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WebCafé Fantasy März 2018

WebCafé Fantasy Zeitung für Bücher, Interviews und vieles mehr

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Diese Zeitung erscheint monatlich durch:<br />

https://webcafefantasy.wixsite.com/webcafe-fantasy<br />

Soll auch Ihr Buch erscheinen, schauen Sie sich nach unseren<br />

Angeboten gerne auf der Seite um.<br />

<strong>März</strong> <strong>2018</strong>


Highlights im <strong>März</strong><br />

Der Bücherwald ist unendlich<br />

Auch im <strong>März</strong> gibt es wieder viele neue<br />

und tolle Bücher. Dennoch, sind Bücher<br />

wie Mode, jeder hat seinen eigenen<br />

Geschmack und das ist auch gut so.<br />

Auf den nun folgenden Seiten finden Sie<br />

Bücher, die es wirklich wert sind, gelesen<br />

zu werden.<br />

Angefangen von Kinderbüchern über<br />

Romane, bis hin zu Young adult, da bleiben<br />

keine Fantasien offen.<br />

Lesen Sie sich in die Herzen unserer<br />

Selfpublisher- Autoren.


Mit diesem wunderschönen Weihnachtsbuch<br />

möchte die Autorin an den eigentlichen Sinn des<br />

Weihnachtsfestes erinnern und auf die festliche<br />

Zeit einstimmen. Schneegott Schneevatius ist<br />

erbost, zornig auf die Menschheit und will es zur<br />

Strafe nicht schneien lassen, ein AUFRUHR IM<br />

SCHNEEPALAST entsteht.<br />

ISBN: 978-3746013060<br />

Preis TB: 10,99€<br />

Preis E-Book: 3,99€<br />

Seiten: 88<br />

______________________________________________________________________<br />

Helfen mit Büchern<br />

Mit ihrer mehrbändigen Buchreihe rückt die<br />

Autorin Isabella Bauch in diesem Buch das Thema<br />

Menschlichkeit in den Fokus. In ihren Kurzgeschichten<br />

und Gedichten schildert sie Situationen,<br />

wie das Leben sie uns tagtäglich präsentiert.<br />

Auf einfühlsame Art und Weise berichtet sie<br />

über Depressionen, Glück, Leid, Liebe, aber auch<br />

Vorurteile. Wie bereits in ihrem ersten Band TAU-<br />

SEND AUGEN FÜR DEN FRIEDEN, ist auch hier<br />

der bekannte Künstler Mike Mathes mit dabei. Er<br />

hat sich nicht nur der Friedenskunst verschrieben,<br />

auch das Thema Menschlichkeit spielt für ihn eine<br />

wichtige Rolle. »Gesicht zeigen«, lautet seine<br />

Devise. Er porträtiert Menschen, die Gesicht<br />

zeigen für seine Aktionen, welche er künstlerisch<br />

darstellt. Karl-Heinz Bauch, der Ehemann der<br />

Autorin umrahmt die Werke seiner Frau mit seinen<br />

selbst gemalten Bildern. Über diese bringt er sehr<br />

viel Gefühl zum Ausdruck, jedoch liegt es im Auge<br />

des Betrachters, was er in jedem einzelnen Bild zu<br />

erkennen vermag. Von jedem verkauften Buch<br />

werden 50 Cent einem guten Zweck zugeführt. Die<br />

Wahl ist auf die ›Aids-Hilfe Saar e.V.‹ gefallen.<br />

ISBN: 978-3744822305<br />

Preis TB: 10,99€<br />

Preis E-Book: 2,99€<br />

Seiten: 76


______________________________________________________________________<br />

Helfen mit Büchern<br />

Ein Herz für die Liebe. Mit diesem neuen Buch aus<br />

ihrer mehrbändigen Buchreihe widmet sich die Autorin<br />

Isabella Bauch dem Thema Liebe. Mit berührenden<br />

Worten berichtet sie über die wahre, aber<br />

auch über die verlorene Liebe. Die Liebe zu ihren Mitmenschen<br />

spielt dabei eine ebenso große Rolle, wie<br />

die Liebe zu ihrer Familie und Freunden. Mike Mathes,<br />

ein sehr talentierter Aktionskünstler und Freund<br />

der Familie, steuert einen Beitrag aus seiner Monumental-Leinwand<br />

bei. Er trägt unterschiedliche<br />

Anliegen (Klagen) an Papst Franziskus heran. Seinen<br />

Blick richtet er hierbei auf Menschen aller Couleur,<br />

aber auch auf das Anderssein. Karl-Heinz Bauch, der<br />

Ehemann der Autorin, umrahmt die Werke seiner<br />

Frau mit seinen selbst gemalten Bildern. Jedes Werk<br />

für sich hat seinen eigenen Charakter und seine<br />

eigene Geschichte, nur keinen Titel. Die Titelfindung<br />

überlässt er dabei sehr gerne jedem einzelnen<br />

Betrachter. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen<br />

gesetzt.<br />

Von jedem verkauften Buch werden 50 Cent einem<br />

guten Zweck zugeführt. Die Wahl ist auf den Förderverein<br />

Sankt Barbara Hospiz Bous gefallen.<br />

ISBN: 978-3744829632<br />

Preis TB: 10,99€<br />

Preis E-Book: 3,99€<br />

Seiten: 76<br />

______________________________________________________________________<br />

Mit Büchern helfen<br />

TAUSEND AUGEN FÜR DEN FRIEDEN. Mit<br />

diesem Buch haben sich drei wundervolle Künstler<br />

zusammengeschlossen, um gemeinsam ein<br />

Zeichen für den Frieden in der Welt zu setzen.<br />

Mit ihren Gedichten und Kurzgeschichten möchte<br />

die Autorin Isabella Bauch die Menschen kurzweilig<br />

in eine andere Welt entführen. Hilfreich zur<br />

Seite hat sie ihren Mann, den Maler Karl-Heinz<br />

Bauch, der ihr mit seinen einfühlsamen Bildern<br />

immer wieder neue Ideen für weitere Lyrik gibt.<br />

Mit Hilfe von Mike Mathes ist es der Autorin<br />

gelungen, einen zauberhaften Menschen, der<br />

seine Friedenskunst ›TAUSEND AUGEN‹ in die<br />

Welt hinausträgt, zu engagieren.


