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E_1949_Zeitung_Nr.026

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10 AUTOMOBIL REVUE

10 AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 8. JUNI 1949 - Nr. 26 Em schweizerischer Vorschlag zum Ersatz der üblichen Ventilfedern durch Druckluft ist kürzlich von O.W.Hess (Zürich) zum Patent angemeldet worden. Der Zweck der Erfindung besteht darin, das Auftreten von Flattererscheinungen und Ermüdungsbrüchen, die besonders bei hohen Drehzahlen auftreten können, zu vermeiden. Dies soll dadurch geschehen, dass die Ventile, die in bekannter Art durch die Nocken Ausführung der Pruckluft-Ventilrückführung mit Gehäuse und Kolben. von ihrem Sitz abgehoben werden, durch Druckluft zurückgeführt werden. Die Illustrationen zeigen zwei mögliche Ausführungsformen dieses Prinzips, nämlich mit Druckzylinder und Kolben •owie mit einem Druckschlauch. Nach der ersten Ausführung würde ein Druckluftbehälter längs der Ventilsteuerung angebracht. Das sich durch den Nocken öffnende Ventil würde durch die Wirkung der Druckluft über einen Kolben und einen Kipphebel dauernd mit seinem Stössel auf die Nocke gedrückt, so dass es sich genau entsprechend der Nockenkurve öffnen und schliessen würde. In der zweiten Ausführung drückt der zwischen Stössel und Ventilschaft eingeschaltete Kipphebel über einen af NEUE IDEEN UND PRODUKTE Atttfuhrona mit Druckschlaueh. — 1 V«nttlichaft, 2 normaler Kipphebel, 3 StoSstana«, 4 Drucluehlaueh, 5 Druckstift, 6 Teller, 7 Kipphebel. Druckluft statt Ventilfedern Druckstift auf einen mit Druckluft gefüllten, elastisch Schlauch, der ebenfalls das Bestreben hat, das Ventil dauernd der Nocke entlang zu führen. Stroboskop-Versuche sollen ergeben haben, dass das Ventil durch die Wirkung der Druckluft tatsächlich dauernd der Nocke folgt und keinerlei Abhebungen oder Flattererscheinungen aufgetreten sind. Zur Erzeugung der Druckluft und zur Erhaltung eines dauernd konstanten Druckes dient ein Kompressor, der bei Druckverlust über eine elektromagnetische Kupplung das Gehäuse, bzw. den Schlauch auf- Ein .Hängeventil.Zylinderkopf für den Fiat 500 Für die alteren, seitengesteuerten Fiat-500- Modelle sind in Italien einige Zylinderköpfe mit hängenden Ventilen zum nachträglichen Einbau entwickelt worden, wodurch sie annähernd auf die Leistung der neueren Typen mit Hängeventilen, den Modellen SOO-B und 500-C, kommen. Der einfach gebaute Zylinderkopf Marino kann auf den normalen Block, montiert werden, wobei die Stoßstangen durch die ehemaligen Ventil- Der Marino-Zyiinderkopf mit hängenden Ventilen für den Fiat 500. führungen geführt werden. Auf dem neuen Zylinderkopf befindet sich eine normale Kipphebelwelle mit Kipphebel; zum Aggregat gehören auch ein kompletter Satz von Auspuffund Einlassventilen. Der c Marino »-Kopf wird in zwei Ausführungen gebaut. Das Modell Turismo verwendet das ursprüngliche Verdichtungsverhältnis von 6,5:1, doch steigt die Leistung bei 4500 T/min von 13 auf 18 Brems-PS, die Höchstgeschwindigkeit auf 95 km/h, während der Verbrauch eher sinken soll. Die Ausführung « Sport-Corsa » arbeitet mit einer hohen Verdichtung von 8,5 il und setzt Benzin mit einer Klopffestigkeit von 100 OZ oder ein Benzin/Benzol-Gemisch von je 50 % voraus. Je nach Einstellung und Verwendungszweck erreicht der Motor eine Brem»- leistung von 28 bis 36 PS; die letztere Zahl setzt allerdings die Verwendung eines Renntreibstoffes voraus. In Italien sind mit diesem Zylinderkopf zahlreiche Sporterfolge erzielt worden. Der Preis für die Tourenausführung beträgt Fr. 670.