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Polenliebchen11

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Polenliebchen Madleen D

Polenliebchen Madleen D Leereri hed gseid, ich chönn’s de schneller usswändig für d Fiir, wenn is tüeg uufschriibe. Martha Die Fiir hanget mer langsam zum Hals uus. Also, wiiter: Tadeusz betritt den Laden. Er benimmt sich sehr charmant und elegant. Madleen beobachtet die folgende Szene interessiert. Martha Grüezi! Tadeusz Guten Tag! Martha Sie wünschen? Tadeusz Was ich wünsche? Sind Sie eine Fee? Martha Wenn ich Wünsche erfüllen könnte, dann zuerst meine eigenen. Tadeusz Was sind denn Ihre Wünsche? Martha Meinen Sie, dass ich die einem Fremden einfach so verraten würde? Tadeusz Es möchte ja sein, dass ich eine Fee bin. Martha Es „möchte“ ja auch sein, dass ich das Znacht auf dem Herd habe und nicht die ganze Zeit mit Ihnen verplaudern kann. Tadeusz Bitte verzeihen Sie mir! Ich bin Major Tadeusz Filipowicz aus Polen. Tadeusz gibt ihr eine Liste. Martha Also, was haben wir da! Tadeusz In unserem Lager ist ein Fahrrad - Marke „Oltenia“ - aber kaputt. Leider haben wir nicht die Werkzeuge, um dieses Ding zu reparieren. Also vielleicht leihen Sie etwas aus, bitte? Martha Das ist verboten. Tadeusz geht nicht darauf ein. Tadeusz Die Tochter? Martha Madleen. Tadeusz galant. Mademoiselle Magdalena. © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. - 39-

Tadeusz Madleen Martha Tadeusz Martha Tadeusz Martha Tadeusz Martha Tadeusz Martha Tadeusz Martha Tadeusz Martha Tadeusz Er geht zu ihr hin und guckt über ihre Schultern auf ihr Schreibheft. leise. Dienen mit ie. Chunnd dee chogen euse Dachhängel flicke? Madleen... Was sagt sie? Nichts. Wie gefällt Ihnen die Schweiz? Ich könnte sie lieben. Mein Vater war in unserem Bezirk der erste, der ein Fahrrad anschaffte. Eine Sensation! Die Bauern bekreuzigten sich, wenn er auf diesem Satansding über unsere holprigen Strassen gebraust kam. Die Jungen bewunderten seinen Schneid. Und alle haben heimlich gelacht, wenn er wieder in den Graben gestürzt war. Früher, bevor wir verheiratet waren, mein Mann und ich, sind wir auch manchmal weggefahren. Er hatte damals ein „Helvetic“. Occasion natürlich! Ich habe mich vorne auf die Stange gesetzt und dann gings los. Auf, zu romantischen Waldrändern? Auf, zur Kantonalen Kaninchenausstellung. Auf den Packträger hatte er noch seinen schönsten Bock geladen. Hat nie was gewonnen. Bock? Kaninchenbock. Küngel. Küngel. Und wie hat Ihnen die Kantonale Bock- Ausstellung gefallen? Ich wäre lieber weiter. Nur fahren! Pause. Also keine Werkzeuge! Es ist verboten. Es ist nicht Recht, wenn ich... Nicht Recht! Als wir in dieses Land kamen, mussten wir alle unsere Waffen niederlegen. Wir gaben sie mit blutendem Herzen, aber so sind die © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. - 40-