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ArcheTitanic

ArcheTitanic

Arche Titanic 11. Szene

Arche Titanic 11. Szene Wir sehen ins Zimmer von Anna Wallau. Franziska von Pflungk sitzt, als Reporter gekleidet, am Schreibtischchen und überfliegt ihr Manuskript. Harry Hirsch, wieder Versicherungsagent, und Robert Althaus, wieder Briefträger, lassen sich leise stöhnend aufs Sofa fallen. Anna Wallau setzt sich neben sie auf einen Stuhl. Anna Wallau ruhig. Wenn Ihnen nicht besser wird, meine Herren, können wir immer noch den Notfalldienst benachrichtigen. Harry Hirsch Ich fühle mich so... so mitgenommen, irgendwie, als wäre ich... es tönt abstrus, ich weiss... als wäre ich hellwach in einen Traum abgestürzt. Robert Althaus In meinem Kopf ist es... wie soll ich sagen? ...wie wenn es ein riesiger Kopf voll kleiner Köpfe wäre. Anna Wallau Ich kenne das Gefühl. Sie sind beide auf dem besten Weg, dichterische Phantasie zu entwickeln. Harry Hirsch richtet sich kurz auf, erblickt Franziska von Pflungk. Ach! Jetzt sehe ich d i e wieder! Sinkt zurück. Anna Wallau Franziska von Pflungk, ja. Es ist der 15. April 1912, ein Montag, kurz vor zwei Uhr morgens. Frau von Pflungk hatte sich zu den Küchen hinunter begeben, um nach einer gut verschliessbaren Flasche mit weitem Hals zu fragen. Doch bevor sie überhaupt eingetreten war, hatte sie den Gedanken, ihr Theaterstück als Flaschenpost den Wellen anzuvertrauen, bereits wieder als zu romantisch verworfen. Sie war dann zum oberen Deck hinaufgestiegen, hatte zugeschaut, wie die letzten Rettungsboote abgefiert wurden, und war durch den Palmengarten und das Foyer erster Klasse in ihre Kabine zurückgekehrt. – Die „Titanic“ neigt sich jetzt immer stärker. Frau von Pflungk rollt ihr Manuskript ein, klemmt es sich unter den Arm und verlässt die Kabine. Franziska von Pflungk geht, die Manuskriptrolle unter dem Arm, - 37 - © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht.

aus dem Zimmer. Im eiskalten Wasser, davon ist sie überzeugt, wird sie nur kurz zu leiden haben. Robert Althaus schiesst auf, erregt. Warum halten Sie die Frau nicht auf? Sie müssen sie doch zurückhalten! Anna Wallau Wozu denn, Herr Althaus? Es ist schon 2 Uhr 18. Die Schiffsbeleuchtung flackert noch einmal kurz auf. Das Bühnenlicht flackert, erlischt. Anna Wallau spricht den letzten Satz in die Finsternis. Dann bricht die „Titanic“ entzwei. * © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. - 38 -

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