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Hysterie und Justine

Hysterie und Justine

Justine

Justine Hysterie Justine Hysterie Hysterie und Justine Teich mit den bunten Fischen und an das Kaminfeuer gedacht. Aber das verging schnell. Ich habe plötzlich einen solchen Hunger gekriegt, dass ich schnurstracks in das nächste Dorf gelaufen bin und mir dort eine Riesenwurst gekauft habe. Ich habe auch einen Pilzsammler getroffen. Er hatte soviele Pilze gesammelt, dass er drei riesengrosse Pyramiden damit aufbauen konnte. Ich fragte ihn, ob er mich nicht zu einem Pilzragout einladen wolle. Er hat gesagt, das ginge leider nicht, er wisse nicht, ob die Pilze giftig seien oder nicht. Ich habe ihm gesagt, ich wisse das auch nicht genau, aber er solle doch zu einem Pilzinspektor gehen und sie untersuchen lassen. Er sagte, das sei eine gute Idee, er hätte sich auch schon überlegt, dies zu tun. Drei Wochen lang habe ich ihm geholfen, Pilze zu suchen. Gegessen haben wir immer im Dorf, weil wir dachten, es könnte zu gefährlich sein, von den Pilzen zu essen, ohne genau zu wissen, ob sie giftig seien oder nicht. Ich habe öfters den Vorschlag gemacht, zum Pilzinspektor zu gehen, und jedesmal antwortete er mir, das sei eine gute Idee, er habe sich das auch schon überlegt. Nach drei Wochen hatte ich ganz tolle Rückenschmerzen vom Pilzesammeln und ausserdem wurde es langsam teuer, immer im Dorf zu essen. Da bin ich zu einem Bauern gegangen und habe einen Schubkarren ausgeliehen. «Hilf mir, ich will zum Pilzinspektor», habe ich zu meinem Pilzsammler gesagt, und da haben wir beide ganz mutig mit einer Riesenschaufel in die Pilzpyramide reingehauen. Innendrin war natürlich alles längst verfault, voll von kleinen Tierchen und so. Wir haben uns ganz entsetzt angesehen. Er war völlig verzweifelt, und ich habe gesagt, ich würde jetzt dem Bauern die Schubkarre zurückbringen. Ich bin natürlich nie zurückgekehrt. © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. Ehrlich gesagt, ich kann Pilze nicht ausstehen. Ich auch nicht. Obwohl sie ja sehr interessant sind. - 7 -

Justine Hysterie Justine Hysterie Justine Hysterie Justine Hysterie Justine Hysterie Justine Warum das denn? Na, weil sie einfach so – zip – aus dem Boden schiessen, ganz ohne Wurzeln. Ein bisschen Wasser genügt und schon sind sie da. Richtig willkürlich. Richtig liederlich. Wahllos. Und oberflächlich. Ohne, dass irgendjemand sie haben will. Aufdringlich. Grauenhaft. Widerlich. Beide erschöpft, machen es sich gemütlich. Ach weisst du, ich kenne soviele Leute, die erzählen sich die erstaunlichsten Sachen, von der Weltgeschichte über die Kunst bis hin zu den neuesten, alternativen Heilpraktiken. Ich höre immer ganz gerne zu, weil ich mir denke, so muss ich doch wenigstens die Zeitung nicht lesen. Aber ehrlich gesagt, was mich wirklich beeindruckt ist, wenn eine etwas erzählt, was sie sich selbst ausgedacht hat. Das kommt nicht so oft vor, finde ich. Justine reagiert nicht, Schweigen. Ja, du hast recht. Die Faulheit ist für mich zu einem Lebensstil geworden. Ich denke mir täglich tausend Dinge aus, die ich tun könnte aber schliesslich nicht tue, und zwar einfach, weil ich nicht will. Ich könnte schon, aber ich will nicht. So kann ich mein Leben lang nichts tun und mich dabei erhaben fühlen. © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. Falls du dich in deiner Selbstgefälligkeit tatsächlich so gut zurechtfindest wie es den Anschein macht, bitte. Aber sei so gut und bleib mir mit deinem Gejammer vom Leib. Du bist eine richtige Trantüte geworden. Ich würde dir anraten, das nächste Jahr auf einem Bauernhof zu verbringen. Ein bisschen Sonne, ein bisschen Kühe und ein bisschen Arbeit. - 8 -

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