Dieses Buch ist der Auftakt zu einer mehrbändigen<br />

Reihe mit unterschiedlichen Hauptthemen.<br />

_<br />

Von jedem verkauften Buch werden 50 Cent<br />

einem guten Zweck zugeführt. Die Wahl ist auf<br />

die ›Elternhilfe für Kinder mit Rett-Syndrom in<br />

Deutschland e. V.‹ gefallen.<br />

ISBN: 978-3743143036<br />

Preis TB: 10,99€<br />

Preis E-Book: 3,99€<br />

Seiten: 76<br />

_____________________________________________________________________<br />

Bücher für die Seele<br />

Gechannelte Botschaften aus dem Jenseits<br />

an meine irdische Schwester Veronika von ihrem<br />

Bruder Andreas.<br />

Manchmal klopft das Schicksal an die Türen und<br />

man will nicht hinsehen, was es eigentlich zu<br />

bedeuten hat.<br />

Hier genau, an diesem Punkt möchte ich sie<br />

abholen, und begleiten neue Wege zu finden,<br />

ihrem Leben wieder einen Sinn zu geben. Mit<br />

diesem Buch ist es ihnen möglich, Kraft, Mut und<br />

natürlich Schutz für ihre Seele zu bekommen.<br />

Ja ihre Seele ist es, welche ich ansprechen<br />

möchte, denn diese ist nun bereit neue Wege zu<br />

gehen, damit Harmonie und Balance im Herzen<br />

sich wiederfinden. Ich wünsche ihnen mit diesem<br />

Buch vor allem EINS, Liebe zu sich selbst und zu<br />

allem, was ist zuzulassen.<br />

ISBN: 978-3744897655<br />

Preis TB: 6,00€<br />

Preis E-Book: 3,99€‹<br />

Seiten: 120<br />

______________________________________________________________________


Die Liebe der Engel<br />

Die Liebe ist die einzig heilende und tragende<br />

Kraft. Die Herzen öffnen sich der Heilung, unter<br />

dieser Führung, welche die Engel in sich tragen.<br />

Im Leben gibt es immer wieder Situationen,<br />

welche uns ALLE zur Umkehr bewegen. Die<br />

Umkehr zeigt uns den Weg in unser Herz in der<br />

Verbindung zu unseren Engeln. Es ist die Botschaft<br />

der Engel, welche uns den Weg weist für<br />

eine liebevolle Veränderung im Leben.<br />

Von Herzen alles Liebe!<br />

ISBN: 978-3746033211<br />

Preis TB: 9,99€<br />

Preis E-Book: 3,99€<br />

Seiten: 60<br />

______________________________________________________________________<br />

Anthologien mit viel Gefühl die Mitte <strong>März</strong> erscheinen und einem<br />

guten Zweck zugutekommen (vorläufige Cover)<br />

Unternehmen Sie einen kleinen Spaziergang durch<br />

den Wald der Emotionen. Die Autoren/innen entführen<br />

Sie in eine Welt voller Gefühle. Die erste<br />

Anthologie befasst sich mit den menschlichen Emotionen<br />

und zeigt auf, wie vielfältig diese sein<br />

können. Manchmal schmerzhaft und traurig und<br />

das andere Mal so voller Freude und Hoffnung,<br />

sodass wir erkennen, wie unterschiedlich unsere<br />

Gefühle doch sein können.<br />

Sind es nicht unsere Emotionen, die unser Leben<br />

lebendig machen?<br />

In den Gedichten und Kurzgeschichten dieser<br />

Anthologie können Sie das Zusammenspiel von<br />

Worten und Gefühlen spüren. Sie werden sich<br />

selbst vielleicht wieder erkennen und fühlen, dass<br />

unser Leben von den Emotionen geprägt wird.<br />

Von jedem verkauften Buch werden 50 Cent für das private Tierschutzprojekt ›Kleine Notfellchen‹<br />

gespendet. Helfen Sie Linda Marie Haupt, Straßentiere<br />

in Mallorca zu versorgen und sie vor den Perreras<br />

zu bewahren.<br />

ISBN: 9783746055657<br />

Preis TB: 5,50€<br />

Preis E-Book: 2,99€


Ein Wald besteht aus verschiedenartigen,<br />

Bäumen, Sträuchern, Pflanzen und Wegen.<br />

Dichtes Unterholz wechselt sich ab mit offenen<br />

Lichtungen. So vielfältig, wie ein Wald,<br />

sind auch die Gefühle der Menschen, sie<br />

begleiten uns durch unser Leben. Die Autoren<br />

dieser zweiten Anthologie lassen uns mit<br />

Gedichten und Kurzgeschichten an Emotionen<br />

wie Liebe, Ärger, Angst, Trauer, usw.<br />

teilhaben. Machen Sie einen Spaziergang<br />

durch den Wald der Emotionen.<br />

Von jedem verkauften Buch werden 50 Cent<br />

für das private Tierschutzprojekt ›Kleine Notfellchen‹<br />

gespendet. Helfen Sie Linda Marie<br />

Haupt, Straßentiere in Mallorca zu versorgen<br />

und sie vor den Perreras zu bewahren.<br />

ISBN: 9783746055657<br />

Preis TB: 5,50€<br />

Preis E-Book: 2,99€<br />

Die Autoren/innen erschufen mit dieser dritten<br />

Anthologie ein emotionsgeladenes Werk, das<br />

zum Nachdenken anregt. Gefühle spiegeln<br />

unser Inneres wieder, sie kommen manchmal<br />

ganz leise und zaghaft und ein anderes Mal<br />

voller Wucht, wie ein Tsunami, in unser Leben.<br />

Emotionen sind ein großer Bestandteil unseres<br />

Lebens. Sie machen uns lebendig.<br />

Wald der Emotionen beschreibt die Vielfalt der<br />

menschlichen Gefühle und lässt manches Mal<br />

einen Blick in die Seele der Autoren/innen zu.<br />

Begleiten Sie uns durch dieses Buch und<br />

erleben Sie, wie Emotionen beschrieben,<br />

gelebt und ausgedrückt werden.<br />

Von jedem verkauften Buch werden 50 Cent<br />

für das private Tierschutzprojekt ›Kleine Notfellchen‹<br />

gespendet. Helfen Sie Linda Marie<br />

Haupt, Straßentiere in Mallorca zu versorgen<br />

und sie vor den Perreras zu bewahren.<br />

ISBN: 9783746055657<br />

Preis TB: 5,50€<br />

Preis E-Book: 2,99€


Wald der Lüste<br />

Die Pflanzenwelt im Wald ist vielfältig, von hell<br />

bis dunkel, von bunt bis einfarbig. Genauso<br />

facettenreich ist eine Beziehung, zu der nicht<br />

nur Liebe und Vertrauen gehört, sondern auch<br />

prickelnde Momente.<br />

Lassen Sie sich einfach mal fallen, erleben<br />

sie sinnliche bis heiße Erotik und fliehen Sie in<br />

ihre eigene Traumwelt, in der eben nicht alles<br />

›normal‹ ist. Die Autoren dieser Anthologie<br />

zeigen uns mit ihren erotischen Texten diese<br />

besonderen Momente.<br />

Von jedem verkauften Buch werden 50 Cent<br />

für das private Tierschutzprojekt ›Kleine Notfellchen‹<br />

gespendet. Helfen Sie Linda Marie<br />

Haupt, Straßentiere in Mallorca zu versorgen<br />

und sie vor den Perreras zu bewahren.<br />

ISBN: 9783746056128<br />

Preis TB: 5,50€<br />

Preis E-Book: 2,99€


Freut euch auf:<br />

Nach<br />

und<br />

kommen im Sommer<br />

Und<br />

Zwei weitere Teile der Patchwork-Reihe<br />

Dann fehlen noch zwei und wenn ihr die Bücher zusammenstellt,<br />

bekommt ihr einen schönen Regenbogen ;-)


