Aufrufe
vor 5 Monaten

WLZ 52 Februar 2018

Leserservice Serie Natur

Leserservice Serie Natur entdecken - Hermannshöhle Sie ist nicht nur die größte Tropfsteinhöhle Niederösterreichs, sondern wurde bereits im Jahre 1931 zum Naturdenkmal erklärt - die Hermannshöhle in Kirchberg am Wechsel Entdeckt und erforscht Erschreckend und faszinierend zugleich muss es sein, wenn es einem den Boden unter den Füßen wegreißt und man sich in einer dunklen, fremdartigen Welt wiederfindet. So muss es für jenen Hütebuben gewesen sein, der 1790 auf der Jagd nach Wildtauben durch den Boden krachte. Der Junge konnte gerettet werden, wobei die Retter dabei eine geräumige Höhle entdeckten, die sich in die Tiefe fortsetzte. Dieser Eingang heißt seither „Taubenloch“. Die Hermannshöhle befindet sich auf dem ca. 1 km vom Markt Kirchberg am Wechsel entfernten Eulenberg und wurde seither erforscht. 1836 stieg der Reiseschriftsteller J.A. Krickel in die Höhle hinab und veröffentlichte zwei Jahre später den ersten Bericht darüber. Als Erschließer der Höhle gilt Hermann Steiger von Amstein. Er war der Verwalter der Burg Feistritz und erforschte die Höhle ab 1843. Fasziniert von ihrer Schönheit machte er sie Interessierten als Schauhöhle zugänglich. Seit 1845 trägt sie seinen Namen. Heute ist die Höhle mit sehr großer Wahrscheinlichkeit vollständig erforscht, so Barbara Wielander vom Hermannshöhlen Forschungs- und Erhaltungsverein, der die Schauhöhle betreibt. Die letzten neuen Gangteile wurden in den 1980er-Jahren entdeckt und vermessen. Ganz auszuschließen sei allerdings nicht, dass man z.B. durch Ausgraben eines verlegten Schlufes (Anm.: Engstelle in einer Höhle) Neues entdeckt, so Wielander. Die Summe aller vermessenen Höhlengänge beträgt über 4.400 m. Entdeckungsreise unter Tage Mit geführten Touren kann man sich einen Einblick in diese faszinierende Unterwelt verschaffen. Staatlich geprüfte Höhlenführer geben Einblicke in die Besonderheiten der Hermannshöhle. Bei der Normalführung betritt man die Höhle durch den unteren Eingang, dem Windloch, und wandert ca. eine Dreiviertelstunde lang bis zum oberen Eingang, dem Taubenloch. Das heißt man geht den umgekehrten Weg, den die Ersterforscher gegangen sind. Die erste größere Halle auf diesem Weg ist die Dietrichshalle. Vom Balkon dieser Halle aus blickt man in die Halle hinunter auf das Tropfsteinwahrzeichen der Höhle, den „Spitzenvorhang“. Auch der Niagarafall, ein Tropfsteingebilde in Form eines Wasserfalls, ist bemerkenswert. Wer sich für die erweiterte Führung entscheidet, erhält auch einen Einblick in das Kyrlelabyrinth. Es ist engräumig und verwinkelt und man sieht dort sehr schöne, weiße Tropfsteine. Da hier seltener geführt wird, finden sich hier oft mehr Fledermäuse. Einen dritten Einblick in die Höhle erhält man mit einer Abenteuerführung, bei der die Besucher mit Helm und Stirnlampe ausgestattet werden und quasi am eigenen Leib erfahren, wie es ist, eine Höhle zu erforschen: Es werden in ca. 3 Stunden nicht mehr regulär begangene Wege genutzt. Alte Steiganlagen sind nicht mehr vorhanden, es werden Seil- und Leiterhilfen verwendet, stellenweise wird gekraxelt und gekrabbelt, um ans Ziel zu kommen: Man erreicht den Ölberg und das Hungerturmlabyrinth. Faszinierende Tierwelt Die zahlreichen Tropfsteingebilde, Gänge und Hallen bilden nur eine Faszination der Hermannshöhle. Auch zahlreichen Tieren bietet die Höhle Schutz und Lebensraum. Allen voran ist sie für 17 verschiedene Fledermausarten das wichtigste Winterquartier in Niederösterreich, was sie zugleich zur artenreichsten Höhle Österreichs macht, was Fledermäuse betrifft. Jedes Jahr überwintern rund 2.500 Fledermäuse, weshalb die Höhle im Winter für Besucher gesperrt ist. Besucher erhalten den besten Einblick in diesen großen Fledermausreichtum zwischen April und Anfang Mai sowie im Herbst zwischen Ende September bis Oktober. Auch Höhlenspinnen, Höhlenheuschrecken und kleine Die Hermannshöhle besticht durch seinen ungewöhnlichen Tropfsteinreichtum. Krebse sind in der Höhle zu beobachten. Am Eingangsbereich überwintern die Schmetterlinge Zackeneule, Wegdornspanner und Tagpfauenauge. Eine weitere Besonderheit betrifft die Temperatur, die in der Höhle das ganze Jahr über gleich ist. Interessant ist der kalte Luftzug im Hochsommer, der aus dem Windloch kommt. Einen besonders schönen Lichteinfall bis in Fotos: Hermannshöhlen Forschungs- und Erhaltungsverein 14 Wechselland Zeitung | März 2018

