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Der Burgbote 2013 (Jahrgang 93)

Wichtige Dokumente sind

Wichtige Dokumente sind noch immer unter der Erde | Teil 2 46 Regelmäßig berichtet der »Burgbote« an dieser Stelle über das Archiv des Kölner Männer-Gesang-Vereins. Heute werfen wir einen Blick auf den Fortgang der Arbeiten an der Bergung und Wiederaufbereitung der bei Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor vier Jahren (3. März 2009) verschütteten Dokumente des KMGV. Außerdem geht es darum, wie wir künftig mit den nicht im Stadtarchiv eingelagerten Unterlagen umgehen. »Vieles von dem, was sich im Historischen Archiv befand«, erklärt KMGV-Präsident Gerd Schwieren, »ist gerettet, aber es liegt auch noch einiges in dem Schlamm, der sich nun dort befindet, wo einst das Archiv stand.« ‚Gerettet‘ sind zum Beispiel unzählige Seiten, die die Geschichte des KMGV dokumentieren und beleuchten. Sie sind zumindest aus der Einsturzstelle geborgen und gefriergetrocknet. Dieses Verfahren verhindert, dass Organismen, die das Papier angreifen könnten, tätig werden. Bei sehr niedrigen Temperaturen können sie nämlich nicht aktiv werden. Nun müssen die Unterlagen von den Spezialisten gesichtet und so gut es geht restauriert werden. Hier ist mehr möglich als man sich als Laie vorstellen kann. Zwar sind die Dokumente nicht immer von historisch wichtiger Bedeutung wie die »Statuten von 1437« der Stadt Köln, doch ist nicht nur für den KMGV sondern auch für Historiker sehr interessant, was dieser Verein in den vielen Jahren seit seiner Gründung so alles unternommen hat. Im Raum steht noch die Frage, ob die Gründungsurkunde des Vereins gerettet wurde. Vieles schlummert noch »irgendwo« – sei es in der Einsturzgrube, sei es in der Gefriertrocknungsanlage. Erst im Laufe vieler Jahre werden wir erfahren, was alles wieder ans Licht kommt und von uns eingesehen werden kann. Die Dokumente unseres Chores stehen nun einmal nicht an erster Stelle der Aufmerksamkeit der Restauratoren. Dabei ist zu beachten: Das meiste ist schon auf Film gebannt, aber die Original-Dokumente in Händen halten zu können, ist schon etwas anderes, als sich die verfilmte Variante anzuschauen. In diesem »Irgendwo« liegen die Mitgliederlisten des KMGV, beginnend im Entstehungsjahr 1842. Für den Kölner Männer- Gesang-Verein vielleicht gewissermaßen als Ersatz interessant könnten auch die Listen sein, in denen die Stimmführer (gewiss in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Chorleiter) festgeschrieben hatten, wer bei Konzerten an welcher Stelle zu stehen hatte. Ja, so etwas gab es tatsächlich. Man könnte schon fast meinen, da hätten in unserem guten alten Köln die Preußen ihren zuweilen übertriebenen Ordnungssinn hinterlas-

sen. Leider gehören auch diese Listen zu den Unterlagen, die es noch zu retten gilt. Doch was befindet sich eigentlich noch in unserem hauseigenen Archiv und ist nicht verschüttet, weil es – glücklicherweise – nicht an das Stadtarchiv übergeben worden war? Vor allem Noten, Noten, Noten… und die besonders wertvollen Archivalien (z.B. eine Urkunde der englischen Königin Victoria), die unsere Verantwortlichen dann doch nicht aus der Hand geben wollten, bzw. solche, die noch nicht sortiert worden waren. Die Aufarbeitung dieser »Restbestände«, die einen nicht gerade geringen Umfang haben, ist inzwischen von unseren Mitgliedern Dirk Pütz und Klaus Bornefeld in Angriff genommen worden. Auch Günther Roggendorf, der zu den wandelnden Nachschlagewerken zählt und an der Zukunft des Archives seinen Anteil hat, ist hier nicht zu vergessen. Gewiss wäre es der Sache zuträglich, wenn diese Gruppe vergrößert werden könnte. Die Geschichte des KMGV aufzuarbeiten und die Fortsetzung dieses Archives – auch was wir heute machen, wird einmal Geschichte des KMGV sein – sind keine Aufgaben, die nur an zwei oder drei Personen hängen sollten. Ein Arbeitskreis könnte sich diese Arbeit gewiss gut teilen. Was die Geschichte und die Zukunft unseres Archives betrifft, so gibt es noch viele Informationen zu sammeln, so auch von Dr. Eberhard Illner, der bis vor einigen Jahren Hauptansprechpartner des KMGV beim Historischen Archiv war und jetzt das Historische Zentrum von Wuppertal leitet. Er kann uns gewiss auch noch einiges über die Zusammenarbeit und die Entwicklung aus der Sicht des damaligen Historischen Archives berichten. Wenn jemand aus der Leserschaft des »Burgbote« Unterlagen, Fotografien und sonstige Dokumente über den KMGV bei sich oder an anderer Stelle findet, und die er entbehren kann, möge bitte darüber nachdenken, ob sie angesichts des Archiveinsturzes nicht besser beim Verein selbst aufgehoben wären. So meldete sich beispielsweise im November vergangenen Jahres ein Bekannter, Klaus Kalkuhl, bei mir, der den Haushalt seiner Tante auflösen musste und in den Unterlagen Fotos, Noten und Textbuch seines Großvaters gefunden hatte. Dieser hatte im KMGV und im Divertissementchen mitgewirkt. »Das ist doch vielleicht etwas für Euch!« Zur alten Größe wird das KMGV-Archiv wohl nicht mehr zurückkehren…tragen wir dazu bei, dass es aber wieder wachsen kann. AV KMGV – Archiv 47

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