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E_1949_Zeitung_Nr.023

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10 AUTOMOBIL REVUE

10 AUTOMOBIL REVUE MITTTOCH, 18. MAI 1949 - Pfr. 23 wir Bizone sowie der Währungsreform vom vergangenen Jahr, die sich als heilsame Rosskur ausgewirkt hat. Ueber die Exporttätigkeit können augenblicklich wohl kaum endgültige Beschlüsse gefasst werden. Die Binnenpreise der neuen Modelle werden in wenigen Tagen bekannt werden; da aber der deutsche Automobilmarkt die Umwandlung zum Käufermarkt noch nicht in dem Masse durchgemacht hat wie beispielsweise unser eigener Markt, so entscheiden wenige hundert Mark noch nicht über den Verkaufserfolg oder -misserfolg eines neuen Typs. Dagegen ist Das unausgesprochene Ziel, das dem Entwurf des neuen Typs zugrunde liegt, lässt sich vom neutralen Betrachter des 170 S am besten so kommentieren, dass dieses Fahrzeug den Innenraum, den Fahrkomfort und die Fahrleistungen des letzten 2,3-Sechszylinders, des 153 W, also eines mittelgrossen Wagens, mit der Sparsamkeit des kleinen 170 V verbinden sottte und dabei an Fahrsicherbeit beide noch zu übertreffen hatte. Zu diesem Zweck wurde vor aHem einmal der wenig vergrösserte Motor auf eine um mehr als einen Drittel höhere Maximalleistung gebracht, ohne dass sein Hubvolumen wesentlich stieg. Das Fahrgestell erhielt bei annähernd gleichem Aufbau, aber verbesserter Aufhängung, eine besonders hinten grössere Spurweite, während die Karosserien in Linienführung und Innenraum bis auf eine geringe Verkürzung und einige De- DER NEUE MERCEDES-BENZ 170 S tailänderungen denjenigen des 153 W gleichen. Der Motor ist nach wie vor ein seitengesteuerter, einfach gebauter Vierzylinder, dessen Bohrung von 73,5 auf 75 mm erhöht wurde, was bei 100 mm Hub ein Hubvolumen von 1-767 statt 1697 cm' beim 170 V ergibt. Der Drehzahlbereich des neuen Motors ist wesentlich gestie- sich Daimler-Benz, wohl bewusst, dass die Verkaufspreise für den Export besonders in die Schweiz eine ausschlaggebende Rolle spielten; bevor aber noch viele Einzelfragen geklärt sind, von denen die Festsetzung des Wechselkurses Deutsche .Mark-Dollar dunch die zuständige alliierte- Wirtschaftsbehörde, die JEIA, an vorderster Stelle steht, wird eine normale Exporttätigkeit in unser Land noch nicht in Frage kommen. Gehen wir nunmehr über zur Beschreibung der neuen Personenwagen; über die Nutzfahrzeuge von Mercedes-Benz wird später berichtet werden. gen; während der TypV bei 3200 T/min 38 PS abgab, erreicht der S bei 4000 T/min nunmehr 52 Brems-PS, für einen seitengesteuerten Motor ein sehr günstiger Wert. Die Ventilsteuerung ist zudem so ausgelegt, dass auch beim vollen Ausdrehen bis auf die vom Werk zugelassenen 4500 T/min nur ein geringer Leistungsabfall eintritt. Das Verdichtungsverhältnis ist mit 6,5 :1 gleich geblieben; der Motor verlangt einen Treibstoff von nicht mehr als 70 OZ. Neben einer Neugestaltung der Ansaug- und Auspuffleitungen wurde die Leistungssteigerung auch durch die Verwendung des neuen Solex-FaUstromvergasers Typ PBJ mit mechanisch gesteuerter Membran- Beschleunigerpumpe erzielt; diese erlaubt zudem eine ärmere GrundeinsteHtaig des Vergasers, womit trotz gesteigerter Leistung nach der Angabe des Werks der Verbrauch des Fahrzeugs bei gleichen Geschwindigkeiten