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SchlossMagazin Bayerisch-Schwaben März 2018

12 | REGION | GEIGER

12 | REGION | GEIGER LINUS ROTH STARS IN DER STADT: Linus Roth Weltklasse-Geiger in Augsburg Der Augsburger Stargeiger Linus Roth ist zweifacher Echo Klassik-Preisträger und seit 2012 Professor am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg. Vor kurzem war er zusammen mit den Augsburger Philharmonikern beim 5. Sinfoniekonzert „Verboten und verfolgt“ zu hören. Am 10. März widmet er sich im Goldenen Saal des Rathauses in einem besonderen Konzert drei bedeutenden Werken von Johann Sebastian Bach für Violine solo. FOTO Dan Carabas Die Werke des Thomaskantors sind für Linus Roth „etwas Einzigartiges und auch heute noch extrem Zeitgemäßes“. Weiter sagt er dazu: „Bach hat die sechs Solosonaten und Partiten in den Jahren 1718 bis 1720 komponiert. Der Goldene Saal ist ursprünglich aus dem 17. Jahrhundert, meine Stradivari aus dem Jahr 1703 – mehr Inspiration kann man sich als Künstler nicht wünschen.“ Dieses Konzert hat aber auch mit einer weiteren Augsburger Funktion des brillanten Geigers zu tun: Linus Roth spielt es zugunsten des 10. Internationalen Violinwettbewerbs Leopold Mozart 2019, dessen neuer Künstlerischer Leiter er ist. Das 10. Geigenfest wird vom 31. Mai bis 8. Juni 2019 stattfinden, im 300. Geburtsjahr seines Namensgebers Leopold Mozart. Linus Roth und Paul Waning, 1. Vorsitzender des Leopold-Mozart-Kuratoriums, werden um 19:00 Uhr den Wettbewerb vorstellen. Seit der Auszeichnung mit dem Echo Klassik-Preis als „Bester Nachwuchskünstler 2006“ für seine EMI Debut CD gehört Linus Roth zu den interessantesten Geigern seiner Generation und hat sich nicht nur mit dem Standardrepertoire, sondern auch mit der Wieder- oder Neuentdeckung zu Unrecht vergessener Werke einen internationalen Namen gemacht. Im Jahr 2017 erhielt er erneut den Echo Klassik-Preis – für seine CD mit dem London Symphony Orchestra unter Thomas Sanderling. Er hat in den letzten Jahren vor allem durch seine Konzerte und CD-Aufnahmen mit Werken des jüdischen Künstlers Mieczysław Weinberg (1919-1996) Aufsehen erregt. Roth pflegt zudem Dimitri Schostakowitschs Werk wie auch die Werke vieler anderer verfemter Komponisten. # INFORMATIONEN www.mozartstadt.de

| REGION | 13 DIE FUGGERKAPELLE IN ST. ANNA ist heute ein weit und breit einzigartiges konfessionelles Kuriosum. FOTO Martin Kluger / context verlag Augsburg JAKOB FUGGER CONSULTING Augsburg der Renaissance im Jahr 2018 Als „Renaissancestadt“, als „Reformationsstadt“ und als „Fuggerstadt“ wirbt Augsburg um Städtetouristen – 2018 intensiver denn je. In der Fuggerstadt stehen große Ereignisse an, die dann genau ein halbes Jahrtausend her sind – und beide untrennbar mit Jakob Fugger „dem Reichen“, aber auch mit Namen wie Albrecht Dürer und Martin Luther verbunden sind. Mit der Weihe der Fuggerkapelle vor 500 Jahren – sie ist der erste Renaissancebau im heutigen Bayern und ein vielleicht sogar weltweit einmaliges konfessionelles Kuriosum – sowie mit dem Verhör Martin Luthers in den Fuggerhäusern im Oktober 1518 kann die Stadt mit zwei bedeutenden Kapiteln aus der „goldenen“ Epoche der ehemaligen Reichsstadt aufwarten. 2018 wird außerdem die Uraufführung des ersten Fugger-Musicals „Herz aus Gold“ auf der Freilichtbühne des Theaters Augsburg inszeniert – es geht um Liebe in Zeiten der Renaissance. Und mit Wasserkunst und Brunnenkunst aus der Zeit der Renaissance könnte Augsburg 2018 vielleicht sogar UNESCO-Welterbe werden. Eine der Hauptsehenswürdigkeiten, die Fuggerkapelle in St. Anna, wurde vor 500 Jahren, am 17. Januar 1518, geweiht. 1506 beschlossen Ulrich und Jakob Fugger den Bau einer Familiengrablege als neuen Westchor der Karmeliterklosterkirche St. Anna. Die fürstlich ausgestattete Kapelle wurde Augsburgs ers ter Bau im Stil der italienischen Renaissance – der erste auf dem Gebiet des heutigen Bayern. Albrecht Dürer war durch Entwürfe für die Epitaphe Ulrich und Georg Fuggers gesichert an der Ausstattung der Fuggerkapelle beteiligt. Dass die katholische Familiengrablege der Fugger in der längst evangelischen Pfarrkirche St. Anna liegt, ist heute ein weit und breit einzigartiges konfessionelles Kuriosum. Mit den Karmelitern bei St. Anna und mit Jakob Fugger verbindet sich das zweite „Halbtausendjährige“ in der Renaissancestadt. Vom 7. bis zum 20. Oktober 1518 hatte der Konvent der Karmeliter Martin Luther eine Bleibe geboten. Der Reformator war als Randfigur eines Reichstags nach Augsburg gerufen worden: Am 12., 13. und 14. Oktober wurde der Mönch aus Wittenberg im neuen Stadtpalast Jakob Fuggers „des Reichen“ durch den aus Rom angereisten Kardinallegaten Cajetan verhört. Eine Gedenktafel an den Fuggerhäusern erinnert an dieses Aufeinandertreffen. Dass Luther nicht widerrief, erzählt die Ausstellung im reformationsgeschichtlichen Museum Lutherstiege bei St. Anna. 2018 steht aber auch die Uraufführung des ersten Fugger-Musicals mit dem Titel „Herz aus Gold“ (30. Juni bis 28. Juli) an. Aufführungsort ist die Freilichtbühne des Theaters Augsburg am Roten Tor. Die Kulisse ist natürlich ebenfalls Renaissance – das Stadttor in seiner heutigen Form und die Bastion am Roten Tor errichtete der Augsburger Renaissancebaumeister Elias Holl. # INFORMATIONEN www.augsburg-tourismus.de