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Der Burgbote 2013 (Jahrgang 93)

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Festspielhaus Bayreuth Besichtigung der Katakomben in Maisel's Brauereimuseum der KMGV am Freitagmittag im Bamberger Dom. Nach einem ausführlichen Vortrag über die baukulturelle Vergangenheit des Gotteshauses durften die Sänger des Kölner Männer-Gesang-Vereins die mittägliche Andacht mit ihrem Gesang bereichern. Im Anschluss an die Laudes sang der Chor »Oh Herr, gib Frieden« von Bortniansky und das »Sanctus« aus der »Missa Dalmatica« von Suppé. Aufgestellt auf der West- Empore des doppelchörigen Domes erfüllte der KMGV das dreischiffige Gotteshaus mit klarem Klang. Aufmerksam folgte der Chor den dynamischen Vorgaben seines Dirigenten bei »Oh Herr, gib Frieden«, sodass ein durchaus fein modulierter Vortrag erklang. Beeindruckend wirkte immer wieder der dreistufige Klimax des »Sanctus«, ertönt er nicht in einem Proben- oder Konzertsaal, sondern in einer Kirche. Die lange Nachhallzeit in vielen Kirchen verwebt die Stimmen der Sänger zu einem mächtigen Klangteppich. Glücklich lauschten die Herren dem Schlussakkord nach, der noch lange hörbar zwischen den Säulen des Bamberger Doms nachhallte, ehe die anwesenden Besucher im Dom dem KMGV für seine überzeugende Ergänzung der Mittagsandacht mit warmem Applaus dankten. Die Fahrt nach Bayreuth am selben Nachmittag wurde von vielen Sängern mit besonderer Spannung erwartet. Zum Abschluss des Wagnerjahrs und mit den noch jungen Erinnerungen an das Philharmoniekonzert zu Ehren Richard Wagners versprach der Besuch des »Grünen Hügels« und des Festspielhauses, in dem ausschließlich die Musikdramen des Komponisten zur Aufführung kommen, ein besonderes Erlebnis zu werden. Überrascht waren viele Sänger von der sachlichen Nüchternheit des Festspielhauses: Der außen verklinkerte, in Holzständerbauweise errichtete Bau ließ auch im eher mäßig dekorierten Zuschauerraum die von vielen erwartete Pracht vermissen. Doch dies war Wagners ausdrücklicher Wille: Nichts soll die 1.937 Zuschauer im Saal von dem Geschehen auf der Guckkastenbühne ablenken. Der Blick »hinger d’r Britz« indes war angesichts der Größe der Bühne, des Schnürbodens und des Orchestergrabens beeindruckend. Vielleicht war es dieses Staunen über die inneren Dimensionen des von außen so beschaulich wirkenden Festspielhauses – oder schlicht die 2,5% Neigung der Bühne –, dass beim anschließenden musikalischen Gruß, der Klang nicht so recht tragen wollte. Konzertreise 2013 9