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Schachnovelle

Schachnovelle

Schachnovelle TEIL III Dr. B. Passagier 1 Dr. B. Passagier 1 Dr. B. 1. Szene Lichtwechsel. Grundlicht wie in Teil I. Dr. B. nimmt seinen Verband ab. Der Arzt zieht im Folgenden seinen Kittel aus und wird langsam zu Passagier 1 (Darsteller B). Die beiden gehen langsam nach vorne zur Reling. Schiffs- und Meergeräusche faden ein und wieder aus. ...Was dieser hilfreiche Arzt meinen Peinigern über mich berichtet hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls erreichte er, was er erreichen wollte: meine Entlassung. Mag sein, dass er mich für unzurechnungsfähig erklärt hat, oder vielleicht war ich inzwischen der Gestapo unwichtig geworden, denn Hitler hatte seitdem Böhmen besetzt, und damit war der Fall Österreich für ihn erledigt. Ich verliess die Heimat. Unglaublich! Und nun werden Sie begreifen, warum ich mich so ungehörig und wahrscheinlich unverständlich benommen habe. Es passierte das Peinliche, dass ich mich einmischte in Ihre Partie. Aber dieser falsche Zug traf mich wie ein Stich ins Herz, es war eine reine Instinkthandlung. Ich freue mich sehr, diesem Zufall Ihre Bekanntschaft zu verdanken und nach all dem, was Sie mir anvertraut haben, ist es nun doppelt so interessant, Sie morgen bei dem improvisierten Turnier zu sehen. Nein, erwarten Sie nicht zu viel. Es soll nichts als eine Probe für mich sein... eine Probe, ob ich... ob ich überhaupt fähig bin, eine normale Schachpartie auf einem wirklichen Schachbrett mit faktischen Figuren und einem lebendigen Partner... Ich werde mir doch © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. - 37-

Dr. B. nicht im Ernst anmassen, einem Schachmeister Paroli bieten zu können. Was mich interessiert, ist einzig die Neugier, ob das in der Zelle damals noch Schachspiel oder schon Wahnsinn gewesen ist, ob ich mich damals noch knapp vor oder schon jenseits der gefährlichen Klippe befand - nur dies, nur dies allein. Dr. B. geht nach links ab, Passagier 1 nach rechts. dreht sich nochmals um, stotternd, nervös. Noch eines! Wollen Sie dem Herrn Czentovic gleich im voraus ausrichten, damit ich nachträglich nicht unhöflich erscheine: ich spiele nur eine einzige Partie... sie soll nichts als der Schlussstrich unter eine alte Rechnung sein - eine endgültige Erledigung und nicht ein neuer Anfang... und übrigens... übrigens hat mich damals auch der Arzt gewarnt... ausdrücklich gewarnt. Jeder, der einer Manie verfallen war, bleibt für immer gefährdet, und mit einer - wenn auch ausgeheilten - Schachvergiftung soll man besser keinem Schachbrett nahe kommen... Also Sie verstehen - nur diese eine Probepartie für mich selbst und nicht mehr. Beide ab. Licht fade aus. Im Halbdunkel werden Schachbrett, Gläser, Wasserkaraffe, Löffel aufgestellt. Musik. Meergeräusche. 2. Szene © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. Licht fadet ein. Das Spiel ist im Gang. Dr. B. steht links, Czentovic (Darsteller B) sitzt rechts. Er sitzt unbeweglich wie ein Block da, die Augen streng und starr auf das Schachbrett gerichtet. Dr. B bewegt sich vollkommen locker und unbefangen. Raucht Zigarre, geht umher und blickt nur gerade, wenn er an der Reihe ist, kurz auf das Brett. Czentovics Überlegenspausen werden immer länger. - 38-

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