— ohne und ca. Fr. 720.— mit Montage. Gummi-Eckenteile für Autobuskmrosserien Die englischen Dunlop-Gummiwerke haben elastische Gummi-Eckenteile für Autobuskarosserien entwickelt, welche bei Kollisionen keine dauernden Beulen zeigen, sondern wieder ihre ursprüngliche Form annehmen. Sie sind etwa Dauernde Beschädigungen an einer normalen Stahlblech-Autobuskarosserie. Elastuche Dunlop-Ecken geben bei Zutommenstössen ohne weiteres nach und nehmen ihr« ursprünglich» Form wieder an. 7 mm dick und gleich schwer wie normales Karosseriestahlblech. Diese Verschalungen werden in Einzelstücken hergestellt und je nach den Bedürfnissen der Besteller bemessen. Zur Bemalung sind nur Farben ohne Petrol- oder Alkoholgehalt zu verwenden. Ein neuer Neuwagen-Transporter Bekanntlich stellt der Transport von neuen Wagen von den Werken in die entfernten Gegenden ein schwieriges Problem dar; der Bahntransport ist oft zu teuer und langsam, weshalb man für diese Fahrten besondere Nutzfahrzeuge verwendet. Ein neues derartiges Fahrzeug wird von der La Crosse Trailer Corp. in La Crosse, Wisconsin, gebaut; es fasst gleichzeitig fünf Personenwagen, die dank einer ganzen Batterie von hydraulischen Hebern von einem einzigen Mann geladen werden können. Der Anhängerzug wird durch einen 112-PS-Hercules-Motor betrieben und soll eine Geschwindigkeit von 110 km/h erreichen. GUTE RATSCHLAGE Flicken oder revidieren? Reparaturen sind heute sehr teuer geworden. Nicht nur die Materialpreise und die Löhne sind entsprechend der Teuerung sehr hoch, sondern die grossen Reparaturwerkstätten, besonders diejenigen, die als Importeure von neuen Wagen deren Kinderkrankheiten spüren, haben mit grossen Regiekosten zu rechnen. Deshalb scheut sich mancher Besitzer eines reparaturbedürftigen Wagens, die Mängel von Grund auf beheben zu lassen. Das Problem: Man weiss heute nie, ob es sich bei einem nicht mehr neuwertigen Wagen rentiert, grosse Summen für Ueberholungsarbeiten auszugeben. Maji hört von manchen Besitzern, die ihren alten Wagen vor dem Verkauf noch gründlieh revidieren Hessen, dass sie später nur noch einen kleinen Bruchteil ihrer Kosten zurückvergütet erhielten. Ferner kommt es, besonders bei den ersten Nachkriegswagen mit ansehnlichen Kilometerleistungen, vor, dass nach einer grösseren Reparatur an einem Organ weitere Teile revisionsbedürftig werden. Soll man nun den Wagen durch einen billigen Flick wieder betriebsfähig überholen lassen? machen oder gründlich Die Lösung: Man überlegt sich zunächst genau, welcher Art der Mangel ist. Betrifft er die Betriebssicherheit, also beispielsweise die Bremsen oder die Lenkung, so braucht man sich nicht mehr zu besinnen: Die