Aufrufe
vor 2 Monaten

Tschingge

Tschingge

Tschingge Schwarzenb. Gewerksch. Unternehmer Anhang Radiodiskussion Die folgende Diskussion läuft parallel zu den Szenen „Beromüntser“ und „Coniglio“ in Scheideggers Transistorradio. Am Gespräch nehmen James Schwarzenbach, ein Gewerkschafter und ein Unternehmer teil. Das Gespräch ist fiktiv und wurde anhand von Recherchen über die Situation der AusländerInnen zur Zeit der Schwarzenbach-Initiative zusammengestellt. Die kommen nicht einfach. Die werden geholt. Das weiss ich von einem Personalchef, der jedes Jahr im Januar nach Italien fährt. – Der wirtschaftliche Expansionshunger führte dazu, dass mass- und wahllos Ausländer in die Schweiz geholt worden sind. Diese billigen Arbeitskräfte verhindern Rationalisierungen hin zu einer kapitalintensiveren Produktionsweise. Man kann sich schon fragen, ob es nicht klüger wäre, Arbeitsplätze ins Ausland zu verlegen, dort wo die Arbeitskräfte sind, statt Menschen herein zu holen. Ich glaube tatsächlich, dass wir so weniger Probleme hätten. Aber, meine Herren! Es haben doch alle davon profitiert. Das Bruttosozialprodukt hat sich seit den 50- er Jahren verdoppelt. Nach dem Krieg hatte unsere © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. Wirtschaft einen ernormen Nachholbedarf. Den hätten wir allein mit einheimischen Arbeitskräften nicht bewältigen können. Und vergessen wir nicht: viele Schweizer konnten dank der Ausländer, die die schweren, unangenehmen oder weniger gut bezahlten Arbeiten übernommen haben, aufsteigen oder in den Dienstleistungssektor wechseln. - 65-

Schwarzenb. Es geht um ein tragbares Mass der Ausländerzahl. In der Textilindustrie ist jeder zweite ein Ausländer, in der Baubranche haben wir 60%, und im Gastgewerbe sind 75% der Kellner und Zimmermädchen Ausländer, in Küche und Office sogar 86 %! Bei Sulzer und BBC ist das Verhältnis Schweizer/Ausländer eins zu drei oder sogar eins zu vier. Etliche Arbeiter haben mir schon gesagt, sie fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz wie im Ausland. Gewerksch. Es gibt schon Probleme am Arbeitsplatz. Das sehen wir vom Gewerkschaftsbund auch. Zum Beispiel beim Akkord. Da kann es vorkommen, dass ein 22-jähriger Sizilianer mit fünf Jahren Schulbildung mehr verdient als ein 62-jähirger Schweizer, weil der Sizilianer einfach tifiger ist. Das gibt schon Probleme. Den Arbeitgebern ist das natürlich recht. Die können dank der flinken Südländer die Ansätze tief halten. Das Lohnniveau ist in jenen Branchen unde Betrieben am niedrigsten, in denen es am meisten Fremdarbeiter hat. Unternehmer Aber das hat doch damit zu tun, dass es sich in jenen Brachen um weniger qualifizierte Arbeit handelt. Die ist doch in Gottes Namen einfach schlechter bezahlt. Aber auch diese Leute brauchen wir. Mehr denn je! Schwarzenb. Jaja, das alte Lied der Wirtschaft. Und die Gewerkschaften lassen sich vom Kapital vor den Karren spannen? Aber da könnten es ein böses Erwachen geben, meine Herren. Denn da macht der Schweizer Arbeiter nicht mehr mit. Gewerksch. Dass wir gewisse Probleme mit der Überfremdung haben, bestreitet niemand. Aber man kann doch nicht einfach 300’000 Leute nach Hause schicken. Das kommt einer Deportation gleich. Unternehmer Wenn die Initiative angenommen wird, müssen die Kantone Aargau, Basel-Stadt, Neuenburg oder Schaffhausen mehr als die Hälfte ihrer Ausländer fortschicken. Sulzer Winterthur würde z.B. 75% der © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. - 66-

Geburtstag - Evangelische Kreuzkirche Geiselhöring
Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der evangelisch
Nothelferkurs 2010 - Metzerlen-Mariastein
Die etwas andere Konsole Ab Seite 4 - Vis - ETH Zürich
Ἄγγελος Weihnachten 2011 - Evangelisches Seminar Maulbronn
Kaffeepause mit - stanislav kutac imagestrategien gestaltung fotografie
11. Ausgabe Oktober 2012 [PDF, 1.81 MB] - Gemeinde Beinwil am ...
Fritz Hans Schwarzenbach - bei ElfenauPark