Zudem erscheinen im Sommer noch:<br />

Lasst euch überraschen


Exclusiv Interview<br />

Mit Bibi Rend<br />

Wir dürfen heute Bianca Karwatt bei uns begrüßen.<br />

Hallo! Vielen Dank für die Einladung, der ich sehr gerne<br />

gefolgt bin.<br />

Sie schreiben unter dem Pseudonym ›Bibi Rend‹.<br />

Wieso ein offenes Pseudonym?<br />

Für mich war es am Anfang sehr wichtig, eine Grenze zwischen meinem Hauptberuf<br />

und meiner Tätigkeit als Autorin zu ziehen. Bibi ist mein Spitzname, mit dem mich<br />

meine besten Freunde rufen, somit war für mich von Anfang an klar, dass dieser Teil<br />

dazugehört und Rend ist eine Abkürzung des Nachnamens meiner Großeltern und<br />

meines Vaters. Es fühlte sich richtig an, beides zu kombinieren, und so entstand ›Bibi<br />

Rend‹.<br />

Schreiben Sie auch unter geschlossenem Pseudonym?<br />

Diese Frage muss ich unbeantwortet lassen, denn nicht umsonst heißt es geschlossen.<br />

Ein geschlossenes Pseudonym unterliegt einer strikten Geheimhaltung und darf nur<br />

vom Autor selbst gelüftet werden. Kein Distributor, kein Verlag, kein Lektor oder Korrektor<br />

hat das Recht, dieses Geheimnis zu lüften.<br />

Wann haben Sie ihre Liebe zu Büchern entdeckt?<br />

Schon sehr früh, bereits im Alter von vier Jahren konnte ich meine Kinderbücher alleine<br />

lesen, dank meiner Großmutter, die mir das Lesen beigebracht hat. Am Wochenende<br />

war ich sehr oft, auch über Nacht, bei ihr und neben Gesellschaftsspielen haben wir<br />

auch viel gemeinsam gelesen. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1994 hat sie mich sehr unterstützt<br />

und in meinen Vorhaben bestärkt. Ich war die totale Leseratte und kein Buch war<br />

vor mir sicher.<br />

Bis 2014 fehlte mir dann der Mut, selbst Bücher zu schreiben, eine Freundin forderte<br />

mich dann liebevoll auf, es doch einfach mal zu probieren. Es half mir, schwierige


Phasen in meinem Leben zu meistern und vieles zu verarbeiten, was ich in meiner Vergangenheit<br />

erleben musste.<br />

Wie kommen Sie zu Ihren Ideen?<br />

Den Spieß drehe ich lieber mal um, denn die Geschichten finden mich, nicht ich sie.<br />

*lach* Für zwei Romane habe ich den kompletten Plot erstellt, jedes noch so kleine,<br />

wichtige Detail ausgearbeitet, stundenlang recherchiert und wofür? Damit meine<br />

Protagonisten mich fast in den Wahnsinn treiben konnten. Sie werden einfach lebendig<br />

und scheinen mein Gehirn übernommen zu haben, denn nach einem kräftezehrenden<br />

Schreibflash weiß ich nicht mehr, was ich geschrieben habe. Manchmal sitze ich dann<br />

an dem Text und denke mir: ›Wer, zum Henker, hat denn das geschrieben?‹<br />

Sobald das Wort ›Ende‹ unter dem Roman steht, kann ich mir zu einhundert Prozent<br />

sicher sein, dass nur der Anfang noch dem Plot entspricht, spätestens ab dem zweiten<br />

Kapitel passt die Geschichte nicht mehr zu dem sorgfältig erarbeiteten Plot.<br />

Meist träume ich dann auch meine Geschichten und habe die Rolle des Zuschauers<br />

übernommen. Mein Thriller hat mir anfangs recht unangenehme Nächte beschert, mit<br />

dem Erfolg, dass ich plötzlich nicht mehr im Dunkeln schlafen konnte und immer ein<br />

kleines Nachtlicht neben mir leuchtete. Mittlerweile hat sich das aber wieder gelegt,<br />

dafür schrecke ich zum Teil aus dem Schlaf hoch, sobald das Gebälk (Fachwerkhaus)<br />

über mir beginnt zu knirschen.<br />

Wie wir Ihrer Vita entnehmen konnten, wohnen Sie jetzt wieder in Fuhrberg. Gibt<br />

es einen besonderen Bezug zu dem Ort oder dem Haus?<br />

In dem Ort, sogar in dem Haus bin ich geboren und aufgewachsen, habe viele glückliche<br />

Phasen, aber auch etliche tragische Momente erleben dürfen. 2016 übergab mein<br />

Vater das Haus an mich und meinen Mann.<br />

Dieses Haus hat Geschichten zu erzählen. Der Altbau ist von ca. 1850, nach den Kriegen<br />

bewohnten zum Teil Flüchtlinge das Gebäude und haben sich die größte Mühe<br />

gegeben, es zu erhalten. Daraus habe ich gelernt, dass man auch mit wenigen Mitteln<br />

etwas zaubern kann. 1963 haben meine Großeltern das Haus gekauft und Anfang der<br />

Siebzigerjahre kam der Anbau hinzu, in dem ich geboren wurde. Es ist kein luxuriöses<br />

Haus, welches dem heutigen Standard entspricht, aber es ist meine Heimat, hier habe<br />

ich meine Wurzeln. Auch wenn es sich seit der Übernahme bockig zeigt und uns immer<br />

wieder kleine bis große Baustellen schenkt, lieben mein Mann und ich es sehr. Es wird<br />

nie langweilig und wer weiß, wie viele Seelen noch in dem Haus leben, von denen wir<br />

nichts wissen. Auf jeden Fall gibt es hier ganz viele Schutzengel, die nicht nur auf uns<br />

aufpassen, sondern auch auf das Haus.<br />

Sie bewegen sich nicht im Mainstream, gibt es dafür einen Grund?<br />

Wenn alle Autoren sich im Mainstream bewegen würden, hätten die Leser keine Auswahl<br />

mehr. Natürlich kann man im Mainstream-Bereich mehr Geld verdienen, aber die


Grundthemen sind schnelllebig, was heute Mainstream ist, kann morgen schon antik<br />

sein. In der Schule galt ich als Außenseiter, weil ich schon früh nicht mit der Mode<br />

gegangen bin und das werde ich mir heute nicht angewöhnen, nur um ›In‹ zu sein.<br />