defekten Teile ersetzen, gründliche Arbeit machen lassen und genau kontrollieren muss die Parole heissen, denn die Fahrsicherheit muss heute über alles gehen. Etwas anders lautet die Entscheidung bei Schäden am Motor, am Getriebe und an der Karosserie. Bei solchen fragt man zuerst nach der wahrscheinlichen Lebensdauer des revidierten Wagens. Einen ausrangierten Kleinwagen mit 100 000 km zu überholen hat keinen Sinn. Ein starker, wenn auch alter Qualitätswagen, von dem man weiss, dass Ersatzteile vorhanden sind, darf auch in seinen alten Tagen ruhig etwas kosten. Wenig vernünftig aber wäre es, für Susserliche Dinge in einen veralteten Wagen etwas' hineinzustecken. Ausnahme: Fahrzeuge, die einem Enthusiasten gehören. An solchen ist jede Liebesmühe erlaubt. Ein neuer Kleinwagen Eine der «unabhängigen • amerikanischen Firmen, wie man alle Autoproduzenten nennt, die nicht zu den Grossen Drei gehören, arbeitet seit zwei Jahren an einem Kleinwagen für den Stadtverkehr, der etwa 300 bis 400 $ weniger als die heutigen normalen Amerikaner der populären Preisklasse kosten solL VANGUARD contra VANGUAR EIN NEUER SPORTLICHER LEISTUNGSBEWEIS DES STANDARD VANGUARD 11 PS ! 5/6 Plätzer, 11 PS Fr. 10950.- +Wust Obengesteuerter 4-Zyl.-Mofor, 69 Brems-PS, Maximalgeschwindigkeit 130 km/Std.; alle Vorwärtsgänge synchronisiert, Lenkradschaltung; hydraulische Bremsen; luxuriöse Ausstattung in amerikanischem Stil, grosser Koffer. Vor 20000 Zuschauern lieferten sich am 22. Mai 1949 anlässlich des nationalen Rundrennens für Automobile in Erlen 6 AMAG-Fahrer auf 6 Standard VANGUARD ein spannendes Privatrennen über 6 Runden. Dabei wurden mit diesen normal eingestellten, also keineswegs für Tempo präparierten Wagen unter der Kontrolle des ACS ganz hervorragende Zeiten gefahren, die nahe an die Leistungen hochgezüchteter Sportfahrzeuge herankamen. Der Sieger, dicht gefolgt von den andern 5 Teilnehmern, erzielte als «Primus inter pares» eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 82 km/Std. — in seiner besten Runde sogar 84,210 km/Std., wobei auf feuchter Strasse ca. alle 40 Sekunden eine Spitzkurve bewältigt werden musste! Fürwahr ein glänzendes Resultat für ein ausgesprochenes Familien- und Gebrauchsfahrzeug, wie es der Standard VANGUARD mit seinen 5/6 Sitzplätzen und seinem raffinierten Innenkomfort darstellt! — Enmal mehr hat sich dieser beliebte Engländer über seine grossartigen Fahreigenschaften — seinen rasanten Anzug, seine phantastische Strassenhaltung und Wendigkeit — ausgewiesen. Und gerade beglaubigte Leistungsbeweise dieser Art sind es, die dem Automobilisten den zuverlässigsten Querschnitt durch die Vorzüge eines Wagens vermitteln! NEUE AMAG AG., ZÜRICH / UTOQUAI 47, TELEPHON (051) 2416 20 \lAliAwA4llltMAM IM #IA# AMIIVAÜ C^hwAIV Suchen Sie einen zuverlässigen Batterie-Empfänger für Sport und Weekend? Lassen Sie sich den. , >« in solider Konstruktion und mit eingebauter Rahmenantenne v o r f ü h r e n ; ; , '•'•'••' '"['•[ / ' ':'''••* : ~'-.•'•-, ••• V : '."•; ^ W ,-"'••' Preis Fr;. 395.-- inkl. Batterien'•' > ' " , ; Fr. 485.- kombiniert für Netzanschluss 220 Volt DruckschriftejT und/ Vorführung durch vda$ konzessionierte; R.adiofachgeschäft. v

