Aufrufe
vor 8 Monaten

Der Burgbote 2013 (Jahrgang 93)

50 Die Bergung und

50 Die Bergung und Rettung der Archivalien des Archivs von Köln Teil 3 Der Einsturz des Stadtarchivs am 3. März 2009 schockierte nicht nur die Archivare des Hauses. Ganz Köln war – natürlich auch wegen der beiden Todesopfer, die das Unglück in der Nähe forderte – in einem Schockzustand. Kriege und Überschwemmungen hatten über Jahrhunderte dem Archiv nichts anhaben können. Sollte nun alles vernichtet sein? Waren 30 Regalkilometer Archivalien verloren? Man bedenke, dass die Unterlagen natürlich nicht „nur“ aus der Zeit seit der Gründung des Historischen Archives 1406 stammten. Selbst der Verlust von Unterlagen aus diesen 603 Jahren wäre schon katastrophal. Es waren aber Zeugnisse aus über 1000 Jahren Geschichte, die nicht nur Köln betrafen, sondern weit darüber hinaus gingen. Hierzu zählten nicht nur etwa 65.000 Urkunden und fast 2.000 Handschriften. Kein Wunder also, dass enorme Anstrengungen unternommen wurden, diese Dokumente, oder was von ihnen übrig war, zu bergen. Durch den enormen Einsatz von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, freiwilligen Helferinnen und Helfern, Archivmitarbeiterinnen und -mitarbeitern konnten rund 85 Prozent der Bestände geborgen werden. Was aber war mit den enormen Teilen des Archivguts, die sich in 12 bis 28 Metern Tiefe unter Straßenniveau befanden? Nachdem man zunächst aufwändig ein Bergungsbauwerk errichtet hatte, konnte am 24. November 2010, also über eineinhalb Jahre nach dem Einsturz, mit der sogenannten Grundwasserbergung begonnen werden. Wie der Zustand des Materials gewesen sein mag, kann sich jeder schon angesichts dieser Bezeichnung denken. Allen Widrigkeiten durch Rheinhochwasser, Witterung und Trümmerteilen zum Trotz konnte man insgesamt etwa weitere 575 laufende Meter Archivgut bergen, so dass am 8. August 2011 mit dem Abschluss der Grundwasserbergung 95 Prozent des Gesamtbestandes geborgen waren. Nun wurde das Archivgut zunächst gespült, in Folie eingeschlagen und in ein Kühlhaus nach Troisdorf transportiert. Anschließend wurde es bei -22°C schockgefroren, so dass es in diesem Zustand auf seine weitere Bearbeitung warten konnte. So werden Verfallsprozesse verhindert und die Spezialisten Liste der Bergungseinheit zum KMGV Bestand können mit der Rettung beginnen. Bis das geschehen ist, werden jedoch Jahrzehnte vergehen. Hinzu kommt, dass das Schockgefrieren zwar zunächst hilfreich, jedoch nach zwei bis drei Jahren eher kontraproduktiv ist, da die Eiskristalle sich verändern und dann zu Schäden führen können. Die Zeit sitzt den Rettern also im Nacken. Die Archivalien müssen schnellstmöglich gefriergetrocknet werden, indem man ihnen in einer Vakuumkammer die Feuchtigkeit entzieht. In Porz-Lind fand man recht bald nach dem Einsturz eine Lagerhalle, die innerhalb we-

