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Die Wahrheit über Isidor Wanner

Die Wahrheit über Isidor Wanner

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Die Wahrheit über Isidor Wanner Wanner nach einem Schluck Bier, fast schon müde. Weshalb scheren Sie sich nicht endlich zum Teufel! Hungerbühler Ich kann Sie mit Ihren Gewissensqualen doch nicht allein lassen, Wanner. Entnimmt dem Ordner ein Blatt. Ich habe ein schriftliches Geständnis vorbereitet, das Sie einfach unterschreiben können. Soll ich es vorlesen? Oder können Sie lesen? Wanner entreisst Hungerbühler zornig das Blatt, liest stockend. „Hiermit gestehe ich, Isidor Wanner, im Vollbesitz meiner bescheidenen geistigen Fähigkeiten, dass ich...“ Zerknüllt das Blatt und wirft es weg. Hungerbühler Ts, ts, Sie haben gar nicht zu Ende gelesen, Wanner... Wanner Gar nichts werde ich unterschreiben. Hungerbühler Sie können auch einfach drei Kreuze hinsetzen. Ich habe noch ein paar Exemplare dabei. Wanner Ich habe nichts gestohlen. Ich habe die Diskette gefunden. Hungerbühler Natürlich. Immer vorausgesetzt man fasst den Begriff „finden“ etwas weniger eng als der Duden dort, was? Wanner Ich wollte sie im Fundbüro abgeben. Doch es - war geschlossen. Hungerbühler blättert im Ordner. Ihr Schnellzug kam um sechzehn Uhr nullfünf an - allenfalls mit drei, vier Minuten Verspätung. Das Fundbüro schliesst wochentags um zweiundzwanzig Uhr fünfzig. Sechseinhalb Stunden müssten eigentlich gerade noch reichen. Wanner Ich war in Eile. Ich wollte das dämliche Ding am nächsten Tag abgeben. Hungerbühler Was Sie nicht sagen. Wanner Ich vergass es in meiner Tasche. Denken Sie bloss nicht, ich hätte mir deswegen ständig den Kopf zerbrochen. Ein Arbeitsloser mit Rückenschaden hat ganz andere Sorgen, das lassen Sie sich mal gesagt sein. © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. - 29 -

Hungerbühler Ach? Rannten Sie deshalb mit der Diskette zum nächstbesten Verlag und gaben sich als grossen Schriftsteller aus? Wanner trinkt eine Dose leer und wirft sie weg. Also gut, Sie Nervtöter: Ich werd’ Ihnen verraten, wie’s wirklich war. Hungerbühler Es wird auch langsam Zeit. Wanner Letzten Sommer besuchte ich in Zürich einen Computerkurs für Arbeitslose. Hungerbühler mit Blick in den Ordner. Von Juli bis September bei einer Frau Lydia Schnellmann. Wanner Schlimm. Nicht nur wegen dieser Frau Schnellmann, sondern auch wegen diesen winzigen Tasten. Und diesem flirrenden Bildschirm. Ich hatte ständig einen solchen Brummschädel. Jedenfalls nahm ich die vermaledeite Diskette in den Kurs mit, um nachzusehn, ob überhaupt etwas drauf war. Hungerbühler Worauf Sie dann Ihren Augen nicht trauten, wie? Wanner Stimmt. Völlig hirnrissiges Kauderwelsch war da drauf. Wie von einem Verrückten. Hungerbühler Das ist doch... Wanner Zuerst dachte ich noch, mit dem Computer stimme etwas nicht. Hungerbühler entrüstet. Jetzt reicht’s aber, Sie Kunstbanause. Wanner Doch plötzlich stand diese Frau Schnellmann hinter mir und wollte wissen, ob dies bereits meine Arbeit für nächste Woche sei. Und weil mir jene Arbeit ziemlich auf dem Magen lag, sagte ich halt ja. Worauf Frau Schnellmann die Diskette gleich mitnahm. Hungerbühler Und Sie wollen mir weis machen, Ihre Lehrerin habe Ihnen einen derartigen Text zugetraut? Wanner schulterzuckend. Offenbar hielt sie mich für total plemplem. Wie auch immer: Nur wenig später zeigte sie die Diskette ihrem Schwager, einem Verleger. © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. - 30 -

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