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Fieberkurve

Fieberkurve

Fieberkurve 14. Das Testament Die Drei aufgeteilt. MEIN TESTAMENT. «Ich Endesunterzeichneter, Cleman Alois Victor, Geologe, von Frutigen, Bern, bestimme folgendes: Mein Vermögen, bestehend aus einem Stück Land in der Grösse von acht Hektar, rund um das im südlichen Marokko gelegene Dorf Gurama, vermache ich zur Hälfte meiner Tochter Marie Cleman, geboren am 12. Februar 1907 zu Basel, und zur anderen Hälfte dem Kanton Bern zur freien Verfügung. Der Kauf besagter Grundstücke ist ordnungsgemäss sowohl nach französischem Recht als auch nach dem in Gurama geltenden mohammedanischen Recht getätigt worden. Ich habe auf den in den fraglichen Dokumenten näher angegebenen Grundstücken das Vorkommen von Erdöl festgestellt und wird selbiges Land nach etwa fünfzehn Jahren einen annähernden Wert von zwei bis drei Millionen Franken repräsentieren. Die Dokumente, die meine Rechte auf besagtes Landstück beweisen, sind in einer Eisenkassette vergraben worden an einem Orte, der mit Hilfe des beigehefteten Dokumentes leicht zu entdecken sein wird. Fez, 18. Juli 1917. sig. Alois Victor Cleman.» Kann gelesen werden. Stimme De Studer muess uf Marokko. Studer Hedy Studer 15. Hedy © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. Studer mit Papier auf den Knien, Hedy strickt. “Ich habe den Tod meiner Tante in Bern schon erfahren“. Hoi Köbu. Hoi Hedy. – Wie? „Das darf ich Ihnen nicht verraten. Ich habe Angst. Darum will ich eine Zeitlang verschwinden. Suchen Sie mich nicht, lieber Vetter - 31-

Hedy Studer Hedy Studer Hedy Studer Hedy Studer Hedy Studer Hedy Studer Hedy Hedy Studer Jakob, es würde nichts nützen. Ich habe Ihnen alles erzählt, was ich Ihnen erzählen durfte. Sie müssen die Sache jetzt aufklären. Denn ich bin sicher, dass auch Sie nicht an die beiden Selbstmorde glauben.” Grummel, grummel. “Ihre Marie Cleman.” Hesch de Pater Mathias no gseh? Nei. Er het z Gänf de Zug gno. Am halbi vieri. – Am 15. Juli am Morge 36,5, am Aabig 38,5; Am 16. Juli 38, 5 am Morge und 37 ab Aabig …das wäre d Zahle 3653825387537. Immer wieder s Drüü. Was machsch, Köbu? Nüt. Oder: 36½, 38¼, 38¾... Herrgott!! Fluech ned, Köbu. I miinere eigete Wohnig wird ich doch no chönne… Los emol Köbu. Dr Jakobli isch en gfitzte. Er wird em Ätti gliiche. Eh, Hedy. Ha der scho vom Meits… vo de Marie Cleman verzellt? lächelt für sich. Das frogsch mi jetzt zum dritte Mol. Innert enere Stund. Ja, so. Was isch denn mit ere, Vatti? Du söllsch mir ned Vatti säge. Jo, Vatti. nimmt sich die Fieberkurve. Gib emol do ane. Reicht Studer das Strickzeug. steht auf, referiert und verstrickt sich im Wollfaden. Wil nämlich die Marie… die passt ned i dä Fall. Sie het müesse uf Paris, mit dem Koller, wil ihri Mueter e Charteschlägeri gsi isch. Und denn het de Koller Konkurs gmacht. Alli heisse irgendwie Koller i dere Gschicht. Usser de Cleman. Stell dir vor, Hedy. Die Ehe. Villicht isch ihren Maa en Mörder. Villicht isch das d Lösig. Sie weiss das und wett Gäld gseh. Und d © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. - 32-

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Aegerten – Brügg – Studen
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Dorfnachrichten 4/2012 - Aegerten