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HAPPY

HAPPY

Happy mehr umsetzen.

Happy mehr umsetzen. Mehr verkaufen. Mehr verdienen. Noch nie, seit der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies, ist der Kunde derart umworben worden. Sie! Ich weiss nicht, warum Sie schon wieder lachen. In der Praxis tritt ein Kundentyp selbstverständlich nicht reinrassig auf. Personal: wie gehabt. Ort: die Front. H. Portner spielt einen souveränen Kunden. Dabei steigt er zuweilen aus der Rolle, um zu kommentieren, spielt bald Kunde, bald Verkäufer. Richtig! Der «Alles- oder Besserwisser». Gehört zur Gattung Preis-Junkie: Sucht die billigsten Preise und investiert dafür auch Zeit. Er weiss alles. Hört alles. Sieht alles. Verfügt zum Teil über ein passables bis glänzendes Fachwissen. Hat auf alles und jedes eine passende Antwort bereit. Halt, halt Stop! Ein Fall für Happy. Da heisst es Abkürzen. Den Mann möglichst kurz halten. Auch die Fragen. Als Verkäufer. Kaufen Sie…? Nehmen Sie das Auslaufmodell oder das neueste Notebook? Haben Sie…? Führen Sie…? Bar oder Check? Kein Skonto, nein. Er spielt einen sehr schüchternen Kunden. Herr «Schüchtern», wo haben wir ihn? Ganz, ganz anders. Vorsicht, Vorsicht, Porzellan! Ist so leicht zu irritieren. Dem scheuen Kunden ist die Rolle eines Käufers immer peinlich. Wieder als Kunde. Ja, aber? Dass er noch eine Frage hat, wie wohl… Und zwar… Lieber schweigt er. Möchte er sich noch entschuldigen, dass er überhaupt zur Welt gekommen ist. Sehen Sie! So ist es. Ihm geben wir jetzt mal ein paar Streicheleinheiten. Spreche ihm Anerkennung zu. Als Verkäufer. Das sehen Sie vollkommen richtig. Och ja! Da bin ich jetzt noch gar nicht draufgekommen. Aber, doch, doch! Sie haben vollkommen recht. Originalton Chef: Nicht ausgesprochenes Lob beim Schüchternen ist entgangener Umsatz! Ein Tip von Happy: Vertreter dieser Population sind meistens Alte. Eine aussterbende Generation. Mussten in jungen Jahren starken Verzicht üben. © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. – 27 –

Wen haben wir denn da…? Er spielt den arroganten Kunden. Ist das Ihre ganze Auswahl? Führen Sie nur zwei Marken? Wo sind die neuen Produkte aus Frankreich, aus Schweden? Kann ich mal den Abteilungsleiter sprechen? Der versucht Sie aber ganz schön, mit spitzen Bemerkungen zu legen. Oder zumindest auf den Zahn zu fühlen. Der Arrogante: Kopf oben. Ist überheblich. Eigentlich findet er es unter seiner Würde, dass er oder sie noch selber einkaufen muss. Dieser Kundschaft werden Sie nur mit einer knallhart angewendeten Ja-aber-Technik beikommen. Als Verkäufer. Vollkommen richtig, nur müssen Sie bedenken… Sie haben recht, allerdings ist dann zu berücksichtigen, dass… H. Portner Ah! Da haben wir ein ganz seltenes Exemplar! Er spielt den listigen Kunden. Der sogenannt «Listige». Geschickte Rhetorik, überzogene Fragetechnik. Sein erster und oberster Grundsatz lautet: Angriff ist die beste Verteidigung. Bei diesem Ausfrager-Typ hilft nur eines: Ruhe bewahren. Bei ihm kann und darf man, ausnahmsweise, ein klares Nein von sich geben. Der muss nämlich mal wissen, dass er nur in gewissen Grenzen mit Ihnen spielen kann. Sie und Sie allein sind Verkäufer! Übrigens, das müssen Sie sich gleich vom Anfang an bewusst sein: Jede Kundin, jeder Kunde sucht Ihre Schmerzgrenze. Will wissen, wie weit er oder sie gehen kann. Klartext beim «Listigen»: Ihn gleich erinnern, dass Sie ja schliesslich das Gerät, die Software oder was auch immer haben, auf das dieser Kunde nicht verzichten will. Spielt den souveränen Verkäufer. Verstehe schon. Absolut richtig, mein Herr. Sie wollen doch für Ihr Geld das Optimum. Kein Problem! Jedenfalls nicht für mich. Wir scheuen keinen Preisvergleich mit der Konkurrenz. Sie haben Zeit. Genug Zeit. Jede Menge Zeit. Der zählt zu den Glücklichen dieses Landes. Ich gratuliere! Ganz wie Sie wünschen. Wie Sie wollen. Machen Sie den Preisvergleich. Gehen Sie nur ruhig morgen noch zum © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. – 28 –