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Schachnovelle

Schachnovelle

Schachnovelle 6. Szene Lichtwechsel. Grösserer, hellerer Raum. Vorzimmer des Verhörraums. Dr. B.-Erzähler In dieser äussersten Not ereignete sich etwas Unvorhergesehenes, was Rettung bot, Rettung zum mindesten für eine gewisse Zeit. Es war Ende Juli, ein dunkler, verhangener, regnerischer Tag. Donnerstag, der 27. Juli. Er schlendert im Folgenden als Wärter zur Wand, hängt die Uniformjacke an einen Nagel an der Wand und stellt sich mit dem Rücken zu Dr. B.-Spieler links an den Rand des Verhörraumes. Dr. B.-Spieler wartet stehend auf das Verhör und starrt einen fiktiven Kalender an der rechten Raumwand an. Dr. B.-Spieler murmelnd. Donnerstag Sieben-und-zwanzigster Ju-li, Don-ner-stag, zwei-sieben Ju-liii... Dr. B.-Erzähler Ich erinnere mich an dieses Datum aus einem bestimmten Grunde so genau, denn in dem Vorzimmer, wo sie mich zwei Stunden warten liessen, hing ein Kalender, und ich vermag Ihnen nicht zu erklären, wie in meinem Hunger nach Gedrucktem, nach Geschriebenem, ich diese eine Zahl, diese wenigen Worte "27. Juli" anstarrte, ich frass sie gleichsam in mein Gehirn hinein. Deshalb war die Qual dieses Wartens und Stehens zugleich eine Wohltat, eine Lust, auch weil dieser Raum immerhin ein anderes Zimmer © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. war als das meine, etwas grösser und mit zwei Fenstern statt einem, und ohne das Bett und ohne die Waschschüssel und ohne den bestimmten Riss am Fensterbrett, den ich millionenmal betrachtet hatte. Ich hatte also etwas Neues, etwas anderes, und meine ausgehungerten Augen saugten gierig jede Einzelheit ein. - 25-

Dr. B.-Spieler ...27. Juli, Juli, Löwe, Löwe, gut, gebrüllt, Löwe, Donnerstag, 27. Juli, Zwei, Sieben… Zwei plus Sieben gleich neun, 9. September, 27. Juli, Donnerstag... Donner-stag.. Er endeckt die Jacke. ...ein Knopf, zwei Knöpfe, drei Knöpfe, vier,.. Dr. B.-Erzähler Und dann war diese Uniformjacke. Ich beobachtete an dieser Jacke jede Falte, ich bemerkte zum Beispiel jeden Tropfen, der vom nassen Kragen niederhing, und so lächerlich es für Sie klingen mag, ich wartete mit einer unsinnigen Erregung, ob dieser Tropfen endlich abrinnen wollte, die Falte entlang, oder ob er sich noch gegen die Schwerkraft wehren und länger haften bleiben würde – ja, ich starrte und starrte minutenlang atemlos auf diesen Tropfen, als hinge mein Leben daran. Und plötzlich blieb mein Blick an etwas haften. Es durchzuckt Dr. B.-Spieler, er nähert sich der Jacke, den Wächter immer beobachtend. Er tastet die Tasche ab. Seine Finger fühlen durch den Stoff ein Buch. Er drückt es ganz langsam und vorsichtig von unten aus der Tasche, höher und höher und hält es dann in der Hand. Der Wächter geht plötzlich auf Dr. B.-Spieler zu, dieser erschrickt sich und lässt fast das Buch fallen, simuliert einen Hustenanfall und schiebt es hinter seinem Rücken unter die Hose. Der Wächter nimmt die Jacke zurück auf den Erzählerplatz. Black. © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. 7. Szene Lichtwechsel. Wieder im Zimmer. Dr. B.-Spieler erholt sich sitzend auf der Pritsche, nimmt im Folgenden das Buch hervor, schliesst im Liegen die Augen und "streichelt" das Buch, befühlt es und schwelgt in der Vorfreude. - 26-

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