niger Monate umgebaut und mit der nötigen Technik versehen wurde, um hier das Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum (RDZ) einzurichten. Dort befinden sich Verwaltungsräume wie auch Restaurierungs- und Digitalisierungswerkstätten sowie Magazine mit ca. 18 Regalkilometern Lagerfläche und 18 Planschränken. Diese Einrichtung ist zwischenzeitlich für das Historische Archiv zum logistischen Drehkreuz geworden. Sie koordiniert die erforderlichen Arbeiten. Zwar werden auch hier Dokumente restauriert, doch muss man aufgrund des großen Umfangs auch auf Hilfe an anderen Standorten zurückgreifen. Hierzu zählt unter anderen als bedeutendster Kooperationspartner das Sächsische Staatsarchiv, in dem sich vier Restauratoren und bis zu 20 angelernte Restaurierungshelfer um Gefriertrocknung und Trockenreinigung der Archivalien aus Köln kümmern. Aber auch in Münster, Berlin, Koblenz und Brauweiler unterstützen Archivkräfte die Rettung. Bei der Trockenreinigung und Restaurierung stehen die Akteure vor großen Herausforderungen, denn es gilt, die Unterlagen, Dokumente, Karten, Pläne usw. von alkalischem Betonstaub, Erdreich, Feuchtigkeit, ggf. Schimmelbefall usw. zu befreien. Angesichts der unterschiedlichsten Materialien, aus denen die Archivalien bestehen, ist hier viel Flexibilität und Fachwissen gefordert. Zusätzlich stellen die »Kölner Schadensbilder« die Spezialisten vor besondere Herausforderungen. Eine Ansammlung von Beschädigungen in diesem Ausmaß hat die Fachwelt zuvor noch nicht gesehen: Knicke, Stauchungen, Risse und Fehlstellen… alles muss individuell behandelt werden. Würde eine einzige Fachkraft die gesamte Restaurierung durchführen, brauchte sie 6.300 Jahre. 200 Restauratoren, so sind die Überlegungen, werden mindestens 30 Jahre benötigen. Dieses Ziel will man erreichen, indem mit 95 Restauratorinnen und Restauratoren und entsprechenden Hilfskräften aus den eigenen Reihen sowie über Kooperationen mit Institutionen und Hochschulen erreichen. Wo bleibt der KMGV? Weiß man, was schon wieder erfasst ist? Das Historische Archiv informiert jährlich über den Stand der Archivalien, in unserem Falle der Bestand 1336. So ging auch dieses Jahr wieder im August ein entsprechendes Schreiben bei uns ein. Auf 25 Seiten werden dort ca. 780 Einträge aufgeführt, die mit ihrem Titel, dem Barcode, einer kurzen Beschreibung, der Schadensklasse, einigen weiteren Daten und dem aktuellen Standort aufgeführt werden. Hierzu zählen: Schriftwechsel, Bücher, Sonderobjekte (z. B. Orden, Zinnteller, Skulpturen), Noten, Korrespondenzen mit Giuseppe Verdi, Richard Wagner, Richard Strauss, Konrad Adenauer oder Engelbert Humperdinck sowie Plakate und vieles mehr. Viele der dort aufgeführten Positionen weisen die Schadensklasse 1 auf. Diese können vom KMGV auch wieder benutzt und eingesehen werden. Die Leiterin des Historischen Archives, Frau Dr. Schmidt-Czaia, hat dem KMGV eine Führung durch das RDZ angeboten, auf die wir wohl im kommenden Jahr gespannt sein dürfen. Auf der Website der Stadt (www.stadtkoeln.de/kulturstadt/historisches-Archiv) hat man Gelegenheit, sich weitergehend zu informieren. Dort findet sich auch ein Link zu den Freunden des Historischen Archives der Stadt Köln, die mit Spenden und Aktivitäten zur Restaurierung und Förderung des Archives beitragen. AV KMGV Archiv 51

  • Seite 1:

    1 März 2013 Der Burgbote Mitteilun

  • Seite 4 und 5:

    4

  • Seite 6 und 7:

    Nach dem Spiel ist vor dem Spiel…

  • Seite 8 und 9:

    »Stippeföttche« an der Ubiersch

  • Seite 10 und 11:

    Innenminister Hans-Peter Friedrich

  • Seite 12 und 13:

    12

  • Seite 14 und 15:

    14 will - klärt sich im positiven

  • Seite 16 und 17:

    Was so alles im Foyer passierte…

  • Seite 19 und 20:

    Der Versuch einer Deutung des Wört

  • Seite 21 und 22:

    Rückblick auf die Session in köls

  • Seite 23 und 24:

    Richard Wagner *1813 in Leipzig;

  • Seite 25 und 26:

    galt er als faul - was aber nur die

  • Seite 27 und 28:

