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E_1949_Zeitung_Nr.023

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18 AUTOMOBIL REVUE

18 AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 18. MAI 1949 - Nr. 23 Der nun schon über drei Jahre dauernde Streit um die Freiheit des Benzinmarkts in Frankreich ist in den letzten acht Tagen zu neuer Heftigkeit entflammt, und zwar hauptsächlich deswegen, weil die Regierung zwar vom 1. Juli ab diese Freiheit wie versprochen zu verwirklichen gedenkt, aber gleichzeitig, der « fiskalischen Tradition » entsprechend, den Benzinpreis auf 65 Fr. pro Liter heraufsetzen und damit also das Weltmarktniveau, zum amtlichen Dollarkurs umgerechnet, erreichen will. Man würde diese Preiserhöhung von automobilistischer Seite zur Not mit in Kauf nehmen, wenn nicht gleichzeitig der Plan bestände, auch einen « Beimischungszwang » einzuführen und ein aus 90 % nicht einmal erstklassigem Benzin und 10 % Zuckerrübenalkohol bestehendes Treibstoffgemisch als c Carburant National » zu verkaufen. Die ewige Verquickung der Treibstoffversorgung mit devisenpolitischen Fragen ist auch nicht dazu angetan, das Vertrauen der Verbraucher in eine gesunde französische Benzinpolitik zu stärken. Man will jetzt nämlich den sogenannten « Efac »-Nutzniessern, d. h. den Exporteuren, die das Recht haben, 10—15 % ihrer Devisenerlöse Der Streik bei Ford droht in kürzester Zeit mehr als 105 000 Arbeiter in den Ford-, Mercury- und Lincoln-Werken zu erfassen, dazu 10 000 Arbeiter in den Ford-Werken von Windsor in Kanada. Er ist, von unbedeutenden Teilstreiken abgesehen, der erste grosse Streik, der die Ford-Werke seit 1941 betroffen hat, als die Automobilarbeitergewerkschaft um ihre Anerkennung durch Ford kämpfte und sie in einem längeren, durch blutige Zwischenfälle gekennzeichneten Disput auch erzwang. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Gewerkschaft nicht die geringste Absicht gehabt hat, sich im gegenwärtigen Zeitpunkt auf einen Streik einzulassen. Wohlgemerkt: ein Streik war geplant oder sollte wenigstens als Trumpf in der Reserve gehalten werden, aber nur zu dem FRANKREICH Um die Freiheit des Benzinmarktes in Frankreich (Von unserem Pariser Korrespondenten) für sich zu verwenden, »estatten, diese wahrungsbeträge zum Ankauf von Benzin und von (immer noch rationierten) Pneus zu verwenden. Dafür bleibt den Automobilisten, die nicht über Devisen verfügen, um so weniger. Was aber an dieser Benzin-Fiskalpolitik am bedenklichsten stimmt, ist die aus jeder Benzinpreissteigerung zwangsläufig zu erwartende Erhöhung der Transportkosten. Sie dürfte für die Strassentransporteure — denn auch die Preise für Dieselöl sollen entsprechend erhöht werden — mindestens 8 %, für die Pariser Taxi und für die Departemental-Autobusse mindestens 10 % betragen. Hier schimmert deutlich der Hintergedanke durch, das auf mindestens 20 Mrd. fFr.- angewachsene Defizit der französischen Staatsbahnen durch eine erzwungene Verlagerung der Personen- und Warentransporte von der Strasse auf die Schiene zu vermindern. Die am Strassentransport interessierten französischen Kreise haben aber jetzt schon gegen diese offenen und versteckten Versuche, den defizitären Staatsbahnen wieder einmal auf Kosten USA Streik bei Ford der Automobilwirtschaft einige Milliarden zuzuschustern, Protest eingelegt wbg. Zweck, um die neuen Lohnforderungen, die nach dem Ablauf des gegenwärtigen Arbeitsvertrages am 15. Juli akut werden, notfalls mit Gewalt zu erzwingen. Zu diesem Zwecke hatte die Gewerkschaft einen ganz erheblichen Kampffonds zusammengebracht, der den Arbeitern ein monatelanges Durchhalten ermöglichen sollte. Die Verhandlungen über die Bedingungen des neuen Arbeitsvertrages sollten am 15. Mai beginnen. Und zwei Wochen vorher kam es zu dem bemerkenswerten Zwischenfall im «B »-Gebäude des River-Rouge-Werkes, der die Gewerkschaft