ffr.26 — MrnwocH, s. JUOT AUTOMOBIL REVUE 1] DER PREISGEKRÖNTE PULLMAN-CAR. Grosse Fensterflächen und hohe Sitzanordnung ergeben eine gute Rundsicht. Vorne rechts die Passagiertüre. Unter der mittlern Chromleiste befindet sich der Gepäckraum. Ein erfolgreicher schweizerischer Autocar Ein Reise- und Kurswagen Saurer 4 H mit einem Aufbau der Carrosseriewerke Bern an einer Schönheitskonkurrenz in San Kerao mit einem ersten Preis ausgezeichnet Der italienische Automobil-Club veranstaltete dieses Frühjahr unter dem Motto « Corso Internationale di Commoditä per Autopullman » eine internationale Schönheitskonkurrenz für Gesellschaftswagen. Die 94 vorgeführten Wagen wurden nicht nur nach der äussern Linienführung und Eleganz, sondern auch auf Zweckmässigkeit der Innenausstattung und Reisekomfort beurteilt. Der auf einer Riviera-Reise begriffene Pullman-Car der Rottal AG. mit Saurer Heckmotorchassis vom Typ 4 H und einer 30plätzigen Karosserie, hergestellt von den Carrosseriewerken Bern, Ramseier und Jenzer, erreicht in dieser internationalen Konkurrenz in der Klasse lla, unter den nichtitalienischen Erzeugnissen, in Konkurrenz mit den französischen Karosseriefirmen die höchste Punktzahl und einen 1. Preis. Das erfolgreiche Fahrzeug hat schon einige 10 000 km hinter sich und wird nicht nur als komfortabler Reisewagen für lange Strecken und hohe Reisegeschwindigkeiten, sondern auch als Kurswagen im f ahrplanmässigen Betrieb verwendet. Die Innenausstattung und Bestuhlung kann diesem doppelten Verwendungszweck entsprechend ausgewechselt werden. Der Wagen ist auch für Anhängerbetrieb auf den Kursstrecken sehr gut geeignet. Das Fahrzeug ist aus der engen, bei uns oft üblichen Zusammenarbeit zwischen Bestellerfirma, Chassis- und Karosseriehersteller entstanden. Die Hauptabmessungen des Fahrzeuges bewegen sich an der äussern Grenze der gesetzlich zulässigen Masse für Gesellschaitswagen. Die Gesamtbreite des Wagenkastens beträgt auf der ganzen Länge 240 cm, die nutzbare innere Breite der Karosserie 222 cm. Bei einem Radstand von 520 cm, einem Vorbau von 220 cm und einem hinter Ueberhang von 315 cm ergibt sich eine Gesamtlänge von 1055 cm. Die Gesamthöhe beträgt im belasteten Zustande 285 cm. Die Karosserie ist als Metallkonstruktion in Spanten- und Schalenbauart ausgeführt. Das Gerippe besteht aus dünnen Stahlprofilen und die Seitenwände aus Leichtmetall. Das Dach ist ausgeschnitten und mit einem elektrisch betätigten Verdeck versehen. Der Grundriss des Passagierraumes wird in keiner Weise durch mechanische Teile gestört, der Heckmotor befindet sich an einem recht untergeordneten Platze, hinten links im Fahrzeug. Die 30 Einzelsitze für die Passagiere sind paarweise angeordnet und durch einen mittlern Laufgang getrennt. Ausserdem sind vorne und im Heck ein, bzw. zwei demontierbare Klappsitze für die Reisebegleiter vorgesehen. Unter den Sitzreihen befinden sich beidseitig zwischen den Radkasten Gepäckräume von je 1,3 m 8 (360X60X60 cm) Inhalt. Durch diese bequemen, zugänglichen, staubdichten Gepäckbehälter