Welche Besonderheiten haben Ihre Geschichten, die sie lesenswert machen?<br />

Besonderheiten insofern, dass jeder Roman einen unterschwelligen Hintergrund hat.<br />

Ich gebe anhand meiner Bücher gerne ein paar Beispiele.<br />

Cools Run zum Beispiel: Ethan Jake ist der gut aussehende Bodyguard, die beiden<br />

anwesenden Frauen ahnen nicht, dass er nicht das ist, was er vorgibt zu sein – nämlich<br />

kein Mensch. Für die meisten Leser ist es nur ein Low-<strong>Fantasy</strong>-Roman, in Wirklichkeit<br />

will ich aber einfach damit zeigen, dass man erst Jemanden kennenlernen muss, bevor<br />

er beurteilt wird. Anhand von Äußerlichkeiten werden viele Menschen verurteilt, obwohl<br />

sie im Innern ganz anders sind.<br />

Elaine Teil 1: Auch im <strong>Fantasy</strong>genre angesiedelt, dennoch soll der Roman aussagen,<br />

dass man nicht alles planen kann, man mehr erreichen kann, wie andere glauben. Das<br />

Jugendliche nicht einfach in ein Muster gepresst werden können, wie sie sich nach<br />

außen hin geben. Das sie ihre eigenen Erfahrungen sammeln müssen und vor allem<br />

lernen, ihren eigenen Gefühlen zu vertrauen.<br />

Martin und der Fluch mit den Frauen: Immer mehr Männer erfahren in ihren Beziehungen<br />

verbale und körperliche Gewalt, nur wird das nicht ernst genommen, weil in den<br />

Köpfen der Menschen, der Frau immer noch eine Schwäche angedichtet wird und der<br />

Mann der Stärkere sein muss. Nur ist es nicht immer so in der Wirklichkeit.<br />

Mit meinen Texten möchte ich die Leser anregen, mit offenen Augen und Ohren durch<br />

die Welt zu gehen. Nicht immer zu urteilen, ohne das Gegenüber zu kennen. Vorurteile<br />

sind für das soziale Miteinander sehr gefährlich, dabei will ich nicht dazu aufrufen,<br />

bedenkenlos allem zu vertrauen, sondern darüber nachzudenken.<br />

Im Januar haben Sie ›Operation Waldessturm‹ als Neuauflage veröffentlicht. Gab<br />

es dafür einen speziellen Grund?<br />

Bis auf ›Cools Run‹ und die Weihnachtsgeschichten werden nach und nach alle Bücher<br />

von mir überarbeitet, ›Operation Waldessturm‹ durfte den Anfang machen.<br />

Derzeit überarbeite ich ›Elaine – Teil 1‹, wobei hier nur ein paar Schönheitskorrekturen<br />

vorgenommen werden. Die Neuauflage soll dann spätestens im <strong>März</strong> <strong>2018</strong> erfolgen.<br />

In den vergangenen Jahren habe ich mich sehr weiterentwickelt und zum Teil gefallen<br />

mir die Geschichten in der derzeitigen Fassung auch nicht mehr, genauso wie die<br />

Cover. Somit werden alle einer Schönheitskur unterzogen und aufgewertet.<br />

Wie sieht Erfolg für Sie aus?


Eine sehr gute Frage, für mich persönlich ist jedes verkaufte eBook oder Taschenbuch<br />

ein Erfolg und wenn ich dann noch eine Rückmeldung erhalte, sogar ein Riesenerfolg.<br />

Natürlich habe ich auch Wünsche oder Träume, nur ob sich diese realisieren lassen,<br />

kann ich zum heutigen Zeitpunkt nicht sagen. Schön wäre es, wenn ich von meiner<br />

Arbeit als Autorin und Lektorin leben könnte, allerdings ist mir auch sehr bewusst, dass<br />

ich noch ganz am Anfang stehe und viel leisten muss, um dieses Ziel zu erreichen.<br />

Sie arbeiten auch als Lektorin?<br />

Ja, bereits seit 2015, wobei ich anfangs nur nebenberuflich in dem Bereich tätig war,<br />

seit September 2016 hauptberuflich. Am Anfang meiner Autorentätigkeit suchte ich, wie<br />

viele andere Selfpublisher, günstige Lektoren, allerdings folgte die Ernüchterung auf<br />

dem Fuße. Es fanden sich keine Lektoren, die zu meinem knappen Geldbeutel passten,<br />

also wälzte ich Bücher, um mein Wissen wieder aufzufrischen und vor allem aufzuwerten.<br />

Denn gerade die neue deutsche Rechtschreibung hat so ihre kleinen Finessen,<br />

die mir auch heute noch zum Teil Probleme bereiten und ich den Duden zur Hilfe<br />

nehmen muss, gebe ich zu. Wir sind alles nur Menschen und können nicht alles wissen.<br />

Also bot es sich an, speziell für Selpublisher und Neuautoren einen günstigen Service<br />

anzubieten. Mittlerweile erhalte ich auch Anfragen von kleineren Verlagen, die gerne<br />

meine Dienste in Anspruch nehmen. Es häufen sich mittlerweile auch Anfragen wegen<br />

Erstellung von Druckvorlagen für Goodies oder Werbeplakate.<br />

Vor allem ist mir wichtig, dass meine Autoren nicht verbiegt werden von mir. Sie können<br />

ihren Stil beibehalten und mit ihren eigenen Texten Erfolg haben. Ich kann nur Tipps<br />

geben und wenn der Autor sich weigert, einen Vorschlag zu übernehmen, dann ist es<br />

so.<br />

Viele Leser sind der Meinung, ein lektoriertes Buch sei auf dem besten Weg, ein<br />

Bestseller zu werden. Wie sehen Sie das?<br />

Stop! Eine ganz wichtige Grundregel, der Urheber ist immer noch der Autor und der entscheidet,<br />

ob Änderungen übernommen werden oder nicht. Viele Autoren, gerade im<br />

Bereich Selfpublishing, lieben Partizipe, also ein Mittelwort zwischen Verb und Adjektiv.<br />

Als Lektor kann man es nur markieren und darauf hinweisen, wenn der Autor diese<br />

Stellen jedoch nicht überarbeiten will, kann der Lektor nur ›weinend‹ zusehen. Ebenso<br />

finden sich immer wieder wörtliche Reden, die mit ›lachte‹, ›grinste‹ beendet werden.<br />

Lachen oder Grinsen ist keine eigene Sprache. Dennoch kann man als Lektor nur<br />

darauf hinweisen.<br />

Auch ich habe anfangs diese Fehler gemacht und musste lernen, diese zu vermeiden.<br />

Bei ›Elaine- Teil 1‹ wurden diese Stellen jetzt nicht überarbeitet und häufen sich in dem<br />

Buch, im zweiten Teil werden sie ausgemerzt. Vielleicht habe ich genau aus dem Grund<br />

besonderes Verständnis für Selfpublisher, weil auch ich meine Eigenheiten habe und<br />

beibehalte.