zwang, ihr Pulver vorzeitig zu verschiessen und die Streikdrohung zur Verwirklichung eines sekundären Kampfzieles schon jetzt in die Tat umzusetzen. Bei diesem Zwischenfall handelte es sich um folgendes : Die Belegschaft des « B »-Gebäudes hatte sich darüber beschwert, dass die Fabrikleitung ihr eine nach dem Arbeitsvertrag unzulässige Leistungssteigerung, einen sogenannten «speed-up», zumute. Tatsächlich sind diese « speed-ups » nicht gestattet. Wenn eine Fabrik ein neues Modell herauszubringen beabsichtigt, so werden vorher die Arbeitspläne in allen Details festgelegt. Beschulst z.B. die Fabrik, pro Stunde hundert Wagen herzustellen, so konsultiert sie Spezialisten, die bis auf den Bruchteil einer Minute und einer menschlichen Arbeitskraft die zulässigen Arbeitsbedingungen errechnen. Beispielsweise stellen diese Sachverständigen fest, dass die hundert Wagen pro Stunde von 1000 Arbeitern .-montiert werden können. Nach diesen Feststellungen wird der « Fahrplan » der Produktion bestimmt. Ist die Gewerkschaft damit nicht einverstanden, so kann sie 'hiegegen Einspruch erheben. Auf diese Weise wird schhesslich ein Kompromiss erzielt, und nach dem daraus resultierenden « Fahrplan» haben sich beide Teile zu richten. Nun erhebt die Gewerkschaft den Einwand, dass die Leitung des « B »-Werkes sich nicht an den « Fahrplan » gehalten, sondern die Arbeiter zu erhöhter Leistung, zu einem « speed-up », gezwungen habe. Dies wird von der Fabrikleitung bestritten. Sie schlägt auch heute noch vor, ein Schlichtungsverfahren durchzuführen und in dessen Verlauf feststellen zu lassen, dass die Leistungssteigerung aus verschiedenen Gründen zu Recht verlangt worden sei. Die Gewerkschaft lehnte aber diesen Vorschlag ab. Noch als die Verhandlungen schwebten, kam die Mitteilung, dass die Arbeiter im c B »-Gebäude das Werk bereits verlassen hätten. Unmittelbar darauf schlössen sich die Arbeiter in einem Mercury- Werk an. Der Streik war ausgebrochen. Ueber seine mutmassliche Dauer lässt sich heute noch nichts aussagen. Zweifellos wird er den Ford-Werken sehr schaden. Seit kurzer Zeit ist, zum erstenmal seit dem Kriege, wieder der Zustand eingetreten, in dem die Autolabriken zu einem unbeschränkten Konkurrenzkampf aller gegen alle bereit sind. Der grösste Ehrgeiz der Ford-Werke besteht darin, Chevrolet zu schlagen. Bisher haben die Produktionsziffern bei Chevrolet Monat um Monat wesentlich höher gelegen als bei Ford. Ford hatte gerade alle Anstalten getroffen, um seine Produktion zn steigern, um den Abstand zu verringern. Und just in diesem Augenblick musste der Streik ihm jede Möglichkeit nehmen, überhaupt zu produzieren, während Chevrolet einen Rekordausstoss erreicht. Aber auch für die Arbeiter bei Ford sieht die Lage nicht besonders günstig aus. Hier muss man zwei Möglichkeiten berücksichtigen: Erstens, der Streik wird innert der nächsten Wochen beigelegt, sei es nun, dass die Gewerkschaft ihn gewinnt oder nicht. Dann stehen aber doch die neuen Lohnverhandlungen unmittelbar bevor, denn der Arbeitsvertrag läuft ja schon am 15. Juli ab. Wie will nun äie Gewerkschaft einen weiteren Druck auf Ford ausüben, um etwas erzwingen zu können, und zwar diesmal ihre Lohnforderungen? Durch einen neuerlichen Streik? Diese Waffe, zu oft benutzt, wird dann stumpf, und die Arbeiter werden streikmüde sein. Sie haben ferner damit zu rechnen, dass sich die öffentliche Meinung gegen sie richtet Und bei den Lohnverhandlungen sind ihre Chaneen ohnehin nicht so günstig. Die Lebenshaltungskosten haben sich seit einem Jahre, wenn auch ganz minimal, gesenkt; eine Lohnerhöhung kann also nicht mit höheren Lebenshaltungskosten begründet werden. Zweitens: Angenommen, der gegenwärtige Streik wird nicht innert kürzester Zeit beigelegt Das würde bedeuten, dass das wichtige Ablaufsdatum des gegenwärtigen Arbeitsvertrages und der Anfangstermin für neue