unverändert geblieben ist. Der Ansauggeräuschdämpfer ist sehr gross dimensioniert und als Nassluftfilter für die Ansaugiuft ausgebaut; ein besonderer Ansaugtrichter sorgt für kühles Gemisch. Das Kolbentriebwerk ist sehr kräftig gebaut; Pleuel und Kurbelwellen laufen in Bleibronzelagern. Der Bosch-Zündverteiler wurde zur besseren Einstellung des Zündmomentes bei Teillast ausser mit dem Fliehkraftregler mit einer Unterdruckverstellung ausgeröstet. Da man bestrebt war, die Auswirkungen der freien Massenkräfte, die dem Vierzylinder nun einmal anhalten, auf Laufruhe und Vibrafionsireiheit zu reduzieren, wurde das Gummivolumen der elastischen Motoraufhängung vergrössert. In der Kraftübertragung wurde nichts Wesentliches geändert, dagegen wurde die Betätigung der Einplatteri-Trockenkupplung erleichtert. Das Vierganggetriebe ist in allen Gängen geräuscharm und synchronisiert. Es wird drarch einen in der Mitte des Fühserraumes liegenden Stock geschaltet. Der Rahmen und die neue Aufhängung. Die Basis des Chassis bildet nach wie vor der X-förmige Ovalröbrrahmen, der sich durch ausserordentliche Biege- und Törsionssteifigkeit auszeichnet. Mercedes-Benz hulddgt denn auch der Auffassung, einen möglichst steifen Rahmen mit Badau

Nr. 23 - Mirnroon, ig. MAI 194» AUTOMOBIL REVUE 11 innern, Lufterneuerung, Temperaturregulierung und Entfrosten der Windschutzscheibe. Im Vergleich zum 170 V sind die Innenabmessungen der Karosserien vergrössert, und zwar die Breite der Vordersitze um 12 cm auf 128,5 cm, diejenige der Hintersitze um 11 cm auf 134 cm. Die einzelnen Klubsessel-Vordersitze sind leicht verstellbar. Das gerundete Heck besitzt einen grossen, von aussen zugänglichen Kofferraum. Das beigegebene Bild zeigt die Gestaltung des Armaturenbrettes, das neben den üblichen Instrumenten auch ein Kühlwasserthermometer, einen Aschenbecher und einen Zigarrenanzünder enthält. Der rechts gelegene Handschuhkasten ist nach vorne gesenkt. Die Innenausstattung ist sorgfältig ausgeführt und erreicht in der Fertigung den hohen Standard der Sindelfinger Vorkriegskarosserien. Ein Radioapparat kann gegen Mehrpreis eingebaut werden. Die beiden Cabriolet-Karosserien sind in ihrer Linienführung ebenfalls traditionell gehalten; das 2—3sitzige Cabriolet stellt in seiner luxuriösen Ausführung und Ausstattung ein Qualitätsprodukt dar, wie man es in dieser Wagenklasse kaum mehr findet. Dieser neue Dieselmotor OM 636/1 besitzt die gleichen Abmessungen wie der Benzinmotor des 170 V; die Bremsleistung ist mit 38 PS bei 3200 T/min ebenfalls gleich gross, und das Drehmoment liegt nur im unteren Drehzahlbereich spürbar tiefer. Sein Verdichtungsverhältnis beträgt 19 :1 und seine durch Regulierung begrenzte Höchstdrehzahl 3400 T/min, eine im Dieselmotorenbau ungewöhnlich hohe Zahl. Nach Angaben des Werkes beträgt der Verbrauch (Normverbrauch = bei % der Höchstgeschwindigkeit + 10 % Zuschlag) 6,4 Liter auf 100 km. Vom Typ 170 V konnte der Motorblock sowie das Kurbeltriebwerk mit geringen Aenderungen übernommen werden, da der nach einem verbesserten Gleichstrom-Vorkammersystem arbeitende Motor keine allzuhohen Verbrennungs- Spitzendrücke und damit entsprechende Beanspruchungen der Lager etc. zeigt. Zum Motor gehören eine Bosch-Einspritzpumpe, ein Hauptstrom-Oelfeinfilter, ein Thermostat zur notwendigen