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Der Burgbote 2013 (Jahrgang 93)

Heinrich Suttrup,

Heinrich Suttrup, perfekt in jeder Rolle: ob Köbes, Kardinal oder Grand Dame …

Dieter Hagen mitsingen. Und der schönste Moment in meiner bislang 33 Jahre dauernden Zugehörigkeit zum KMGV war am 6. Januar 2008, als unser Dirigent Herr Steiner mich am Schluss der Premiere meines eigenen Stücks mit auf die Bühne holte. Sonst stand ich weniger im Rampenlicht, wirkte immer mehr im Hintergrund, war eher Sänger im Chor als in den Ensembles oder gar Solist. Ich sagte ja schon, dass ich wegen meiner Körpergröße meist in der letzten Reihe stehe. Und dort sehe ich alles – jede unnötige Bewegung, jedes Gequatsche und Gedränge einiger zur ersten Reihe hin. Man denkt gern, ach hier hinten sieht mich ja sowieso niemand. Aus meinen zahllosen Besuchen in der Oper, wo ich schon oft die Profi-Chöre gesehen habe, weiß ich aber, dass gerade im Hintergrund und in der letzten Reihe jeder Sänger gefragt ist und auch aktiv mitspielt. Denn das Publikum sieht auch die Leute in der letzten Reihe. Da können wir uns noch einiges abschauen. Immerhin nehmen wir professionelle Eintrittsgelder. Da erwartet das Publikum auch professionelles Auftreten. Fritzdieter Gerhards sagte immer: Jeder von Euch ist ein Hauptdarsteller. Das ist viel Wahres dran. Wie hat Dir das aktuelle Stück in diesem Jahr gefallen? Ich bin eigentlich seit vielen Jahren ein begeisterter Mitspieler und Beobachter des Divertissementchens. Auch »Vivat Colonia« hat mir durchweg gefallen. Ein paar Lacher mehr hätten dem Stück sicher gut getan. Vielleicht zwei Anmerkungen. Zum einen habe ich persönlich so meine Probleme mit der derben Sprache. Vielleicht ist das ja der Zeitgeist und ich gehöre ja inzwischen einer älteren Generation an, aber mir kamen einfach zu viele deftige Schimpfwörter vor. Ich finde, das gehört nicht auf unsere Bühne, dazu gibt es im Karneval genügend andere Gelegenheiten. Hier sollte sich die Cäcilia Wolkenburg von anderen unterscheiden. Ein richtiges Problem in diesem Jahr war ja der Krankenstand. Unsere Bühnenspielgemeinschaft blieb leider nicht verschont von der Erkältungswelle, die das Rheinland überrollt hatte. Aber wir waren nach meiner Erinnerung noch nie so kurz davor, dass mal ein Vorhang nicht aufgegangen wäre. So eine Dramatik habe ich in meinen über 30 Jahren Zillche noch nicht erlebt. Darüber müssen wir uns auf jeden Fall Gedanken machen, denn der Ausfall auch nur einer Vorstellung würde unserem Ruf sehr schaden. Und das wäre auch aus finanziellen Gründen Gründen katastrophal. Neu war in diesem Jahr ja auch die Probebühne in Hürth. Wie bist Du damit zu Recht gekommen? Also ohne unseren Sangesfreund Paul Essers, der in meiner Nähe wohnt und mich mit seinem Auto mitnahm, hätte ich wahrscheinlich 2013 passen müssen. Die Anreise für mich aus dem Kölner Norden ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln äußerst be- Personen und Persönliches 37