Eine Frage, die uns brennend interessiert. Was ist der Unterschied zwischen<br />

Lektorat und Korrektorat?<br />

Das Lektorat bezieht sich auf die reine Geschichte. Sind die Zusammenhänge schlüssig?<br />

Lässt sich der Text flüssig lesen? Also reinweg eine Prüfung des Manuskripts.<br />

Das Korrektorat kümmert sich um die Fehler in dem Manuskript.<br />

Gerne werden beide Berufe verwechselt, weil sie ineinandergreifen, dennoch sollte man<br />

auch hier klare Grenzen ziehen.<br />

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?<br />

Was für Pläne? Selbstverständlich habe ich mir auch Ziele gesetzt und bin mir bewusst,<br />

diese nicht immer zu erreichen, dennoch bemühe ich mich. Im Sommer werden mehrere<br />

Teile von ›Martin‹ veröffentlicht werden, wobei ich immer noch am Überlegen bin,<br />

ob ich gleich einen Sammelband veröffentliche oder eher die Kurzromane. Auch will ich<br />

meine Bücher überarbeiten und weitere schreiben.<br />

Ansonsten ist mein Ziel zu überleben. Das Leben ist zu kurz, um alles zu planen. Man<br />

weiß nie, wann es zu Ende ist.<br />

Wie kann man Sie kontaktieren?<br />

Da gibt es viele Möglichkeiten, natürlich über Mail, alles rund um die Bücher und mich<br />

als Autorin unter info@bibi-rend.de, Homepage www.bibi-rend.de.<br />

Das Lektorat hat eine eigene Mailadresse, um beide Tätigkeiten zu trennen.<br />

info@buchstabenpuzzle.de, Homepage www.buchstabenpuzzle.de.<br />

Am leichtesten erreicht man mich bei Facebook unter https://www.facebook.com/bianca.karwatt.<br />

Wir danken Ihnen für den informativen Einblick in Ihr Leben und wünschen Ihnen<br />

weiterhin viel Erfolg als Autorin und Lektorin.<br />

Kurz Vita:<br />

Anfangs sollte es ein Hobby sein, ein Ausgleich zu einem anstrengenden Beruf - dann<br />

aber machte sie mehr daraus. Ihr Pseudonym Bibi Rend hat eine Geschichte. Es ist ein<br />

Andenken an ihre verstorbene Großmutter.<br />

Geboren und aufgewachsen in dem schönen Fuhrberg verschlug es sie für einige Jahre<br />

in die Nachbarstadt Burgdorf. Dort lebte die Mittvierzigerin mit ihrem Mann und ihrer<br />

doch recht eigensinnigen Katze rund zehn Jahre. Ihr Herz zog sie zurück in ihr Geburtshaus,<br />

in dem sie jetzt mit ihrem Mann und ihrer Katze lebt.<br />

Ihren Brotjob gab sie auf und machte sich selbstständig. Heute kümmert sie sich mit<br />

Herz und Verstand um die Werke ihrer Kollegen.<br />

Mehr über die Autorin:<br />

http://www.bibi-rend.de


Kleine Leseprobe Ihres Werkes:


Bibi Rend<br />

Der pfeifende Tiger<br />

Kurzgeschichten<br />

© 2014 Bibi Rend<br />

Die Texte sind urheberrechtlich geschützt. Kopien, auch auszugsweise sind nur mit<br />

ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung der Autorin erlaubt.<br />

Cover: Bibi Rend, www.pixabay.com<br />

Weitere Informationen über die Autorin: www.bibi-rend.de<br />

Der pfeifende Tiger<br />

›Was für eine Nacht‹, denkt sich Elaine beim Aufstehen, schiebt die Erinnerungen an den Traum<br />

beiseite und geht lauwarm duschen. Sie ist neunzehn Jahre alt und macht in einer privaten<br />

Tier-klinik eine Ausbildung zur Tierpflegerin. Ein Blick zur Uhr verrät ihr, dass es Zeit ist, sich<br />

zu beeilen, denn um 4:54 Uhr fährt der Bus, und es ist schon 4:30 Uhr. Also gibt es mal wieder<br />

Butterbrot to go, der Kaffee muss warten. Noch kurz die Hunde füttern und los geht es.<br />

Elaine erwischt den Bus noch mit einem letzten Sprint, begrüßt den Busfahrer wie einen<br />

alten Freund und setzt sich in die erste Reihe, um sich mit dem Fahrer zu unterhalten.<br />

»Na, junge Dame, heute ein bisschen verschlafen? Zumindest siehst Du so aus!«<br />

Elaine schüttelt ihren Kopf und erwidert: »Ach Rick, ich habe sehr schlecht geschlafen. Ein<br />

total schlechter Traum. Allein der Gedanke daran und mir läuft es eiskalt den Rücken<br />

herunter.«<br />

»Wenn Du mir davon erzählen willst, wir haben fünfzig Minuten Fahrt an einem sehr<br />

dunklen Morgen vor uns«, sagt Rick augenzwinkernd zu Elaine.<br />

Und ob Elaine erzählen will, denn sie vertraut Rick. Seit drei Jahren fahren sie jeden Morgen<br />

zusammen die Tour. Rick lässt sie erzählen. Ihm läuft immer wieder ein kalter Schauer über<br />

den Rücken.<br />

Elaines Traum<br />

Der Morgen fing wie immer damit an, dass Elaine die Tiere in ihrem Stall begrüßte und sich die<br />

Krankengeschichten der Neulinge ansah. Der Stall war mit zwölf Hundeboxen ausgestattet, ein<br />

paar neue Tiere sind da. Voller Schreck nahm Elaine wahr, dass sieben der neuen Hunde bissig<br />

sein sollen. Das gibt immer Ärger, weil sie eigentlich nicht an bissige Tiere herandarf, obwohl<br />

sie schon am Ende ihres zweiten Lehrjahres war. Sie konnte es den Hunden nicht verdenken,<br />

dass sie aggressiv sein sollten, alles war neu und fremd. Zwei der neuen Hunde sind Dackel,<br />

die sie schon von Weitem anknurrten, die anderen waren große Hunde über 40 Kilogramm.<br />

›Super, das hat mir nach dieser Nacht noch gefehlt, Frühkraftsport!‹ Elaine ließ ihren<br />

