Aufrufe
vor 7 Monaten

Schnurgerade Landstrasse

Schnurgerade Landstrasse

Mann: Gar nicht

Mann: Gar nicht hinschauen. — Mann, sind die aber schwer! 1. Frau: Beeil dich lieber! (Beide ab. Die Hausmeisterin kommt, bleibt stehen) Hausmeisterin: Ist Ihnen nicht gut? Sie bluten ja. — Warten Sie ich rufe einen Rettungswagen. Erich: Nein, nein. Ist nicht nötig. Hausmeisterin: Aber.... — Was ist passiert? Erich: Ist nichts. (steht schwankend auf, lehnt sich gegen die Hauswand) Hausmeisterin: Soll ich nicht lieber.... Erich: Verschwinden Sie! Hausmeisterin: Na schön. Sie sind doch.... der bei Herrn Holzapfel eingezogen ist, der jetzt bei den Eskimos.... ich meine.... bei.... helfen Sie mir.... Erich: Haben Sie nie das Verlangen gehabt, auszubrechen? Hausmeisterin: Auszu.... — Wie meinen Sie das? Erich: Ich bin aus der Strafanstalt ausgebrochen. Aus meiner Strafanstalt. Lebenslänglich. Hausmeisterin: Kommen Sie. Es ist nicht weit. Erich: Haben Sie keine Angst? Hausmeisterin: Sie sind kein entwichener Sträfling. Erich: Doch. Sie haben kein Recht....! Hausmeisterin: Kommen Sie. Erich: Es ist gefährlicher, als ein gewöhnliches Verbrechen. Verstehen Sie? Für gewöhnliche Verbrechen hat man genaue Gesetze. Hausmeisterin: Kommen Sie. - 35 - © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht.

9. Szene Zimmer bei der Hausmeisterin. Ein Bett. Erich sitzt darauf. Die Hausmeisterin kommt mit einer Flasche Cognac und einem Glas. Sie giesst ein, reicht Erich das Glas. Er trinkt. Erich: Schnurgerade Landstrasse. Und du trabst vorwärts. Vorwärts. Hausmeisterin: Ich hole Verbandstoff. Ziehen Sie die Jacke und das Hemd aus, wenn Sie es allein schaffen. (geht hinaus) (Erich versucht die Jacke auszuziehen. Die Hausmeisterin kommt mit Verbandszeug zurück. Hausmeisterin: Warten Sie! (hilft ihm) Das reicht schon. (verbindet ihn) Nun erzählen Sie mal, was mit Ihrem Arm passiert ist. Erich: Streifschuss. Ist komisch, was? (lacht) Sonst verfehlen die Polizisten nie..... den Kopf. (Pause) Da wird einer zu seinem eigenen Mörder gemacht.... weil er der einzige ist, der es nicht ist. Und was, wenn er es plötzlich selbst glaubt, wenn er plötzlich das Spiel spielt, weil.... (Pause) Haben Sie vom Mordfall Rolf Zimmermann nicht gehört? Hausmeisterin: Sie brauchen einen Arzt. Keine Angst, man wird Sie nicht einsperren, nicht ins Gefängnis. Sie brauchen einen Arzt. Erich: Ich bin nicht plemplem, wenn Sie das meinen. Hausmeisterin: Natürlich nicht. Erich: Personaleingang. Rolf steckt seine Karte in die Stechuhr. Hausmeisterin: Was? Erich: Abteilung Haus und Garten. Rolf im blauen Berufsmantel. Er schaut zum Fenster hinaus. - 36 - © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht.

Du bist frech, mein Junge
Teil 1