Vertragsverhand- Jungen mitten in eine Streikperiode hineinfallen und sang- und klanglos verpuffen würden. Die Gewerkschaft hat zwar erklärt, dass der gegen-* wärtige Streik das Schicksal jedes zukünftigen, der vielleicht durch einen Lohnkampf notwendig werden wird, nicht im geringsten beeinflussen, aber so gut sich diese Erklärung auf dem Papier ausnimmt, so wenig überzeugend ist sie in der Praxis. Was wollen denn die Arbeiter am 15. Juli sagen? Etwa: « Ab heute wird der Streik nicht aus einem Grunde geführt, sondern aus zweien »J Damit berauben sie den zweiten Streik, der ja vom ersten nicht zu unterscheiden ist, jeder Schlagkraft. Es sieht im Augenblick eher so aus, als ob dieser paradoxe Streik auch von einem paradoxen Einvernehmen zwischen Streikenden und Bestreikten begleitet werde. Die Frage des < speed-up » ist noch nicht geklärt, aber beide Parteien sind schon freundschaftlich am Verhandlungstisch zusammengekommen und haben sieh über die Spielregeln geeinigt. Die Gewerkschaft hat sich bereit erklärt, nur eine bestimmte Höchstzahl von Streikposten vor den Fabriktoren aufzustellen, um es den Werken zu ermöglichen, einen Minimalbetrieb — Sauberhaltung der Anlagen, Reparaturen u. dgl. m. — aufrecht zu erhalten. Und die Ford-Werke haben durchblicken lassen, dass sie mit diesem vorläufigen Arrangement recht zufrieden seien. e. b. KURZMELDUNGEN DEUTSCHLAND Die Volkswageneparer reichen gerichtliche Klage ein Die «Wirtschafts- und Finanzzeitung» (Frankfurt) behandelt in einer ihrer letzten Nummern das gegenwärtig in der deutschen Presse zur Diskussion stehende delikate Thema der «Volkswagensparer», die als Klagepartei auftreten, und schreibt dazu: «... der Rechtsstreit wird ausserordentliche Auswirkungen auf die gesamte deutsche Volkswirtschaft auslösen, wenn das Gericht zu dem Ergebnis kommen sollte, dass der Kaufvertrag aufrecht zu erhalten ist. Alle möglichen Probleme würden durch ein solches Experiment aufgeworfen : Ausfall oder wenigstens Einschränkung des Volkswagenexportes, damit Ausfall an Devisen, Ueberschwemmung des Binnenmarktes mit Volkswagen, da sicherlich ein grosser Teil der Sparer nicht in der Lage sein wird, sich einen Wagen zu halten. Man kann mit Spannung dem Beginn und Ausgang dieses Prozesses um nahezu 1,5 Milliarden DM. entgegensehen. » FRANKREICH Pariser Salon 1949 Es bestätigt sich nunmehr, dass der « 36. Salon de l*Automobile et du Cycle» in diesem Jahre nicht mehr räumlich, sondern zeitlich in zwei Teile getrennt wird. Der erste umfasst die Personenwagen und Karosserien, die nicht karossierten Nutzfahrzeuge und die Zubehörindustrie und findet vom 6.—16. Oktober im « Grand Palais» statt Der zweite Teil zeigt vom 27. Oktober bis 6. November die Motorräder, Cars, Autobusse und karossierten Nutzfahrzeuge und findet, im Gegensatz zu den beiden Vorjahren, ebenfalls in den Hallen des « Grand Palais » statt. Man verzichtet also diesmal auf die Nutzfahrzeug-Sonderschau der « Esplanade des Invalides ». wbf. iß Liter» 8 PS, 4 Gänge. Bewährt, erprobt, wirtschaftlich und begehrt Nur noch Fr. 7350.*^-*- WUST. (Vorteile, die für den berühmten OPEL entscheiden AMRISW1L Appenzell BADEN BASEL BERN Cenh-algarage AG. 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Nr. 23 - MITTVOCH, 18. MAI »49 AUTOMOBIL REVUE 19 Dieser Bericht wurde niedergeschrieben, ehe sich die politische Lage in Schanghai zu verändern begann. Die hier geschilderten Verhältnisse sind sich indessen in den entscheidenden Punkten gleich geblieben. Wer da etwa der Meinung sein sollte, die Strassenverkehrsverhältnisse seien nirgends so unübersichtlich und so verworren wie gerade in den Großstädten Amerikas, der ist offenbar in einem Vorurteil befangen. Denn in Tat und Wahrheit kann sich jede Stadt in den Vereinigten Staaten einer strafferen Disziplin rühmen als die meisten Wirtschafts- und Handelszentren des Fernen Ostens. Ohne