Liebling Teddy in den Innen-Auslauf und machte die Tür zu.<br />

Teddy war ein Bernhardiner, der angeblich bissig sein soll, sich aber als toller Frauenhund<br />

herausstellte. Teddy hatte einen Kreuzbandriss am linken Knie und musste vor vier Tagen<br />

operiert werden. Da Teddy sehr gut lief, durfte er wohl nach Hause. Elaine freute sich immer,<br />

wenn einer ihrer Schützlinge wieder nach Hause durfte.<br />

Während Teddy im Auslauf seinen natürlichen Bedürfnissen nachging, studierte Elaine die<br />

neuen Krankenakten genauer. Zwei neue Beinbrüche, ein Krallenabriss, eine Ellenbogen-OP,


ein Kreuzbandriss, zwei Bauchschnitte und zwei mit Hüftdysplasie, einer davon mit<br />

Lähmungserscheinungen im rechten Bein.<br />

Routiniert fing Elaine an, die Box von Teddy zu reinigen, eine saubere Decke hinzulegen<br />

und frisches Wasser hineinzustellen. Die Schmutzdecke warf sie auf den Gang und brachte den<br />

benutzten Wassernapf in die Futterküche. Teddy kam wieder in seine Box und der Nächste<br />

durfte raus.<br />

Elaine hatte ihr eigenes System, wie die Hunde in den Auslauf kamen, und sie entschied<br />

sich für den Neuzugang Freya, eine irische Wolfshündin, die ebenfalls bissig sein sollte. Sie<br />

musste vorsichtig vorgehen, da sie Freya noch nicht kannte und die Hündin sich erst gestern<br />

den rechten Vorderlauf gebrochen hatte.<br />

Vorsicht brauchte Elaine nicht walten zu lassen, denn die Hündin mochte sie sofort und<br />

ging bereitwillig, sogar freudig mit in den Innenauslauf. Elaine ging weiter ihrer Arbeit nach,<br />

und nur eine dreiviertel Stunde später hatten alle Hunde ihre Geschäfte gemacht und saßen<br />

wieder in ihren sauberen Boxen. Elaine erledigte schnell die anderen Sachen: Medikamente<br />

zusammenstellen, Waschmaschine angeschaltet und die Visite bei den Ärzten mitgemacht.<br />

Danach hatte sie halbe Stunde Pause und konnte endlich einen Kaffee trinken.<br />

Sie hatte sich schon den ganzen Morgen über gewundert, dass die Kollegen so abweisend zu ihr<br />

waren und sie ignorierten.<br />

»Sagt mal, habe ich euch irgendwas getan?«, fragte sie während der Frühstückspause.<br />

Martin, ihr Ausbilder, hob den Kopf, schaute sie böse an und sagte: »Ja, hast du! Wegen<br />

deines kleinen Unfalls vor fünf Tagen haben wir Ärger bekommen. Du bist in der Ausbildung<br />

und hättest nicht an diesen Rottweiler herangehen dürfen. Er war zwar nicht bissig, aber doch<br />

sehr wild und ohne Erziehung. Anscheinend hast du vergessen, dass du ihn kaum halten<br />

konntest und er dich mitgeschleift hat. Ich danke dem Herrn im Himmel, dass du nur eine<br />

dicke Prellung abbekommen hast.«<br />

Kreideweiß gab Elaine kleinlaut zu: »Du hast Recht, Martin, ich hätte jemanden von euch<br />

holen müssen, aber du weißt ja auch, dass am vergangenen Freitag hier sehr viel los war. Und<br />

dann kam noch die Futterlieferung. Wie hätten wir es denn schaffen sollen, wenn der Dicke frei<br />

in der Klinik herumgelaufen wäre. Du weißt doch, dass er schlechte Erfahrung mit anderen<br />

Hunden gemacht hat und seitdem gilt er als aggressiv.«<br />

Martin fauchte Elaine an: »Das ist egal, dir wurde untersagt, an bissige Hunde<br />

heranzugehen und daran hast du dich zu halten. Ende der Diskussion, ich will kein Wort mehr<br />

von dir hören! Du musst vorsichtiger sein.« Solche Worte war Elaine von Martin nicht gewohnt;<br />

sie ging beleidigt zur Kaffeemaschine. Wie sollte sie den Vorfall denn vergessen? Seit<br />

Freitagvormittag hatte sie ständig Schmerzen im linken Bein. Auch jetzt litt sie wieder unter<br />

Schmerzen und überlegte, ob sie noch eine Schmerztablette nehmen sollte. Elaine entschied sich<br />

dagegen und lehnte sich schweißgebadet an den Küchenschrank. Ihre Kollegen schauten nur kurz<br />

auf und schwiegen.<br />

»Ich bin im Behandlungsraum und bereite schon mal alles vor. Das große Wartezimmer ist<br />

sehr voll heute«, nuschelte Elaine und verschwand aus dem Pausenraum.<br />

Sie machte noch kurz einen Abstecher vor die Klinik, ein bisschen frische Luft schnappen, sie<br />

lehnte sich an die Wand und atmete tief durch.<br />

›Wenn doch bloß diese Schmerzen endlich aufhören würden, dann ginge es mir besser‹,<br />

schoss Elaine durch den Kopf. Auf einmal kam ihr ein Bild vor die Augen, und sie musste<br />

anfangen zu lachen: Ein laut pfeifender Tiger saß vor ihr und blickte sie aus großen Augen an.<br />

Sie schüttelte noch einmal kurz den Kopf, um das Bild zu vertreiben und machte sich auf<br />

den Weg in den Behandlungsraum.<br />

In der Klinik befanden sich sechs Behandlungsräume, die Boxen genannt wurden und<br />

jeweils eine eigene Nummer hatten. Elaine war froh, dass sie heute in Box 5 arbeiten würde, die<br />

weit weg vom großen Wartezimmer war, somit gab es dort keinen Menschenauflauf. Die Tiere<br />

waren in dem kleinen Wartezimmer ruhiger und ließen sich besser händeln.<br />

Als Elaine das kleine Wartezimmer kontrolliert und die neuen Zeitungen verteilt hatte,<br />

wurde ihr auf einmal schwindlig, alles drehte sich und schaukelte.<br />

›Auch das noch!‹ Sie ging weiter zur Box 5, um dort alles für einen langen, aufregenden Tag<br />

bereitzulegen.