Hochhaltung der Kühlwassertemperatur, die bei Dieselmotoren besonders notwendig ist, elektrische Glühkerzen als Starthilfe, eine elektrische 12-Volt-Anlage sowie verstärkte Batterie und Anlasser. DER DIESEL.PERSONENWAGEN 170 D KURZTESTE Im Bau von kleinen, schnellaufenden Personenwagen-Dieselmotoren hat Mercedes-Benz Anlässlich der erwähnten Tagung bot sich MIT DEN NEUEN WAGEN schon 1936 von sich reden gemacht, als ein 2,6- Gelegenheit, die neuen Modelle in Form Liter-Vierzylindermotor mit 45 PS bei 3200 von Exemplaren aus der Vorserie auf der T/min auf den Markt gebracht wurde, der in Strasse zu erproben. Das Ergebnis einer sechssitzigen Limousine eingebaut war und bestätigte nicht nur die an Hand der auch in der Schweiz als Taxameterfahrzeug Verwendung fand. Damals lag das Schwergewicht dern auch die für eine so zurückhaltende Spezifikationen formulierten Erwartungen, son- vor allem auf Wirtschaftlichkeit, während die Fabrik wie Daimler-Benz recht kühnen Voraussagen bezüglich den Fahreigenschaften des Fahrleistung und die Geräuschentwicklung noch nicht den Stand der Benzinmotoren erreichte. 170 S. Fahrten in gemischtem Gelände, auf Kurz nach Kriegsende begannen die Entwicklungsarbeiten an einem neuen Leichtdieselmotor, schiedenartigsten Kurven und nicht zuletzt über Autobahnen, auf Hauptstrassen mit den ver- der für den Typ 170 V bestimmt war und der Schlaglöcher und Bodenwellen liessen erkennen, nun heute serienbereit angekündigt wird. Gerüchte, wonach Besetzungsbehörden die Fabrition von Fahrsicherheit und Fahrkomfort er- dass dieser neue Mercedes-Benz eine Kombinakation verboten hätten, entstanden wahrscheinlich deshalb, weil Versuchsfahrzeuge dieses Typs sonenwagen nur ganz ausnahmsweise erzielt reicht, die bisher im Bau von normalen Per- lange Zeit auch im öffentlichen Verkehr beobachtet wurden, ohne dass das Werk eine ver- Strassenunebenheiten verleitet auch auf schlech- worden ist. Die fast völlige Absorption aller bindliche Erklärung dazu abgegeben hatte. Tatsächlich trifft es nicht zu, dass von aussen ir- oder mehr km/h; auf guten und übersichtlichen testen Strassen zu Geschwindigkeiten von 80, 90 gendwelche Beschränkungen bezüglich dieses Strassen steht der Zeiger meist über 100 km/h. Typs verfügt worden waren. Nachdem nun die In übersichtlichen Kurven kann so gefahren Dauerprobung beendet ist, kommt der Typ 170 D werden, wie es bisher nur mit den besten sportlichen Tourenwagen der Fall war; im Gegensatz in Serie. Mit diesem Modell erreicht der Bau von schneilaufend en Personenwagen - Dieselmotoren zu anderen Fahrzeugen mit hinterer Schwingachse kann der 170 S im Grenzfall zum Weg- einen neuen, bisher nicht gesehenen Höhepunkt Kurz gesagt leistet der 170 D bezüglich Drehmoment und Bremsleistung nahezu gleich viel ringe Korrektur am Lenkrad wieder in die gewischen gebracht werden und kommt durch ge- wie der Benzinmotor gleicher Grosse; mit Ausnahme des lauteren Leerlaufes entwickelt er der Hinterräder tritt nicht auf. Die Lenkung lässt wünschte Richtung. Ein Rattern oder Weghüpfen auch wenig mehr Geräusch; im Verbrauch aber den Kontakt mit der Strasse nie vermissen, und erreicht er so niedrige Ziffern wie bisher noch auch in Kurven auf welligen Schlaglochstrassen kein normaler Personenwagen. behält man das Fahrzeug voll in der