Zweifel schlägt Schanghai in dieser Beziehung sämtliche Rekorde. Schon lange bevor der zwischen Nationalisten und Kommunisten tobende Bürgerkrieg seine Rückwirkungen auf das Leben und Treiben in dieser chinesischen Metropole hatte, Verkehrslabyrinth Schanghai weigerte sich diese, für ihren Strassenverkehr auch nur den Schimmer einer gesetzlichen Ordnung anzuerkennen. Nichts vermag an den menschlichen Nerven mehr zu zerren als das Lenken eines Automobils durch die Strassen dieser Stadt, die man als kosmopolitisch in des Wortes wahrstem Sinne bezeichnen darf. Denn hier leben neben mehreren Millionen Chinesen, die etwa 30 verschiedene Dialekte sprechen, ca. 30 000 Weissrussen, einige Engländer, Amerikaner, Portugiesen, Inder und Franzosen sowie Angehörige von 30 weiteren Nationen. Die einen unter ihnen sind es gewohnt, links zu fahren, andere kennen nur den Rechtsverkehr. Stellt man sich diese Vielfältigkeit hinter dem Lenkrad von Personenwagen, Nutzfahrzeugen, Autobussen und Taxametern vor, dann begreift man, weshalb es hier angezeigt erscheint, sich abseits auf dem Trottoir zu halten oder noch besser sein Leben im sichern Hotelzimmer zu fristen. Es ist nicht so sehr die Zahl der Fahrzeuge, die den Verkehr in Schanghais Strassen zu einem so gefahrvollen Unterfangen stempeln — es sind alles in allem nur etwa 30 000 Personenund Lastwagen — als vielmehr die ungestüme Fahrweise der Chinesen und die Unbekümmertheit, womit sie ihre Vehikel beschleunigen und durch die Stadt manövrieren. Zwischen den Motorfahrzeugen, den auf ca. 50 000 geschätzten Rikschas und den 30 000 Velos etc. wird dauernd — vom Morgen früh bis abends spät — ein heftiger Kampf um das Vortrittsrecht ausgefochten. Eine wirkliche (Mit Erlaubnis von « Ethyl News >, New York) Kalamität aber bedeuten die Fussgänger, die sich sozusagen ohne jede Rücksichtnahme auf den Fahrzeugverkehr und ohne auf ihre eigene Sicherheit bedacht zu sein, durch die verstopften Strassen der Stadt pirschen. Optische Signale, die den Verkehr regeln sollen, scheinen ausschliesslich dekorativen Zwecken zu dienen, denn während mindestens 30 Sekunden, nachdem sie gewechselt haben, denkt niemand daran, ihnen Beachtung zu schenken. Auch kann man sich allen Ernstes fragen, womit hier eigentlich die Polizei ihre Zeit totschlägt. Sie ist zwar durchaus vorhanden und versucht, ordnend und lenkend in den Verkehrsstrom einzugreifen. Doch ist ihr Bemühen leider umsonst. Wohl hebt der c Mann des Gesetzes > den Arm, um den Strom hier zu stoppen und in der Gegenrichtung freizugeben, doch jeder, ob er am Volant eines Motorfahrzeugs sitzt, zu den Rittern vom Pedal gehört oder eine Rikscha vor sich hinstösst, fährt seelenruhig und nonchalant an ihm vorüber, ohne von seiner Existenz Notiz zu nehmen. Dabei ist es für einen Hüter der Ordnung mit keinem reringen Risiko verbunden, einen Verkehrssünder zurechtzuweisen oder gar festzunehmen* Gleichgültig ob es sich beim Querulanten um einen Rikschaboy oder um einen Motorfahrzeuglenker handelt: der Polizist muss damit rechnen, beschimpft, bespuckt, mit Gegenstanden beworfen oder gar von der Menge dafür malträtiert zu werden, dass er seiner Pflicht genügte, die für ihn normalerweise darin besteht, dem Gesetz Nachachtung zu verschaffen. Der chinesische Fussgänger pflegt auf eine nahende Gefahr nur äusserst langsam und zögernd zu reagieren. Nähert sich ihm — während er eine belebte Hauptstrasse quert — ein Auto, so droht er an Ort und Stelle zu einer Säule zu erstarren, um dann im letzten Augenblick zurückzuspringen und gutmütig und naiv zugleich zu grinsen, dieweil der Lenker des Fahrzeugs dieses mit quietschenden Bremsen zum Stehen bringt. Ein orientalisches Verkehrsgedränge ist überhaupt Motorfahrzeuge, Rikschaboys mit ihrer Fracht, Motorrad- und Velofahrer, Schafherden und Fussgänger nicht zu vergessen, das ist so ein Bild aus dem Strassenverkehr