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Schachnovelle

Schachnovelle

Schachnovelle Sie sicher, ein verschwiegener Mann, man kann ihm ohne weiteres einiges anvertrauen. Bei ihm müssten wir wohl alles rausprügeln, wohingegen Sie sicher vernünftiger sind, nicht wahr. Wir wollen von Ihnen ja nur einige Details bestätigt haben, die wir ohnehin schon wissen. Dr. B.-Spieler schweigt. Aber wir haben Zeit, wir haben Zeit... Der Verhörer verstaut die Dokumente in der Schublade. Ab hinter Kulissenwand. Black. 3. Szene Fade in. Lichtwechsel. Wieder Zimmer von vorher. Dr. B.-Spieler geht unruhig umher und murmelt vor sich hin. Dr. B.-Erzähler erscheint wieder auf seinem Platz an der Reling, wirft einen Blick auf den Spieler und wendet sich wieder ans Publikum. Dr. B.-Erzähler Aber das Verhör war noch nicht das Schlimmste. Das Schlimmste war das Zurückkommen nach dem Verhör in mein Nichts. Denn kaum allein mit mir, versuchte ich zu rekonstruieren, was ich am klügsten hätte antworten sollen und was ich das nächste Mal sagen müsste, um den Verdacht wieder abzulenken, den ich vielleicht mit einer unbedachten Bemerkung heraufbeschworen hatte. Dr. B.-Spieler für sich. ...Das Dokument. Woher haben sie das Dokument? War es ein Doppel? Für wen war es bestimmt? Ja, hatt ich es denn schon abgeschickt?... Der Kanzlist, der verfluchte Kanzlist... hat gute Arbeit geleistet! Was haben die von ihm erfahren?... Was für Akten waren das!? ...Hübsche Klöster... in Gottes Namen höflich danach fragen... Was für Briefe aus der © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. - 21-

Schweiz?... Warum Habsburg? Wer hat... Mein Onkel? Nein, unmöglich! Ganz unmöglich, er würde nie… aber wenn sie ihm… und hat er die Papiere erhalten?... diese…! Ich soll ihm eine gewisse Verantwortung abnehmen. Was wissen die? Was wissen die von ihm?! Aber es geht ihm gut, er ist wohlauf... Kann ich ihnen glauben?... noch… ein paar Details und… aber wir haben Zeit, ja, die haben Zeit... Dr. B.-Erzähler Jede Antwort war zur ungeheuersten Verantwortung geworden. Gab ich etwas zu, was ihnen nicht bekannt war, so lieferte ich vielleicht unnötig jemanden ans Messer. Leugnete ich zuviel ab, so schadete ich mir selbst. Diese Gedanken, einmal angekurbelt im leeren Raum, hörten nicht auf im Kopf zu rotieren, immer wieder von neuem, in immer anderen Kombinationen, und das setzte sich bis in den Schlaf fort. Dr. B.-Spieler wälzt sich im Bett, murmelt weiter. Und hier war nichts, das mich ablenken konnte von meinen Gedanken, von meinem krankhaften Rekapitulieren. Und genau das beabsichtigten sie - ich sollte doch würgen und würgen an meinen Gedanken, bis sie mich erstickten und ich nicht anders konnte, als sie schliesslich ausspeien, als auszusagen, alles auszusagen, was sie wollten, endlich das Material und die Menschen auszuliefern. - Ich bemühte mich krampfhaft, irgendeine Ablenkung zu finden oder zu erfinden. Um mich zu beschäftigen, versuchte ich alles, was ich jemals auswendig gelernt, zu rezitieren und zu rekonstruieren, die Volkshymne und die Spielreime der Kinderzeit, den Homer der Gymnasialzeit und andere Gedichte. Dr. B.-Spieler geht auf und ab und rezitiert Gedichte, Lieder, Reime aus der Kinderzeit, Paragraphen, löst Rechenaufgaben etc. Dr. B.-Erzähler beobachtet ihn kurz und geht langsam nach rechts ab. © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. - 22-

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