Die Tierärztin, die heute mit Elaine zusammenarbeiten sollte, hieß Jessica und wurde nur<br />

Jess gerufen. Elaine freute sich, mit Jess endlich wieder zusammenarbeiten zu dürfen, da sich<br />

die beiden auch privat sehr gut verstanden. Elaine war gerade fertig geworden, als Jess mit dem<br />

ersten Patienten reinkam. Eine ältere Dame war mit ihrem zwölf Wochen alten Katzenwelpen<br />

Loki da.<br />

Loki sollte nur untersucht werden, seine Impfung bekommen und gechipt werden. Also<br />

nichts Schlimmes – und es war auch ruckzuck erledigt. Loki war superlieb und bekam sein<br />

Leckerli, während die ältere Dame sich noch wegen der Kastration erkundigte.<br />

Nach zwanzig Minuten ging die Dame, und Elaine musste sich kurz hinsetzen. Jess kam auf<br />

sie zu und fragte, was los sei. Elaine erklärte Jess kurz, dass sie eine schlechte Nacht gehabt<br />

hätte und ihr vermutlich wegen Schlafmangel ständig schwindelig wurde.<br />

Damit wollte Jess sich nicht zufriedengeben, fasste Elaines Stirn an, bemerkte, dass diese mit<br />

kaltem Schweiß benetzt war, und wies ihre Freundin an, sich heute ruhig zu verhalten.<br />

Jess wollte die Patienten selbst aus dem großen Wartezimmer holen und die Proben ins<br />

Labor bringen. Elaine hatte heute nur kleine Handreichungen zu machen und das Röntgen zu<br />

übernehmen. Nach dem fünften Patienten wurde es Elaine übel. Sie meldete sich ab und<br />

verschwand für zwanzig Minuten.<br />

Zwanzig Minuten, die ihre Welt verändern sollten.<br />

Immer noch ein bisschen grün im Gesicht, schlich Elaine über den langen Flur in Richtung<br />

kleines Wartezimmer, bog um die Ecke, und ihr wurde schwarz vor Augen. Sie konnte sich<br />

gerade noch an die Wand lehnen, als sie das Bewusstsein verlor. Elaine hatte nicht<br />

mitbekommen, was sich in diesem Moment im Wartezimmer abspielte.<br />

Aus weiter Ferne hörte sie ihren Namen. Es dauerte lange, bis Elaine die Stimme erkannte,<br />

die aufgeregt und zugleich ängstlich klang. Nur langsam konnte sie die Augen öffnen, sah eine<br />

schattenhafte Gestalt vor sich knien und drei weitere dunkle Gestalten saßen auf den Stühlen.<br />

Da spürte sie ihn: Den stechenden Schmerz in ihrem Bein. Sie wollte sich ruckartig<br />

aufsetzen, wurde aber zurückgedrückt. »Verdammt Elaine, bleib ruhig liegen! Was ist los? Wo<br />

tut es weh?«, hörte Elaine die Stimme von Martin.<br />

Sie machte die Augen weiter auf. Vor lauter Schreck schrie Elaine auf. Oder war es vor<br />

Schmerz? Sie merkte, wie an ihrem linken Bein herumgezerrt wurde. Sie stöhnte laut auf und<br />

sah sich genauer die drei Gestalten im Wartezimmer an.<br />

»Warum sind die beiden dort maskiert?«, fragte Elaine.<br />

»Halt endlich deine Klappe. Du musst das Bein stillhalten!«, fauchte Martin sie an. »Das<br />

wirst Du noch früh genug erfahren!«<br />

Jess saß neben Elaine, hielt ihren Kopf und Tränen tropften dem jungen Mädchen ins<br />

Gesicht.<br />

Ein lautes Reißen erregte ihre Aufmerksamkeit. »Martin, spinnst du? Warum zerreißt du<br />

meine neue Hose!«<br />

Da fing der Ausbilder laut zu fluchen an: »Mädel, bist du verrückt? Wann warst du zum<br />

letzten Mal mit deinem Bein beim Arzt? Das ist ja offen und stark entzündet. Der Eiter läuft<br />

heraus. Wie kann man nur so unvernünftig sein. Dir muss es doch schlecht gehen!«<br />

Da schaltete sich Jess ein und meinte, dass es Elaine heute gar nicht gut ging, ihr ständig<br />

schwindelig würde und sie schon den ganzen Morgen schweißgebadet wäre und dies auch<br />

offen zugegeben hätte.<br />

Bevor Elaine irgendetwas erwidern konnte, brüllte eine fremde Stimme: »Wann kommen<br />

endlich die Betäubungsmittel? Wie lange braucht dieser Trottel, die von der Station zu holen?«<br />

Wieder versuchte Elaine, sich aufzusetzen. Jess drückte sie energisch zurück, war aber nicht<br />

schnell genug gewesen, Elaine hatte etwas gesehen.<br />

Der eine maskierte Mann hatte eine Pistole in der Hand und fuchtelte wild damit herum.<br />

Der zweite maskierte Mann sagte mit leiser, melodisch klingender Stimme: »Junge, bleib<br />

ruhig, unser Kumpel ist doch dabei! Der wird schon aufpassen, dass alles glatt läuft! Und jetzt<br />

lass den Mann das Mädel behandeln, sieht ja wirklich übel aus mit dem Bein!«<br />

Die dritte Person war ein junges Mädchen, das schon Stammkundin mit ihrem Häschen<br />

war. Es saß ganz still in der äußersten Ecke des Wartezimmers.


Martin stand auf, ging in die Behandlungsbox und blieb dort eine Weile. Der bewaffnete Mann<br />

beobachtete Martin die ganze Zeit, während ihr Ausbilder Wunddesinfektionslösung, Tupfer<br />

und Verbandsmaterial zusammensuchte.<br />

Als Martin den Schrank zu den Medikamenten öffnete, wurde er drohend gefragt: »Was<br />

suchst Du da?«<br />

Martin drehte sich ruhig herum und erklärte, dass Elaine sofort Antibiotika brauchte, und<br />

ein Schmerzmittel könnte auch nicht schaden.<br />

Der Maskierte zeigte sich einverstanden und gab Martin ein Zeichen weiterzumachen.<br />

Der Mann mit der melodischen Stimme sagte dann: »Ihr wollt der Kleinen doch wohl keine<br />

Viechermedizin geben?«<br />

Jess fauchte weinend zurück: »Doch! Es zählt jede Sekunde, und wer weiß, wann wir hier<br />

herauskommen! Ich will meine Freundin nicht tot raustragen!«<br />

Martin kam zurück, setzte sich neben Elaine und badete das Bein in der<br />

Wunddesinfektionslösung. Elaine schrie auf vor Schmerz, wurde aber von Jess gleich wieder<br />

beruhigt und merkte, wie Martin das Hosenbein weiter aufriss.<br />

»Bleib ruhig, Kleine! Ich muss dir die Spritze geben, sonst wird es noch schlimmer.<br />

Bekommst auch gleich etwas gegen die Schmerzen!«<br />

Kleine? So hatte Martin Elaine noch nie genannt. Sie spürte einen Stich im Oberschenkel,<br />

dann drückte es ganz stark in den Muskeln.<br />

»Martin, wie viel Antibiotikum haust Du mir denn da rein? Ich bin doch kein Elefant!«,<br />

wisperte Elaine leise, als sie schon einen zweiten Stich auf dem Handrücken spürte.<br />

Jess spritzte ihr das Schmerzmittel. Das war das Letzte, was Elaine mitbekam. Sie fiel in<br />

einen Dämmerzustand, halb wach, halb schlafend, fühlte sie sich wie auf Wolken gebettet.<br />

Alles um sich herum nahm Elaine nur verschwommen wahr. Nach gefühlten Tagen, in<br />