chinesischer Großstädte, wie man es immer wieder erleben kann. eine wahre Kakophonie von Autohupen, Rikschaschellen, Motorenlärm und kreischenden Hausiererstimmen. Es hat schon seinen tiefern Grund, wenn der chinesische Automobilist die Hupe in der Regel als den wichtigsten Bestandteil seines ausgedienten Wagens betrachtet Kommt ihm in einigen hundert Metern Distanz ein Fahrzeug entgegen oder erblickt er an der nächsten Strassenecke einen Fussgänger, auf dem Trottoir ein hübsches Mädchen oder am Fenster eines Hauses einen guten Bekannten, so setzt er prompt das Hörn in Aktion. Der Chinese denkt nicht daran, seine Geschwindigkeit in Strassen mit besonders lebhaftem Verkehr herabzusetzen. Ungleich wichtiger scheint für ihn die ständige Inbetriebhaltung des Horns, während eine « übertriebene Abbremsung » des f Vehikels nur im Notfall erwogen wird. Ich hielt mich selbst für einen furchtlosen, rauhen, handfesten Burschen, der immerhin zwei amphibische Landungen im Pazifik, drei Bombardierungsflüge und eine Unterseebootpatrouille nebst verschiedenen furchtbaren Gemetzeln heil überstanden hat. Aber jedesmal, wenn ich an jene Nacht denke, da ich zusammen mit einem Kameraden ein Taxi mietete, um in ein russisches Restaurant in einem von Schanghais Aussenquartieren zu fahren, läuft es mir heiss und kalt den Rücken hinunter. «Nur keine Hast », riefen wir dem Lenker zu. « Fahr langsam ! » Doch sofort begriffen wir, dass er auf diesem Ohr taub war. Denn mit einem Tempo von mehr als 60 km/h raste er durch die holprigen, steinigen Strassen des Chinesenviertels, weshalb alle Einheimischen fluchtartig in ihren Penaten verschwanden oder sich an die Hausmauern drückten. Nimmt man aber statt zu einem Taxi zu einer Rikscha Zuflucht, dann kann es einem blühen, dass man vom Rikschaboy plötzlich, und gerade dort, wo das Leben am intensivsten pulsiert, im Stiche gelassen wird, nur weil er irgendwo etwas Interessantes entdeckt hat Perspektiven für die englische Autoindustrie ungünstiger In aller Offenheit haben kürzlich die «Sunday Times » davon gesprochen, dass die britische Automobilindustrie schwierigen Zeiten entgegengehe, wobei das erwähnte Blatt auf die Beschäftigungslage in Coventry, einem der Hauptzentren der Automobilfabrikation, und auf die Kursentwicklung für Aktien der Autoindustrie an der Börse hinwies. Die Januar-Produktion von 28 600 Wagen (wovon 18 000 für den Export bestimmt waren) steht in scharfem Kontrast mit dem September 1948, dessen Produktionsziffer mit 34 600 Stück registriert wurde. Kommerziell gesehen, beurteilen die « Sunday Times > die Lage nicht eben zuversichtlich. Um den Motorfahrzeugbestand des Landes auf Vorkriegshöhe zu bringen, wäre ein jährlicher Zugang von 120 000 Einheiten nötig, währenddem tatsächlich nur deren 50 000 bewilligt werden, weil unter dem Zwang zur Devisenbeschaffung soviel als möglich nach Ländern mit harter Währung exportiert werden muss. Hinzu kommt, wie das erwähnte Blatt bemerkt, die Tatsache, dass eine Reihe von Labour-Abgeordneten nach wie vor die Nationalisierung der Automobilindustrie anstrebt. Ihrer Ansicht nach ist die Zahl der Typen auch heute noch zu gross. Die gegenwärtig unsicheren Aussichten halten allerdings auch «new-comers» davon ab, ihr Glück in der Automobilfabrikation zu versuchen. So hat eine grosse Gesellschaft, die beabsichtigte, ihre Liefer- und Lastwagen selbst zu bauen, ihre Pläne einstweilen zurückgestellt, bis sich die Verhältnisse stabilisieren. Gut, zuverlässig und von höchster Lebensdauer ist der englische Brems- und Kupplungsbelag MINTEX Genarcrtvertrattiira für die Schweiz, gegründet 1910 HUGO BREITSCHMID, WOHLEN (Aargau) Depots In Zürich — Basel — Genf Hpcbteistongs-Schnetldrebbank „PC 2" Regelmässig zu geringeren Kosten ins Haus geliefert das sichert Ihnen ein Abonnement Füllen Sie untenstehenden Bestellschein aus und senden Sie ihn an