Leserservice Führungen sind ab 24.03. möglich. Einzelpersonen können spontan zu den Führungszeiten kommen, Gruppen ab 15 Personen müssen sich anmelden und können auch außerhalb der regulären Führungszeiten kommen. Die genauen Zeiten finden Sie auf der Homepage www.hermannshoehle.at. Jubiläumsfeier am 5. + 6. Mai 150 Jahre Hermannshöhle - 50 Jahre Hermannshöhlenverein Highlights: historische Führungen, Festvorträge und vieles mehr. Tipp: Den Besuch der Hermannshöhle können Sie auch mit einer Wanderung verbinden. So gibt es einen „Themenweg Hermannshöhle“ sowie einen Rundweg in Verbindung mit der Kernstockwarte. die Fürstenhalle im oberen Höhlenteil ist im Sommer über Mittag zu beobachten, so Wielander. Die frühere Generation an Höhlenforscher glaubte übrigens daran, dass die Höhle bis zur Burg Kranichberg reiche. „Man kann sich den Eulenberg als einzeln stehenden Kalksteinberg vorstellen. Das Gestein drum herum ist nicht verkarstungsfähig, darum ist es auch ausgeschlossen, dass sich die Höhle über den Berg hinaus erstreckt“, dementiert Wielander, und ergänzt: “Unterhalb der Hermannshöhle gibt es noch eine Höhle, die Rauchspalten. 17 verschiedene Fledermausarten überwintern in der Hermannshöhle und macht sie zur artenreichsten Höhle Österreichs, was Fledermäuse betrifft. Man hat in den 90ern eine Zeit lang versucht, eine schliefbare Verbindung von der Hermannshöhle zu den Rauchspalten zu finden - es existiert eine schon wesentlich früher nachgewiesene Rauchverbindung zwischen den beiden Höhlen. Die Verbindung ist aber so eng, dass man nicht durch passt“. ❏ Stefanie Schadler Fenster • Türen • Tore • Sonnenschutz 7423 Pinkafeld • Grafenschachen 274 T: 0676 / 94 83 153 • info@wappel-fenster.at • www.wappel-fenster.at Verkauf & Montage - Qualität vom Profi gültig bis Ende März -5% Winteraktion Wir haben für jedes Kaminproblem eine Lösung! Bahnstraße 14/2 | A-2870 Aspang-Markt | Tel: 02642/524 63 Mobil: 0676/438 12 51 | office@ecker-kamintechnik.com www.ecker-kamintechnik.com Wechselland Zeitung | März 2018 15

WLZ 43 | September 2016
WLZ 40 e-paper!
WLZ 40 | März 2016
WLZ 44 | November 2016
WLZ 51 | Februar 2018
WLZ 46 | März 2017
WLZ 46 | März 2017
WLZ 42 / Juli 2016
WLZ44-16
WLZ 41 | Mai 2016
Zeitung 1 2018 homepage
WLZ45
WLZ39 e-paper
Bildung als Investition in die Zukunft - Wirtschaftsplattform ...
Hauptplatz Aspang in neuem Gewand - Wirtschaftsplattform ...
KV.info Februar 2018
Die Weinstraße - Jänner/Februar 2018
WLZ Anzeigenformate 2014 - Wirtschaftsplattform Wechselland
Februar 2013 - Stargarder Land