Wirklichkeit aber nur einer Stunde, richtete sie sich auf und fühlte sich schon viel besser.<br />

Mit Martins Hilfe stand sie auf und setzte sich auf einen Stuhl. Jess gab ihr sofort etwas zu<br />

trinken. Nach wenigen Minuten kam Elaine wieder ein bekanntes Bild vor die Augen: Ein<br />

pfeifender Tiger, der ihr zuzwinkerte und seinen Kopf ruckartig in Richtung der Verbrecher<br />

bewegte.<br />

Langsam kehrte bei Elaine die Realität wieder ein. Sie wurde bedroht! Sie wurde gefangen<br />

gehalten!<br />

Bevor Martin oder Jess eingreifen konnten, sprang Elaine auf und ging zügigen Schrittes auf<br />

die beiden Maskierten zu. Sie sah sehr entschlossen und gefährlich aus. Martin sprang auf, war<br />

aber zu langsam. Durch die Wirkung der Medikamente schien Elaine verrückt geworden zu<br />

sein.<br />

Mit weit aufgerissenen Augen mussten Jess und Martin mitansehen, wie Elaine einen Arm<br />

hochriss und dem einen Maskierten die Waffe aus der Hand schlug. Martin wurde brutal zur<br />

Seite geschubst, wodurch er zu Boden stürzte. Der dritte Maskierte stürzte vom Gang aus durch<br />

das Wartezimmer direkt auf Elaine zu und schlug ihr seine Waffe brutal auf den Kopf.<br />

Statt dass Elaine zu Boden ging, drehte sie sich herum, lachte einmal kurz laut und höhnisch<br />

auf und trat zu.<br />

Laut stöhnend griff der Mann sich zwischen die Beine, sank auf die Knie, fluchte laut und<br />

fiel. Er lag vor Schmerzen gekrümmt am Boden und verlor sein Bewusstsein.<br />

Der Maskierte mit der melodischen Stimme, der sich bislang sehr zurückhielt, sprang auf<br />

und legte von hinten die Arme um Elaine, die den Kopf ruckartig nach hinten riss und den<br />

Mann dadurch bewusstlos schlug.<br />

Der andere zweite Maskierte suchte immer noch verzweifelt nach seiner Waffe und bekam<br />

von dem Tumult hinter ihm nichts mit.<br />

Das war das Zeichen für Martin und die gleichzeitig hereinstürmenden Polizisten. Elaine<br />

sah noch einmal ein Bild vor sich: Einen pfeifenden Tiger, der siegessicher aufbrüllte!<br />

Sie lächelte, als sich alles um sie herum zu drehen begann und sie versuchte, auf wackligen<br />

Beinen wegzugehen. Martin fing die schwankende Elaine auf, während sich die Polizei um die<br />

drei Maskierten kümmerte.<br />

Jess brach in einem Heulkrampf zusammen und wurde von ihrem Kollegen und<br />

Lebensgefährten Lutz betreut. Lutz war die ganze Zeit des Überfalls von dem einen Maskierten


egleitet worden, um die Medikamente zu besorgen. Er war mit den Nerven genauso fertig wie<br />

Jess.<br />

Um Elaine wurde es dunkle Nacht.<br />

Als Elaine aufwachte, lag sie in einem Bett. In einem schönen, wolkenweichen Bett, die Wände<br />

waren himmelblau.<br />

»Wo bin ich?«, nuschelte Elaine leise und klang verwaschen.<br />

Sie blickte sich weiter um. Rechts neben dem Bett stand ein Stuhl, und auf diesem saß<br />

Martin und schlief.<br />

Elaine versuchte, sich aus dem Bett zu lehnen, fiel aber wieder zurück und stöhnte laut auf.<br />

Martin schreckte hoch, kam sofort zu ihr und setzte sich auf die Bettkante.<br />

»Du bist doch wohl vollkommen verrückt geworden, Elaine!«, sagte Martin kopfschüttelnd<br />

mit ruhiger Stimme.<br />

Erst da sah Elaine, dass er einen Kopfverband trug und fragte: »Warum liegst du mit der<br />

Kopfverletzung nicht im Bett, Ausbilder? Tolles Vorbild!«<br />

Martin lachte leise auf und erzählte Elaine die ganze Geschichte.<br />

Elaine wurde kreidebleich, als Martin ihr erzählte, dass sie die drei Maskierten alleine<br />

überwältigt hatte, obwohl sie selbst schwer krank war.<br />

Martin fragte sie dann: »Welcher Teufel hat dich bloß geritten, so etwas Leichtsinniges zu<br />

machen?«<br />

Elaine antwortete: »Nein, kein Teufel. Ein laut pfeifender Tiger saß vor mir. Er hat mir<br />

gesagt, was ich tun muss, damit alles wieder gut wird.«<br />

Kopfschüttelnd verabschiedete sich Martin, und Elaine schlief Ihrer Genesung entgegen.<br />

Nach fünf Wochen war Elaines Bein komplett verheilt und sie durfte wieder zur Arbeit gehen.<br />

Die Kollegen hatten eine kleine Begrüßungsfeier vorbereitet, an der auch die Tierärzte<br />

teilnahmen. Dann kam der Professor mit einem anderen Herrn in den Raum, es wurde still.<br />

Der Professor stellte den Herrn als Bürgermeister vor. Die beiden hielten eine kurze Rede, in<br />

der sie Elaines Einsatz lobten und mitteilten, dass die drei Männer schon seit über zwei Jahren<br />

gesucht wurden. Elaine würde eine hohe Belohnung erhalten, die sie aber ausschlug und<br />

darum bat, dass das Geld dem Tierschutz zur Verfügung gestellt wurde. Der Bürgermeister<br />

freute sich über die Mitteilung und erklärte sich sofort bereit, die Summe zu verdoppeln. Das<br />

Geld sollte für die geplante Katzenhilfe genutzt werden.<br />

Von diesem Tag durfte Elaine auch an die aggressiven Tiere herangehen. Jeden Tag dankte<br />

sie ihrem kleinen, pfeifenden Tiger, der ihr das Leben rettete.<br />

Epilog<br />

Rick hat sich die ganze Geschichte angehört. Ihm läuft immer noch kalter Schweiß von der<br />

Stirn.<br />

Mit zittriger Stimme sagt er zu Elaine: »Oh Mann, da hätte ich kein Auge mehr zugetan,<br />

mein Mädchen. Ich bin immer noch am Zittern. Nur gut, dass wir an der Endstation<br />

angekommen sind und ich Pause machen kann. Elaine? … pass auf dich auf! Wir brauchen dich<br />

noch!«<br />

Elaine verabschiedet sich von Rick: »Fahr vorsichtig! Danke fürs Zuhören! Bis morgen«<br />

»Bis morgen«, sagt Rick und schüttelt sich.<br />

Danke an Bibi Rend für die tolle Leseprobe

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