    Giacomo Meyerbeer (1791 - 1864) Lo

  • Seite 29 und 30:

    2005 noch nicht dabei; aber offen g

  • Seite 31 und 32:

    Kammerchor nimmt Arbeit wieder auf

  • Seite 33 und 34:

    Das Libretto für das alljährliche

  • Seite 35 und 36:

    irgendwann auch mal für die nächs

  • Seite 37 und 38:

    Dieter Hagen mitsingen. Und der sch

  • Seite 39 und 40:

    Chorleiter. Und ich staunte nicht s

  • Seite 41 und 42:

    Mutter zu sagen: »Pädche un Mädc

  • Seite 43 und 44:

    ten. Aber wer unterbreitet dem »Fe

  • Seite 45 und 46:

    Wie plant ein Verein ein Jubiläums

  • Seite 47 und 48:

    Tag der offenen Tür 47 Mehr Anmeld

  • Seite 49 und 50:

    Bamberg mit seinem gut erhaltenen h

  • Seite 51 und 52:

    29.05.2013 45 Jahre Claudius Baritz

  • Seite 53 und 54:

    Als neue Sänger begrüßen wir: Th

  • Seite 55 und 56:

    Überhaupt war für Privates auf de

  • Seite 57 und 58:

    O-Töne Steiner Lassen Sie den Tex

  • Seite 60 und 61:

    Feiern! Genießen! Wohlfühlen! Inf

  • Seite 63 und 64:

    KMGV und Philharmonie Südwestfalen

  • Seite 65 und 66:

    Engagiert in die zweite Jahreshälf

  • Seite 67 und 68:

    Jahreskonzert 2013 Corby Welch, Ten

  • Seite 69 und 70:

    … und was sonst noch gut tut Ande

  • Seite 71 und 72:

    Westfalen das ganze Konzert über e

  • Seite 73 und 74:

    Schon der »Steuermannchor« aber e

  • Seite 75 und 76:

    unterzuschieben? Wer’s glaubt, bi

  • Seite 77 und 78:

    Dieser Bericht von unserer diesjäh

  • Seite 79 und 80:

    halb der Mitgliedschaft relativ kle

  • Seite 81 und 82:

    Schon bald trafen sich die beiden D

  • Seite 83 und 84:

    Nach dem Besuch in »Maisel’s Bra

  • Seite 85 und 86:

    Divertissementchen 2014 lich löst

  • Seite 87 und 88:

    glied Meinolf Rickert. Die letzte E

  • Seite 89 und 90:

    langen Stielen im Stehen bemalt. Ei

  • Seite 91 und 92:

    Geheimnisvolle Unterwelt der Wolken

  • Seite 93 und 94:

    Burgbote: Wie habt Ihr den KMGV gef

  • Seite 95 und 96:

    Also wird Hausmusik gemacht? Alex:

  • Seite 97 und 98:

    Alex: Auf jeden Fall will ich eines

  • Seite 99 und 100:

    Geburtstage im Sept. 02.09.2013 65

  • Seite 101 und 102:

    Als neue Sänger begrüßen wir: An

  • Seite 103:

    Seniorennachmittag 43 sorgt. Neben

  • Seite 106 und 107:

    Wichtige Dokumente sind noch immer

  • Seite 108 und 109:

    Das Einsingen: Von der Komplexität

  • Seite 110 und 111:

    Gruppe 20 mit Sang und Klang durch

  • Seite 112 und 113:

    Wer ist Ma-ha-te? … oder das Rät

  • Seite 114 und 115:

    MODERNE ZAHNMEDIZIN. SCHÖNE ZÄHNE

  • Seite 116 und 117:

    Dr. Lueger, Strobach und Dr. Neumay

  • Seite 118 und 119:

    KMGV Termine 2013 • Die KMGV-Prob

  • Seite 120 und 121:

    Feiern! Genießen! Wohlfühlen! Inf

  • Seite 123 und 124:

    Der KMGV im Bamberger Dom 3 Inhalt

  • Seite 125 und 126:

    Kuratorium des KMGV wieder belebt -

  • Seite 127 und 128:

