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Festschrift zum 127. Deutschen Fleischer-Verbandstag 2017

54 Verbandsarbeit

54 Verbandsarbeit Deutscher Fleischer-Verbandstag 2017 Lebensmittelkennzeichnung bleibt weiterhin im Fokus information dient, sondern auch geeignet ist, mittelbar Druck auf die Tierhalter auszuüben, liegt auf der Hand. Statt auf nationaler Ebene grundlegende Fragen zur Anpassung nationaler Kennzeichnungsregeln an die LMIV auch fast drei Jahre nach deren Geltung zu klären und die Ausnahme des Handwerks von der Nährwertdeklaration zu konkretisieren, wird im Ministerium über eine nach Auffassung des DFV und anderer Wirtschaftsbeteiligter unnötige Anpassung des Mindesthaltbarkeitsdatums zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendungen nachgedacht. Erfolgreiche Verbandsarbeit Thomas Trettwer, Rechtsanwalt im Deutschen Fleischer-Verband In den Regelwerken zur Lebensmittelkennzeichnung manifestieren sich die Ergebnisse zahlreicher politischer Diskussionen. Die Kennzeichnung dient nicht bloß der Information, vielmehr sollen weitere Ziele wie der Verbraucherschutz, der Tierschutz oder die Sicherstellung des Wettbewerbs gefördert werden. Obwohl die europäische Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) schon seit Dezember 2014 gilt, dürfte noch genug Diskussionsstoff für die nächsten Legislaturperioden verbleiben. Diskussionsbedarf bei der Kennzeichnung Die LMIV brachte einige Neuerungen, die vorrangig dem Verbraucherschutz dienen, etwa die Kennzeichnung von Aufbewahrungs- und Verwendungsbedingungen oder die seit Dezember 2016 obligatorische Nährwertkennzeichnung. Nachdem bereits seit April 2015 die Herkunft von verpacktem frischem Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch anzugeben ist, wird derzeit die Herkunftsangabe bei anderen Tierarten und bei Fleisch als Zutat kontrovers diskutiert. Während man in Brüssel eine freiwillige Angabe bevorzugt, haben bereits einige Mitgliedstaaten strengere Regelungen erlassen. Ob diese Praxis am Ende dem Gedanken eines gemeinsamen europäischen Binnenmarkts gerecht wird, sei dahingestellt. Daneben wird beispielsweise diskutiert, ob bei Fleisch eine Kennzeichnung der Haltungsbedingungen der Tiere, wie sie etwa bei Eiern schon lange praktiziert wird, erforderlich ist. Dass eine solche Kennzeichnung nicht nur der Verbraucher- Auch wenn manch geplante Regelung praxisfremd oder gar sinnfrei erscheinen möge, so ist sie doch Ausdruck des politischen Willens. Der DFV stellt durch die Begleitung von Gesetzgebungsverfahren, die Abgabe von Stellungnahmen oder das Führen von Gesprächen mit Ministerien, Politikern und Praktikern sicher, dass die Belange, Anregungen und Wünsche des Fleischerhandwerks in die Diskussionen mit einfließen. Immer dann, wenn es nötig erscheint, bündelt der DFV seine Kräfte mit den anderen Gewerken des Lebensmittelhandwerks, die in der Arbeitsgemeinschaft Lebensmittelhandwerke über den ZDH mit einer Stimme sprechen. Hierdurch ist es möglich, bei allen Fragen, die das Lebensmittelhandwerk betreffen, noch schlagkräftiger aufzutreten. Dass die Arbeit des DFV in Brüssel, Berlin und Bonn erfolgreich ist, zeigt sich dadurch, dass Verordnungen und Gesetze positiv beeinflusst werden können. Als Beispiele hierfür seien im Zusammenhang mit der Kennzeichnung die Ausnahme von der verpflichtenden Nährwertdeklaration für kleine Mengen handwerklich hergestellter Lebensmittel in der europäischen LMIV oder die Vereinfachungen bei der Kennzeichnung allergieauslösender Stoffe bei der losen Ware genannt. Verhinderungserfolge, bei denen geplante Regelungen verhindert oder zumindest abgeschwächt werden konnten, zählen dabei nicht weniger, auch wenn der Betrieb hiervon bestenfalls nichts spürt. Am Ende des demokratischen Prozesses steht immer ein Kompromiss. Dieser kann beispielsweise eine europäische Verordnung, ein nationales Gesetz sein oder auch die Neufassung von Leitsätzen der Deutschen Lebensmittelbuch- Kommission sein. Wie es jedem Kompromiss innewohnt, kann dabei nicht jeder Wunsch aller Beteiligten in Erfüllung gehen. Doch erst durch die politische und fachbezogene Arbeit des Verbands werden die Belange des Fleischerhandwerks sichtbar, sie können Berücksichtigung finden und Kompromisse zugunsten des Handwerks beeinflussen.

Deutscher Fleischer-Verbandstag 2017 Generationswechsel steht bevor Anna Brüggemann, erste Vorsitzende, Juniorenverband des deutschen Fleischerhandwerks e. V. Im Fleischerhandwerk wird das Bestehen unserer Unternehmen gerne in Generationen gezählt und Fleischer-Fachgeschäfte in dritter oder vierter Generation sind keine Seltenheit. Viele jüngere Fleischerjunioren zählen schon zur nächsten Generation und stehen selbst kurz vor der Übernahme des elterlichen Betriebes. Die Älteren unter uns, die Gründer des Juniorenverbandes, haben inzwischen oft selbst Nachwuchs, der sie, sofern sie das wollen, beerben wird. Dieser immerwährende Kreislauf sorgt in unseren Unternehmen regelmäßig für Erneuerung und frischen Wind, neue Ideen und nicht selten für eine Neuausrichtung des Betriebes auf Veränderungen am Markt. Dass es dabei auch zu Spannungen zwischen den Generationen kommt, ist nahezu der Normalfall. Wie beide Seiten damit umgehen und Verständnis für die Sichtweise des Gegenübers gewinnen, war Inhalt unseres letzten Herbstseminares „Betriebsübernahmen im Familienbetrieb – Konflikte vermeiden, erkennen und auflösen“. Die Veranstaltung wurde von den Teilnehmern nicht zuletzt deswegen als besonders gelungen bewertet, weil neben vielen Junioren auch Vertreter der älteren Generation dabei waren. Verjüngung war ein Thema Ein weiteres Ergebnis dieses Wochenendes in Karlstadt war, sich Mitte des kommenden Jahres mit alten Vorstandsmitgliedern und jungen Interessenten zu treffen, um über die anstehende Verjüngung unserer eigenen Organisation zu beraten. Denn gleich drei bisherige Vorstandsmitglieder werden zu den Neuwahlen im Rahmen dieses Verbandstages das 35. Lebensjahr vollendet haben und deshalb nicht mehr zur Wahl antreten. Vorher stand allerdings noch eine weitere Veranstaltung für alle Mitglieder auf dem Programm, die sich mit einem völlig anderen Thema befasste – unser Frühjahrsseminar im April dieses Jahres. Wenn möglich, versuchen wir für unsere Mitglieder ein ausgewogenes Angebot zu schaffen, das bedeu- Rekordverdächtig. Heiße Theke befüllt in nur 60 Minuten. Mit dem neuen SelfCookingCenter ® . Mehr unter: rational-online.com