wird der tote Raum zwischen den Achsen sehr zweckmässig ausgenützt und gleichzeitig der Fussboden auf der Höhe der Radkasten nivelliert. Die Sitzflächen liegen durchschnittlich 1,5 m über Boden. Diese erhöhte Sitzanordnung in Verbindung mit den 12 Seitenfenstern von je ca. 1 m 8 Glasfläche ergibt eine durch den Strassenverkehr ungestörte Rundsicht von allen Plätzen aus. Die Passagiere sitzen etwa auf der Dachhöhe eines normalen Personenwagens. — Der mittlere Laufgang ist so tief gelegt, dass die Passagiere, dank der Lichthöhe von 195 cm, in aufrechter Haltung zu ihren Hochsitzen gelangen können. Im Vorderteil des Wagens befindet sich eine sehr reichlich bemessene Einsteigeplattform, die von der rechten Fahrzeugseite durch eine pneumatisch betätigte Falttüre erreicht werden kann. Der links angeordnete Fahrersitz ist durch eine separate Schlagtüre zugänglich, und in der Fahrzeugrückwand befindet sich eine Art Notausgang, der auch zum Einladen grosser Gepäckstücke und zur Entfernung der Bestuhlung dient. In der hintern rechten Ecke der Karosserie ist in der Dachkante eine kleine Bar mit Kühlschrank eingebaut. Besondere Beachtung fanden an der Schönheitskonkurrenz die Konstruktion der Sitze. Sie sind in Mokette ausgeführt und an den Lehnen mit Lederbesatz versehen. Die 60 cm hohen Rücklehnen sind in Stahlrohrrahmen befestigt und weisen voluminöse Eckpolster auf, •Jie den Körper seitlich stützen. Die Rücklehnen können von den Passagieren schräg oder senkrecht gestellt werden. Die Arretierung wird durch Zug an der Armlehne gelöst, und die Lehne kann alsdann in vier verschiedene Schräglagen gebracht werden. Diese Einrichtung wird von den Passagieren auf langen Fahrten gerne benützt. Ueber den Sitzen sind im toten Sichtwinkel der Dachkante leichte Gepäcknetze angebracht. Der Innenraum wird nachts durch Fluoreszenzlicht gleichmässig beleuchtet. Die Gasentladungsröhren sind in Soffitten eingebaut und in die Dachkante verlegt. Die Beleuchtungsanlage wird mit hochgespanntem Wechselstrom gespiesen. Die Umformergruppe ist im Reserveradkasten eingebaut und bezieht ihren Strom aus den Akkumulatorenbatterien. Zur Unterhaltung der Passagiere ist eine Radioanlage mit vier kleinen und zwei grossen Lautsprechern vorhanden. Diese dienen auch zur Uebertragung von Mitteilungen an die Passagiere, die während der Fahrt durch den Chauffeur oder Reisebegleiter über ein Mikrophon beim Fahrersitz abgegeben werden. Der elektrische Teil umfasst ferner eine Signalanlage für die Türstellung und die Haltezeichen. Auch der Pneudruck des Anhängerfahrzeuges kann durch ein optisches Signal vom Führersitz -aus überwacht werden. Die Wagenheizung besteht aus drei Warmwasserradiatoren, die an der Kühlwasserleitung des sind. Motors angeschlossen Für den Kursbetrieb ist eine auswechselbare Bestuhlung von 38 Sitzplätzen vorhanden. Die Ausstattung des Fahrzeuges genügt beiden Verwendungsarten den erhöhten Sicherheitsvor- geräuscharm und werden übet synchronisierte Schaltmuffen gekuppelt. Die Schaltimpulse werden je nach der Stellung des Vorwählhebels am Lenkrad durch elektrische Relais vorbereitet und beim