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Fisch im Keller

Fisch im Keller

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Brajinski Hotz Von Gässer Brajinski Schönhuber Von Gässer Schönhuber Von Gässer Schönhuber Fisch im Keller geschaut, wo die Leute wie Ölsardinen ineinandergepackt sitzen, wegen der Massenhysterie. Viel später kommen die Wohnhäuser an die Reihe, die Einfamilienhäuser, wo Esswaren und Getränke für ein paar Tage lagern. Dann der Zoo mit den armen Hyänen und Geiern. Und einmal, irgend einmal, kommt es einem strategischen Oberhirn in den Sinn, in den vergammelten Altstadtkellern nachzuschauen. Nicht einmal ein Klo haben wir. Ist in Schrank Eimer mit Deckel. Machen wir links von Schrank Toilette, ist Vorhang in Eimer. Hilfst du mir, Ludwig? Die beiden montieren den Vorhang. Wir sitzen in der Falle. Irene – so habe ich es mir nicht vorgestellt. Ich weiss, Ludwig. Ich auch nicht. So gehen Wünsche in Erfüllung. Warum, Ludwig, hast du mich... Sitz. Gott sei Dank ist dies Problem mal gelöst. Das ist doch ein Detail. Mir wäre es scheissegal, in die Ecke zu pissen. Gut, einverstanden, mit Deckel ist’s angenehmer. Aber wir haben kein Wasser! Nichts! Und wenn sich schon jemand opfern würde und hinaufginge, einen Eimer voll zu holen, wüssten wir nicht einmal, ob es verseucht wäre. Daran habe ich nicht gedacht. Meine Güte! Die Sirenen schweigen. Jetzt sind alle Menschen im Keller. Oder krepiert. - 21 - © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht.

Von Gässer Schönhuber Von Gässer Schönhuber Von Gässer Schönhuber Von Gässer Hotz Brajinski Hotz Schönhuber Hotz Schönhuber Hotz Ludwig! Sag so etwas nicht! Meine Kinder. Daniel. Hoffentlich sind sie im Keller! Ich hab’ wenigstens den Kummer nicht. Habt ihr einen Keller? Ja. Mit Filter und dicker Tür. Na also. Haben sie zu essen und zu trinken? Zwei Kisten Mineralwasser, Wein, Essig, Zucker und Öl. Na also. Die Armen, wie furchtbar! Irene, weine nicht, versuche dich zu beruhigen. Mir geht es genau wie dir. Aber meine Frau und meine Kinder müssen in einen Gemeinschaftsschutzraum. Zweihundert auf dichtestem Raum. Kannst du dir das vorstellen? Das Geschrei, die flennenden Kinder, einer hat den Blinddarm entzündet, einer Dauerdurchfall, der Schutzraumchef dreht durch, einer kotzt über die Pritschen, und alle spinnen! Einer von Schutzräumen, bezugsbereit innerhalb von 24 Stunden? Wenn’s eilt, wirfst du alles raus auf den Gehsteig. Die haben wenigstens zu essen und zu trinken. Und ein anständiges Klo. Und einen Kühlraum. Für Leichen und Abfälle. Hör auf. Die Leichen schweissen sie erst in Plastiksäcke ein. Das ist eine knifflige Arbeit. Aufhören sollst du! - 22 - © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht.