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Der Burgbote 2013 (Jahrgang 93)

Koreanischer Reiner

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2005 noch nicht dabei; aber offen gestanden: Vorstellen kann ich es mir nicht. Jedenfalls werden wir auch im Jahreskonzert 2013 ein kurzes Stück aus Fausts Verdammung vortragen, nämlich den Chor der Zecher (»A boire encore!«). 1842 verließ Wagner Paris, weil in Deutschland gleich zwei seiner Werke vor der Uraufführung in Dresden standen, nämlich die frühe Oper »Rienzi« und »Der fliegende Holländer« (der übrigens beim Publikum, anders als die »Rienzi«, durchfiel und nicht mehr als vier Aufführungen erlebte). Der Erfolg der »Rienzi« verhalf ihm schließlich 1843 zu der Anstellung als königlich sächsischer Hofkapellmeister, wobei er formal die italienische Oper übernahm, während die deutsche Oper weiter von Hofkapellmeister Carl Gottlieb Reißiger betreut wurde. Praktisch scheint diese Trennung aber schon damals nicht mehr von Bedeutung gewesen zu sein, denn Wagner machte sich sogleich daran, sich in dieser Stellung besonders um deutsche Opernwerke zu bemühen. Daneben übernahm er auch andere Aufgaben, so z.B. die Organisation des zweiten sächsischen Männergesangfestes, das zu Anfang des Jahres 1843 in Dresden stattfand. Für dieses Fest komponierte er »Das Liebesmahl der Apostel«, das zumindest bis in die späten 1980-er Jahre zum Repertoire des KMGV gehörte. Warum ich das hier erwähne? Ein wenig sicher aus Melancholie. Egon Voss schreibt über das Stück, es »würde sich vermutlich auch heute noch allgemeiner Wertschätzung erfreuen, stellte die Komposition nicht so außerordentliche Anforderungen an den Chor und besäße das Genre des Männerchores noch das Ansehen von damals.« Hört sich so an, als hätten die Sänger, die erst später in den KMGV aufgenommen worden sind, etwas Großartiges verpasst. Aber vielleicht bekommen wir ja auch noch mal unsere Chance … Im Konzert werden wir ein anderes Chorwerk Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847) Wagners präsentieren, das er als Hofkapellmeister im Rahmen einer seiner »anderen Aufgaben« komponierte, den Festgesang zur Enthüllung des Friedrich-August- Monuments am 7.6.1843, betitelt als »Der Tag erscheint«. Wenn »das Liebesmahl der Apostel« das obere Ende der Skala des Männerchorgesangs bezeichnet, dann findet sich der »Der Tag erscheint« am entgegengesetzten Ende der Skala wieder. Es ist ganz sicher kein Werk, von dem man sagen könnte, dass es sich »auch heute noch allgemeiner Wertschätzung erfreuen [würde] … besäße der Männerchorgesang noch das Ansehen von damals.« Der Chor gehört – aus inhaltlicher, nicht musikalischer Sicht betrachtet – in die Reihe der Männerchorwerke, die mit ihrem übersteigerten nationalen Pathos ganz maßgeblich dazu beigetragen haben, den Niedergang des Männerchorgesangs im öffentlichen Ansehen zu befördern. »Lieb’ Vaterland, magst unruhig sein« … ohne Kommentierung wie im Jahreskonzert 2011 wird es auch hier nicht gehen, wenn wir unser Publikum nicht ratlos und mit der Frage »Was war das denn gerade?« in der Philharmonie sitzen lassen wollen. KMGV Jahreskonzert 2013 29

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