Niederdrücken des Kupplungspedals ausgelöst. Die Verschiebung der Synchronisierungskupplungen erfolgt auf hydraulischem Wege. Fehlschaltungen werden durch eine mechanische Sperrvorrichtung verhindert, die hauptsächlich dann wirksam wird, wenn einschritten, die ein konzessionierter Postbetrieb zu beachten hat. Das Saurer-Fahrgestell, Modell 4 H, stellt ein dritte Variante der Heckmotoranordnung dar, wie sie von dieser Firma für Stadtund Postautobusse auf Bestellung geliefert wird. Neben der bekannten Anordnung des Motors quer zur Fahrrichtung (Modell 4 HP) oder seitlich links zwischen den Achsen (Modell 4 ZP) ist hier die Maschinenanlage innerhalb des hintern Ueberhanges, mit der Kurbelwelle parallel zur Fahrzeuglängsachse, ganz links aussen am Chassis eingebaut. Diese Bauweise kommt speziell für Gesellschaftswagen in Betracht, weil die Hinterachse unabhängig von der jeweiligen Zuladung immer einen gleichmässigen, relativ hohen Gewichtsanteil trägt, und die Federungseigenschaften des Fahrzeuges bei verschiedener RESERVERADKASTEN AUF DER RECH- TEN SEITE, für zwei Räder, mit sternförmiger Befestigung, links oben die Umformergruppe für die Beleuchtung, rechts der Akkumulatorkasten. Belastung oder auf den vordem und hintern Plätzen nicht mehr so variieren wie bei Fahrzeugen mit Frontmotor. Die Sitzplätze hinter der Hinterachse sind zudem nicht sehr begehrt, so dass es richtig erscheint, die Maschinenanlage an diesen Ort zu konzentrieren, wo sie auch vom Fahrgastraum wirksam gegen Schall und Wärme isoliert werden kann. Beim beschriebenen Fahrzeug führt ein breiter Luftkanal vom Karosseriedach zum Motorgehäuse, und ein spezieller Ventilator sorgt für dessen zwangsläufige Durchlüftung. Bei langsamer Bergfahrt und schwachem Fahrwind, oder wenn bei geschlossenem Verdeck die Luftströmung von hinten nach vorne zieht, erweist sich eine solche künstliche Belüftung des Motorraumes als notwendig, um die Oeldämpfe und Auspuffgase wirksam aus dem Fahrzeug abzuführen. Der Motor ist von oben, hinten und auf der ganzen Seite zugänglich, was bei der Anordnung der Hilfsaggregate entsprechend berücksichtigt wurde. Der Wasserkühler des Motors befindet sich in normaler Lage an der Front des Fahrzeuges. Sein Ventilator wird über eine lange, sechsfach gelagerte Kardanwelle vom Heckmotor aus angetrieben. Beim Motor handelt es sich um das Baumuster CT 1 DL von Saurer, einem Sechszylinder-Diesel, der bei einem Zylinderinhalt von 7980 cm* mit einem Auspuff-Turbolader BBC 120 PS bei 1900 T/min abgibt. Die Motorleistung wird über eine Sicherheits-Rutschkupplung auf zwei hintereinander geschaltete Winkelgetriebe mit Hypoidverzahnung auf die elektropneumatisch betätigte Einscheiben-Trockenkupplung und von dort auf das Achtganggetriebe und die Hinterachse übertragen. Im Getriebe erfolgt die Kraftübertragung über drei Schaltgruppen, aus deren Kombination acht Vorwärtsgänge hervorgehen. Alle Zahnradpaare sind dauernd im Eingriff, schrägverzahnt, BLICK IN DEN SEITLICH GEÖFFNETEN MOTORRAUM. Links die Dynamo, darüber der Ansaugluftlrichter für Verbrennungsluft; in der Mitte der wassergekühlte BBC-Turbolader, im Gehäuse links der Kompressor, rechts die Abgasturbine. Im untern .Teil der Druckluft-Akkumulator. DER KOMFORTABLE INNENRAUM. 