Hand. Die Kurvenneigung ist gering, und auch für die hinteren Fahrgäste stellt schärfstes Fahren keine Zumutung dar. Bei normalen Geschwindigkeiten gleitet der 170 S fast ohne jede Bewegung des Aufbaus über die Fahrbahn. Die Beschleunigung ist recht lebhaft (0—80 km/h in ca. 17,5 Sekunden), und bei Ausnützung der hohen Endgeschwindigkeiten der unteren Gänge (über 55 km/h im 2., fast 90 km/h im 3. Gang) dürfen auch in bergigem Gelände recht hohe Steiggeschwindigkeiten erwartet werden. Einige Ueberraschung erweckt die Angabe bezüglich der zulässigen Dauer-Höchstgeschwindigkeit, die sich nach Weisung des Werkes mit der absoluten Höchstgeschwindigkeit, also rund 120 km/h, deckt. Kürzere Fahrten auf der Autobahn liessen den Eindruck entstehen, dass der Motor, dessen kleine Zylinderzahl im mittleren Drehzahlbereich infolge seines weichen Arbeitens nicht festgestellt werden kann, auch bei höchsten ZWEI NEUE MERCEDES-BENZ-MOTOFEN Oben : Der Motorgetriebeblock des 170 S ist am Fofldrom-5o)«xvergaser und der abgeänderten Ansaugleitung zu erkenne». Für einen seitengesteuerten und niederverdichteten Motor W die Literleistung sehr beträchtlich. Links •. Der neoe Schnelläufer-Dieselmotor für den 170 D stellt ein« bemerkenswerte Station in der Entwicklung von kleinen Dieselmaschinen für den Personenwagenbau dar. Vor dem Ansaugluft-Nassfilter ein sich von vorne her trichterartig verengernder Ansaugstutzen. Touren ruhig und innerhalb seiner Möglichkeiten arbeitet. Als Reisefahrzeug für sehr hohe Durchschnitte bei sparsamem Betrieb, absoluter Fahrsicherheit, hohem Fahrkomfort und reichlichem Raum erreicht der 170 S eine bemerkenswerte Höhe. Der neue Diesel - Personenwagen kann äusserlich vom Typ 170 V nicht unterschieden werden; erst an seinem Armaturenbrett erkennt man den kombinierten Vorwärmhebel und Anlasser. Die Beschleunigung und die Höchstgeschwindigkeit schienen nur sehr wenig unter derjenigen des Benzinwagens zu liegen; die Höchst- und Dauergeschwindigkeit von 100 km/h wird in nicht allzulanger Zeit erreicht und gehalten. Im mittleren Drehzahlbereich sind nur leichte Dieselgeräusche zu vernehmen; beim Start, im Leerlauf und im Beschleunigen arbeitet der Motor lauter. Bei niederen Geschwindigkeiten sind der 2. und 3. Gang häufiger zu verwenden als beim Benzinwagen, im allgemeinen aber unterscheidet sich die Fahrweise kaum spürbar von derjenigen eines nicht allzusehr verfeinerten Benzinfahrzeugs. Mit den guten Fahreigenschaften des bekannten Fahrgestells des Typs 170 V wird auch dieses Modell, dessen Mehrgewicht gegenüber dem Benzinfahrzeug nur etwa 60 kg beträgt, ebenfalls hohe Durchschnitte erreichen können. U. S. ROYAL MASTER 1IRRIDEPNEUS sind Niederdruckreifen mit ZWEI LEBEN Geräuschloses Fahren Bessere Strassenhaltung Unerreichte Kilometerleistung Unübertroffene Bremswirkung auf jeder Unterlage Thelec-Metallschränke 54 Schubladen, Grosse 33x14x8,5 cm. Standard-Typ für kleinere Bestandteile, Schrauben etc., Grosse 100x90x35 cm. Die Schubladen können mit Separationen nochmals unterteilt werden Theloc-Metallschränke sind auch in diversen andern Schubladenanordnungen erhältlich Verlangen Sie unverbindliche Offerte! C.J. TH EILER & CO., ZÜRICH Gasometerstrassen, Telephon (051)253239 Automobil-Salon Genf. 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