    Konzertreise 2013 halten. Die »gut

  • Seite 129 und 130:

    Festspielhaus Bayreuth Besichtigung

  • Seite 131 und 132:

    Der mit dem Büro der Oberbürgerme

  • Seite 133 und 134:

    Konzertreise 2013 Residenz, die and

  • Seite 135 und 136:

    Konzertreise 2013 und langanhaltend

  • Seite 137:

    Konzertreise 2013 auch familiären

  • Seite 140 und 141:

    Lächeln ist die schönste Art die

  • Seite 142 und 143:

    Hörgeräte Lorsbach Meisterbetrieb

  • Seite 144 und 145:

    www.ksk-koeln.de Andere versprechen

  • Seite 146 und 147:

    26 KMGV auf Rezept Charlie Wilke (8

  • Seite 148 und 149:

    28 Sozusagen »Singen auf Rezept«?

  • Seite 150 und 151:

    1 2 3 4 5 6 7 8 Charlie Wilke: »Ca

  • Seite 152 und 153:

    KMGV Familie KMGV Familie 32 Geburt

  • Seite 154 und 155:

    Köln: 0221-179 44 43 Leverkusen: 0

  • Seite 156 und 157:

    36 Unser Gedenkgottesdienst … …

  • Seite 158 und 159:

    38 schem Stil als Backsteinbau erri

  • Seite 160 und 161:

    40 © Peter Gaymann EINSINGEN: Das

  • Seite 162 und 163:

    42 Empfinden und Aneignen haben Cho

  • Seite 164 und 165:

    Ausblick 2014 Musikalischer Aufbruc

  • Seite 166 und 167:

    46 Adventskonzert im Maternus-Senio

  • Seite 168 und 169:

    De Jruppe 66 in Maastricht Wie jede

  • Seite 170 und 171:

    50

  • Seite 172 und 173:

    Der KMGV in repräsentativer Funkti

  • Seite 174 und 175:

    KMGV Termine 2013/14 • Die KMGV-P

  • Seite 176 und 177: Feiern! Genießen! Wohlfühlen! Inf
  • Seite 179 und 180: Das Zillche-Ballett Es gibt noch Ka
  • Seite 181 und 182: Bundesweit einmaliges Wagnerkonzert
  • Seite 183 und 184: Kuratorium Ein Blick in die Geschic
  • Seite 185 und 186: des KMGV hatte sich Dr. Jürgen Rü
  • Seite 187 und 188: Divertissementchen ten untereinande
  • Seite 189 und 190: Daher klingt auch das Fazit der Bal
  • Seite 191 und 192: prominente Besetzung des Kuratorium
  • Seite 193 und 194: Das Klavier ist ein »Boston-Piano
  • Seite 195 und 196: November 1963: Ein graues Mietshaus
  • Seite 197 und 198: Haben Ihre Eltern Sie unterrichtet?
  • Seite 199 und 200: mit 14, als diese Entscheidung anst
  • Seite 201 und 202: gesamt fünf Jahre bis 2003 Chordir
  • Seite 203 und 204: Und das habe ich dann lernen müsse
  • Seite 205 und 206: Ausspracheabend … und jetzt? Am 1
  • Seite 207 und 208: Bernhard Tropertz schlug vor, das V
  • Seite 209 und 210: weg musikalisch geprägt und bereic
  • Seite 211 und 212: 125 Jahre Kölner Haus- und Grundbe
  • Seite 213 und 214: Weihnachtskonzert 2013 Weihnachtsko
  • Seite 215 und 216: 19.03.2014 55 Jahre Thomas Madaus F
  • Seite 217 und 218: Der Schatzmeister informiert: Sie h
  • Seite 219 und 220: Aus den Gruppen Gruppe 20 Im Haus d
  • Seite 221 und 222: Jubiläum Langenberg werden könne,
  • Seite 223 und 224: Kammerchor beendet 2013 mit Konzert
  • Seite 225: • Schreibt konzentriert und schwa
  • Seite 229 und 230: O-Töne Steiner Meine Herren, das
  • Seite 231 und 232: SCHWIEREN O P T I K Das Haus de