30 Fauleuils mit verstellbaren Rückenlehnen, schmale Fensterpfeilerj Soffittenlampen, Gepäcknetze und • Lautsprechergehäuse in der Dachkante; hinten links, in 8 m Entfernung, die Bar. zelne Gänge übersprungen werden und die Synchronisierung der Schaltmuffen mehr Zeit erfordert. Alle Relais der Schaltanlage sind über dem Getriebe angeordnet und vom innern des Fahrzeuges her, nach Abheben der Bodenbretter, leicht zugänglich. Getriebe und Kupplung liegen in der mittlern Längsachse des Fahrzeuges. Die übrigen Konstruktionsteile wie Chassis, Achsen, Federn und Lenkung entsprechen der normalen Saurer-Bauart. Die Wirkung der hydraulischen Fussbremsen wird durch einen Servo-Apparat unterstützt. Für den Anhänger ist ein Leitungsanschluss vorgesehen. Die Fahreigenschaften des Pullman-Cars wurden an der Schönheitskonkurrenz nicht in Betracht gezogen; sie sind der « AR » aber von einer frühern Probefahrt her in bester Einnerung. Das Fahrzeug ist trotz seiner Länge von FÜHRERSITZ UND ARMATURENBRETT. Links unter dem Lenkrad der Gangvorwählhebel, rechts die Motorbremse, ganz rechts die Schalter und Signale für die Bedienung der elektrischen Inneneinrichtungen und des Verdeckes. Rechts unten Radio und Verstärkeranlage, darüber das bewegliche Mikrophon. Unter dem Lenkrad die Messinstrumente für Fahrgeschwindigkeit, Oeldruck und Bremsluftdruck. BLICK DURCH DIE HECKTORE. In der Mitte der gummibelegte tiefe Laufgang, links der Motorkasten und rechts 6f Kühlsehrank mit Bar. Der Farmax-Gutbrod-UniversalscMepper Eine neue deutsche Ackerbaumaschme. Die Plochinger Maschinenfabrik Gutbrod, deren Lastwagen Moto-Standard auch am Genfer Salon ausgestellt war, kommt mit einem Universalgerät für die Landwirtschaft heraus, das einige interessante Merkmale besitzt. Der Gutbrod-Farmax kann als Lastfahrzeug, Traktor, Motormäher, Motopflug, Kultivator, Motprhacke, Heuwender, stationäre Kraftanlage etc. verwendet werden. Auf seiner Ladebrücke trägt der Wagen bis zu 1 Tonne und erreicht eine Fahrgeschwindigkeit von 15 km/h. Die Ladebrücke liegt vor dem Führersitz; diese Anordnung beeinträchtigt aber, wie uns ein deutscher Mit- Der Farmax-Gutbrod Universalschlepper mit Ladebrücke dem Führersitz. arbeiter schreibt, die Fahrsicherheit keineswegs. Die Brücke darf allerdings nicht so hoch beladen werden, dass die Fahrersicht beeinträchtigt wird. Für Milchkannen, Säcke, Geräte etc. genügt die Ladekapazität aber. Dank dem hintenliegenden Fahrersitz* kann der Führer die Arbeitsgeräte im Betrieb übersehen. Der Farmax ist ein Vierradfahrzeug mit auf die Hinterachse konzentriertem Fahrwerk. Diese Bauart ermöglichte für den Fahrzeugrahmen die Gutbrod-« FARMAX » 10 MOTOR: 1 Zyl., 4-Takt-Dieselmotor, 10 PS, mit Verdampfungskühlung oder 2 Zyl., 2-Takt-Vergasermotor, 12 PS, mit Luftkühlung. GETRIEBE! 