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Der Burgbote 2013 (Jahrgang 93)

6 Der

6 Der Tag vergeht – und alles wird gut: Das KMGV-Jahreskonzert 2013 Wagner – am 7. Juli? Der 7. Juli 2013 - endlich einer der schon so lang herbeigesehnten Hochsommertage. Das Thermometer knackt die 25-Grad- Grenze und bewegt sich auf die 30 zu, kein Wölkchen am Himmel, nur Sonne, Sonne, Sonne … und die Kölner Innenstadt steht Kopf: Wie an jedem ersten Juliwochenende feiert die Szene ihren Christopher-Street- Day; bunt, fröhlich bis zur Ausgelassenheit und kein bisschen leise. Mit der Aussicht, Aufbruch und Entbehrung, ja beinahe dem Schrecken des Eises und der Finsternis selbst beizuwohnen, um dann – schon längst selbst tief hineingezogen in das Bühnengeschehen – endlich, nach entbehrungsreichem Kampf zur red- Christoph Vratz – Moderation

Jahreskonzert 2013 Corby Welch, Tenor Monica Mascus, Mezzosopran 7 lich verdienten Erlösung zu gelangen (so in etwa läuft das ja in Richard Wagners Opern), holt man unter diesen Bedingungen keine auch nur halbwegs vernünftige Menschenseele hinterm Ofen hervor. Nein, wer bei diesem Wetter beim Publikum landen will, der sollte mit sommerlichen Leinenhosen oder bunten Sommerkleider, die so herrlich im leichten Sommerwind flattern, der Aussicht, auf ein schattiges Plätzchen im Park oder am See, auf ein schönes Eis oder kühles Bier in der Hand – kurz mit guter Laune und Entspannung, eben einem richtigen Sommerkonzert – locken, um die Leute für sich zu gewinnen. Anders gesagt: Der 7. Juli 2013 – Kein Tag für Helden. Wagner? Freunde? Feinde? »Ach, mach doch mal halb lang; komm, lass uns, und sei’s auch nur für heute, die Seelen einfach einmal baumeln!« Philharmonie Köln, 7.7.2013, 18 Uhr Gäb es keinen Kartenvorverkauf … man möchte gar nicht wissen, wer an diesem lauen Sommerabend spontan die Entscheidung für den Biergarten und gegen die Philharmonie getroffen hätte. Aber Dank des sehr guten Vorverkaufs (kräftig angeheizt durch die Werbung im Zillche, die den freien Verkauf auf über 400 Karten hochschnellen ließ) saß es nun da, in der zwar nicht ausverkauften, aber doch gut gefüllten Philharmonie, unser Publikum, in Kurzarmhemd und leichtem Sommerkleid, und harrte in freudig gelöster Stimmung des Chores, Wagners, seiner Freunde und seiner Feinde. Sehen wir auf das Ende, dann dürfen wir sagen: Es ist ganz offensichtlich an diesem lauen Sommerabend ganz prächtig auf seine Kosten gekommen, unser Publikum.