten 150-PS-Raupentraktor in sich schliesst Um unter den Ausstellern dieser Abteilung nur die wichtigsten herauszugreifen: neben Fiat, Breda, Ansaldo trifft man hier die Erzeugnisse von Orsi, Landini, Motomeccanica und Savigliano. Die Mehrzahl unter ihnen ist mit mehrzylindrigen Viertakt-Dieselmotoren ausgerüstet, doch fehlen Ein- und Zweizylinder ebensowenig wie Zweitakter. Im übrigen wird sich später noch Gelegenheit bieten, auf die technischen Merkmale der hervorstechendsten italienischen Traktoren ausführlicher zurückzukommen. Sehr interessante Objekte präsentieren sich dem Messebesucher bei den aus der Automobilindustrie stammenden Schiffsmotoren, wo Isotta-Fraschini, Alfa Romeo und die in der Schweiz weniger bekannten Volpi und Carraro vier- und sechszylindrige Benzin- wie Dieselmotoren ausstellen. Auch luftgekühlte Vier- und Sechszylinder-Flugzeugmotoren, darunter verschiedene Modelle der tschechoslowakischen Firma Walther und als Zugstück ein Alfa- Romeo-Motor fehlen nicht Aussergewöhnlich interessante Dinge, die m einem Kurzbericht nicht näher beschrieben werden können, vereinigt die Schau der Garagenund Service-Industrie. Und das selbe gilt auch von der Branche der Ersatzteile und der Zubehör. Zu allerlei Prüfständen für Zündungsund Einspritzvorrichtungen, Zylinderbohr- und Schleifmaschinen gesellen sich Auswuchtmaschinen für gummibereifte Räder, Schleifmaschinen für Ventile und Ausrüstungen für Reparaturwerkstätten. Nimmt man noch die hochmoderne Waschanlage für Wagen aller Grossen — ein Produkt der bekannten Firma Emanuel, Turin —, die Einspritzpumpen, Vergaser, Zündausrüstungen, Kerzen, Anlasser, Pneus, die Ersatzteile jeglicher Art hinzu, so gewinnt man einen ungefähren, aber noch keineswegs vollständigen Querschnitt des vielfältigen Ausstellungsgutes, das allein den automobilistischen Aspekt der Messe bestimmt. Den Motorsport-Enthusiasten mag es interessieren, zu vernehmen, dass Ing. Taruffis « Tarf », jenes ebenso ingeniöse wie eigenwillige Rennfahrzeug, womit dessen Konstrukteur mehrere (international allerdings noch nicht homologierte) Klassenrekorde der Klasse 500 cm s an sich riss, ebenfalls seinen Platz in der Messe gefunden hat S. R. Weiterer Produktionsanstieg in Italien < Trotz Schachbrettstreiks und «Non-Collaborazione » entwickelt sich die italienische Automobilproduktion weiter in aufsteigender Linie. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres wurden 10 474 Automobile gegenüber nur 8478 in der Vergleichszeit des Vorjahres gebaut Während beim Bau von Personenwagen eine starke Erhöhung eingetreten ist, hat die Produktion von mittleren und schweren Lastwagen erheblich nachgelassen. Umgekehrt macht sich beim Autobusbau infolge der grösseren Nachfrage für das Heilige Jahr ein erheblicher Auftrieb geltend, wurden doch im Januar und Februar 169 Autobusse gebaut gegenüber nur 31 in den gleichen Monaten des Vorjahres. Die Produktionsentwicklung stellt sich' im einzelnen wie folgt: Jan. Febr. Jan. Febr. 1949 1949 1948 1948 Personenwagen 3513 4396 2612 3543 Camions, mittlere 114 110 193 178 Camions, schwere 33 169 247 138 Autobus, mittlere 18 26 33 69 Autobus, schwere 79 90 12 19 Chassis 823 803 667 767 4680 5794 3764 4714 Die Aussichten für den Monat März präsentieren sich, am Vorjahr gemessen, recht günstig, obwohl sie noch leicht hinter den absoluten Ziffern des vergangenen Herbstes zurückstehen. Nach den bisherigen Schätzungen dürfte Fiat auf das im Februar allein 4200 von den insgesamt 5794 Einheiten entfallen, im März auf über 6000 Stück gekommen sein. Einen nicht unbeträchtlichen Ansporn für die Fabriken bilden die gegenwärtig' recht günstigen Absatzmöglichkeiten. Auf dem italienischen Markt herrscht seit Ende Februar eine verstärkte Nachfrage. Auch die Auslandsmärkte werden von der Industrie wieder aussichtsreicher beurteilt. Die grössten Hoffnungen setzt man zur Zeit auf die Schweiz, denn offenbar haben besonders die Nutzfahrzeuge italienischer Provenienz am Genfer Salon einen guten Eindruck hinterlassen. Als weitere günstige Absatzgebiete werden sodann Südafrika, Aegypten, Belgien, Südamerika und eigenartigerweise auch die deutsche Bizone bezeichnet. Lpk