3 Vorwärtsgänge, 1 Rückwärtsgang; 1. Gang 3,31 km/h, 2. Gang 5,54 km/h, 3. Gang 13,8 km/h. BREMSEN: Hand- und Fussbremsen, Lenkbremsen, BEREIFUNG: Hinten 8,00X20, vorne 5,50X16. GESAMTGEWICHT: Inkl. Ladebrücke 850 kg mit Vergasermotor; 910 kg mit Dieselmotor. ABMESSUNGEN: Länge 2950 mm, Breite 1650 mm, Höhe 1540 mm, Bodenfreiheit Mitte 300 mm, Spurweite 1250 mm, umstellbar auf 1450 mm, Radstand 1450 mm, Wenderadius innen ohne lenkbremse 700 mm, Wenderadius innen mit Lenkbremsen 0 mm. ZAPFWELLE: Hinten: verfügbare Leistung 9 (11) PS, Drehzahl 540 U/min; vorne: verfügbare Leistung 6 PS, Drehzahl 1100 U/min. RIEMENSCHEIBE: Verfügbore Leistung 9 tW PS. Drehzahl 1100 U/min. MÄHANTRIEB: Kraftübertragung durch Doppel1»Hriemen, übertragbare Leistung 6 PS, Drehzahl 1000 U/min. (Eingeklammerte Zahlen für Vergasermotor.) AUSSTATTUNG: Elektrischer Anlasser (nur Vergas&rmotor), Andrehkurbel bei Diejelmotor, elektrisches Hörn, Ersatzteile, Werkzeuge, ji NUTZLAST: 1000 kg. GESAMTGEWICHT! Ohne Anbaugeräte mit Nutzlast 1850 kg bei Vergasermotor, 1910 kg bei Dieselmotor. LADEFLÄCHE: 2200 mm lang, 1600 mm breit, 350 na hoch. ACHSDROCKE: Vergasermotor: vorne 250 kg, hinten 600 kg (ohne Fahrer); vorne 220 kg, hinten 700 kg (mit Fahrer). Dieselmotor: vorne 280 kg, hinten 630 kg lohn« Fahrer), vorne 240 kg, hinten 740 kg (mit Fahrer). leichte, elastische Skelettbauweise und ergibt ein niedriges Gesamtgewicht, das mit Rücksicht auf die für die Bodenfruchtbarkeit schädlichen Bodenpressungen gefordert werden muss. Während die beiden hinteren Antriebsräder die Dimensionen normaler Kleintraktorräder haben, entsprechen die Vorderräder in der Grosse normalen Personenwagenrädem. Durch die Volleinschlaglenkung der Vorderräder ist das Fahrzeug sehr wendig. Da die Hinterräder einzeln durch eine Lenkbremse festgesetzt werden können, beträgt der kleinste Wendekreisdurchmesser nur ca. 4 m; ohne Lenkbremse kann der Farmax auf einem ca. 5 m breiten Weg wenden. Der Farmax arbeitet mit einem Dieselmotor, der einen Durchschnittsverbrauch von nur 0,7 Litern Dieseltreibstoff pro Stunde aufweist Auf Wunsch wird auch der luftgekühlte Kleinlastwagen - Zweitakt - Benzinmotor eingebaut Die deutschen Verkaufspreise sind DM 5780.— mit 12-PS-Dieselmotor oder DM 4680.— mit dem 10-PS-Benzinmotor. über 10 m und dem Leergewicht von ca. 8 t leicht lenkbar und manöverierfähig. Die vorteilhafte Gewichtsverteilung kommt dem Reisekomfort sehr zustatten; selbst auf welligen, mittelmässigen Schotterstrassen bewahrt der Wagen seine schwingungsarme, schwebende Fahrweise, die ihm insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten auf guten Strassen eigen ist. Motorgeräusche und Vibrationen sind gegenüber Fahrzeugen mit Frontmotor stark reduziert, und bis in die sechste Sitzreihe hört man nur einen gleichmässigen Summton und die feinen Obertöne des Laders. Der Fahrer mag die Motordrehzahl etwa aus dem Ventilatorgeräusch erkennen. Die achtfache Abstufung des Getriebes gestattet es, den Motor bei allen Betriebszuständen auf dem wirtschaftlichsten Drehzahlbereich arbeiten zu lassen. Dank dem günstigen spezifischen Verbrauch des Motors von 175 g/PSh und der vielfältigen Getriebeabstufung konnte auf einer Fahrstrecke von über 10 000 km ein durchschnittlicher Verbrauch von 25 Liter pro 100 km erzielt werden. kr.